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Fotos-Marokko

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Das Leben #XI

Die erste Zeit nach der Scheidung war.. Umgewöhnung. Gespräche mit Leuten die nach meinem Mann fragen könnten habe ich weitgehend vermieden. Ich wollte nicht weiter darüber reden, wollte niemandem erklären. Aber 1-2 bekamen es doch mit. Ich war dankbar das keine langen Gespräche folgten.

Ich wiederum bin auch zu ihm auf Abstand gegangen, bis die Tänzerin mit mir schimpfte und meinte ich solle wegen der Jungs einfach versuchen mit ihm eine Absprache zu finden. Nur welche Absprache trifft man mit jemanden, der sich an keine Absprache hält? Aber sie hatte recht. Irgendwie muss es möglich sein.

Rein vom Job her war und ist mir klar dass es besser ist wenn ich mich auf nichts verlasse und selbst so viel wie möglich zu Hause bin. Und das, wenn man in der Pflege tätig ist. Soll ich lachen, soll ich weinen oder laut schreien? Pflege ist nicht familienfreundlich.

Na gut, ich habe etwas gefunden mit optimalen Arbeitszeiten. Allerdings bedeutet das auch eine Gehaltseinbuße von 800€. Das schlägt ein mächtiges Loch in die Kasse. In dem Job wird man auch so nicht mit Reichtümern überhäuft. Wenigstens freue sich die Jungs, dass ich ab sofort immer da bin und nachts nie wieder weg muss.

Aber wir haben abgesprochen das er als Vater die Fahrten zu den Großeltern finanziert. Ich zahle dafür alles andere. Diskussionen unnötig.

Wie vereinbart hat er auch für die Sommerferien alles arrangiert, inklusive bringen und holen. Er kam früh genug vorbei um die Jungs zu holen und wir legten gerade die letzten Teile in die Koffer.

Er griff sich die nächste Flasche, die er auf dem Küchentisch fand, starrte darauf als ob er des Lesens nicht mehr mächtig wäre und stellte fest, dass dies aber keinen Sonnenmilch sei. Na ja, eigentlich war es eine After Sun milk. Aber hatte eigentlich irgendwer behauptet dass es Sonnenmilch wäre? So albern und kindisch es klingt: es machte mich ärgerlich weil es ein so typisches Verhalten war. Daher antwortete ich auch nur ungehalten dass die längst in den Koffern wäre.

Zum Abschied klemmte ich mir meinen Handballer noch einmal unter den Arm und erinnerte ihn daran dass er ja nun seit diesem Schuljahr ein Handy hat. Er möchte es doch bitte für viele Fotos nutzen. Er weiß wie sehr ich das liebe und versprach alles mögliche zu fotografieren.

Die Fotos sind auch der einzige Grund warum er das Handy mitnehmen durfte. Sonst braucht er es nicht. Nach zwei Tagen pingte mein Handy mehrfach hintereinander. Nicht mein Sohn hatte einen Stapel Fotos geschickt, sondern sein Vater. Das erste Mal in all den Jahren das er mir Fotos schickte.

Viele Fotos von den Kindern, aber auch einfach so von der Landschaft. Einige Fotos von seinen Schwestern. Die nächsten Tage ging das so weiter. Täglich ein paar Fotos. Und dann… hmm, zwei der Bilder war ich bereit als Gruppen-Selfie mit den Jungs zu werten, aber dann erhielt ich zwei Selfies einfach nur von ihm.

Ich kommentierte nichts, fragte nicht. Am Tag seiner Rückreise bekam ich plötzlich eine Nachricht. Er wäre fast da und hätte Magenprobleme. Ob ich was da hätte. Klar. Ist ja nichts neues. Ich fragte daher auch nur kurz „Kaffee?“ Ich kenne seine Magenprobleme und daher haben wir auch immer was da gehabt. Ob er sich das abholen könne und es ist Sonntag, er hat nichts in der Wohnung. Ja, kein Problem.

Essen, Medizin, Tee,Toilette. Schließlich meinte er sehr vorsichtig er hätte eigentlich neu anfangen wollen, aber er will nicht ohne mich. Alles zieht ihn zu mir zurück.

