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Coronazeit

Die Infektionszahlen steigen und nun zeigt sich wie wenig vorbereitet alle darauf sind.

Letzte Woche bekamen wir Mitteilung das ein Junge aus der Sportgruppe von meinen Jungs positiv getestet wurde. Einen Tag vor dem Ergebnis haben sie noch zusammen trainiert. Laut Mutter gab es unterschiedliche Infos. Die Schule, in der er sich angesteckt hat vertrat die Meinung ein Test sei nicht notwendig. Er wurde dennoch getestet. Gut so. Dann kam das Gesundheitsamt. Ein Mitarbeiter meinte es wäre eine Quarantäne bis nächste Woche nötig, ein anderer meinte nur diese Woche und ein dritter vertrat die Ansicht der Junge könne raus, aber die Mutter brauche 14 Tage Quarantäne.

Eine weitere Mutter berichtet von Symptomen bei ihrem Sohn.

Nun hat mein Fußballer Symptome und zwar ziemlich viele. Der Handballer hat nichts und bisher habe ich auch nichts. Mein Versuch wenigstens den Fußballer, aber besser uns alle testen zu lassen ist sehr ernüchternd ausgefallen. Die Kinderärztin hat ihre Praxis geschlossen aus gesundheitlichen Gründen. Die nächste Praxis macht zwar laut Homepage Corona-Tests nach Voranmeldung, doch meine Anfrage wegen einem Termin ergab dass sie nicht testen.

Meine Hausärztin testet auch nicht und der nächste Hausarzt von hier, der testet, hat so viele Anrufe dass ich jedes Mal der sechste Anrufer bin und sobald ich auf Nummer vier vorrücke teilt mir die automatische Bandansage mit das derzeit telefonisch niemand erreichbar ist und ich es doch später noch einmal versuchen soll.

Terminvereinbarung beim Testzentrum: Frühester Termin: Freitag.

Anruf beim Gesundheitsamt: Eine Stunde lang geht niemand ans Telefon. Danach erwische ich einen netten Herrn, dem ich von den Symptomen meines Sohnes erzähle. Er schlägt vor zum Hausarzt zu gehen. Ich erkläre ihm das nur wenige testen und die nicht erreichbar sind. Dann zum Kinderarzt.- Da testet fast keiner. „verstehe“, sagt er und empfiehlt die 11 6 11 7. Bereitschaftsdienst.

Na gut, Anruf dort: eine nette Maschinenstimme bittet um meine Postleitzahl. Ich gebe sie ein, sie teilt mir mit dass diese erkannt wurde und ich an die zuständige Stelle verbunden werde. Eine Computerstimme die mir diverse Möglichkeiten anbietet. Nein, ich möchte einen Mitarbeiter und drücke wunschgemäß die 2. Eine nette Dame teilt mir mit das sie meine Postleitzahl braucht weil diese nicht erkannt wurde und sie würde mich dann weiter leiten. Also nochmal verbinden lassen. Eine Frauenstimme meldet sich und nachdem sie „Hallo“ gesagt hat legt sie auf. Juchhu! 2. Versuch: diesmal wird aufgelegt nachdem ich die Postleitzahl eingegeben habe.

Ich habe die Schulen informiert und meine Chefin. Jetzt müssen wir warten. Da es über das Training lief hat ein Vater angeboten den Test für alle durch zu führen. Nur deshalb findet dieser heute noch statt und wir werden dann wohl Mittwoch ein Ergebnis bekommen. Sonst müssten wir wohl bis Freitag warten um uns testen zu lassen.

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Fast alles neu

Nachdem die erste Zeit überstanden ist, ein Blick auf die aktuelle Arbeitssituation.

Es ist ein bisschen wie dieses alte Spiel das wir- als ich Kind war- in der Schule gespielt haben um uns die Namen zu merken: Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir… herbei. Nur geht es nicht um den rechte Platz, sondern um den vorne an der Tafel und wünschen kann man auch nicht. Man bekommt dort jedes Jahr jemanden hingestellt. Und dieses Spiel wird jedes Jahr gespielt.

Sissi hat sich komplett aus dem Bundesland verabschiedet und die Erzherzogin ist irgendwo eingesetzt. Ob wir uns mal über den Weg laufen? Da sie frische Luft nicht mag, vermutlich nicht auf dem Schulhof. Im Gebäude? Wer weiß. Bisher nicht.

Jetzt haben wir das Chaos-Schnitzel und das Einhörnchen. Einhörnchen weil ich mir vorstelle dass das Wesen eines kleinen Einhörnchens dem von dieser Frau entsprechen würde. Also ähnlich wie bei der Erzherzogin eine Wesensentscheidung. Das Einhörnchen jedenfalls ist endlich mal jemand bei dem ich das Gefühl habe dass die Unterrichtstage nicht völlig nutzlos sind. Sie weiß was sie tut, hat ein gutes Gespür für die Schüler und betrachtet uns nicht als selbstverständlich. Das Chaos-Schnitzel dagegen ist ein anderer Fall. Schnitzel ist eine Ableitung ihres Namens und Chaos ist einfach Programm.

Das Chaos-Schnitzel kann komplett ignorieren wenn ein Schüler fehlt und selbst wenn sie es merkt kommt keine Reaktion. Mit ihr reden ist schwierig. Ob sie einen vollständigen Satz aufnimmt ist nicht klar und sie ist so schnell weg wie sie kam, so das man nicht mal zum Ende kommt mit dem Gespräch. Was den Unterricht betrifft hat sie schon klar gemacht dass es bei ihr um Beschäftigung geht ums rum-bringen der Stunden, nicht um lehren, fördern oder ähnliches.

