Lenny`s Herzenswunsch

Auch unser Kindergarten beteiligt sich.

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Lenny`s Herzenswunsch

Meine lieben und unlieben Freunde,

Ich bin heute auf Lenny aufmerksam geworden. Der kleine Mann hat es in seinem kurzen Leben alles andere als einfach gehabt bis jetzt. Trotzdem ist er stark und tapfer, stellt sich seiner Aufgabe und scheint den Lebensmut nicht zu verlieren.
Sein Wunsch zum Geburtstag am 11.05. ist so „klein“ und für euch alle so einfach umsetzbar, dass ich mir sicher bin, dass sein Briefkasten aus allen Nähten platzen wird.
Also, worum ich euch bitte:
Ihr Lieben, schreibt dem kleinen Mann doch eine Geburtstagskarte, liebe Grüße oder was Ihr sonst noch an ihn richten wollt.
Schickt es an:

Lenny Ebert , Ewaldstrasse 70, 45699 Herten

Es war noch nie so einfach, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Ich selbst werde ihm einen gehäkelten Glücksbringer zukommen lassen. Ich gehe also mit „gutem“ Beispiel voran.

Ich danke Euch allen schon mal im Voraus, weil ich weiß, dass…

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Jeder hat ein´!

Jeder hat ein´! Jeder hat ein´!

Einen was?

  • Kopf
  • Freund
  • Macke

Wenn vor mir jemand in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen dreimal nacheinander diesen Satz ruft, fängt es irgendwann an mich zu nerven. Das habe ich am Sonntag gelernt.

Sonntag hatte mein Handballer Turnier und der Spruch kam von der Trainerin einer gegnerischen Mannschaft. Andere Trainer rufen „Abwehr“, „Verteidigung“ oder „Deckung“. Unser Trainer wählte letzteres und weniger nervtötend. Gemeint war das jeder einen generischen Spieler im Auge behalten soll und sich wie eine Klette an den hängt um a) zu verhindern das derjenige den Ball bekommt oder b) zu verhindern, das derjenige den Ball ins Tor bekommt.

Wenn man dann bedenkt, dass es Kinder sind, Anfänger die noch lernen, dann ist es nicht verwunderlich dass manche Dinge öfter wiederholt werden müssen und dass es nicht so klappt. Dagegen ist nichts zu sagen, sie sollen es ja lernen.

Interessanterweise gibt es aber anscheinend ein Thema das nicht gern angesprochen wird: Lange Haare!

Lange Haare sind nicht schlecht. Man kann viel damit anfangen. Nur ist es wirklich ungünstig wenn man den Ball nicht sieht, weil ein viel zu langes Pony als Gardine vor den Augen hängt. Wenn die Spielerin dann noch mehr damit beschäftigt ist die Gardine hinter die Ohren zu klemmen, selbst wenn das nur 5 Sekunden hält, dann ist das recht ungünstig.

Die Haare hinten, die vorne normalerweise nicht stören, werden als Zopf gebändigt, die langen Flusen vorn, werden „übersehen“. Weder Trainer, noch Eltern kommen auf die Idee mal über Haarspangen oder die Kürzung des Ponys zu reden.

Manche Dinge verstehe ich nicht, da bin ich ehrlich. Vor allem wenn es so offensichtlich ist.

Weniger offensichtlich, vor allem für Menschen die selbst keine Kinder haben, ist hingegen die Tatsache, dass Kinder auch mal einen Punkt erreichen wo alles zu viel wird. Bei Kindern kann das manchmal recht schnell gehen und es hängt eben auch davon ab wie der Tag so aussah. Der gestrige hatte alles was es braucht um Kinder völlig zu schaffen.

Mein Fußballer war gestern nicht im Kindergarten, was ihn nicht daran hindert trotzdem um halb sechs wach zu sein. Obwohl unser Vormittag ruhig und entspannt war, war er dennoch die ganze Zeit wach und beschäftigt. Mittags hatten wir einen fliegenden Wechsel: ein Kind rein, eins raus. Heißt: Der Handballer kam von der Schule, ich bin mit dem Fußballer los. Der Handballer musste allein zu Hause auf seine Schwester warten.

