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Diskussionen, Wahrheiten usw.

Es ist schon Monate her, da teilte die Lehrerin meiner Tochter ihrer Klasse mit, dass die Bundeswehr angefragt hatte, ob sie mal vorbei kommen dürfe. Die Lehrerin entschied die Klasse darüber entscheiden zu lassen und die Klasse zeigte ihre Unterschiedlichkeit. „Die Deutschen“ waren begeistert und einverstanden, doch jene bei denen aus Herkunftsgründen ein Soldat nicht bejubelt wird, jene sträubten sich und dann war da noch „der Deutsche“ der so völlig undeutsch redet und denkt. Für ihn gab es nur einen relevanten Satz: „Ich will von denen keinen hier sehen!“ Damit war fast alles entschieden, doch gab die Lehrerin zu bedenken, dass man den Besuch des „Typen“ auch als Chance sehen kann, als Möglichkeit. Man kann endlich mal mit einem sprechen, ihn zur Rede stellen, unangenehme Fragen stellen. Das fand, wenn auch zögerlich, Zuspruch und so bekam die Bundeswehr grünes Licht.

Er kam, in kompletter Montur und eigenem Equipment, hatte eine vorbereitete Powerpoint- Präsentation und akzeptierte die Bedingung der Lehrerin, dass er auf jegliche Werbung verzichtet und nur Themen bespricht.

Ob er wusste worauf er sich einlässt? Ob ihm klar war, was ihn erwartet? Vermutlich nicht, sonst hätte er sich besser vorbereitet, hätte noch ein paar Ablenkungsmanöver und nichtssagende Satz- und Worthülsen zurechtgelegt.

Er war ehrlich und hat sich der Diskussion gestellt, urteilte meine Tochter und: eine Stunde war einfach zu kurz für so etwas.

Dennoch; das Thema Asyl kam auf und warum es gewährt wird oder auch nicht. Sein Fehler: er erwähnte das Afghanistan als sicheres Herkunftsland gilt. Wieso???  Ja, weil die Bundeswehr dort ist und das Volk schützt und man sagt halt, das wenn wir schon da sind dann sollen die Leute sich helfen lassen, uns unterstützen und nicht abhauen.

Aber die Bundeswehr ist doch im Norden des Landes. Jaaaaaaa???? Wenn aber die Bundeswehr nur im Norden ist, was ist dann mit dem Rest des Landes und wie kann dann das ganze Land sicher sein? Schulterzucken.

Natürlich muss man mit jemandem von der Bundeswehr über Waffen und deren Verkäufe sprechen. Nein, Deutschland ist bei Waffenverkäufen nicht mehr auf dem 3. Platz, nur noch auf dem 5., erklärt er. Außerdem gäbe es ja Verträge die man mit den Käufern abschließt. Verträge die Beispielsweise festlegen, dass die Waffen nicht gegen das eigene Volk gerichtet werden dürfen. Und wenn das doch passier? Schulterzucken. Ja, was sollen wir tun? Die Bundeswehr geht sicher nicht in das Land und sagt „weil ihr gegen den Vertrag verstoßen habt wollen wir unsere Waffen wieder haben“.

Und die Waffenverkäufe an Israel? Das kann man befürworten oder nicht. Wie kann man das befürworten? Warum? Wie, warum?Wegen dem was dort mit den Palästinensern passiert. Ja, was passiert denn mit denen? Doch die Strategie des Dumm -Stellens funktioniert nicht. In die Ecke getrieben gibt er zwei Dinge zu: Es geht um Geld, dass wir wollen und Waffen bringen nun mal Geld und Israel? Israel grenzt direkt an Ägypten und ist wichtig weil es eine wichtige Handelsroute ist. Ressourcen kommen von dort und daher hat es eigentlich wirtschaftliche Gründe.

Zum Schluss schafft er es doch noch die Klasse zu verwirren. Er hat das Weißbuch dabei, lässt es rum gehen. Verharmlost und nutzt das Buch als Ablenkung. Diesmal kam er davon.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt und erinnert an meinen gestrigen Beitrag. Für Ressourcen und Geld werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, getötet, regelrecht abgeschlachtet und als ob es nicht schlimm genug wäre, gibt man ihnen an ihrem eigenen Leid auch noch die Schuld. Terroristen, nennt man sie.

