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Ramadan- Tag #16 & Corona-frei #7

Ramadan vergeht dieses Jahr rein gefühlsmäßig recht schnell. Über die Hälfte haben wir schon. Die Feiertage stehen schon fast vor der Tür. Da es am Wochenende sein wird stellt sich die Frage nach dem Wetter. Ich hätte mal wieder Lust auf ein Picknick.

Ich erinnere mich noch an unser letztes Picknick im letzten Jahr. Wir hatten einen warmen, sonnigen Tag mit Spiel, Spaß und Leckereien im Park. Die SML musste früher los, aber das hat unsere Laune nicht verderben können. Aber nur wenig später zogen dunkle Wolken auf. Wir entschieden uns zu gehen, aber noch bevor wir aus dem Park raus waren goß es. Und wie. Ein Mietauto musste her und freundlicherweise stand eins nur wenige Straßen weiter. Während die Tänzerin los rannte um das Auto zu holen warteten die Jungs und ich am Straßenrand auf dem Grünstreifen. Dicht neben uns brach ein dicker, langer Ast vom Baum und landete nur Zentimeter neben uns. Gott sei Dank, dass der uns nicht traf. Als die Tänzerin mit dem Auto kam waren wir nass bis ins Knochenmark. Es machte schon nichts mehr dass es noch einen Moment dauerte bis wir endlich unsere Picknicksachen im Kofferraum hatten. Ich weiß nicht ob ich jemals so glücklich war nach Hause zu kommen. Eine Wiederholung dieses Erlebnisses brauche ich nicht, aber ein Picknick bei schönem Wetter wäre schon toll.

Die letzte Zeit habe überwiegend ich gekocht, aber der Handballer hat schon angekündigt dass er morgen übernehmen wird. Bratnudeln möchte er machen. Ich denke ich werde einen Wackelpudding beisteuern.

Die Lockerungen, die von unseren Politikern beschlossen wurden bedeuten zu nächst einmal dass der Handballer wieder zur Schule muss. Begeistert ist er nicht und auch der Handballer freut sich nicht unbedingt dass sein Bruder nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht. Es wird sich zeigen ob nach Pfingsten auch der Fußballer los muss oder alle wieder zu Hause bleiben. Wenn es jemals einen Moment gegeben hat in dem ich mir nicht sicher war ob die Entscheidung den Job zu wechseln gut war, dann ist die Antwort jetzt auf jeden Fall ein lautes JA!!!!

Die kleinen Nettigkeiten die den Menschen entgegen gebracht werden, die trotz allem arbeiten kann man bejubeln oder es auch lassen. Die Mädels haben vom Arbeitgeber eine Mitarbeiterkarte bekommen. Die ist nur kurze Zeit gültig, ermäßigt jeden Einkauf im Laden um 20%, aber man muss auch 300€ ausgeben um 60€ geschenkt zu bekommen. „Im Grunde“, so meint die Tänzerin, „geben wir denen mehr als wir bekommen“ und das ist leider auch ein Fakt.

Apropos geben: mein Drucker ist seit einer halben Stunde beschäftigt die letzten Aufgaben für den Handballer zu drucken. Das Ende sehe ich noch nicht und wenn alles gedruckt ist kann ich mir vermutlich neue Patronen besorgen. Es wurden mal wieder viele Buchseiten eingescannt.

Wann ich wieder offiziell arbeiten muss weiß ich noch nicht, aber sicher nicht vor Pfingsten. Ich fühle mich derzeit etwas ausgebeutet, denn ich mache Unterricht, den nicht ich machen sollte und unsere Lehrer gönnen sich eine Pause.

Ich bin auf die Konsequenzen von all dem gespannt. Manche Schüler, wie meine Jungs sollten die ganze Zeit nur mit kopierten Zetteln wiederholen und andere haben Online- Unterricht erhalten und sind vorwärts gekommen. Manches Kind sass zu Hause allein und manche hatten Hilfe durch die Eltern. Es wird also sicher mehr oder weniger große Unterschiede geben. Sowohl innerhalb der Klassen/Schulen, als auch deutschlandweit.

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Ramadan- Tag 6 und Corona-frei #6

Heute ist schon der 6. Tag des diesjährigen Ramadan. Die Jungs befinden sich (noch) in der Trainingsphase. Beide haben entschieden sie wollen versuchen durch zu halten. Bisher läuft es gut und natürlich ist es dieses Jahr optimal: Kein Unterricht, kein Training.

Seit einer Woche arbeite ich wieder, aber unter veränderten Umständen und wirklich toll ist es nicht. Ich bin auf die Betreuung meiner Kinder angewiesen damit ich meinen Schützling aus der Schule zwei Stunden täglich betreue und mit ihm weiter Unterricht mache.