Gestern war Schulspiel für den Fußballer. Bedeutet er wurde von der Schule, auf der er angemeldet ist, eingeladen zu kommen und 1 1/2 Stunde an einer speziell angesetzten Unterrichtsstunde teil zu nehmen. Sechs Kinder bekamen diese Einladung. So weit so gut.

Sie haben geschrieben, gemalt und gebastelt und irgendwas mit Bewegung haben sie auch gemacht. Leider waren die Kinder nicht sehr informativ, aber am Ende waren es mehr als zwei Stunden. Eine Mutter scherzte, die Kinder müssten gleich nachsitzen. Und offensichtlich waren die Lehrer der Ansicht wir hätten auch nichts weiter zu tun. Falsch. Eine Mutter musste noch Brot kaufen beim Bäcker, bevor der schließt,ich musste noch mit dem Handballer zum Training und fast alle eingeladene Kinder hatten noch kleine Geschwister die langsam unruhig wurden und quengelten.

Nachdem wir endlich gehen konnten merkte man den Kindern die Erschöpfung deutlich an. Zumindest wir Eltern sahen sie. Ich fuhr mit einer anderen Mutter U-Bahn. Wir wohnen nicht weit auseinander haben wir bemerkt und die Kinder verstanden sich super. Zusammen waren sie laut, ihnen fehlte die Bewegungsmöglichkeit die sie im Kindergarten gehabt hätten und weil der Weg etwa 1/2 Stunde dauerte wurden sie immer müder. Es dauerte nicht lange bis der Sohn der anderen Mutter sie ich in den Kopf setzte nach Burger King zu wollen. Nicht nur, dass keiner in der Nähe war, die Mutter ist kein fast Food Fan, macht so etwas nur ab und an und außerdem war der Tag lang. Für den Jungen reichte es ein riesiges Theater zu machen. Einer der vielen möglichen Gründe für Wutanfälle.

Eine Frau ging an uns vorbei und meinte zu ihrem Begleiter: „Diese Kinder die so schreien, müssen mal zum Psychiater“

Was hätte sie wohl gesagt wenn der Junge eine sehr laute durchdringende Stimme hätte? Er war trotz allem recht leise.

Für mich ging der Tag weiter. es war schon später Nachmittag, aber kaum zu Hause konnte ich gerade noch einen Schluck Wasser trinken und dann musste ich schon mit der Handballer los. Wieder daheim erwartete der Fußballer und im Schlafanzug und alles was er sagte war: „Ich will ins Bett.“ Ich wollte noch einen Tee trinken und so musste Papa mal dass ins Bett bringen übernehmen.

Trotzanfälle verkneife ich mir. Ich verstand den Wunsch meiner Tochter mir noch von ihrem Tag zu erzählen, aber ich war erledigt und froh einfach nur ins Bett fallen zu dürfen. Ich entscheide für mich, wann ich nicht mehr kann. Kinder aber müssen die Termine durchhalten, sie müssen den Weg nach Hause noch schaffen. Egal wie müde und erledigt sie sind, egal wie lange ihr Tag war. Wenn sie laut werden müssen sie zum Psychiater?

 

 

 

25 Gründe für einen Trotzanfall

Ich habe mich heute mal dem Bloghopping hingegeben und dabei eine interessante Blogparade zum Thema Trotzanfälle bei Hallo liebe Wolke entdeckt, die so einige Erinnerungen geweckt hat.

Nun sind meine zwar prinzipiell aus dem Trotzalter raus, aber sich über das eine oder andere ärgern, auch wütend werden geht immer. Selbst bei Erwachsenen.

Beim lesen der Aufzählungen fiel mir jene erste wirklich heftige Episode mit meiner damals etwa 2 jährigen ein, die heute mit 19 keine Erinnerung mehr daran hat, aber immer herzlich darüber lacht wenn die Erzählung davon mal wieder als Inside-Joke durch die Wohnung geistert.

Damals jedenfalls war ich dankbar dass die Menschen, dort wo wir wohnten mit stoischer Gelassenheit den Trotzanfall meiner Tochter ignorierten und mir Sprüche, wie „Wenn das mein Kind wäre, hätte ich ihr schon den Po versohlt“ oder ähnliches ersparten. Das gab mir die Möglichkeit mit nach außen vorgetäuschter Gelassenheit darüber nach zu denken wie ich, möglichst pädagogisch wertvoll und psychologisch untadelig, mein Kind dazu bringen könnte sich jetzt gefälligst mal nett und friedlich zu verhalten wie man sich das von einem Kind wünscht.