Dazu passt auch ein Beitrag von echsenwut. Er paast nicht nur dazu, sondern auch zu meinem bereits erwähnten Beitrag. Eine Passage aus echsenwut´s Beitrag:

Nun, weil aktuell wieder einer der zahllosen Berichte von Amnesty International auftaucht, der das Schicksal all seiner Vorläufer teilen wird. Niemand interessiert sich dafür – und zwar völlig losgelöst von den Zahlen und Vorwürfen, die jedes Jahr aufs Neue hinein geschrieben werden.

Sowohl israelische Streitkräfte als auch der Geheimdienst Shin Bet, so Amnesty, foltern die weitaus meisten, palästinensischen Gefangenen sowohl regelmäßig als auch systematisch. Wir wollen das aber nicht wahrhaben. Wir glauben das einfach nicht. Fertig ab.

Schon seit Jahrzehnten konsumieren wir freiwillig alle geschönten Berichte, klammern Reportagen mit anderen Inhalten zum Teil aus eigenem Antrieb aus, weil wir keine andere Wirklichkeit wollen als die, die unser eigenes Selbstbild nicht zerstören weil wir doch die Guten sind. Wir sind doch die, die bis zum vollständigen Einrasten die Idee aufrechterhalten, dass Israel nunmal „Juden!“ heißt und wir Juden beschützen müssen. Auf Deibel komm raus.

Ja, wir bekommen eingetrichtert das wir Antisemiten sind wenn wir Israel kritisieren aber der Regierung geht es nur um die Kasse! Geld regiert die Welt und Geld rechtfertigt das Abschlachten und Bestehlen Tausender!

 

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Schreiben gegen Rechts II

Es gibt Teil II der Blogparade „Schreiben gegen Rechts“ bei Anna Schmidt.

Vielleicht schreien die Zeiten nach einer weiteren Blogparade zum Thema, vielleicht auch nicht. Sein wir mal ehrlich: erreichen wir diejenigen die es gilt zu erreichen oder bleibt die „Gegen-Rechts-Truppe“ unter sich und applaudiert sich gegenseitig? Ich habe in der Vergangenheit zahlreiche Aufrufe zu Blogparaden zu unterschiedlichen Themen gelesen und dabei ist mir eines aufgefallen: Vielfältigkeit findet sich wenig.

Da startet eine Firma eine Blogparade mit einem Thema bei dem nur Firmen mitreden können. Einer der zahlreichen Food-Blogs inspiriert andere Foodblogs, die Reisenden treffen auf Reisende usw. Die Menschen bleiben in ihrer Filterblase. Da fühlen sie sich wohl. Da kennen sie sich aus. Das bringt Sicherheit und Wohlbefinden. Selbst die Blogroll der meisten Blogs ist wie eine Filterblase. Wir sind gleich- wir passen zueinander.

Dieses „wir“- sind- gleich ist mir schon oft sauer aufgestoßen, denn meistens ist grundsätzlich mit „wir“ nicht Alle Menschen gemeint, sondern eine bestimmte Gruppe. Man merkt es sehr schön auf Facebook wenn irgendwo etwas passiert und die Menschen nicht reagieren weil es in Asien, Afrika oder sonst irgendwo weit weg ist, aber plötzlich mit Je suis Paris, Charlie oder ähnlich kommen. Wen juckt schon der tote Afrikaner? Der Europäer hingegen muss betrauert werden. Nein, ich kann damit nichts anfangen.

Auch in Afrika und Asien leben Menschen und ihr Leben ist nicht weniger wert. Für uns hingegen schon. Uns interessiert nicht was in der Welt passiert. Das neuste Handy muss man haben- auch wenn es eine Billigproduktion aus China ist. Uns interessiert die Selbstmordrate unter Fabrikarbeiten in China nicht, denn die neuen Features  und das Aussehen und die Kameraqualität… Alles wichtiger als Menschenleben.

Und nun verärgert uns Trump mit seinen Sprüchen, seinen Dekreten, seinen Ansichten und viele können es nicht lassen und müssen- typisch oberflächlich- über seine Frisur lästern.