Was soll man dazu sagen? Langsam, sehr langsam. Als er schließlich ging wusste ich nicht so genau wie es weiter geht, aber war bereit mich überraschen zu lassen.

Zwei Tage später kam er vorbei und fragte ob ich mit ihm Essen gehe. Okay. Das Essen lief toll und entspannt. Wir unterhielten uns eher vorsichtig über Arbeit und die Kinder. Auf dem Spaziergang zurück kamen dann schon wieder so zwei Patzer von ihm. Ich hab sie geschluckt.

Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von meiner Ärztin. Ich war vor kurzem zum Check up bei ihr und sie meinte ein Laborwert wäre auffällig. Ich soll mich nicht verrückt machen aber wir müssen das beobachten.

Ich gerate nicht so schnell in Panik, aber dennoch hatte ich das Bedürfnis mit jemanden zu reden, also fragte ich ihn ob er Zeit hätte. Er kam sofort von der Arbeit rüber. 10 Minuten später wünschte ich mir, ich hätte ihm nichts erzählt. Er hörte nur halb zu, wollte die Laborwerte und überhaupt sollte ich sofort ins Krankenhaus. Hallo!!! Meine Ärztin ist nicht blöd.

Am nächsten Tag habe ich dann auch gemeint dass es mir Leid tut mit ihm gesprochen zu haben. Er sagte nichts, aber riss sich zusammen. Er bot mir an, mal seine Wohnung anzuschauen. Eigentlich wollte ich das nie, aber die Neugier siegte. Gar nicht übel für eine Person und plötzlich bekamen Erzählungen von den Jungs nach dem Wochenende einen Sinn.

Am nächsten Tag waren wir zum Frühstück beim Bäcker, er ging dann zur Arbeit. Ich wieder nach Hause. Mit „Bis später“ verabschiedete er sich von mir und gegen 22 Uhr fragte ich ihn wo er denn sei. Im Bett. Er sei total müde.

Ein paar Tage später wiederholte sich das. Diesmal fragte ich ihn ob er wisse was „Bis später“ bedeutet? Es war eine der Gelegenheiten die ich nutzte um ihn darauf aufmerksam zu machen das sein Verhalten anderen Menschen gegenüber stark verbesserungsbedürftig ist. Er entschuldigte sich und versprach das nicht zu wiederholen.

Wie es weitergeht? Ich weiß es nicht. Er wird nicht einfach ein anderer Mensch und so wie er ist, ist er für eine Beziehung nicht geeignet. Das sieht seine Familie auch so und was er nicht versteht: es hat seinen Grund, dass sein jüngster Bruder zwar mich mal anruft, aber Telefonate mit ihm vermeidet, dass sein mathematisch begabter Bruder bei ihm sprachfaul ist aber bei dem Rest der Familie, insbesondere unseren Jungs ein ganz anderer Mensch zu sein scheint und viel lacht und spricht.

Nun, wir werden sehen. Nächste Woche bin ich beruflich im „Urlaub“. Das weiß er noch nicht. Wir werden sehen ob er sich an mich erinnert und mal nach mir fragt.

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Job—>Inklusion

Mein Job, mein Ex-Job eher, war in einer Einrichtung für Behinderte. Grundsätzlich mache ich den Job nun seit 30 Jahren. Nicht 30 Jahre in Einrichtungen, aber 30 Jahre mit/für Menschen mit Handicap. Ich fing an mit Kindern und Jugendlichen, wechselte zu Erwachsenen und war jetzt wieder mit Kindern und Jugendlichen zusammen und vorerst bleib ich bei der Altersgruppe.

Das Thema Inklusion zieht Kreise und keine Ahnung wie viel mir entging als ich es nicht geschafft habe hier zu schreiben. Aber dass heißt ja nicht das alles an mir vorbei geht. So hab ich denn heute bei Fellmonsterchen einen Beitrag dazu entdeckt. Ganz aktuell von heute.

Es geht bei Fellmonsterchen um den netten Herrn Spahn, der sehr kostenbewusst entschieden hat, das Menschen die beatmet werden von Daheim in Spezialkliniken verlegt werden sollten. Grund sind da wohl Einsparungen in einem dreistelligen Millionenbetrag.