Ehrlich gesagt fiel mir nichts ein, als es mit Erpressung und Drohung zu versuchen. „Ich gehe jetzt und entweder kommst du mit oder du bleibst hier allein“. Selbst das hat nicht funktioniert. Das Kind ignorierte mich. Gut das Zweijährige noch nicht all zu groß und all zu schwer sind. Also hab ich sie mir gepackt, auf den Arm genommen und sie weg geschleppt. Pädagogik und Psychologie haben Zeit und sind geduldig.

Damals ging es darum, dass unser Einkauf erledigt war und ich nun mit dem Einkaufswagen zur Kasse wollte. Meine Tochter hingegen hatte nach 30 Minuten immer noch nicht lange genug das Spielzeugregal begutachtet und egal wie viele Minuten ich ihr noch gab und auch ein Pixibuch brachten sie nicht dazu ihre Betrachtung zu beenden. Argumente wie „Nächstes Mal kannst du wieder schauen“, „Es ist schon spät. Wir müssen jetzt nach Hause“, “ Du brauchst eine neue Windel, deine läuft gleich aus“ usw interessierten sie schlicht nicht. Vermutlich hätte sie vor dem Regal gestanden bis sie irgendwann eingeschlafen wäre, aber freiwillig weg gehen? Nein.

Nun, Jahre später und drei Kinder weiter hat sich die Palette an Möglichkeiten Kinder zum wüten zu bringen mächtig erweitert. Dazu gehört:

  1. Wir haben gerade gegessen und ich will beim Bäcker keine Brötchen kaufen
  2. Bei Schnee und Eis möchte ich nicht zum Spielplatz
  3. 4°C ist zu kalt um ohne Jacke raus zu gehen
  4. Das Fahrrad ist kaputt
  5. Im Sommer darf man nicht mit gefütterten Winterstiefeln zum Kindergarten
  6. Die Schuhe haben keinen Klettverschluss
  7. Wir haben keine Pizza
  8. Zum Frühstück gibt es keine Pizza
  9. Zum Frühstück gibt es kein Eis
  10. Bei strömenden Regen muss das Fahrrad zu Hause bleiben
  11. Ich habe statt Lasagne Kartoffeln mit Gemüse gekocht
  12. Die Erdnüsse sind leer
  13. Der große Bruder will nicht mitspielen
  14. Der Bruder möchte etwas anderes spielen
  15. Ich kenne das Lied nicht was aktuell im Kindergarten gesungen wird
  16. Ich weiß nicht was mein Sohn meint
  17. Ich habe die falsche Kleidung raus gelegt
  18. Dasselbe T-Shirt hat ein anderer Junge im Kindergarten
  19. Ich habe vergessen Socken raus zu legen
  20. Die Hose hat einen Knopf
  21. Der Reißverschluss klemmt
  22. Zu den Nudeln gibt es weder Spinat noch Tomatensoße und der Ketchup ist leer
  23. Ich habe den falschen Ketchup gekauft
  24. Es gibt keine eckigen Corn Flakes
  25. Ich verlange nach dem abendlichen Tee trinken noch einen Toilettenbesuch vor dem Schlafen gehen

Zu diesen 25 guten Gründen könnte ich locker noch einige zufügen. Der Klassiker ist auf jeden Fall das falsche Obst daheim oder die geschlossene Eisdiele im Winter. Und gekochtes Gemüse ist sowieso immer falsch. Es sei denn, es ist Brokkoli oder Spinat.

Schlaflieder

Beim Kinderliedergarten geht es um die Frage nach Abendritualen und Schlafliedern. Nun sind meine Jungs schon sechs und neun und so langsam ist das mit den Ritualen nicht mehr angesagt. Auch Schlaflieder wollen sie nicht mehr jeden Abend, aber oft.

Klar, bei uns läuft der Abend erst einmal wie wohl üblich mit Abendessen, Badezimmerbesuch , Schlafanzug anziehen und dann ab unter die Decke. Hin und wieder wird noch mit der großen Schwester getobt, nach matschigen oder sportlichen Tagen ist auch mal eine Dusche nach dem Essen notwendig.

PianoPapas Fragen:

  • Habt ihr auch ein Abend- oder Einschlafritual?