Nein, man muss Trump nicht mögen, man muss ihn nicht einmal sympathisch finden. Man muss nicht gut finden was er sagt und veranlasst und man kann darüber schimpfen, sich aufregen und etwas unternehmen. Aber was nicht geht sind persönliche Angriffe wegen seiner Frisur- egal wie man die findet- und Sprüche wie „Trump muss weg“.

Trump ist demokratisch gewählt- egal was man vom Wahlverfahren der USA hält. Es ist anders als das deutsche, aber auch hier ist Demokratie nur auf dem Papier eine Macht die vom Volk ausgeht. Denn das Volk- die Mehrheit des Volkes- hat bei den letzten Bundestagswahlen gegen die Union entschieden und dennoch kam Frau Merkel in den Genuss den Kanzlerjob zu bekommen. 2013 wählten nur 41,5% die Union, 2009 waren es sogar nur 33,8%. Man muss kein Matheagenie sein um zu wissen, dass die Hälfte 50% wäre und somit die Mehrheit darüber und nicht darunter liegen sollte. Die Mehrheit des Volkes wird nicht gefragt, sie muss einfach nur schlucken was ihr aufgetischt wird. Sie wird bestraft weil sie vielfältig ist und sich nicht auf eine Partei einigt.

Und so macht die Union weiter ihre Politik am ärmeren Volk vorbei. An jenen die immer gefordert werden und die immer draufzahlen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und weiter Union wählen wir das nicht ändern. Das Volk unternimmt dagegen… nichts, außer dass immer mehr blind auf populistisches Geschwätz rechter Parteien reinfallen, die zwar die „Armen“ ansprechen, aber „vergessen“ zu erwähnen, dass sie diese auch gern ausnehmen und schlechter stellen wollen. Aber es funktioniert. Es funktionierte auch damals bei der NSDAP. Auch sie sprach das einfache Volk an. Der fette Hammer kam nach dem Wahlsieg.

Und Trump? Neben seinem Rassismus, seinen dummen Ansichten, gibt es diese andere Seite. Amerika ist Pleite. Obama hat die Staatsverschuldung verdoppelt, den Mittelstand ruiniert. Er und seine Vorgänger haben gigantische Summe für widerwärtige Kriege ausgegeben. Und dann kommt Trump und sagt: Amerikanische Firmen gehören nach Amerika und sollen dort Arbeitsplätze anbieten nicht im billigeren Mexiko. Amerikanische Produkte für und aus Amerika, alle anderen zahlen Strafzoll. Endlich kommt Geld in die Kasse, endlich Arbeitsplätze, endlich Aufschwung.

Trump sagt: wir geben kein Geld mehr für IS und Regime Changes in anderen Ländern. Was sagt Deutschland? Regime Change in Amerika- jetzt!

Die Gehirnwäsche die seit Jahrzehnten durch Amerika in Deutschland statt findet hat uns zu dem gemacht was wir sind. Amerika, Amerika überall. Amerika sagt was wir denken, kaufen,essen, wissen, anziehen, tun sollen.

Wir müssen nicht wissen wie viele Menschen in Afrika und Asien für unseren Wohlstand sterben müssen. Wichtig ist das wir in den Laden gehen und kaufen, kaufen, kaufen… Das neueste Handy, das neueste Auto, die neueste Küchenmaschine,  und meist stecken amerikanische Firmen dahinter, die kassieren.

Wir leisten uns die Ware weil wir uns reich vorkommen wollen und fragen nicht nach den Menschen die den Preis dafür zahlen müssen, solange wir ihn nicht zahlen müssen.

Ja, es ist übel wenn in Deutschland Firmen Arbeiter entlassen müssen und vielleicht sogar Pleite gehen weil der Export nach Amerika einbricht. Aber was ist mit den Arbeitern die womöglich in Amerika einen Job bekommen weil dort womöglich selbst (mehr) produziert wird?

Nein, wir sind uns selbst die Nächsten. Wenn es uns gut geht, wenn wir haben was wir wollen, wenn wir nicht leiden müssen, wenn wir alles kriegen- dann ist die Welt so wie sie sein soll.