Um das mal an einem Bespiel zu erklären: Kommt ein Kind in die 1. Klasse sollte es so sein das der Lehrer sich bemüht dem Kind lesen, schreiben und rechnen bei zu bringen. Die Basics. Wie heißen die Buchstaben, wie schreibt man sie usw. Bei Chaos-Schnitzel ist es so das sie Zettel mit Buchstaben verteilt und sagt die Schüler sollen machen wie sie es können. Man kann ihn schreiben, sprechen, anmalen, mit dem Finger nachfahren, bekleben,… Jeder wie er kann und möchte. Es ist ihr egal. Das hat sie so gesagt. Und mehr macht sie auch nicht.

Was unser Team betrifft ist es tatsächlich entmutigend. Mr Cool ist ein paar Räume weiter. Wir treffen uns öfter auf dem Flur oder auf dem Hof. Es tut so gut. 001 ist bei mir und ohne sie würde ich wohl verzweifeln. Mir tut Frau Schweigsam leid. Sie arbeitet für drei, aber irgendwie finden wir nicht so den Kontakt zueinander. Frau Krank hat die Tendenz einfach mal eben nicht zu kommen wenn ihr was nicht passt und das passiert leider öfter. Dann ist sie eben krank und andere machen ihren Job mit. Eine fehlt noch im Team, die kam noch gar nicht, weil ihr Schützling krank ist. Evtl. kommt er bzw. die beiden dann nächste Woche.

Was die Schüler betrifft, so haben wir aus der alten Klasse noch fünf bei uns. Zwei sind in der Nachbarklasse und einer hat die Schule verlassen. Aus der ehemaligen Parallelklasse haben wir zwei bei uns und zwei waren bereits in der Klasse. Ich glaube es passt ganz gut.

Corona-Abstandsregeln kann man vergessen in der Klasse. 10 Schüler + 5 oder sechs Erwachsene. Dafür ist der Raum ganz klar zu klein. Wir schaffen nicht mal einen halben Meter Abstand. Selbst jetzt wo noch zwei fehlen. Dafür gibt es auf dem Schulhof zeitliche Regelungen. Aber die sind auch blöd. Frühstück gibt es in der Klasse. Dann mache wir noch mal Unterricht bis wir dann raus dürfen oder wir schlagen die Zeit tot bis wir dran sind.

Also freue ich mich auf den Unterricht mit dem Einhörnchen und hoffe dass die Zeit mit dem Chaos-Schnitzel möglichst schnell rum geht.

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Ramadan- Tag #16 & Corona-frei #7

Ramadan vergeht dieses Jahr rein gefühlsmäßig recht schnell. Über die Hälfte haben wir schon. Die Feiertage stehen schon fast vor der Tür. Da es am Wochenende sein wird stellt sich die Frage nach dem Wetter. Ich hätte mal wieder Lust auf ein Picknick.

Ich erinnere mich noch an unser letztes Picknick im letzten Jahr. Wir hatten einen warmen, sonnigen Tag mit Spiel, Spaß und Leckereien im Park. Die SML musste früher los, aber das hat unsere Laune nicht verderben können. Aber nur wenig später zogen dunkle Wolken auf. Wir entschieden uns zu gehen, aber noch bevor wir aus dem Park raus waren goß es. Und wie. Ein Mietauto musste her und freundlicherweise stand eins nur wenige Straßen weiter. Während die Tänzerin los rannte um das Auto zu holen warteten die Jungs und ich am Straßenrand auf dem Grünstreifen. Dicht neben uns brach ein dicker, langer Ast vom Baum und landete nur Zentimeter neben uns. Gott sei Dank, dass der uns nicht traf. Als die Tänzerin mit dem Auto kam waren wir nass bis ins Knochenmark. Es machte schon nichts mehr dass es noch einen Moment dauerte bis wir endlich unsere Picknicksachen im Kofferraum hatten. Ich weiß nicht ob ich jemals so glücklich war nach Hause zu kommen. Eine Wiederholung dieses Erlebnisses brauche ich nicht, aber ein Picknick bei schönem Wetter wäre schon toll.

Die letzte Zeit habe überwiegend ich gekocht, aber der Handballer hat schon angekündigt dass er morgen übernehmen wird. Bratnudeln möchte er machen. Ich denke ich werde einen Wackelpudding beisteuern.

Die Lockerungen, die von unseren Politikern beschlossen wurden bedeuten zu nächst einmal dass der Handballer wieder zur Schule muss. Begeistert ist er nicht und auch der Handballer freut sich nicht unbedingt dass sein Bruder nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht. Es wird sich zeigen ob nach Pfingsten auch der Fußballer los muss oder alle wieder zu Hause bleiben. Wenn es jemals einen Moment gegeben hat in dem ich mir nicht sicher war ob die Entscheidung den Job zu wechseln gut war, dann ist die Antwort jetzt auf jeden Fall ein lautes JA!!!!