Jetzt gibt es da so ein paar Worte. Gehört haben sie die meisten schon mal. Fragt sich nur, ob auch jedem klar ist was das eigentlich bedeutet. Da gibt es Fachkräftemangel und Personalmangel.

Viele Fachkraftstellen sind mittlerweile mit Hilfskräften besetzt. Hilfskräfte, das muss man mal klar sagen, haben in der Regel keine Ausbildung in dem Bereich, in dem sie arbeiten. Natürlich arbeiten viele Hilfskräfte schon lange in dem Job, kennen die Bewohner, wissen was sie tun sollen. Nur wenn mal nicht alles 08/15 ist, wenn besonderes kommt, wenn…. dann fehlt ihnen eben das Fachwissen.

Bevor ich zu Cheffe wechselte war ich in einer Einrichtung- ich nenne sie mal A – die wäre eben so eine „Spezialeinrichtung“. Als ich anfing atmeten alle auf, denn endlich kam eine Fachkraft in die Gruppe. Es gibt Aufgaben, das sind Fachkraftaufgaben. Zum Beispiel Pflege- und Förderpläne schreiben. Die schreibt man nicht mal eben nebenbei. Da sitzt man lange dran und die müssen für jeden Bewohner immer wieder aktualisiert werden. Dazu gehört, das man Gespräche mit Therapeuten, Lehrern/Werkstattleitung, Fachdienst führt. Die Pläne müssen letztlich einer Überprüfung durch die Heimaufsicht standhalten.

Darüber hinaus gibt es Tätigkeiten, die Hilfskräfte nur machen, wenn sie es wollen. Zumindest war es dort damals so. Ist keine Fachkraft im Dienst und es muss gemacht werden…

Bei Cheffe, ich nenne die Einrichtung mal B, war ich als Nachtwache morgens die Fachkraft. Heißt, der Frühdienst bestand aus Hilfskräften, die meinen Weisungen folgen mussten, denen ich auch mal Dinge erklären musste, die einer Fachkraft klar gewesen wären.

Ich glaube es gibt mittlerweile keine Einrichtung mehr, die ohne Hilfskräfte arbeitet. Das war vor 30 Jahren anders. Da war jede Stelle mit einer Fachkraft besetzt. Mittlerweile kann man dankbar sein wenn man noch ausreichend Fachkräfte hat um pro Gruppe wenigstens eine einzusetzen. In Einrichtung A gab es im ganzen Haus nur zwei Krankenschwestern. Und es war eine große Einrichtung. Wann immer also eine medizinische Sache war, musste eine von den beiden gerufen werden und die haben nicht rund um die Uhr gearbeitet.

Dank des allgemeinen Personalmangels müssen immer weniger Mitarbeiter die Tätigkeiten ausführen. Und dann muss auch mal ausgeholfen werden, weil woanders niemand im Dienst ist. Da hat man dann auch mal Bewohner mit denen man sich nicht auskennt.

Kommen wir mal zu dem Begriff „Spezialeinrichtung“. Das klingt ein wenig so als wäre die Einrichtung voller Menschen die beatmet werden und das Personal ist entsprechend geschult und geübt.

Nein! Es war ein Wohnheim für Menschen mit Handicap. Angefangen von Läufern mit leichter Lernbehinderung bis hin zu Menschen die bewegungsunfähig im Rollstuhl sitzen und schon mit dem Verständnis einfachster Begriffe Schwierigkeiten haben. Und natürlich die ganze breite Palette zwischen diesen Extremen, Beatmung inklusive.

Ich habe viele tolle Hilfskräfte kennengelernt und habe gern mit ihnen gearbeitet. Und ich habe Leute wie Cheffe kennen gelernt. Jemand mit Studium, der von Hilfskräften noch was lernen kann.

Die Prognose in dem Job ist nicht positiv. Personal- und Fachkräftemangel wird die Situation immer weiter verschlechtern. Es fangen so einige an aus der Pflege abzuwandern. Ein Kollege aus A, Fachkraft mit überragendem Wissen, sitzt heute in einem Supermarkt an der Kasse und ist glücklich dort. Pflege nie wieder, meint er.

