Hochzeiten und Katastrophen

Langsam werden sie groß, die Kinder. Sie wachsen, lassen sich dabei nicht aufhalten und plötzlich geht es nicht mehr nur um Schule, Freunde, Freizeit. Es geht um das Ende einer Ährer und den Beginn einer neuen. Der Abschluss der Schule, die Frage nach dem Beruf für den Rest des Lebens, und nicht zuletzt die Frage nach der künftigen Familie.

Für meine Mädchen ist es nicht mehr weit und damit wird es immer wieder Thema durch den Freundeskreis.

Meine Große, die fast ausschließlich Freunde aus dem islamischen Umfeld hat ist nun die zweite Einladung zur Hochzeit ins Haus geflattert. Obwohl… na ja, im Smartphone-Zeitalter flattert kaum was. Sie bekam vielmehr über Whatsapp die Mitteilung das Hennaabend, Verlobung und schließlich Hochzeit auf dem Kalender bereits vermerkt sind und nichts davon ohne sie stattfinden soll, denn sie ist die beste Freundin der Braut.

Besagte Braut ist fast 20, aber vielleicht seit sechs Jahren in Deutschland. Ursprünglich kam sie aus Afghanistan mit ihrer Familie und seit etwa zwei Jahren gibt es da einen jungen Mann aus Afghanistan, der sie gern heiraten wollte.

Die Familien kennen sich aus Afghanistan, aber der Junge kam allein als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland. Die Familie des Mädchens hielt Kontakt und natürlich war er oft zu Gast. Seit einer Weile hat die Freundin meiner Tochter dann auch bekundet, sie würde ihn gern heiraten und auch er hat sein Interesse signalisiert.

Nun ist es bei uns nicht wie in Deutschland üblich das Eltern sich nur einmischen wenn der Kandidat ihrer Meinung nach die falsche Nationalität hat, sondern wir haben ein Interesse daran unsere Kinder in eine gute Ehe zu entlassen. Folglich werden Kandidaten unter die Lupe genommen und Eltern sagen ihre Meinung.

In diesem Fall führte das zu vielen Tränen bei der Freundin meiner Tochter, denn der Auserwählte entpupptet sich als nicht Akzeptabel.

Der Vater verlangte, er solle noch warten, weil seine Tochter erst den Abschluss der Schule schaffen soll.Danach könnte dann die Hochzeit sein. Seit jenem Tag ist er telefonisch nicht mehr erreichbar und meldet sich auch nicht mehr. Einige Tage später wurde er von der Schwester in der Stadt mit einem deutschen Mädchen gesehen.

Deutsche Mädchen interessieren sich nicht für Ehe, Abschlüsse und vor allem muss man nicht warten. Sie werden nicht von Familien geschützt und niemand käme auf die Idee ihnen zu verbieten unverheiratet mit Jungen ins Bett zu steigen. Sie sind leicht verfügbar, denn sie sind nicht nicht zu schade für kurzfristige Beziehungen. Das hat der Junge in Deutschland gelernt und dafür war er bereit auf eine gute, treue Ehefrau und dauerhafte Familiengeborgenheit zu verzichten. Dafür verzichtet er auf eine Frau die hervorragend einen Haushalt organisieren, kochen und backen kann und Kinder liebt und durch die eigenen kleine Geschwister bestens im Umgang mit ihnen geübt ist.

Auch wenn die Erkenntnis hart war, die Braut ist glücklich, denn sie ist Braut.Nur der Bräutigam ist ein anderer. Einer der schon lange immer wieder bei der Familie sein Interesse bekundet hat. Einer der die Tests bestanden hat. Einer, der zwar demnächst zur Verlobungsfeier kommt, aber bereit ist bis nach dem Schul-Abschluss mit der Hochzeit zu warten. Und, ich habe ein Foto von ihm gesehen und muss sagen selbst da wirkt er sehr offen und sympathisch und als ob das allein noch nicht reicht, sieht er auch noch gut aus und macht eine Ausbildung die es ihm erlaubt eine Familie zu finanzieren. Das ist soviel mehr als der andere zu bieten hatte.

Für uns hoffe ich das meine Mädchen auch solche tollen Ehemänner finden und wer weiß… bei den Feierlichkeiten kommen viele Gäste und sicher auch Freunde und Verwandte des Bräutigams. Da er offensichtlich aus einer guten Familie stammt könnte es ja sein….

Meine Tochter jedenfalls freut sich auf die Möglichkeit sich mal wieder richtig „in Schale werfen“ zu können und auf das kunstvoll aufgetragene Henna. Aber am meisten freut sie sich für ihre Freundin, denn die dürfte eine glückliche Zukunft vor sich haben.