Wir haben da im Laufe der Zeit immer Mal etwas verändert. Als sie noch kleiner waren wollten sie einfach nur Schlaflieder hören. Alles was ich so kannte, bis entweder ich davon so müde war dass mir die Augen zufielen, oder den Jungs. Meist war aber ich diejenige bei der die Lieder wirkten.

Irgendwann haben wir es abgeändert und erst noch eine Geschichte gelesen. Da war mein Handballer dann schon so etwa drei Jahre. Als er in die Schule kam haben wir ein paar tolle Bücher gefunden die so geschrieben waren das Kind und Eltern abwechselnd lesen können. Da gab es dann jeden Abend ein Kapitel mit einen Part von meinem Sohn, einen von mir und dann noch Schlaflieder nach Wahl.

Langsam waren nicht mehr alle Schlaflieder notwendig sondern nur noch wenige.

  • Welche Schlaflieder sind bei euch gerade angesagt? 

Derzeit hat jeder so zwei Lieblingsschlaflieder. Mein Handballer steht auf „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“ und „Guten Abend, gut Nacht“. Mein Fußballer liebt LaLeLu und „Twinkle,Twinkle, little Star“- selbstverständlich in englisch, wäre ja sonst langweilig. Manchmal mag er auch einfach „Schlaf, Kindlein schlaf“ wobei die zweite Strophe ein Spottvers ist, den ich noch aus Kindertagen kenne:

Schlaf Kindlein, schlaf,
dein Vater ist ein Schaf,
deine Mutter ist ein Trampeltier.
Was kannst das arme Kind dafür?
Schlaf Kindlein, schlaf.

Das lieben sie natürlich.

Es wäre schön, wenn du deine eigene Top-Liste mit Schlafliedern vorstellst. Vielleicht habt ihr ja auch einen Musiktipp, der noch nicht ganz so bekannt ist.

Meine Favoriten sind:

Nr.1:

Nr.2:

Nr.3:

  • Singt ihr abends selbst oder lasst ihr eine CD laufen bzw. greift ihr auf YouTube-Lieder zurück?

CD´s laufen bei uns so gut wie gar nicht. Wir haben ein paar von Rolf Zuckowski und Frederik Vahle aber selbst gesungen ist hier der Renner. Schlaflieder haben wir nicht mal auf CD, denke ich.

Youtube haben wir mal versucht als ich heiser war. Das hat dann zur Folge das wir ein Video nach dem anderen angesehen haben und das war fast interessanter als das Lied.

  • Wie reagiert euer Kind / reagieren eure Kinder auf die Musik?

Schon seit einer ganzen Weile verdient das Schlaflied seinen Namen. Es hilft wirklich beim einschlafen. Ansonsten singen wir meist Lieder die aktuelle im Kindergarten gesungen werden oder manchmal auch aus der Schule.

Alle Jahre wieder

wird mir im Juni bewusst dass das Ende eines weiteren Schuljahres schon fast vor der Tür steht und mit dem Ende folgen jedes Jahr zahlreiche Termine mit Sommerfest, Abschiedsfest, Flohmärkte. Veranstaltet von Kindergarten,Schule, Verein,  ect. und alle wünschen sich die Anwesenheit der Kinder und ihrer Eltern, damit die Bemühungen zur Vorbereitung auch honoriert werden und meist auch damit durch Verkäufe Gelder in Kassen fließen. Natürlich soll auch das gemeinsame Jahr gebührend verabschiedet werden. Und alle Jahre wieder fürchte ich mich vor der Bekanntgabe der Termine, denn obwohl der Juli 31 Tage hat, ist es manchmal recht knapp mit der Verteilung. Je mehr Kinder man hat und an je mehr Orten die angemeldet sind um so mehr Termine die irgendwie in den Kalender gepackt werden müssen.

Dieses Jahr ist so heftig wie bisher keines war! Dieses Jahr ist (fast) alles am selben Tag. Nur eine Veranstaltung vom Turnverein ist einen Tag später.

Das muss, ganz klar, eine Verschwörung sein! Die Eltern sollen in den Wahnsinn getrieben werden, oder sie sollen lernen sich selbst mit Reißverschluss auszustatten um sich bei Bedarf zu teilen. Vielleicht will man auch die Einführung des Beamens vorbereiten. Ich weiß es nicht.