Und das ist es, was Herr Spahn sich für Menschen mit Beatmung wünscht. Ausgegrenzt in einer Einrichtung mit überarbeiteten Mitarbeitern.

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Job-update

Ich bin befreit! Dennoch war die letzte Zeit nicht ohne. Aber das war ja auch irgendwie ständig so.

Vor kurzem kam eine Kollegin aus dem Krankenstand zurück und sie war laaaange krank. Das Pflegedilema: Rücken und Schultern sind in Gefahr und sie hatte eine Schulter-OP, eine Reha, noch eine OP,… kurz: ich hab sie kennengelernt und nicht in erfreulicher Erinnerung, dann verschwand sie spurlos für etwas über ein Jahr ohne jedes Lebenszeichen und plötzlich bekamen wir die Nachricht dass sie wiederkommt, aber mit verminderter Arbeitskraft.

Na gut, kein Problem. Wir sind nicht so. Es gibt auch noch genug Tätigkeiten die Madam „Wasserstoffblond“ ausführen kann. Zunächst klappte das einigermaßen gut und dann kam jener Abend als ich zum Dienst kam und mein Lieblings-Kollege, der immer für 3 arbeitet, einen Gesichtsausdruck hatte der mir verriet das der Tag mehr als mies gelaufen ist. Megakurz- Übergabe und dann hab ich ihn Heim geschickt. Am Schreibtisch saß- ungerührt- Madam und vor sich ein etwa 1 1/2 jähriges Mädchen das ein Bild kritzelte. Ihre Enkelin.

Am nächsten Abend berichtete das Anhängsel das der ❤ -Kollege ziemlich explodiert ist. Sehr unüblich, obwohl böse Zungen (Anhängsel) behaupten er würde ständig meckern. Madam hat sich mit der Enkelin beschäftigt, aber sonst keinen Finger gerührt. 14 Tage später wiederholte sich das Spiel bei einer anderen Kollegin und damit stand fest, dass ein Gespräch mit Cheffe notwendig wird.

Sie dachte wohl das wird nicht so schnell was, weil es dienstlich keine Überschneidungszeiten gab, aber Madam hat ja noch mehr zu bieten. Frühdienst, 7:45 Uhr kommt Kollegin schnaubend zu mir und meint: „Sie ist weg. Eine Stunde zu früh.“ Wie jetzt? Madam hat Jacke und Tasche genommen und ist einfach nach Hause. Nächster Morgen: 7:55 Uhr treffe ich Madam am Aufzug. Tasche und Jacke dabei. „Willst du schon wieder abhauen?“ frag ich. „Ne, ne. Ich bring nur R. runter,“ meint sie und ich glaub ihr kein Wort, aber ich habe Feierabend und will nach Hause.

Abends erzählt das Anhängsel das Madam eine Mail von Cheffe bekam mit klarer Ansage. Madam waren kleinlaut und wie es weitergeht wird man sehen.

Am nächsten Morgen war ich mit einer Kollegin allein, Cheffe und Anhängsel kamen pünktlich zu meinem Feierabend und ich bekam noch ein update für… alles mögliche. Ich blieb länger. Nicht weil ich musste, nicht weil es mir schwer fiel zu gehen, sondern weil ich zu Hause nicht schlafen wollte. Die Tänzerin wollte kommen und sich in den Urlaub bis Ende des Monats verabschieden.

Ich ging mit dem Wissen, dass weder Cheffe noch sein Anhängsel wussten, dass es unser letztes Zusammentreffen war.

Montag nachmittag rief die Geschäftsführung an. Überrascht und entsetzt von meiner Kündigung und ich habe mir erlaubt mal auszupacken über Cheffe und sein Anhängsel. Immerhin habe ich erfahren das Cheffe vor ein paar Jahren schon mal eine Abmahnung kassiert hat. Ob es jetzt die nächste gibt weiß ich nicht aber mein Bericht hat schon einiges Entsetzen verursacht.

Kurz darauf eine Whatsapp von Cheffe. Er hatte erfahren das ich geh und wunderte sich, dass ich nichts gesagt habe. Well. Als ich ihm antwortete, dass ich weder darüber reden noch diskutieren wollte war die Reaktion eindeutig. Er war angepisst und im Grunde war dass auch das Ziel der Aktion. Nur schade das er es so früh erfahren hat.