Nein, wir sind keine Rassisten. Wir interessieren uns nur nicht dafür was die Ursache dafür ist, dass Menschen aus ihren Ländern fliehen. Wir interessieren uns auch nicht dafür dass wir Kriege unterstützen weil den Amerikanern die dortigen Regierungen nicht gefallen, nur weil diese lieber mit den Russen Geschäfte machen, als mit den selbstverliebten Amerikanern. Ja, wir nehmen die Syrer in den Arm und heißen sie willkommen und schimpfen über Assad, der weg soll, aber Obama, der meinte nur eine amifreundliche Regierung ist akzeptabel, dem wird zugejubelt. Ist doch egal wie viel tausend Tote diese furchtbare Ansicht gefordert hat.

Sind wir anders als die Rechts-Wähler? Nur weil wir nicht gegen Ausländer/Flüchtlinge/Asylbewerber/Muslime hetzen?

Den Rechten ist das Schicksal und Leben von Menschen egal und sie sagen das auch.Sie hetzen, verbreiten Lügen und treten für Maßnahmen ein die für Deutsche, aber gegen die vermeintlich Bösen sein sollen. Trump tut das auch. Und wir?

Wir tun das nicht, aber wir tun auch nichts um Menschen die Möglichkeit zu geben in ihren Ländern zu bleiben, um zu verhindern dass es Menschen schlecht geht, das sie alles verlieren, das sie verzweifeln an der Welt und unserer Heuchelei.

Wenn morgens der Kaffee duftet ist uns der Brasilianer egal, der starb weil er keine Schutzkleidung auf der Plantage trug um sich vor den Chemikalien zu schützen die sicherstellen das die Ernte der Kaffeebohnen möglichst ertragreich ist.

Unsere Jobs, unser Einkommen, unser Wohlstand. Wir hetzen nicht, wir grenzen nicht aus. Wir haben andere Mittel und Wege um zu zeigen das wir uns selbst die nächsten sind.

Petitionen gegen Trump? Blödsinn und unsinnig, aber wo ist die Petition gegen Rüstungsfirmen in Deutschland? Wo sind die Menschen die auf die Frage nach ihrem wichtigsten Ziel und Wert mit Frieden antworten, wenn es um den Einsatz dafür geht?

Nach dem Anschlag von Paris gab es eine Reaktion, die ich gut finde, die aber leider nicht wie Montagsdemos zum Standard wurde. Ein Musiker, der mit seinem Klavier durch die Welt reist war am Anschlagsort und danach in München vor der Waffenfirma Krauss-Maffei. Er sagte etwas wichtiges: „Wir müssten alle mit anpacken. Ohne uns wäre diese Industrie schnell nichts wert.“

Er hat Recht, aber wir kümmern uns nicht. Steinmeier und Merkel wollen mehr Rüstung um die Grenzen zu schützen. Frieden schaffen mit Waffen???

Germany first! Das ist unsere Devise und wir finden das normal. Wenn Trump für America First eintritt ist das böse. Vielleicht weil er seinen Anspruch ausspricht und wir unseren nur denken? Oder weil es auch ein Angriff auf uns ist?

Es muss sich etwas ändern, ja. Nicht Trump muss gehen, nicht Merkel. Wir müssen endlich bereit sein ehrlich zu sein. Wir müssen anfangen darüber nach zu denken ob unser Wohlstand wirklich nötig ist. Wir müssen bereit sein für Veränderungen und dafür einstehen und wir müssen begreifen das alle Menschen gleich sind, egal wo auf der Welt sie sich befinden und das wir nur Frieden haben können wenn wir uns aktiv gegen Krieg stellen. Also besser Petitionen gegen politische Entscheidungen, als gegen amerikanische Präsidenten. Besser gegen Firmen die vom Krieg leben als für ein Einreiseverbot von Trump.

Wenn wir tun, was er tut, sind wir nicht besser. Lassen wir ihn einreisen und zeigen ihm das wir bessere Menschen sind. Oder wird Deutschland erst zufrieden sein wenn Trump wie damals Sadam Hussein vor laufender Kamera hingerichtet wird?  Muss er erst gefoltert und vergewaltigt werden mit Videobeweis auf Youtube damit wir die Genugtuung haben das der Böse bekommen hat was er verdient? Sind wir besser oder sind wir nicht anders?

Jetzt ist die Zeit auf eigenen Beinen zu stehen, das eigene Leben zu überdenken und Entscheidungen zu treffen. Es ist nicht die Zeit um über einen Präsidenten zu hetzen wie er gegen andere hetzt.