Dank der momentanen Regenzeit hat der Kindergarten sich ausgeklingt und das Fest abgesagt. Dabei war es genau dieser Kindergarten, der den Termin bereits vor einem Jahr bekannt gegeben hat, aber es ist auch der Kindergarten, der nicht über den Platz verfügt so eine Veranstaltung mal eben nach innen zu verlegen. Es geht nur draußen und da, so fürchteten die Mitarbeiter, ist sehr viel Regen und Matsch.

Ich habe die Absage dankbar aufgenommen und entschieden, dass ich mit meinem Sohn zur Verabschiedung seiner Lehrerin gehe. Alles andere ist zu vernachlässigen. Er soll die Möglichkeit haben noch mal mit ihr zu reden und ich… nie hätte ich gedacht das ich das mal sage… möchte mich auch gern verabschieden. Bei all der berechtigten Kritik gegen diese Frau, kann ich nicht ignorieren das sie dennoch gute Arbeit geleistet hat.

Und dann geht es auf in ein neues Jahr und es wird wieder einen Juli geben…

 

Wie riskant ist das Leben?

Wir haben schon Donnerstag und heute Abend gibt es ein neues Thema, aber da ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, möchte ich doch noch etwas zum aktuellen Thema „Wieviel Risiko ist lebenswert?“beim Webmaster-Friday schreiben.

Als Mutter von vier Kindern gab es schon oft Momente wo Risiko ein großes Thema war und natürlich möchte ich meine eigenen Kindheit nicht vergessen.

Meine Große, zum Beispiel war immer sehr überlegt. Sie versuchte Risiken abzuschätzen und überlegte sich oft lange ob es sich lohnen würde sich zu trauen. Ihre Schwester hingegen wollte und deshalb machte sie. So manchmal machten meine Nerven einen Salto bis ich begriff dass dies völlig überflüssig ist. Sie wusste was sie konnte und sie beachtete Warnungen. Unvergessen bleiben mir Situationen auf dem Spielplatz wo sie mit zwei Jahren das Klettergerüst für sich entdeckte und in Beschlag nahm. In meinem Beisein probierte sie sich aus und dann war alles normal, üblich, unbeeindruckend… für mich. Nicht aber für andere Eltern und Großeltern, in deren Augen ich eine Rabenmutter war die sich nicht um ihr Kind kümmert, das lebensgefährliche Kletterübungen machte. Aber nicht meine Unaufmerksamkeit brachte mein Kind in Gefahr, es waren jene Leute die beim Klettergerüst standen, ständig zuckten und Bemerkungen machten, denn die verunsicherten meine Tochter und ließen sie vermuten das etwas nicht stimmte, was sie panisch werden ließ. In solchen Momenten ging ich zu ihr, blockte die Leute ab, ignorierte sie und ermuntere meine Tochter einfach weiter zu machen, weil alles in Ordnung ist. Nicht zur Freude dieser Leute, aber für meine Tochter, denn sportliche Betätigung war immer ein großer Bestandteil ihrer Lebensqualiät. Sie saß mit fünf Monaten- nicht weil sie gesetzt wurde oder jemand es verlangte sondern weil sie selbst sich setzen wollte. Sie lief mit neun Monaten und ließ das Krabbeln aus, weil sie hoch und vorwärts wollte und dann kam der Spielplatz, der Sportunterricht in der Schule und diverse Aktivitäten in der Freizeit.

Wenn ich heute auf dem Spielplatz Mütter sehe die mit Desinfektionstüchern ihre Kinder bearbeiten nachdem sie Sand angefasst haben oder Kinder die angeekelt nach dem berühren von Sand die Hand schütteln, dann tun mir die Kinder leid und ich frage mich was bei den Eltern eigentlich schief gelaufen ist. Ja, ich habe als Kind auch mal Sand gegessen. War nicht so lecker, aber das muss man erst einmal raus finden. Ich ermuntere meine Kinder nicht Sand zu probieren, aber wenn sie es tun… Na und?

Als Kind bin ich Rad gefahren, Rollschuhe,Roller, bin Seil gesprungen, auf Klettergerüsten rum gekraxelt, Schlitten gefahren und natürlich das ein und andere mal unsanft gelandet. Hände, Knie und Ellenbogen mussten einiges aushalten. Den Kopf stieß ich mir vorzugsweise an Kanten und Türen, aber nie bei Stürzen. Die Finger habe ich mir geklemmt und seit ich einen Haushalt habe auch ab und zu mit Nadeln und Messern traktiert.

