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Wie kommen wir dauerhaft kreativer aus der Krise?

Das ist der Titel einer Blogparade von Urs M. Krämer, vom Blog „digitale Exzellenz“. Er sieht dort sehr viel positives und das möchte ich auch nicht in Abrede stellen, aber dennoch möchte ich das Ganze gern auch kritisch betrachten. Ich bin für den Beitrag zwar ein paar Wochen zu spät, aber möchte trotzdem ein paar Sachen dazu schreiben.

Die Corona-Krise wird zum Turbo für die Digitalisierung. Plötzlich ist möglich, was zuvor undenkbar schien. In einem Land, das bei der Digitalisierung des Bildungswesens hoffnungslos hinterherhinkt, wurden Lehrer und Schüler von heute auf morgen in digitale Lernwelten katapultiert.“

meint Urs Krämer.

Ja, einige sind sehr schnell auf den Zug aufgesprungen. Ich musste jedoch auch meine Meinung revidieren das jüngere Menschen wohl besser mit digitalen Medien und deren Möglichkeiten klar kommen. Es waren immerhin die über 60jährigen Dozenten meiner Tochter die sofort auf Online- Vorlesungen umgestiegen sind als die Schulen und Unis schlossen. Das durchweg jüngere Kollegium meiner Söhne hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Auch nach der Wiedereröffnung der Schulen keinerlei Versuche digitale Medien zu integrieren. Im Grunde ist die allgemeine Einstellung geblieben: Internet= gefährlich.

Natürlich ist Online-Banking so normal wie mal eben schnell die Arbeitsblätter für den Unterricht aus dem Internet zu ziehen. Aber die Idee sich weitergehend damit zu beschäftigen und den Schülern den sinnvollen Umgang mit dem Medium zu zeigen ist nicht vorhanden. Sollte die Schule noch einmal schließen wird wohl wieder nur Material zur Wiederholung längst abgeschlossener Themen zur Verfügung gestellt, bzw. müssen die Eltern dies meist selbst ausdrucken. So einige haben wegen der hohen Druckkosten gestöhnt und bis heute haben wir keine Rückmeldung zu den eingereichten Aufgaben erhalten.

Einige Arbeitgeber haben erkannt, dass die Aufgaben ihrer Mitarbeiter auch im Homeoffice erledigt werden können. Auch viele Mitarbeiter haben es schätzen gelernt, aber nicht alle. Wenn künftig die Leuten selbst entscheiden können ob Home oder nicht, wäre das ideal. Und dann dann gibt es da all jene die ihre Arbeit nicht im Homeoffice erledigen können. Das ist ja auch in Ordnung bringt aber in Ausnahmesituationen wie Pandemien Probleme mit sich. Und da gleich an einigen Ecken.

Die Idee Mietzahlungen für drei Monate zu stoppen war zwar nicht übel, aber wie der Betreiber einiger Einkaufszentren in einem Interview sagte: man verschiebt die Zahlungsschwierigkeiten nur weil viele auch danach nicht das Geld haben. Aber man kann ja Kredite abschließen und hoffen. Die Zinsen die dann gezahlt werden müssen, muss man halt hinnehmen. Es ist gut dass Kurzarbeitergeld problemlos erhältlich ist, aber natürlich muss man eben damit rechnen das man dann im kommenden Jahr eine Steuernachzahlung leisten muss. Kinderbetreunung sollte man nicht brauchen müssen wenn man nicht ins Homeoffice kann aber alles schließt. Alternativen?

Immerhin: Not macht erfinderisch, heißt es und plötzlich kann man tatsächlich Essen liefern lassen, das bisher nicht geliefert wurde. 100% Umsetzung hat allerdings nicht statt gefunden. So einige sind pleite gegangen statt sich dem Lieferantentum anzuschließen. Schade eigentlich. Dabei wird sogar versucht Eiskreationen zu liefern. Klappt natürlich nur bedingt.

Natürlich hat das auch Nachteile, denn die Müllberge wachsen, aber das bedeute nicht, dass die Müllabfuhr häufiger leert oder der Umgang mit dem Müll verbessert wird.