Die kleinen Nettigkeiten die den Menschen entgegen gebracht werden, die trotz allem arbeiten kann man bejubeln oder es auch lassen. Die Mädels haben vom Arbeitgeber eine Mitarbeiterkarte bekommen. Die ist nur kurze Zeit gültig, ermäßigt jeden Einkauf im Laden um 20%, aber man muss auch 300€ ausgeben um 60€ geschenkt zu bekommen. „Im Grunde“, so meint die Tänzerin, „geben wir denen mehr als wir bekommen“ und das ist leider auch ein Fakt.

Apropos geben: mein Drucker ist seit einer halben Stunde beschäftigt die letzten Aufgaben für den Handballer zu drucken. Das Ende sehe ich noch nicht und wenn alles gedruckt ist kann ich mir vermutlich neue Patronen besorgen. Es wurden mal wieder viele Buchseiten eingescannt.

Wann ich wieder offiziell arbeiten muss weiß ich noch nicht, aber sicher nicht vor Pfingsten. Ich fühle mich derzeit etwas ausgebeutet, denn ich mache Unterricht, den nicht ich machen sollte und unsere Lehrer gönnen sich eine Pause.

Ich bin auf die Konsequenzen von all dem gespannt. Manche Schüler, wie meine Jungs sollten die ganze Zeit nur mit kopierten Zetteln wiederholen und andere haben Online- Unterricht erhalten und sind vorwärts gekommen. Manches Kind sass zu Hause allein und manche hatten Hilfe durch die Eltern. Es wird also sicher mehr oder weniger große Unterschiede geben. Sowohl innerhalb der Klassen/Schulen, als auch deutschlandweit.

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Corona-frei & Co #4

So langsam aber sicher gewöhne ich mich an den Zustand des Zuhauseseins.

Laut ursprünglicher Planung wären wir jetzt im Urlaub in Spanien. Wir hatten uns alle darauf gefreut. Egal, was solls. Es ist nicht zu ändern.

Für die Jungs ist seit jenem Tag der Schulschließung eine Art Ferien und wie das so ist in den Ferien, möchten sie natürlich ausschlafen und nicht früh aufstehen.

Auf der einen Seite überlege ich immer ob es nicht besser wäre sie morgens um 8 Uhr pünktlich an den Tisch zu setzen um eine Art Immitation der Schulsituation zu erreichen. Auf der anderen Seite finde ich Flexibilität nicht schlecht. Arbeitnehmer sind ja auch nicht alle von 8-16 Uhr beschäftigt. Ebenso ist es mit der Frage ob es sinnvoll wäre einen Plan zu erstellen was täglich gemacht wird, oder ob wir einfach so schauen.

Ich habe mich jetzt für 100% Flexibilität entschieden und ich denke das ist nicht verkehrt.

Für das Wochenende ist der Handballer mit der Tänzerin zum Mathe üben verabredet. Womöglich machen sie auch noch etwas anderes. Heute Mittag kommen die Tänzerin und die SML um mit den Jungs gemeinsam Sport zu machen. Vorgestern hatten wir das auch schon, mit dem Ergebnis das sowohl der Handballer als auch die SML seither über schlimmen Muskelkater klagen.

Momentan machen wir- eher zufällig als beabsichtigt- alle zwei Tage einen Ausflug mit Bewegung. Der Tag dazwischen läuft dann unter der Rubrik „Wir bleiben Zuhause“. Die Einkäufe lassen wir uns liefern. Ich gehe höchstens mal einen Joghurt oder ähnliches direkt kaufen.

Genauso bemühe ich mich spätestens jeden zweiten Tag mich über den aktuellen Corona-Stand zu informieren. Manchmal nervt es. Die einen reden über mögliche Lockerungen ab Mitte April und andere betrachten das Große, Ganze und verneinen den Sommerurlaub.

Für uns heißt es auf jeden Fall dass es diesen Sommer keinen Urlaub bei Oma und Opa gibt. Herbst? Mal sehen.

Gestern habe ich über Whatsapp eine Mathestunde mit einer lernbehinderten jungen Frau gemacht, die normalerweise bald Abschlussprüfungen hat. Gar nicht so einfach. Das Niveau extrem niedrig. Umwandlung von Euro in Cent und umgekehrt. Als Steigerung noch ein wenig addieren. Mathe ist ganz klar nicht ihre Stärke.

Die Lehrer meiner Kids haben aufgegeben. Es kommt nichts mehr. Ehrlich gesagt macht mich diese Lehrunwilligkeit mittlerweile wütend. Keinerlei Versuch mal elektronische Medien zu verwenden. Man sollte diesen Technikfeinden mal Kaffeemaschine, Wasserkocher, Handy und Fernseher entziehen und verlangen das sie ohne Technik leben wenn sie die so verabscheuen. Wer badet es aus? Natürlich die Schüler. Es wird über Lockerungen bei der Versetzung in die nächste Klasse oder alternativ über freiwilliges Wiederholen der Klasse gesprochen, aber das man einfach den Unterricht weiterführt ist nicht drin.

Ich bin gespannt wie es letztlich weiter laufen wird mit dem Virus. Gestern telefonierte ich mit einer Call-Center Dame im Homeoffice aus einem anderen Teil Deutschlands. Sie meinte, sie hätte beim Spazierengehen schon häufiger Leute die Feiertage planen hören. Als Familienveranstaltung mit Oma, Opa, Kind und Kegel. Ich vermute also dass die Zahl der Infizierten so etwa 5-10 Tage nach den Feiertagen noch einmal ansteigt und vermutlich auch die Zahl der Toten.