Für meine Kinder kann ich sagen, das es bei ihnen ebenso läuft. Das ist auch der Grund, warum meine Kinder nie mit Helm Rad fahren. Schädel-Hirn-Verletzungen treten hauptsächlich bei Autounfällen auf und keiner gibt seinem Kind im Auto einen Helm oder trägt dort selbst einen. Ca. 2,5 Millionen Verkehrsunfälle in ganz Deutschland pro Jahr sollten und stutzig machen. Doch wir setzen uns ins Auto als würde nie etwas passieren. Wir fahren zum Supermarkt weil wir keine Lust zum Taschen schleppen haben, wir fahren Kinder bis zur Schultür, wir fahren überall hin und alles ohne Helm und das bei ca. 3000 Getöteten pro Jahr. Autofahren gehört für Viele zum Leben. Bei Rot über die Straße gehen und Kindern damit ein schlechtes und gefährliches Vorbild geben ebenfalls. Darauf will niemand verzichten, aber einen Helm auf den Fahrrad tragen?

Und wenn ich noch mal die Straßenverkehrs-Situation anschaue und dann Leute höre die meinen sie haben Angst in ein Flugzeug zu steigen, dann frage ich mich wie man überhaut noch das Haus verlassen und über die Straße gehen kann. Ampel oder nicht- eher wird man überfahren, als das man abstürzt und seien wir mal ehrlich: Einen Flugzeugabsturz zu überleben ist eher unwahrscheinlich. Ob und wie man überlebt wenn man auf der Straße angefahren/überfahren wird ist ein anderes Ding. Und dennoch gehen wir dieses Risiko tagtäglich ein, völlig normal, ohne große Ängste.

Nein, ich muss nicht den Mount Everest besteigen, mit Gleitschirmen springen oder ähnliches. Das Leben ist täglich gefährlich und am gefährlichsten ist das was wir nicht als gefährlich wahrnehmen wollen. Statt dessen stürzen wir uns auf anderes.

 

Zu viel

Momentan ist alles etwas viel für meine Große.

Die ganze Woche schreibt sie in der Schule in irgend einem Fach eine Klausur, oder einen Test. Letzteres natürlich nicht 100% angekündigt, aber wer seinen Lehrer kennt… Die Noten sind wichtig. Diverse Mitschüler schicken in die Whats-app-Klassengruppe ihre „Kann-mir-jemand-erklären“-Fragen und den Bericht den meine Tochter schon abgegeben hat, haben einige noch nicht fertig.Also kommen auch da Anfragen. Die Schreibtermine führen in der Gruppe zu fragen wie: „Soll ich morgen schwänzen?“

Für ihre Freundinnen beginnt die Prüfungsphase und schweißnasse Hände und Nervosität wollen irgendwo abgeladen werden. Dazu kommt, wie das bei Teens und Mädchen so ist: sie haben so ihre Macken. Die eine ist eine Whats-app-Spammerin.

Hey

Komm

online

ich

muss

dir

was

erzählen

bei jedem Wort dieses nervige Ping, damit auch ja klar ist das sie etwas will. Aber nicht übersehen werden.

Die andere, die afghanische Braut, mausert sich zur nervigen Stalkerin mit chronischer Eifersucht. Meine Tochter war oft genervt weil sie was schreibt und beleidigt ist wenn nicht sofort Antwort kommt, aber nun darf sie auch noch lesen das ihr Verlobter nicht reagiert hat. Selbst die Brautmutter ist derart genervt das sie schon meinte sie hätte lieber meine Tochter als Tochter. In der momentanen Verfassung möchte ich ihre allerdings nicht haben, dabei mag ich sie sonst eigentlich sehr gern.                     Prüfungen schaffen irgendwie alle und lassen sie zu… nervigen Monstern mutieren.