Nun heißt es im Zuge der Pandemieempfehlungen man solle möglichst kontaktlos bezahlen. Nur wenn die Eisdiele, der Imbiss, der Therapeut, so etwas nicht anbietet weil Digitalisierung dort kein Thema ist, bzw. sich auf ein kleines Minimum beschränkt? Das sich da jetzt großartig was getan hätte kann ich nicht beobachten.

Die Digitalisierung sehe ich nicht schnell voranschreiten. Jedenfalls nicht in Bereichen in denen es dringend notwendig wäre (Bildung) oder in denen es bisher ohne gelaufen ist (Imbiss & Co.)

An der Digitalisierung von Fahrzeugen wird schon länger gearbeitet. Sprachbefehle für Smartphones und Co., Autos ohne Fahrer, Taxidrohnen ohne Chauffeur,Smarthome… Sowas ist schon lange in Arbeit, teilweise umgesetzt- man denke an Siri, Alexa usw. aber das entstammt nicht der diesjährigen Ausnahmesituation und man hätte es auf jeden Fall weiter ausgearbeitet.

Ob die Politik etwas unternehmen wird damit künftig der Bildungsbereich im Ländervergleich besser da steht wage ich zu bezweifeln.

Digitalisierung wird immer noch kritisch gesehen. So normal sie auch in einigen Bereichen wie zum Beispiel beim Handy- dass mittlerweile ein kompletter Computer im Taschenformat ist angesehen wird- so ist sie immer noch auf der NoGo- Liste für Schüler. Ähnlich der Ablehnung von Fernsehern in meiner Kindheit.

Die meisten Menschen tun sich schwer mit Veränderungen. Die Zahl derjenigen die den Mund-Nasenschutz entweder nicht korrekt tragen oder ganz ablehnen steigt täglich. Eigentlich wäre es grundsätzlich bei Infekten- gleich welcher Art- gut wenn jeder sich um den Schutz anderer bemüht, aber soviel Rücksichtnahme ist nicht unser Ding. Getreu dem Motto: “ Warum soll ich andere vor meinen Viren/Bakterien schützen?“ wird weder eine Maske getragen, noch Hände desinfiziert, Abstand gehalten oder in die Ellenbeuge gehustet und was sonst noch so möglich wäre um die Gefahr von Ansteckung zu reduzieren. Zusammenhalt der Gesellschaft? Wohl eher nicht wenn die Pandemiegläubigen gegen die Pandemieleugner angehen. Bereits dieses Jahr war zu sehen das viele Menschen unfähig sind sich bei einem Lockdown sinnvoll zu beschäftigen. Statt dessen wurden sie immer aggressiver. Digitale Möglichkeiten vorhanden, aber dennoch haben sie nichts gerettet.

Plötzlich hat man erkannt das Verkäufer wahre Helden sind, weil sie durchhalten. Genauso schnell hat man das vergessen und begonnen eben diese Helden zu beschimpfen, wegen Nichtigkeiten. So wie Nachbarn, zufällige Spaziergänger, Falschparker, ect.

Ob die Zusammenarbeit zwischen Behörden künftig besser läuft oder man immer noch von A nach B laufen muss wird sich zeigen. Immerhin muss vielfach immer noch Paper abgeliefert werden dass dann eingescannt wird. Warum nicht gleich digital?

Die spannendste Frage aber ist:

Wenn in… sagen wir 2 Jahren… eine Pandemie Deutschland erreicht; sind wir dann vorbereitet? Können wir ad hoc reagieren? Werden wir Masken haben? Gibt es genug Kapazitäten zum testen? Können Kinder flächendeckend sofort digital unterrichtet werden?

Kurz: Haben wir etwas gelernt?

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Authentizität auf Reisen

Was ist das eigentlich? fragt Ulrike vom bambooblog für ihre Blogparade die noch bis zum 15.6. geht.