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Corona-frei & Co. #2

Auch wenn das Wetter sich noch nicht so 100% auf Frühjahr eingestellt hat, habe ich doch das Bedürfnis mal ein wenig das Design in Richtung Frühjahr zu trimmen. Also ein neues Header-Bild und die Farben angepasst.

Quelle: Klick

Ansonsten passen wir uns hier auch immer weiter an.

Der Handballer hat inzwischen diverse Aufgaben von seinen Lehrern bekommen. Die Druckerpatrone ist jetzt recht leer vom vielen drucken.

Sein Trainer hat sich im heimischen Wohnzimmer vor die Videokamera begeben und diverse Übungen gefilmt und geschickt, damit das Training zumindest ein wenig weiter geht.

Donnerstag meinte mein Ex er wolle am Wochenende mit den Kindern auf den Spielplatz. Ne, is nicht. Sportplatz auch nicht. Habe ihm extra einen Screenshot von einem Zeitungsbericht geschickt. Was meint er? Es wären meine Regeln.

Es stellte sich heraus, dass er herzlich wenig hat von den offiziellen Regeln von Bund und Ländern zur momentanen Ausgangsbeschränkung. Ich bin mir nicht einmal sicher ob er weiß, dass er vorerst nicht arbeiten darf und ob er sich daran hält/halten würde weiß ich auch nicht.

Immerhin hat er Samstag die Kids für ca. 2 Stunden abgeholt. Ist irgendwohin weit raus gefahren, wo keine Leute liefen und war mit ihnen spazieren. In der Zwischenzeit wollte ich auch einen Spaziergang machen. Während es letzte Woche den Eindruck machte als ob alle im Urlaub währen, war es Samstag komplett anders. Der Spruch „Wir bleiben Zuhause“ hat kaum jemanden interessiert. Es war voll. Voll wie vor Corona. Lange Schlange Menschen an der Eisdiele. Die Gehwege voller Menschen. Also Flucht! Ab in den Wald. —–> ständig begegnete ich Menschen und auf einer Lichtung mehrere Menschengruppen. Eltern mit Fahrradanhängern für ihre Kids, die es sich gemütlich gemacht hatten. Kaum eine Möglichkeit allein unterwegs zu sein.

Zurück auf der Straße, zurück auf dem Weg nach Hause…mitten auf der Insel einer Kreuzung ein Mann mit Kamera. Munter damit beschäftigt eine dreiköpfige Gruppe Männer zu fotografieren, die sich offensichtlich getroffen hatte und sich unterhielt. Was ist hier eigentlich los?

Unser Hausmeister schnautzt einen Lieferanten an, der nun wirklich nicht ahnen kann, dass die Kellertür defekt ist. Vielleicht ärgert er sich, das er arbeiten muss während andere Corona-frei haben, oder er ist mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden… oder der Kaffee war leer. Egal. Er war übellaunig.

Ich gehe nicht davon aus, dass unser Corona-frei bald endet. Es dürfte uns noch eine Weile begleiten.

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Corona-frei und Co.

Wir haben Corona-Frei, sprich: wir dürfen/müssen daheim bleiben. Wie alles hat auch das so seine Vor-und Nachteile.

Das ganze Hetzen, auf die Uhr schauen, eilen ist vorbei. Alles kommt zur Ruhe. Es ist ein bisschen wie Sommerferien. Man sieht kaum jemanden weil alle im Urlaub sind. Es ist ruhig draußen. So als ob die Welt einfach mal die Luft anhält.

Man hat Zeit für alles mögliche. Ich hätte sogar Zeit zum lesen, kann mich aber nicht dazu aufraffen. Statt dessen lasse ich lesen. Ich habe mir Hörbücher besorgt. Nicht zu fassen. Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber inzwischen genieße ich es mal die Kopfhörer zu nutzen, die Welt aus zu klinken und mir ein Buch vorlesen zu lassen.

Die Kinder haben Schulfrei, außerhalb von Feiertagen und Ferien. Auf unbestimmte Zeit.

Ursprünglich war geplant das wir einen Familienurlaub für eine Woche machen. Die SML hat hart um diese Woche gekämpft, denn ihr Chef wollte ihr diese Woche nicht gönnen. Die Tänzerin hat entschieden die Uni zu schwänzen und einfach ihr Tablet mit zu nehmen, damit sie während des Fluges oder auch vor Ort mal ein wenig lernen kann.

Dann begann sich alles zu drehen: die Tänzerin bekam eine Terminliste und ausgerechnet während des Urlaubes sollte sie eine Präsentation abliefern. Wir hielten die Luft an und sie ging zum Lehrer. Entwarnung! Ihre Präsentation wir einfach um eine Woche verschoben. Wir waren erleichtert und ahnten nicht dass es dafür keinen Grund gab.

Das Wort Corona tauchte immer häufiger auf. Das Virus kam immer näher und plötzlich kam eine Mail der Fluggesellschaft: Der Hinflug wurde storniert. Tja, super. Dann brauch ich den Rückflug auch nicht. Urlaub ins Wasser gefallen. Gelder zurück? Das müssen wir abwarten. Es war keine Pauschalreise und daher kippelt es.

Mein Schützling durfte aus prophylaktischen Gründen nicht zur Schule und so hatte ich plötzlich frei. Dann kam der Handballer weil in der Nachbarschule ein bestätigter Fall auftrat und anschließend rief die Schule des Fußballers an. Er war im Nachbargebäude und dort war ein bestätigter Fall.

