Gedanken(los) und Ramadan

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Es ist Aid!

Aid-ul-Fitr. Das Fest des Fastenbrechens oft auch Zuckerfest genannt.

Zuckerfest weil es nach der Fastenzeit viel zuckriges gibt. Süßigkeiten für die Kinder, Gebäck für die Erwachsenen. Natürlich nicht nur. Neue Kleidung sollten sich möglichst alle leisten und damit schon zum Festgebet in die Moschee gehen. Bevor dann die Familien feiern und mal wieder bei Verwandten vorbei schauen.

Heute ist der zweite von drei Aid-Tagen und für mich ist es die Zeit mal über einige Dinge nachzudenken. Nicht mal wirklich bewusst, aber mir fallen Dinge ein und auf. Situationen,Begebenheiten,Erinnerungen…

Letzten Freitag als ich so mit einer Reihe Nicht-Muslimen beisammen war, da war es wieder so typisch:

25°C, die Sonne scheint. Man steht oder sitzt beisammen. jemand erwähnt das er Durst oder Hunger hat, fragt ob man auch möchte. Ich faste. Ach ja, ihr habt ja wieder Fastenzeit. Echt, und du fastest die ganze Zeit? Du isst nichts und trinkst auch nicht? Danach erfährt man als Fastender das die Person mit der man sich grad unterhält das ja nun absolut nicht könnte. Den ganzen Tag nichts essen, bis Abends Wann dürft ihr wieder? So spät? Ne, das könnte sie nicht. Nicht so lange, da hätte sie ja hunger. Aber das Trinken, vor allem auf das Trinken, nicht mal einen Schluck Wasser, den ganzen Tag bis Abends und es ist doch so warm…

Der Magen knurrt, der Mund ist trocken und bevor der Gesprächspartner schließlich zur Flasche Wasser greift um den eigenen Durst zu stillen erfährt man viel über Hunger und Durst eben jener Person die nicht fastet und sich nicht vorstellen kann zu fasten.

Szenenwechsel:

Ich steh in der Küche. Ich habe kleine Kinder die noch nicht fasten. Ich bereite ihnen was zu essen, sie sitzen am Tisch und essen gut gelaunt. Ich faste.

In meinen Augen Tränen. Alhamdulillah (Gott sei Dank!) Meine Kinder können essen.

Meine Tränen gelten jenen Kindern auf der Welt die von ihren Eltern nichts zu essen bekommen können. Meine Tränen sind für die Mütter die ihre Kinder hungern lassen müssen.

Ich weiß was Hunger ist. Ich kenne Durst.

Ich erlebe freiwillig 29/30 Tage Hunger und Durst ohne sie stillen zu können. Für mich endet das Leid bei Sonnenuntergang. Nach vier Wochen ist alles wieder normal.

Normal für Deutschland.