Die Lehrer aus unserer Schule bekleckern sich absolut nicht mit Ruhm. Diese Woche haben sie angefangen lieblose Zettel per Mail zu versenden die fast keiner unserer Schüler allein bearbeiten kann. Nur Eltern sind keine Lehrer und sollen nicht den Unterricht übernehmen. Und mein Job ist es eigentlich auch nicht. Also arbeite ich mit anderen Materialien die dank der Anschaffung durch die Mutter in größeren Mengen vorhanden sind. Auch nur deshalb weil sie beruflich damit zu tun hat. Immerhin kann jede von uns mal für zwei Stunden die Kinder abgeben und was anderes machen.

Heute ist auch ein besonderer Tag für uns. Heute kocht der Handballer indisch.

Wir sind große Fans der indischen Küche und er liebt kochen und besonders liebt er es scharf. Indisch hat er schon einige Male gekocht und es ist einfach lecker. Heute gibt es irgendwas mit Buttersauce und dazu Reis. Ich weiß, dass er inzwischen kaum noch Hilfe benötigt.

Die Lehrer des Handballers haben inzwischen angemerkt dass die Anschaffung eines Tablet eine gute Idee wäre und ebenso wie die Lehrer des Fußballers hätten sie jetzt gern die Hausaufgaben zurück um sie zu betrachten und zu beurteilen. Und natürlich hat sich unser Scanner entschieden in den Streik zu treten. Jetzt darf ich alles fotografieren.

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Zuhause

Ich bin zu Hause. In meinem zweiten Zuhause. Marokko.

Mal wieder hier und das erste Mal im Ramadan.

Das Wetter ist dem in Deutschland recht ähnlich und daher für mich sommerlich. Meine Schwägerinnen hingegen frieren und zeigen das täglich drinben wie draussen durch ihre Kleidung. Leggings und drüber warme Fleecehose. Langarmligrs Baumwollshirt und wenn wir raus gehen kommt noch eine warme Jacke und Hose drüber oder direkt eine Jellaba. Dagegen ich in dünnem, leichtem Shirt und Rock oder dünner Hose und bitte keine Jacke.

Im Ramadan läuft das Leben in Marokko anders. Tagsüber arbeiten nur jene die müssen. Geschäfte sind kaum geöffnet und die Menschen sind daheim.

Das hat Vorteile. So gehört einem z.B. der Strand fast allein

Das Leben beginnt abends nach Sonnenuntergang wenn alle gegessen haben.

Dann fahren Kinder und Jugendliche Rollschuh, Inlineskate, Skateboard und Fahrrad. Und für die Kleineren wird auch was geboten

Diese süssen Autos gibt es auch ein klein wenig größer und je nach Fähigkeit des Kindes entweder zum selbst fahren oder mit Fernbedienung für die Eltern.

Die älteren Teens oder auch jungen Erwachsenen sitzen in Grüppchen beisammen und reden über was auch immer. Hier und da hört man Musik aus einem kleinen Radio oder vom Handy. Familien gehen zusammen spazieren, oder sitzen im Cafe, Geschäfte haben geöffnet.

Das Leben wurde vom Tag in die Nacht verlegt.

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Ramadan Tag 24

Habe den Tag einige Male ein Kurzschläfchen gemacht.  Das hat mich nicht davor gerettet abends sehr müde ins Bett zu fallen. Ich habe tief und fest geschlafen und meinen Wecker vorher für eine Stunde später eingestellt. Genug Zeit zum Essen und vor allem trinken und dann wieder ins Bett.

Es ist heiß geworden, aber gerade noch erträglich. Arzttermin, Fußballtraining.

Ohne die Jungs ist es abends bei Essen recht ruhig und es ist ungewohnt.

 

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Ramadan Tag 23

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Wer immer – aus dem Glauben heraus und der Hoffnung auf den Lohn Allahs – im Ramadan fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben. Und wer immer – aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf den Lohn Allahs – Lailatu-l-qadr * im Beten verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“

  • ist die Nacht, in der die Offenbarung des Qur-an im Monat Ramadan mit den ersten fünf Versen der 96 Sura begann.

Wahrlich, Wir haben ihn (den Qur’an) herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr. Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von Al-Qadr ist? Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate. In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. Frieden ist bis zum Anbruch der Morgenröte.

Sure 97  Al-Qadr

Ganz einfach ist es nicht, denn welche der letzten 10 Nächte jene Nacht ist, weiß man nicht, aber dazu  sagte der Prophet Mohammed (saws) :

„Erwartet Lailatu-l-Qadr in den letzten zehn Tagen des Ramadan, die ungerade Zahlen (Witr) haben.“

Aus diesem Grund habe ich entschieden das es in der Nacht für mich keinen Schlaf gibt aber dafür viele Gebete. Nicht nur die Pflichtgebete, sondern auch viele Bittgebete und freiwillige Gebete.

Um das zu schaffen habe ich mich bemüht etwas vor zu schlafen. Dass das wahrscheinlich nicht reichen wird und ich in den frühen Morgenstunden immer müder werde ist mir klar, aber dass ist es mir wert.