Nun bin ich frei und empfinde kein bedauern. Ein wenig Sorge wegen der verbleibenden Kids, aber das war es.

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New World

Mal wieder eine Blogparade. Robert von Wicca Secret fragt wie die Welt unserer Meinung nach aussehen sollte.

Natürlich hat da jeder seine eigenen Vorstellungen und ich glaube dass genau da ein Problem liegt. Eine Welt wie ich sie gern hätte ist auf mich zugeschnitten- nicht unbedingt auf andere. Also im Grunde wäre alles wie es jetzt ist. Egoismus, Neid, Gier,… Das was diese Welt zu dem Ort gemacht hat, der er ist weshalb wir uns etwas besseres, neues wünschen. Es wäre wohl sinnvoller uns den besseren Menschen vorzustellen, denn der könnte eine bessere Welt schaffen und erhalten. Charakter muss mehr wert sein als Aussehen.

Die bessere Welt ist für mich also vor allem mit Menschen verbunden, die nicht so weitermachen wie wir es tun. Schon meine Mutter meinte immer das wir in einer Ellenbogengesellschaft leben. Das ist jedoch schon an die 40 Jahre her und ich würde nicht behaupten das die Situation sich verbessert hat. Im Gegenteil.

Viele Menschen meinen, unsere Parteienlandschaft wäre notwendig für die Demokratie. Realistisch betrachtet entscheidet eine Minderheit darüber welche Partei die Regierung übernimmt, weil die Mehrheit sich nur in einem Punkt einig ist: Genau diese Partei soll es nicht machen! In meiner besseren Welt wählen wir keine Partei. Da Politiker aus gutem Grund Volksvertreter genannt werden sollten sie sich für das Amt das sie haben möchten beim Volk bewerben. Populistisches Geschwätz ist dabei aber absolut tabu. Es zählen Kenntnisse, Erfolge, klare Vorstellungen und umsetztbare Pläne. Politiker wären verpflichtet nicht nur nach Wirtschaftswachstum zu brüllen, sondern auch klar zu sagen welche Konsequenzen für Lebewesen und Umwelt ihre Pläne haben.

Der Spruch „Geld regiert die Welt“ wird ungültig denn Geld verliert seinen Status. Börse und Kapitalanlagen brauchen wir nicht mehr. Grundsätzlich sollte Handel mehr über Tauschen und weniger über Kaufen stattfinden.

Ich wünsche mir eine Welt in der Familie wieder etwas Wert ist, wo Eltern sich gern um ihre Kinder kümmern statt diese möglichst schnell in Fremdbetreuung abzugeben. Kinder sollten wieder in Großfamilien aufwachsen können und voneinander und miteinander lernen.

Die Schulpflicht wird durch eine Bildungspflicht abgelöst. Wie die Kinder lernen hängt von ihnen selbst ab. Allein, in kleinen Gruppen, ab 8 Uhr oder lieber erst ab 10 Uhr? Menschen sind unterschiedlich und das sollte sich auch in den Konzepten zeigen.

Natürlich gibt es einige Dinge die alle Kinder lernen müssen wie Rechnen, lesen und schreiben, aber danach können die Kinder Fächer nach Interesse und Talent wählen. Darüber hinaus wird Wert auf Allgemeinbildung gelegt. Sprachen spielen eine wichtige Rolle. Praxis ist höher zu bewerten als Theorie.

Zeugnisse und Zertifikate sind nur noch zweitrangig. Es zählen Interesse und Fähigkeiten.

Öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder werden bevorzugt. Autos sind hauptsächlich für jene die sie berufsbedingt benötigen wie Rettungskräfte, Transportunternehmen und ansonsten sind sie zum Mieten und Teilen aber nicht für private Personen als Eigentum.

Recycling und Second Hand wird Standard und Neuanschaffung tritt in den Hintergrund. Die Menschen lernen Bescheidenheit und auch Geduld. Die Konsumgesellschaft ist keine Option.