Ich würde gern öfter von Aktionen an der richtigen Stelle lesen, so wie von dem Musiker. Ich möchte gern lesen das deutsche Bürger sich einsetzen für Frieden, den sie angeblich haben wollen. Ich würde gern Aufrufe zu Demos gegen Rüstung, Krieg und Waffenexporte lesen, gegen die Militärstützpunkte der Amerikaner in Deutschland und dort sollten regelmäßig so viele Bürger wie möglich sein. In ganz Deutschland.

Ich würde gern lesen dass Firmen mit ihren ständigen Neukauf-Angeboten chancenlos untergehen. Das Menschen sich von all jenem verabschieden für das andere Menschen sterben müssen. Ich hoffe das der Tag kommt, an dem die Menschen begreifen das der Kapitalismus auf den Müll gehört.

Ich träume davon, das es eines Tages so weit ist. Ich hoffe bald, damit meine Kinder in einer besseren Welt leben können.

 

 

 

Veröffentlicht in Blogparade, Webmaster-Friday

Persönlich(keit)

Anfang des Jahres gab es eine Blogparade zum Thema wie viel persönliches ein Blog braucht. Ich habe sie verpasst, wollte mich auch nicht hinten dran hängen, aber dennoch was dazu schreiben. Bisher bin ich nicht dazu gekommen und jetzt taucht das Thema beim Webmaster-Friday auf.

Wer einen Blog betreibt, kann sich leicht hinter technischen Mauern verschanzen. Weder Name noch Foro noch Anschrift muss man Preis geben, um einen guten und seriösen Blog zu betreiben. Viele bekannte Bloger sind eher unter Pseudonymen bekannt als unter ihren wirklichen Namen. Wie findet ihr das und wie geht ihr damit um? Nutzt ihr auch einen erfundenen Aka-Spitznamen? Nur im Blog, oder haltet ihr das auch auf anderen Social-Media-Kanälen durch? … Oder tretet ihr unter echtem Namen auf? Stört es euch bei anderen, wenn man nicht weiß, wer sich dahinter verbirgt? Welche Vor- und Nachteile hat es, sich mit echtem Namen (und damit Adresse und Telefon) öffentlich zu outen? Habt ihr schon Sorge gehabt, Opfer von Cyber-Kriminalität zu werden? Gibt es langfristig überhaupt eine Alternative zu den Klarnamen?

Nun, auf meinem Blog ist Anonymität üblich. Ich versuche auch tunlichst zu vermeiden Rückschlüsse auf unsere Wohngegend zu hinterlassen. Die Gründe dafür sind recht einfach. Es ist hauptsächlich eine Schutzmaßnahme.

Ich berichte hier von Erlebnissen und Begebenheiten, Zusammentreffen und Gesprächen, meine Meinung und den Alltag einer Nicht- 100%- deutschen-Familie, die auch noch muslimisch ist und ihre Erfahrung mit eben dieser Tatsache.  Mir liegt nichts daran Menschen öffentlich bloß zu stellen. Ich möchte nur Aufmerksam machen. Würde ich Realnamen und Wohnort angeben oder eines von beiden könnten womöglich Rückschlüsse gezogen werden. Rückschlüsse auf Menschen mit denen wir zu tun haben oder hatten, sei es bei Behörden, in Geschäften oder,oder,oder.

Die andere Seite: Auch uns muss ich schützen. Immer wieder mal liest man davon das Arbeitgeber nach Bewerbern googeln. Wer auf meiner Seite landet findet vielleicht etwas, was ihm nicht gefällt. Da denke ich an die Geschichte mit der Jobsuche meiner Tochter. Kein Arbeitgeber wurde öffentlich diskreditiert. Es ist gedacht um Menschen zum nachdenken an zu regen. Auch die Tatsache das neuerdings einige Menschen dieses Landes wieder meinen Volkverhetzung wäre mit der Meinungsfreiheit gedeckt und tätliche Angriffe auf Ausländer/Muslime wäre eine gute deutsche Tat zum Schutze Deutschlands, sorgt dafür das ich meine Familie und mich lieber Anonym halte.