Es stellte sich heraus, der der Fußballer nur verwechselt wurde und zwei andere Kinder im Nachbargebäude waren, aber das änderte nichts mehr. Schulfrei- außerhalb der Ferien.

Kurz darauf kam die Lehrerin des Fußballers mit einem Stapel Aufgaben vorbei. Bereits am letzten Tag hatte er einen solchen bekommen. Die abgeholzten Bäume sagen „Danke“.

Die Tänzerin bekam an der Uni frei…- aber auch die Auflage sich zur üblichen Vorlesungszeit zum Online- Unterricht ein zu finden. Das ist absonderlich, denn gerade bei ihr an der Uni gibt es eine Gruppe Lehrer die man in zwei Kategorien einteilen kann: 1. Wieso sollte ich ein technisches Gerät bedienen? Dafür haben wir Berater. Die 2. Kategorie ist: „Das Gerät will nicht. Wie Steckdose? Welchen Stecker soll ich wo einstecken?“ Kurz gesagt: ohne technischen Berater würde es oft gar nicht laufen.

Jetzt findet Schule zuhause statt. Und ich finde das nicht übel. Einzelunterricht der sich auf Stärken und Schwächen konzentrieren kann und individuell gestaltet wird.

Dennoch bin ich enttäuscht. Lehrer betonen gern das man seinen Kindern doch die Gefahren des Internets bewusst machen sollte. Lehrer reden gern darüber wie schädlich der Konsum von Smartphone und Co. ist und hier wäre jetzt die Gelegenheit gewesen den Schülern zu zeigen wie man die Geräte, die die Schüler aller Mahnungen zum Trotz dennoch haben, sinnvoll nutzen könnte. Pustekuchen.

Immerhin hat die Lehrerin des Fußballers eine Plattform genutzt um den Eltern/Kindern noch weitere Lernaufgaben online zur Verfügung zu stellen. Aus der Schule des Handballers: NICHTS.

Jetzt wäre die Möglichkeit Online- Unterricht zu erteilen, Bilder, Videos, Präsentationen zu nutzen, Schülern den sinnvollen Umgang mit Medien zu zeigen. Stoff weiter zu bearbeiten, zu erklären, neue Themen anzufangen, die Zeit sinnvoll zu nutzen, aber leider, leider, leider…

Immerhin: wenn von Lehrern schon nichts kommt und auch aus dem Bildungsministerium nichts zu erwarten ist, dann gibt es dennoch diese Lichtblicke, die zeigen dass es noch Menschen gibt die mitdenken. Da ist der Fernsehsender der jeden Morgen drei Stunden Schulfernsehen bietet für alle Fächer und Jahrgangsstufen und da ist der Basketballverein, der sofort erkannt hat das auch der Sportunterricht und sämtliche Vereinstätigkeit entfällt und man das- dank der Technik- einfach online anbieten kann. Training bei freier Zeiteinteilung zu Hause.

Und dann gab es immer wieder Meldungen zu Hamsterkäufen und tatsächlich verschwinden einige Dinge relativ schnell aus den Regalen der Supermärkte. Speziell angeblich Toilettenpapier. Ein Psychologe (?) im Fernsehen meinte den Menschen wäre das was rauskommt wichtiger als das was rein geht. Also egal was man isst, Hauptsache Toipapier zum abwischen.

Es wird davon geredet das man sich gegenseitig helfen soll, aber Abstand wahren. Das man besonders älteren Nachbarn die Einkäufe abnehmen sollte, aber Abstand wahren, soziale Kontakte eindämmen und immer wieder Lagerkoller und Familien die sich gegenseitig auf die Nerven gehen weil sie so dicht aufeinander hocken. Ja, man muss wirklich jedes Zusammengehörigkeitsgefühl ausmerzen, muss Einzelgänger auf Biegen und Brechen schaffen.

Seit Monaten wird über Umweltschutz geredet, Nachhaltigkeit und dann kaufen die Menschen Unmengen an Lebensmitteln die zwar nicht leicht verderblich sind, aber dennoch ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Wie viel wird am Ende der Krise im Müll landen? Weil es verdorben ist, weil man gar nicht soviel essen kann wie man eingelagert hat.

Ich erinnere mich noch daran als 1999 so viele Menschen dachten Silvester sei alles zu Ende, alles würde zusammenbrechen weil Computer die Umstellung auf 2000 nicht schaffen. Was taten die Menschen? Hamsterkäufe! Als der Mayakalender endete und so viele davon überzeugt waren dass jetzt der Weltuntergang vor der Tür steht: Hamsterkäufe.

Wer profitiert davon? Firmen- in der Regel große Firmen die all diese Produkte die man so gut einlagern kann herstellen. Zusätzlich bekommen sie finanzielle Hilfen von der Regierung in Milliardenhöhe. Was bekommt der kleine Arbeiter mit Niedriglohnjob? Der soll sich sozial engagieren für die Mitmenschen. Und vorwiegend die Zahl der älteren Mitbürger reduziert sich dank Pandemie von allein.

Nach der Pandemie kann man die Arbeitslosenzahlen neu bewerten. Die Regierung kann ja nichts für Tote oder Pleitefirmen deren Arbeitsstellen verloren gingen. Die Übernahme von Kleinbetrieben durch große Firmen ist problemfrei möglich und selbst der Staat darf sich bedienen wenn Firmen finanzielle Probleme haben. In Krisenzeiten werden bestehende Regeln nochmal verschärft, wird ohne Diskussion mal eben gehandelt. Nur erstaunlicherweise immer von unten nach oben. Umgekehrt leider nicht.