Es gibt keine Visa und Reisebeschränkungen mehr. Jeder kann reisen und leben wo er möchte, dort lernen und arbeiten wo es ihm gefällt oder seine Fähigkeiten gebraucht werden. Das dürfte hoffentlich auch ein wirksames Mittel gegen den ekelhaften Rassismus sein.

Bei Nahrungsmitteln wird auf Regional gesetzt und weniger auf International. Auch wenn dann vieles nur noch im Ursprungsland zu haben ist.

Umweltschutz wird nicht auf die leichte Schulter genommen. Vor allem aber liegt die Macht nicht mehr in den Händen von großen Firmen und Konzernen die auf ihren Vorteil bedacht sind.

Hab ich was vergessen? Wahrscheinlich, aber ich denke das sind schon mal viele wichtige Punkte.

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Aktuelle Arbeitslage

Ich bin nur noch genervt von der Arbeit. Dabei habe ich Grund eine Party vorzubereiten. Ich muss noch acht Nächte schaffen, dann bin ich weg und raus und alle können mich mal.

Der Laden bricht langsam zusammen und das ist gut so. Die Geschäftsführung merkt nichts und Cheffe kann sich gut verkaufen. Er kann auch alles andere gut verkaufen. Im Grunde ist er der ideale Versicherungsvertreter, oder Flohmarktverkäufer, oder… Der könnte den übelsten Schrott als Luxusware verticken. Aber das war es dann auch.

Seine Faulheit wird immer übler. Inzwischen hat er riesige Schweißflecken unter dem Arm wenn er zur Kaffeemaschine war um sich ein Tässchen braune Brühe zu holen. Und nein,… das liegt nicht an der Hitze draußen, sondern findet auch an kühlen Tagen statt.

Es gibt keinen einzigen Bewohner mit dem er zurecht kommt. Der Kleinste ist für ihn so „fremd“ wie der Größte. Er ist bereits beim Anziehen am Limit und Essen eingeben… Au weia.

Wir hatten auch schon das Cheffe eigentlich zum Frühdienst kommen sollte. Er kam nicht, hatte es aber auch nicht nötig sich zu melden um uns das mitzuteilen.

Neulich ist er ausgetickt. Der „Große“ hat ihm gebeichtet, dass er sich selbst um einen neuen Wohnplatz gekümmert hat. So was. Dabei wollte Cheffe doch das er bleibt und in einem Jahr in eine GmbH der Einrichtung wechselt, denn die Leitung dort kennt er… und natürlich bleibt das Geld in der Einrichtung und ein Selbstständiger Bewohner,..

Der Schaden ist angerichtet, also behauptet Cheffe jetzt, er hätte gemeinsam mit dem Großen gesucht und nun versucht er noch eine weitere Unterbringung. Komischerweise ist das aber auch wieder eine GmbH. Der glaubt wirklich er kann mich vera…

Nachdem Cheffe und sein Anhängsel gemerkt haben dass ich nicht auf ihrer Seite stehe wenn sie sich über den „Prügelknaben“ beschweren, heißt es bei der Übergabe immer es wäre mit ihm gut gelaufen. Das Anhängsel verzieht auch nicht mehr das Gesicht wenn sie sieht das der Prügelknabe sich über mein Kommen freut. Sie ärgert sich trotzdem.

Einen Tag hatte ich Gelegenheit dem Cheffe mal zu demonstrieren wie super das Essen mit dem Prügelknaben funktioniert, wenn man es richtig macht. Er hat nicht mit der Wimper gezuckt, aber ob er auch was verstanden hat? Eher nicht.

Sein Anhängsel hat nun auch schon verstanden dass sie vorsichtig sein muss bei mir. Nur hat sie nicht verstanden dass sie sich ständig selbst ein Bein stellt. Erzählte sie mir neulich das eine unserer Bewohnerinnen ihr Medikament nun nur noch bei Bedarf bekommt. Wunderbar. Ich war für das Medikamente stellen zuständig. Hat sie am nächsten Tag über mich gelästert weil ich angeblich zu blöd wäre die Medikamente zu stecken,(das man stellen sagt und nicht stecken hat sie bisher auch verpennt), weil ich das Medikament nicht in den Dispenser getan habe. Hat sie dann gemacht. Hab sie gefragt, ob es nun ein Bedarfsmedikament ist oder nicht. Natürlich meinte sie und als ich dann meinte dass irgend ein Schlaubischlumpf (ich wusste sie war es) das Medikament in den Dispenser sortiert hat versuchte sie sich schnell raus zu winden. Hinterm Rücken schlecht reden ist das was sie gut kann. Ansonsten ist sie eher untauglich.