Die Frage hat mich eine Weile beschäftigt, vor allem weil ich mich über so einige „unauthentische“ Dinge ärgere, oder sie zumindest nicht mag.

Es gibt so Dinge die findet der Standard-Tourist vermutlich ganz toll: Hotelanlagen mit Swimmingpool direkt am Meer, Souvenirshops, Lokale in denen die Speisekarte bekanntes bietet, usw.  Ich persönlich mag nicht mal die Gegenden in denen sich diese Touristen aufhalten und ihre Hotels haben.

Ich habe nichts gegen diese Touristen, aber wenn ich in ein anderes Land fahre/fliege, möchte ich gern das Einheimische, nicht die Touriware. Geschäfte und Stände wo Otto Normal- Touri sich billig gefertigte Waren kauft die er dann stolz daheim vorführen kann sind nicht mein Ding. Eben so wenig Speisen die für den Touri-Gaumen zubereitet wurden.

Authentisch ist für mich vor allem das Landestypische und nicht das von außen Aufgesetzte… und an der Stelle wird es durchaus auch mal schwierig.

Die Welt dreht sich weiter, entwickelt sich. Das Unbekannte wird zum Bekannten. Wo bleibt da die Authentizität?

Nehmen wir zum Beispiel Fast-Food-Restaurants. Ich behaupte mal diese lappenartigen Schlabberdinger die einzeln verpackt über den Tresen geschoben werden sind in keinem Land der Welt wirklich authentisch und doch findet man sie mittlerweile überall auf der Welt und in Deutschland gefühlt an jeder Straßenecke. Ist das in Deutschland mittlerweile authentische Ernährungsweise? Vermutlich schon, aber dies ist auch ein Land wo Hektik groß geschrieben wird, wo Menschen lieber stundenlang Talkshows schauen als stundenlang in der Küche zu stehen.

Aber das ist eben nicht überall auf der Welt so. Trotzdem sind Burger und Co auch dort immer öfter in den Küchen zu finden. Meine Schwiegermama bereitet auch gern mal Pommes zu. Allerdings nicht aus dem Fast-Food-Restaurant und keine Tiefkühlware. Und Ketchup gibt es auch keinen dazu, aber sie nimmt sich Zeit, schält und schnippelt Kartoffeln und gart sie in der Pfanne. Auf diese Weise werden sie wohl authentischer Bestandteil der marokkanischen Ernährung die eigentlich auch ohne fettige Pommes auskommt und reichlich Alternativen zu biete hat. Und sie sind nicht wie die FF-Restaurant-Pommes, sind sind anders, besser…schon wegen der geringeren Fettmenge und weil sie eben nicht alle gleich aussehen, sondern eben wie geschnippelte Kartoffeln.

Man hat in der Regel ein Bild im Kopf wenn man in ein Land reist. Bestimmte Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen. Vieles davon wird geprägt durch Berichte, Bücher, Fotos von Leuten die schon dort waren oder dies zumindest behaupten. Manche verdienen Geld damit ein bestimmtes Bild unter das geneigte Leser-Volk zu bringen und dann ist authentisch eben etwas anders als die Realität. Es gibt da diesen Autor, der gern über die ärmere Bevölkerung Marokkos schreibt, obwohl er aus reichem Elternhaus stammend schnellstmöglichst das Land verließ und nie einen Fuß dorthin gesetzt hat wo eben jene arme Bevölkerung lebt. Wer nie dort war glaubt wohl seinen Berichten und wer sich nicht selbst ein Bild macht, lernt nie die authentische Bevölkerung kennen.

Und was ist jetzt Authentizität?

Typisch Marokko ist für mich:

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Enge Gassen in denen Kinder toben,laufen und schreien dürfen

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Kleine und große Stände von Händlern

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Frauen und Männer mit Djellaba

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Couscous mit Brot und Händen essen

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Das Färberviertel von Fes

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Gekachelte Wände und Steinböden

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Stadttore

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Moscheetürme/Minarette

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Fladenbrot

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Minztee

Internetcafés, laute Telefonate, bunt gekleidete Menschen, Gastfreundschaft,