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Die Sprache

Damals vor vielen Jahren als meine Tänzerin die 4. Klasse der Grundschule besuchte, waren wir bei einem Infoabend für die weiterführenden Schulen. Vertreter mehrer Schulen und Schulformen standen Eltern Rede und Antwort, erzählten von den Übernahme-Voraussetzungen und ihren Schulen, dem Unterricht, den Abschlüssen, den Wechselmöglichkeiten.

Ein Vertreter des Gymnasiums erklärte die Notwendigkeit der Beherrschten Muttersprache. Ohne, so meinte er, hätten Kinder Problem in der Schule. Fehlen Worte fehlt Verständnis. Wer selbst eine Sprache nicht wirklich beherrscht, sie aber dem Kind lehrt, lehrt Fehler, die nur schwer berichtigt werden können. Deshalb so meinte er ist es besser wenn Eltern mit Nicht-deutscher Muttersprache mit ihrem Kind in der Muttersprache sprechen. Deutsch, so sagte er, liegt in der Verantwortung des Kindergartens.

Ich habe im Laufe der Zeit, Erzieher in Kindergärten, Lehrer an Schulen und auch Politiker meckern hören das Eltern mit ihren Kindern zu Hause Deutsch sprechen sollen statt der eigenen Muttersprache. Ich habe Eltern erlebt die trotz schlechtem Deutsch meinten ihren Kindern die deutsche Sprache  beibringen zu müssen. Ich habe Kinder gehört die keine wirkliche Muttersprache haben, gerade weil ihre Eltern weder ihre eigene noch die deutsche Sprache richtig an ihre Kinder weiter gegeben haben. Ich habe gesehen welche Probleme sie in der Schule haben weil die Sprache zum Verstehen fehlt.Und immer wieder Mal höre ich Leute die meinen dies sei Deutschland und darum müsse hier deutsch gesprochen werden.

Meine Zustimmung bei solchen Äußerungen hat Grenzen, schon allein deshalb weil ich verbunden damit meist das Gefühl habe das es nicht wirklich um die Sprache geht, sondern um die Personen. Man kann es auch versteckten Rassismus nennen, denn das wir online leben, nicht zur Bank gehen sondern Banking– Geschäfte machen, ist meist ebenso wenig in der Kritik wie der Frisör, dessen Geschäftsname ein Street, statt des eigentlichen Straßennamens auf dem Schild über der Tür hat. Der Coffee-to-go ist so selbstverständlich wie Fashion. Ist es also wirklich notwendig deutsch zu sprechen?

Größere Firmen haben teilweise eine Multinationale Belegschaft und daher ist deutsch als gemeinsame Sprache in einigen Firmen schon nicht mehr üblich.  Oskar Wilde meinte mal:

Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen.

Deutsch, so heißt es, ist eine schwere Sprache. bei Focus-online gibt es einen Test zum Plural, den jeder machen kann. Der PISA-Test fällt für Deutschland nicht überragend aus. Drei Artikel, vier Fälle, diverse Ausnahmefälle von üblichen Regeln, ellenlange Worte… das sorgt durchaus für Probleme.

Konfuzius meinte:

Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden.

Wenn es nur ums Verstanden -werden geht, kann man sich dann nicht auch anders verständigen?

Gehörlose werden nicht von jedem verstanden, aber dennoch würde man ihnen weder die Nationalität absprechen noch von ihnen verlangen sich so zu verständigen das Alle es verstehen, aber Schüler sollen auf Pausenhöfen nicht miteinander ihre Muttersprache sprechen, sondern gefälligst deutsch.

Voltaire meinte:

Kennst du viele Sprachen – hast du viele Schlüssel für ein Schloss.

Muttersprache ist wichtig. Egal wo auf der Welt wir uns befinden, doch nicht nur die deutsche Muttersprache und nicht nur in Deutschland. Lebe ich in einem anderen Land bleibt meine Muttersprache wichtig, selbst wenn sie dort nicht gesprochen oder verstanden wird. Es muss erlaubt sein, sie zu sprechen. Das man gleichzeitig sehen muss sich vor Ort zu verständigen bleibt davon unberührt. Beides ist möglich.

Rund 6.000 Sprachen werden auf der Erde gesprochen und etwa die Hälfte ist vom Verschwinden bedroht. Seit dem Jahr 2000 findet jährlich am 21. Februar der Internationale Tag der Muttersprache statt, der an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache erinnert.Er soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken.

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Diskussionen, Wahrheiten usw.

Es ist schon Monate her, da teilte die Lehrerin meiner Tochter ihrer Klasse mit, dass die Bundeswehr angefragt hatte, ob sie mal vorbei kommen dürfe. Die Lehrerin entschied die Klasse darüber entscheiden zu lassen und die Klasse zeigte ihre Unterschiedlichkeit. „Die Deutschen“ waren begeistert und einverstanden, doch jene bei denen aus Herkunftsgründen ein Soldat nicht bejubelt wird, jene sträubten sich und dann war da noch „der Deutsche“ der so völlig undeutsch redet und denkt. Für ihn gab es nur einen relevanten Satz: „Ich will von denen keinen hier sehen!“ Damit war fast alles entschieden, doch gab die Lehrerin zu bedenken, dass man den Besuch des „Typen“ auch als Chance sehen kann, als Möglichkeit. Man kann endlich mal mit einem sprechen, ihn zur Rede stellen, unangenehme Fragen stellen. Das fand, wenn auch zögerlich, Zuspruch und so bekam die Bundeswehr grünes Licht.

