Abendgespräch

„Mama, ich habe ein bisschen Angst“, meint der Kleine Fußballer.

„Warum denn?“

“ Was ist wenn ein Dieb kommt?“

„Keine Sorge. Ich bin da. Wenn ein Dieb hier rein kommt, ist er ganz schnell wieder draußen.“

„Aber Mama“, mischt sich der Handballer ein, „der hat doch eine Waffe“.

„Hat er?“

„Ja und die hat er entweder legal gekauft oder illegal.“

„Ja dann vermutlich illegal.“

„Was heißt eigentlich legal?“

„Na ja, etwa so etwas wie erlaubt“

„Ach so.“

„Und wenn der Dieb umzingelt ist?“fragt der Fußballer.

„Na ja, dann ergibt er sich hoffentlich.“

„Und legt die Waffe weg,“wirft der Handballer ein.

„Genau“

„Mama“, fragt der Fußballer,“ wenn der Dieb ein Zwilling ist, ruft er dann seinen Zwilling an?“

„Keine Ahnung, vielleicht.“

 

Oh nein…

Morgens kurz nach Neun auf dem Bahnsteig

Alles einsam, alles leer.

Auf einer Bank sitzt ein Mann, in der Hand eine Bierflasche.

Er trinkt einen Schluck. Über den Bahnsteig schallt ein Rülpskonzert.

Ich greife in meine Tasche, ziehe meinen MP3-Player raus.

Oh nein! Die Kopfhörer liegen zu Hause!

Mein Kleiner

Die Jungs stehen auf dem Balkon und schauen runter.

Der Kleine, steigt auf einen Stuhl, schaut über die Brüstung und fällt.

Tief geht es runter.

Der Große schreit seinen Namen.

Jemand steht neben meinem Bett: „Mama, ich muss mal. Kannst du mitkommen?“

Ich bin schweißgebadet, aber dankbar wach zu sein.

„Natürlich, mein Kleiner. Ich komme“

Ich bin immer noch wach!

22°C, Sonne. Endlich Frühling!

Den ganzen Nachmittag haben die Jungs mit Papa auf dem Spielplatz verbracht, zwischendurch ein Eis.

Verschwitzt zuhause angekommen, ab in die Wanne; Sand abwaschen.

Essen, spielen.

„Ein paar Minuten noch, dann ist Feierabend. Morgen ist Schule und Kindergarten“.

Tränen: der Kleine möchte unbedingt noch mit dem Großen spielen, aber der möchte lieber für sich allein spielen.

„Zeit für´s Bett“

Wo ist der Zwerg? Liegt unterm Bett und weint:

„Ich kann nie wieder in einem Bett schlafen. Ich habe keine Familie mehr“ Meine Drama-Queen( King)

„Doch du kannst im Bett schlafen, du musst nur hoch kommen und dich reinlegen“

„Aber er spielt nicht mit mir und ich will mit ihm spielen.“

„Komm, kuschel dich unter die Decke. Ich mache dir auch eine Rückenmassage.“

„Aber er gibt mir nicht seine Decke“

„Schlaf jetzt. Morgen ist wieder Kindergarten. Das Wetter wird wieder schön und Rad fahren macht richtig Spaß“

„Ich hasse die Sonne“

„Weil sie dich immer blendet, ich weiß. Schlaf jetzt“

5 Minuten später ist Ruhe.

Frage vom Großen: „Wenn ich die ganze Nacht wach bleibe, darf ich dann morgen zu Hause bleiben, weil ich sonst im Unterricht schlafe?“

„Nein, darfst du nicht. Du gehst trotzdem zur Schule und ich gebe dir für deine Lehrerin einen Zettel mit.“

„Aber was will sie machen? Ich schlafe dann dort.“

„Sie wird dich wach halten; dir ständig Fragen stellen und dich alle Aufgaben lösen lassen.“

„Ich will aber nicht schlafen!“

„Ok, aber leise bitte.“

10 Minuten Stille, dann:“ich bin immer noch wach!“

Wieder einige Minuten Stille und erneut die Mitteilung:“Ich bin immer noch wach“

Dann nichts mehr. Ruhiges gleichmäßiges Atmen aus beiden Betten.

Endlich. Übermüdet sind sie anstrengend.

Frau Drachenbommel

Am Wochenende hatten wir Besuch. Besonderen Besuch.

Jedes Wochenende darf ein Kind aus dem Kindergarten Frau Drachenbommel mit nach Hause nehmen.

Sie ist ein kleiner Stoffdrache mit selbstgestricktem Mützchen und Strümpfen und schläft in einem Körbchen mit roten Polstern. Frau Drachenbommel ist sehr beliebt. Natürlich wird auch ein Portfolio erstellt-sprich jedes Kind (oder die Eltern) füllen ein Blatt aus. Was gemacht wurde, was gefallen hat und natürlich Bild dabei.

Und so saß mein Zwerg mit Frau Drachenbommel am Tisch, packte seine Lieblingsspiele aus und …schummelte, damit Frau Drachenbommel gewinnt.

Vollkornbrötchen

Krankenhaus, Sonntag morgen, 8:30 Uhr. Das Frühstück kommt.

Ahh…Vollkornbrötchen. Samstag gab es keine. Der Bäcker hat vergessen zu liefern. Statt dessen gab es Mischbrot.

„Das sind aber nicht die leckeren die wir immer hatten“ kommentierte meine Bettnachbarin (78 Jahre).

„Nicht?“frage ich irritiert.

„Ne, die waren größer und schmeckten besser“, meint sie.

Nein, ich werde ihr jetzt nicht den Tag verderben. Sie ist so sensibel. Die Brötchen sind genau wie immer.

„Heute ist nicht mein Tag“

Vormittags schon beim spielen kollidierte die Stirn unseres Jüngsten mit einem harten Gegenstand.

Am frühen Nachmittag nach dem Spaziergang mit Papa befand sich die Stirn des kleine Racker dummerweise dort wo der Schlüsselbund landete als Papa ihn schwungvoll aus der Tasche zog.

Nachmittags rollte der Zwerg sich in der Küche auf dem Stuhl zusammen. Ich fragte ihn, ob er nicht lieber ins Bett gehen und ein wenig schlafen wolle. Er erhob sich und…die Tischkante traf die Stirn. Ein Kühlpack linderte den Schmerz.

Abends fragte seine Schwester ihn: „Und was hast du heute so gemacht? Wie war dein Tag?“

Dicke Tränen tropften aus seinen Augen.“Heute ist nicht mein Tag“, sagte er.