Ein weiterer Punkt ist einfach das mein Klarname nichts an dem was wir erleben ändert und er damit auch nichts zu tun hat. Nehmen wir zum Beispiel die Wohnungssuche. Ich könnte mich bei Maklern und Vermietern unter dem Namen Eva Müller vorstellen oder Lisa Schmidt, Anna Walter, oder sonst irgendwie. Die Wohnung würden wir dennoch nicht bekommen, weil wir sind, wer wir sind;unabhängig von unserem Namen. Also spielt er keine Rolle.

Ein weiterer Punkt ist, das ich mit diesem Blog kein Geld verdiene. Ich verwende ein Gratis-Theme von WordPress, direkt bei WordPress. Das hat zwar Werbeeinblendungen zu Folge, aber die sind für WordPress, nicht für mich. Wäre es anders würde ich verstehen wenn Leute sagen sie möchten wissen wer da verdient.

Ein letzter Punkt: die Datensammelwut diverser Seiten und Portale ist mittlerweile so groß und wächst weiter das ich meine kleine anonyme Insel gern behalten möchte. In Zeiten wo jedes Telefongespräch, jede E-Mail,jede SMS, jeder Kontakt abgefangen, archiviert und gesammelt wird mag ich einfach ein wenig davon Abstand nehmen.

Als ich mir damals einen Account bei Facebook zulegte waren noch alle Möglichkeiten offen und so habe ich mir einfach etwas ausgedacht was Facebook heute nicht mehr akzeptieren würde. Auch sämtliche versuche Facebooks weitere Daten aus mir raus zu locken wie Handynummer ect. habe ich bisher erfolgreich umgangen. Wie lange das noch möglich ist wird sich zeigen. Sollte es irgendwann notwendig werden den schon lange existierenden Account mit tatsächlich realen Daten versehen zu müssen, werde ich ihn eher löschen Ich werde mir meine anonyme Insel bewahren so langsunset-485016_640e es geht.

Man darf bei all dem nicht vergessen dass das Net nicht nur mit Menschen bestückt ist die nur zum lesen, suchen oder spielen unterwegs sind. Es gibt natürlich auch Leute die sich tiefer in der technischen Materie auskennen und klar: mit genug Wissen und Interesse könnte man trotz allem recht leicht unseren Wohnort finden und vielleicht auch mehr.

Veröffentlicht in Christentum, Deutschland, Religion

Gedanken zur Erbsünde

Vor ein paar Wochen las ich auf einem Blog im Kommentarbereich eines Artikels eine Äusserung des Blogautors die mich immer noch beschäftigt.

„Die Erbsünde ist leicht erkennbar, wenn man mal Nachrichten guckt.“

Die Erbsünde ist kein einfaches Thema, denn es ist vor allem vielschichtig und die Übersicht zu behalten ist schwer. Es beginnt im Grunde damit das in der Bibel keine Erbsünde erwähnt wird sondern diese erst nach Jesus(s) thematisiert wird. Im Laufe der Zeit wurden Ansichten verändert. So hieß es mal Ungetaufte kommen nach ihrem versterben in die (Vor)Hölle. 2007 entschied sich der Vatikan jedoch gegen diese Ansicht (Im zeitgenössischen Kontext des kulturellen Relativismus und religiösen Pluralismus hat die Anzahl nicht getaufter Kinder erheblich zugenommen, und daher ist das Nachdenken über die Möglichkeit der Rettung für diese Kinder dringlich geworden). 

dringlich geworden.

Wie im letzten Artikel erwähnt hat das Konzil von Trient entschieden das mit der Taufe die Erbsünde vollständig getilgt wird, was die Kindertaufe notwendig macht.

Wenn die Erbsünde aber mit der Taufe ausgelöscht wird…

  • wird die Erbsünde die in den Nachrichten erwähnt wird nur von Ungetauften begangen.

oder:

  • muss es einen Unterschied zwischen Erbsünde und Sünde geben und in den Nachrichten werden Sünden aber nicht die Erbsünde erwähnt

oder:

  • die Taufe ist nutzlos und alle Menschen machen sich der (Erb)sünde schuldig.

Das bringt uns zu der Frage was genau die Erbsünde ist.