Er kam, in kompletter Montur und eigenem Equipment, hatte eine vorbereitete Powerpoint- Präsentation und akzeptierte die Bedingung der Lehrerin, dass er auf jegliche Werbung verzichtet und nur Themen bespricht.

Ob er wusste worauf er sich einlässt? Ob ihm klar war, was ihn erwartet? Vermutlich nicht, sonst hätte er sich besser vorbereitet, hätte noch ein paar Ablenkungsmanöver und nichtssagende Satz- und Worthülsen zurechtgelegt.

Er war ehrlich und hat sich der Diskussion gestellt, urteilte meine Tochter und: eine Stunde war einfach zu kurz für so etwas.

Dennoch; das Thema Asyl kam auf und warum es gewährt wird oder auch nicht. Sein Fehler: er erwähnte das Afghanistan als sicheres Herkunftsland gilt. Wieso???  Ja, weil die Bundeswehr dort ist und das Volk schützt und man sagt halt, das wenn wir schon da sind dann sollen die Leute sich helfen lassen, uns unterstützen und nicht abhauen.

Aber die Bundeswehr ist doch im Norden des Landes. Jaaaaaaa???? Wenn aber die Bundeswehr nur im Norden ist, was ist dann mit dem Rest des Landes und wie kann dann das ganze Land sicher sein? Schulterzucken.

Natürlich muss man mit jemandem von der Bundeswehr über Waffen und deren Verkäufe sprechen. Nein, Deutschland ist bei Waffenverkäufen nicht mehr auf dem 3. Platz, nur noch auf dem 5., erklärt er. Außerdem gäbe es ja Verträge die man mit den Käufern abschließt. Verträge die Beispielsweise festlegen, dass die Waffen nicht gegen das eigene Volk gerichtet werden dürfen. Und wenn das doch passier? Schulterzucken. Ja, was sollen wir tun? Die Bundeswehr geht sicher nicht in das Land und sagt „weil ihr gegen den Vertrag verstoßen habt wollen wir unsere Waffen wieder haben“.

Und die Waffenverkäufe an Israel? Das kann man befürworten oder nicht. Wie kann man das befürworten? Warum? Wie, warum?Wegen dem was dort mit den Palästinensern passiert. Ja, was passiert denn mit denen? Doch die Strategie des Dumm -Stellens funktioniert nicht. In die Ecke getrieben gibt er zwei Dinge zu: Es geht um Geld, dass wir wollen und Waffen bringen nun mal Geld und Israel? Israel grenzt direkt an Ägypten und ist wichtig weil es eine wichtige Handelsroute ist. Ressourcen kommen von dort und daher hat es eigentlich wirtschaftliche Gründe.

Zum Schluss schafft er es doch noch die Klasse zu verwirren. Er hat das Weißbuch dabei, lässt es rum gehen. Verharmlost und nutzt das Buch als Ablenkung. Diesmal kam er davon.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt und erinnert an meinen gestrigen Beitrag. Für Ressourcen und Geld werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, getötet, regelrecht abgeschlachtet und als ob es nicht schlimm genug wäre, gibt man ihnen an ihrem eigenen Leid auch noch die Schuld. Terroristen, nennt man sie.

Dazu passt auch ein Beitrag von echsenwut. Er paast nicht nur dazu, sondern auch zu meinem bereits erwähnten Beitrag. Eine Passage aus echsenwut´s Beitrag:

Nun, weil aktuell wieder einer der zahllosen Berichte von Amnesty International auftaucht, der das Schicksal all seiner Vorläufer teilen wird. Niemand interessiert sich dafür – und zwar völlig losgelöst von den Zahlen und Vorwürfen, die jedes Jahr aufs Neue hinein geschrieben werden.

Sowohl israelische Streitkräfte als auch der Geheimdienst Shin Bet, so Amnesty, foltern die weitaus meisten, palästinensischen Gefangenen sowohl regelmäßig als auch systematisch. Wir wollen das aber nicht wahrhaben. Wir glauben das einfach nicht. Fertig ab.

Schon seit Jahrzehnten konsumieren wir freiwillig alle geschönten Berichte, klammern Reportagen mit anderen Inhalten zum Teil aus eigenem Antrieb aus, weil wir keine andere Wirklichkeit wollen als die, die unser eigenes Selbstbild nicht zerstören weil wir doch die Guten sind. Wir sind doch die, die bis zum vollständigen Einrasten die Idee aufrechterhalten, dass Israel nunmal „Juden!“ heißt und wir Juden beschützen müssen. Auf Deibel komm raus.

Ja, wir bekommen eingetrichtert das wir Antisemiten sind wenn wir Israel kritisieren aber der Regierung geht es nur um die Kasse! Geld regiert die Welt und Geld rechtfertigt das Abschlachten und Bestehlen Tausender!

 

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Integration

Seit die Klassenlehrerin meines Sohnes vor Pfingsten in den Krankenstand verschwand läuft es nicht gut in der Schule. Anfangs hat man die 17 Schüler munter verteilt und sie Bilder malen lassen und Unterrichtsausfälle waren normal.