Dann ist da die praktische Führerscheinprüfung, die in zwei Wochen etwa ansteht. Letzte Woche war sie völlig geschockt als der Prüfer sie durchfallen lies. Die Strecke ist sie so oft mit ihrem Fahrlehrer gefahren und er hatte nie etwas zu beanstanden und der Prüfer meinte sie war auf der falschen Fahrspur.Sie ist gefahren wie sonst auch. Der Schreck saß gewaltig tief und nagt noch immer an ihr und nun fragt sie sich was für ein Prüfer nächstes Mal kommt und wie es dann läuft. Immerhin hat der Prüfer gesagt sie fährt gut und er hat sich wohl gefühlt, sie hätte den Wagen im Griff und auch das einparken war klasse. Meine Versuche sie mit den Worten: „du kannst das, du schaffst das!“ auf zu muntern, hat sie mit dem Kommentar abgebügelt, dass ich genau das bei der letzten Prüfung auch gesagt habe. Aua!

Und als ob all das nicht reicht kam dann gestern eine Heiratsanfrage rein geschneit und die Arme, ohnehin Geschockte bekam gleich noch einen Schock. Damit hat nun keiner gerechnet und sie am allerwenigsten. Obwohl sie nun des öfteren meinte sie will auch heiraten, aber plötzlich steht die reale Möglichkeit direkt vor ihrer Nase und lässt sie taumeln.

Na gut, als mein Mann damals fragte, hab ich auch gedacht der spinnt. Doch seine Frage warum wir nicht heiraten sollten beschäftigte mich ein paar Tage und da ich keine Argumente fand habe ich zugesagt. Allerdings hatte ich meinen Abschluss in der Tasche und auch einen Beruf.

Vorerst hat sie …nicht wirklich abgesagt,aber auch nicht zugesagt, sondern eher gemeint sie hätte da nicht so die Vorstellung… Und er hat es nicht als endgültige Absage aufgefasst, sondern gemeint sie solle Bescheid sagen wenn sie es sich überlegt hätte.

 

Gesprächsfetzen

Eine Erzieherin zum letzten Streik:

„Wenn wir das jetzige Angebot annehmen bedeutet dass, das einige weniger Geld bekommen. Das hängt mit den Stufen zusammen und ich habe eine Kollegin die würde dann bis sie die nächste Stufe erreicht 245€ weniger pro Monat verdienen“

„Wer würde das denn freiwillig machen?“

„Ja, eben. Also wenn wir das jetzt annehmen würden wäre das nicht so gut.“

2dkz9nd

Eine ältere Dame:

„Das gibt es doch nicht. Die Autofahrer rasen hier wieder durch. Das dürfen die gar nicht. Früher war ich hier in der Straße Schulweghelfer, dann ist mein Chef nach Hamburg gegangen und da bin ich mit. Wenn die damals so gerast sind haben wir auf der Wache bescheid gesagt, dann sind die gekommen und haben geblitzt, aber die spinnen. Inzwischen kündigt die Polizei an wann und wo sie blitzt. Ist das zu glauben?“

„Oder die Autofahrer geben sich gegenseitig Zeichen oder rufen beim Radiosender an, damit alle gewarnt werden. Lernerfolg gibt es da gar keinen. Sie fahren ordentlich weil sie nicht geblitzt werden wollen und wenn der Blitzer weg ist rasen sie wieder. Aber nichts begriffen.“

„Ja, genau und das ist so gefährlich. Ich wohn da vorne in dem Haus und wenn ich da vom Balkon schaue bekomme ich immer fast einen Herzinfarkt wenn die Kinder aus der Krippe gelaufen kommen.“

„Ist auch alles zugeparkt hier und wenn da ein Kind zwischen den Autos steht, das sieht nichts und wird nicht gesehen.“

„Ja, ich glaube ich sage mal wieder oben in der Wache bescheid. Die sollen mal wieder blitzen“.

2dkz9nd

Schülerinnen des Gymnasiums:

„Und er hat uns vorher noch gesagt das nur die Zeichnung gewertet wird, also haben wir alle hauptsächlich die Zeichnung gemacht und kaum einer den Text und dann haben wir alle Punktabzug. Und er behauptet er hat das nicht gesagt, aber wir konnten ihm beweisen das er das gesagt hat und dann meint er wir müssen jetzt halt alle mit weniger Punkten leben, weil er kann ja jetzt nicht alle Arbeiten korrigieren.“