Zunächst einmal ist die Erbsünde nichts was man getan hat, denn  sie ist- so sagt es die Kirche – etwas das uns durch Adam und Eva angelastet wird. Also eher ein Zustand. Wie kann ein Zustand in den Nachrichten erwähnt werden? Man müsste schon die Erbsünde neu begehen, was bedeutet wir müssten wissen was genau Adam und Eva getan haben.

Laut Katechismus der Katholischen Kirche  bestand die Erbsünde in Stolz, der Missachtung Gottes und schwerem Ungehorsam gegen Gott. 

Das wiederum bringt weitere weitreichende Überlegungen mit sich.

  1. War Adam und Eva klar wessen sie sich schuldig machen?
  2. Warum hat Gott die Verführung durch die Schlange nicht verhindert?
  3. Ist es gerecht alle Menschen wegen der Verfehlung von zweien zu bestrafen?
Adam und Eva hatten ein wenig Ähnlichkeit mit neugeborenen Kindern, denn sie waren gerade erschaffen worden. Entsprechend wenig Wissen hatten sie von so ziemlich allem.
In der Einheitsübersetzung vom Buch Genesis, Kapitel 3 lesen wir:

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.  Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

zu 1. Die Schlange war schlau und behauptete Gott hätte gelogen oder zumindest einen Teil der Wahrheit nicht erwähnt als er sagte Adam und Eva müssten sterben wenn sie die verbotenen Früchte essen.
  • Konnten Adam und Eva wissen wer lügt und wer die Wahrheit sagt wo sie doch von Gut und Böse vor dem Essen der Früchte keine Ahnung hatten?
  • Wussten sie was es bedeutet zu sterben?
Das wiederum bringt uns auch gleich zu 2.:
Wenn Gott klar war das er mit der Schlange einen schlauen Verführer in die Reichweite von zwei Unwissenden gelassen hat,warum hat er sie dann weder vor vor dieser Verführung gewarnt noch diese verhindert?
  • Wollte Gott das Adam und Eva  der Beginn einer generationen-übergreifenden Erbsünde sind?
Wenn die Antwort „Ja“ lautet bringt uns das zu folgenden Fragen:
  • War der Sündenfall jenes ersten Paares notwendig um die Erbsünde zu den Menschen zu bringen oder hätte Gott den Menschen von Anfang an als sündig und belastet deklarieren können?
  • Gab es die Erbsünde in Wahrheit schon vorher?
  • Warum hat er den Menschen Regeln (Gebote/Verbote) gegeben, wenn ER doch eine von Natur aus sündige Menschheit wollte?

Machen  wir hier mal einen Schnitt und gehen zurück zu der Frage nach dem Unterschied der Sünden.

Zu diesem Thema heißt es im Katechismus der KK von 1997:

1853 Wie alle menschlichen Handlungen kann man die Sünden nach ihrem Gegenstand unterscheiden oder nach den Tugenden, zu denen sie durch Übertreibung oder Mangel im Gegensatz stehen, oder nach den Geboten, denen sie widersprechen. Man kann sie auch in Sünden gegen Gott, gegen den Nächsten und gegen sich selbst einteilen, in geistige und in fleischliche Sünden oder auch in Sünden, die man in Gedanken, Worten und Werken oder durch Unterlassungen begeht. Wie der Herr lehrt, liegt die Wurzel der Sünde im Herzen des Menschen, in seinem freien Willen: „Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht“ (Mt 15,19). Im Herzen wohnt auch die Liebe, die Ursprung der guten und reinen Werke ist. Diese wird durch die Sünde verwundet.

Hier wird nun endlich auf den freien Willen des Menschen hingewiesen. Das würde aber die Frage nach dem Zusammenhang mit der Erbsünde aufwerfen. Kann jeder frei wählen oder sind wir von Geburt an sündig?

KKK(1997)1. Teil:Das Glaubensbekenntnis -Die Erbsünde, 388 Man muß Christus als den Quell der Gnade kennen, um Adam als den Quell der Sünde zu erkennen. Der Heilige Geist, den der auferstandene Christus uns sendet, ist gekommen, um ,,die Welt der Sünde zu überführen“ (Joh 16,8), indem er den offenbart, der von der Sünde erlöst.

Also: Adam und Eva müssen sündigen damit ein Unschuldiger gefoltert und ermordet wird um den zu offenbaren der von der Sünde erlöst?