Dann wurde bekannt, das die Lehrerin nicht wieder kommt und damit wurde die Schule verpflichtet die Schüler dennoch zu unterrichten, sie vorwärts zu bringen, den Lehrplan weiter zu verfolgen. Und damit ging es los:

Eltern und Lehrer der anderen beiden 2. Klassen maulten weil plötzlich ein paar Schüler mehr in der Klasse saßen. Kein Gedanke daran was es für die Kinder bedeutet Lehrerin, Klassenraum und gewohnte Gruppe zu verlieren. Nein, man fühlte sich belästigt und gestört.

Die Lehrer konnten nur noch schreien und strafen, weil die neuen Kinder nicht so funktionierten wie sie es von ihrer eigenen Klasse gewohnt waren. Gleichzeitig war eine Aufnahme in den Klassenverband nicht vorgesehen. Bei einer festlichen Veranstaltung auf der alle Klassen sich präsentierten sah sich weder die Direktorin noch eine Lehrkraft in der Lage auch diesen Kinder eine Möglichkeit zu geben sich zu präsentieren. Statt dessen stellte man sie nach hinten, ignorierte sie und es erweckte den Eindruck als wären sie lästig und man wisse nicht so recht was man mit ihnen anstellen soll.

Vom Sportunterricht sind sie ausgeschlossen und neulich kam ein Schreiben der Elternvertreterin der aufnehmenden Klasse das eine Abschiedsfeier der Klasse geplant sei. Nachträglich und handschriftlich war zugefügt das auch interessierte Eltern der nicht mehr existierenden 2. Klasse willkommen seien.

Nein, ich fühle mich nicht willkommen.

Integration geht anders

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Schubladendenken

„Haben Sie Kinder?“ … „Nein? Dann können Sie das nicht verstehen…“

Gesprächskiller?

Nein, dieser Satz sollte zum Gespräch einladen. Es ist ein Aufruf zum Gespräch, zum nachfragen, zum Interesse zeigen.
Es ist richtig: Wer keine Kinder hat versteht einiges nicht. Oder es fällt ihm zumindest schwer

Eine Wohnung /Nachbarschaft zu finden wo Kinder willkommen sind, Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen, Hausaufgaben und Nachhilfe auf die Reihe bringen und oft ist es auch einfach die Finanzsituation.
Ich erinnere mich noch an jene Klassenlehrerin meiner Tochter die zu den Sommerferien eine lange Liste mit Heim gab. Alles Anschaffungen die die Eltern zum nächsten Jahr tätigen sollten und alles hochpreisig, weil die Dame nur bestimmte Marken wollte.
Schön wenn ihr Gehalt so üppig ist das sie sich das leisten könnte. Viele Eltern sind damit jedoch überfordert(gewesen) und da fehlte es ihr klar an Einfühlungsvermögen.

Als Eltern muss man sich aber über weit mehr Gedanken machen. Zum Beispiel über Unterrichtsinhalte der Lehrer. Zu allem was man als Eltern und schlicht erwachsener Bürger ohne hin tun muss gehört also auch noch die „Überwachung“ von dem was Lehrer den Kindern im Unterricht erzählen.
Und das alles ist schon für „deutsche“ Eltern viel und wenn man selbst oder das Kind dann noch mit Rassismus und Ablehnung konfrontiert ist wird es noch schwieriger, zuzüglich Sprachprobleme.

Ja, als Mutter verstehe ich wenn irgendwann nach Sprüchen wie: „Ihr Kind bräuchte…“ „Sie müssten..“ usw. die Gegenfrage kommt: „Haben Sie Kinder?“
Es ist ein Unterschied ob man eigene Kinder hat,für die man rund um die Uhr zuständig ist und die einem am Herzen liegen oder ob man morgens zur Arbeit geht, anderer Leute Kinder ein paar Stunden hat und dann daheim kinderfrei die Füße hochlegt und sich um die Kinder nicht mehr sorgen muss. Es gibt da eine Distanz die die man auch nicht überbrücken kann wenn man einige der Kinder die man täglich betreut mag und die Distanz zu jenen die man weniger mag ist noch größer.

 

Anna-Lenas Lesestübchen

Schubladendenken

„Haben Sie Kinder?“ … „Nein? Dann können Sie das nicht verstehen…“

Mit diesem Satz werden Pädagogen immer wieder konfrontiert, wenn Eltern sich mit Lehrern oder Erziehern Gedanken um ein Kind machen.

Heißt das, jeder Lehrer, jeder Erzieher muss selbst Kinder haben um beruflich qualifiziert zu sein? Muss sich jede weibliche Pädagogin über die eigene Mutterrolle definieren, um mitreden zu können?

Ein Autofahrer muss keinen Mechanikerkurs besucht haben, um das Innenleben seines Autos zu kennen und wissen, wo die Schraube drückt, wenn das Vehikel auf vier Rädern muckt.

Pädagogen und Eltern haben oft unterschiedliche Sichtweisen und Wahrnehmungen, wenn sie sich gemeinsam über ein Kind austauschen und die unterschiedliche Wahrnehmung sowie der Austausch darüber – das Kind zuhause, das Kind im Kindergarten oder in der Schule – sollte zum Wohl des Kindes dienen. Die eingangs gestellte Frage ist jedoch oft ein Gesprächskiller, ein Zeichen von Schubladendenken.

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