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Ramadan Tag 22

Ich bemühe mich tagsüber Möglichkeiten zu finden ein wenig zu schlafen um dann nachts besser durch zu halten. Irgendwie bin ich dann abends doch müde,werde gegen Halb zwei wach und spätestens um 6 Uhr bin ich wieder total müde. Irgendwie scheint mein System falsch zu sein.

Heute ist der letzte Tag an dem die Jungs abends mit uns essen. Morgen müssen sie vor dem Iftar ins Bett, denn Montag ist Schule und Kindergarten. Das heißt, dass auch ich wieder früh raus muss und tagsüber schlafen dürfte schwierig werden.

Momentan beschäftige ich mich intensiv mit der Frage wie unser Leben nach Ramadan weitergeht. Der Alltag hat uns alle im Griff und unsere gemeinsamen Essen am Abend haben mir deutlich gezeigt wie wir normalerweise nebeneinander her leben. Daran etwas zu ändern ist schwer, denn ich kann weder die Arbeitszeiten meines Mannes bestimmen noch die Trainingszeiten der Vereine. Aber die Situation, so wie sie ist, belastet mich.

 

 

 

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Ramadan Tag 21

Endspurt. Noch eine Woche und Ramadan ist für dieses Jahr schon wieder vorbei.

Der Vormittag war recht schwül, aber dann zog ein leichter frischer Wind auf und es wurde angenehmer. Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Spielplatz. Zu dem Zeitpunkt war das essen für Iftar vorbereitet. Selbstgemachte Pizza, zur Freude der Jungs.

 

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Ramadan Tag 20

Morgens habe ich mich noch mal ins Bett verkrümelt und bin spät aufgestanden. Es war schon fast 13 Uhr. Eine halbe Stunde später ist mein Mann mit den Jungs zum Spielplatz und ich habe sie erst abends wieder zu Gesicht bekommen. Ursprünglich wollte ich mit, aber es war mir entschieden zu heiß. Daher habe ich mich mit Hausarbeit beschäftigt und da leide ich dann auch nicht gerade an Langeweile.

Beim Qur-an lesen bin ich gut vorwärts gekommen. Ich bin jetzt bei Sure 15 Al-Hidschra. Die Suren werden immer kürzer, aber es dauert auch nicht mehr lange, dann ist Ramadan schon wieder vorbei.

Die Tänzerin war wieder zum Iftar mit einer Freundin aus.

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Ramadan Tag 19

Den ganzen nachmittag verbrachte ich mit den Kindern auf zwei Spielplätzen. keine große Entfernung und dann sind wir um 18 Uhr wieder zurück nach Hause.

Mein Mann hatte früher Feierabend, war bereits mit Kochen beschäftigt. Diesmal verbringt er den Iftar allein mit den Jungs. Ich will mit meinen Mädels einen gemeinsamen Abend machen.

Wir waren erst um 23:30 Uhr zu Hause und ich habe meinen Wecker  für 3 Uhr eingestellt.

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Ramadan Tag 18

Sonnig und angenehm warm mit leichtem Wind. Wunderbar!

Ich habe mal wieder einiges an Obst besorgt. Es wird viel zu schnell leer.

Nachmittags verteilten wir uns. Die Tänzerin machte mit dem Handballer einen Einkaufsbummel und traf dabei noch eine Freundin. Der Fußballer und ich zogen den Spielplatz vor. Auch wenn er sich etwas sträubte: wie immer fand er schnell Kinder die mit ihm spielten und es dauerte nicht lange, bis eine Gruppe Jungs in unterschiedlichen Alter munter durch die Gegend kickte. Für Mütter nicht 100% ungefährlich. Ein paar Bälle trafen.

Mein Mann fuhr nach der Arbeit auch noch mal in die Stadt um Datteln zu kaufen und eigentlich wollte er Hackfleisch mitbringen.  Statt dessen brachte er 2kg Leber und beschloss die Hälfte direkt zu zu bereiten.

Leber! Als Kind mochte ich sie überhaupt nicht. Wenn meine Mutter Leber machte war ich satt. Ich habe mich immer davon fern gehalten, bis ich einen Sommer bei meinen Schwiegereltern war und Mama Leber machte. Nicht nur Leber. Sie hatte an jenem Tag eine Mischung aus Leber und Fleischsorten, verteilte es auf Spieße und danach war nicht mehr so klar erkennbar was Leber und was Fleisch war. Ich aß es, schmeckte die Leber leicht heraus, aber es schmeckte mir. Dennoch habe ich nie Interesse verspürt in meiner Küche damit zu experimentieren. Schwiegermama war die einzige deren Leber ich mochte.

Gestern nun machte mein Mann Leber, übertrieb es noch ein wenig mit dem Pfeffer, aber das Ergebnis war lecker.

Die Kinder meinten Oma macht so etwas nie, obwohl sie es dort auch gegessen hatten. Dann wird es wohl in den Sommerferien Zeit: 😉