„Ich habe ihn ja in Deutsch und da hat er uns die Arbeit zurück gegeben und ich habe nur 13 von 15 Punkten, aber keine angestrichenen Fehler und keinen Vermerk, also bin ich zu ihm und habe gefragt und er wusste es nicht, hat sich alles noch mal durchgelesen und gemeint er findet keinen Grund warum ich nicht 15 Punkte habe. Also habe ich gemeint, ich hätte doch dann 15 Punkte, aber er meinte, nö, ich können jetzt nicht einfach 15 Punkte bekommen wenn er da 13 hin schreibt. Aber er weiß ja nicht mal warum er 13 geschrieben hat und er hat ja keinen Grund gefunden.“

2dkz9nd

Eine Mutter:

“ Ich habe ja die letzte Zeit gearbeitet, aber ich höre jetzt wieder auf. Sie kennen meinen Mann? Der mit dem amputierten Bein. Er hatte ja letztes Jahr so schlimm Krebs und jetzt ist der wieder da. Das wird nichts mehr. Wir wollen auch weiter weg ziehen. Das Asthma der Kleinen ist auch schlimmer geworden. Mein Sohn ist jetzt sieben, aber wir haben ihn zurück stellen lassen. Wir schauen das wir jetzt woanders eine Wohnung bekommen.“

Es beginnt!

Letztes Wochenende war Umzug. Meine Tochter ist ausgezogen. Die Kleine!

Das früher oder später so etwas kommen würde war klar, aber jetzt ging es doch recht schnell. Und eigentlich hatte ich gedacht die Große verlässt uns zuerst, aber nein.

Nun gut, sie hat ihre Ausbildung fast beendet, am Montag schon mal den ersten Teil der Abschlussprüfung gehabt und das Appartement war frei, wartete auf einen Mieter und es gehört der Schwägerin von der besten Freundin. Also hat sie die Chance genutzt.

Es ist komisch so ohne sie.

 

Krieg ist Krieg, ist Krieg,…

Meine Große hat mit ihrer Freundin eine irakische Familie besucht. Sie kennt die Familie schon länger. Einst floh die Familie vor dem Krieg im Irak, seither lebten sie in einer Flüchtlingsunterkunft hier in der Gegend.

Endlich haben sie eine Wohnung und damit mehr Platz und vor allem ein eigenes Bad. So selbstverständlich für uns, die wir oft genug sogar zwei Bäder oder Bad und Gäste-WC unser eigen nennen. Für die Familie noch ungewohnter Luxus nach den Jahren mit Gemeinschaftsbad. Der Vater finanziert es mit zwei schlecht bezahlten Jobs.

Meine Tochter fragte die heute 11jährige Tochter der Familie wie das Leben in der Flüchtlingsunterkunft so war.

War schon okay, meinte diese, nur das es ständig nachts brannte und dann alle raus mussten bis das Feuer gelöscht war und sie wieder in die Unterkunft durften. Und wenn es nicht brannte, dann wurde nachts gegen alle Fenster geklopft, das alle aus dem Schlaf hochgeschreckt sind. Sie versteht aber nicht warum, meinte sie.

Meine Tochter und ihre Freundin haben es ihr nicht erklärt. Sie hat genug durchgemacht. Das letzte bisschen Ruhe sei ihr gegönnt. Der Tag wird kommen an dem sie verstehen wird das ihre Familie zwar vor dem Krieg geflohen ist der mit Soldaten und Bomben geführt wird, das sie aber direkt in den nächsten Krieg geraten sind.

Ein Krieg der mit Brandsätzen und Fäusten geführt wird-noch. Ein Krieg der zunehmend auch verbal stattfindet. Ein Krieg wo Menschen die genug zu essen, ein Dach über den Kopf mit mindestens einem Bad und Zentralheizung haben, einem Flüchtling sogar die Gemeinschaftsdusche neiden und voller Intoleranz meinen es sei ein Ausdruck von Gerechtigkeit Menschen jedes Vertrauen in die Menschheit und das Gefühl von Sicherheit nehmen zu müssen.

Ja, es ist Krieg in Deutschland. Und er beginnt gerade erst.

Egal wie oft wir beteuern das Deutschland ein friedliches Land ist: zu viele Mitbürger beweisen Tagtäglich das dies nicht so ist.

Und die Medien? Keine Berichterstattung von den ständigen nächtlichen Angriffen.

Politiker? Keine Stellungnahme, keine Verurteilung der Taten.

Wer am Boden liegt wird noch getreten.