Ich bin normalerweise nicht hinterhältig oder gemein, aber wir haben neben Cheffe noch eine 2. Sozpäd. die kommt nur einmal pro Woche und sie ist die einzige von der ich eine gute Meinung habe. Hab sie gebeten sich auf eine Stelle im Fachdienst zu bewerben, die frei wird. Cheffe will die Stelle haben, aber sie hat mehr Qualifikationen. Man würde ihr die Stelle geben. Sie muss sie nicht nehmen, sich nur bewerben. Selbst wenn Cheffe sie am Ende doch bekommt, wird er immer wissen, das er sie nur bekommen hat, weil sie abgesagt hat.

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1000 Fragen an mich selbst #7

241: Fühlst du dich im Leben zu etwas berufen?

Anscheinend auf Menschen mit Problemen zu treffen um mich darum zu kümmern.
242: Bist du nach etwas süchtig?

Cappuccino
243: Wessen Tod hat dich am meisten berührt?

Hmmm, ich weiß nicht.
244: Wie würde der Titel deiner Autobiografie lauten?

Gute Frage. Braucht die Welt eine Autobiografie von mir? Ich glaube das wäre auch ein guter Titel.
245: In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest?

Vielleicht 70%
246: Wann muss man eine Beziehung beenden?

Wenn sie nur noch Schaden bringt
247: Wie wichtig ist dir deine Arbeit?

Sehr wichtig, aber dennoch könnte ich ohne leben.
248:Was würdest du gern gut beherrschen?

Viele Sprachen
249: Glaubst du, dass Geld glücklich macht?

Nein, es hilft nur Rechnungen zu bezahlen.
250: Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden?

Nein.
251: In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut?

Schlafen
252: Heuchelst du häufig Interesse?

Wenn es aus Gründen der Höflichkeit unbedingt notwendig ist, aber ich versuche so etwas eher zu vermeiden.
253: Kannst du gut Geschichten erzählen?

Leider nein
254: Wem gönnst du nur das Allerbeste?

Fast allen Menschen
255: Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst?

Die letzte Lebenszeit meines Onkels und meiner Tante
256: Kannst du dich gut ablenken?

Oh ja.
257: In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten?

Leger, weit, ohne viel Schnickschnack
258: Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde?

Ich glaube da gibt es nichts
259: Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören?

Ne, ich bin ganz zufrieden
260: Wer nervt dich gelegentlich?

Die Mutter meiner Betreuten

261: Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?

Kommt auf die Person an mit der ich rede

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Blogparade: Miteinander leben

Nachdem ich in letzter Zeit hauptsächlich den 1000 Fragen an mich selbst nachgegangen bin, möchte ich mich mal wieder an einer Blogparade beteiligen, die ich zufällig entdeckt habe. Das Thema beschäftigt mich seit kurzem und da kommt mir diese Parade sehr gelegen.

Martina von Jolinas Welt und Lilli von Mit Kindern glauben haben gemeinsam die Blogparade Miteinander leben gestartet.

Die Blogparade soll Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen die Möglichkeit bieten Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Da bin ich gleich wieder bei meinem Fußballer. Über ihn hatte ich schon einmal einen Beitrag für die Blogparade „Ich bin anders und das ist gut so“ verfasst. Die ist nun schon zwei Jahre her, aber er ist eben immer noch anders.

Mein Fußballer mag nicht mehr gern zum Fußball-Training gehen. Immer häufiger gibt es Tränen. Ein Junge aus der Mannschaft, aber nicht er allein, verspotten ihn. Ich spüre meinen Ärger über diese Jungs, dabei hat vermutlich denen nur niemand erklärt warum Fußball ein Teamsport ist und was das bedeutet. Manche Erwachsene haben auch nie gelernt was Team bedeutet, aber nun gut. Eigentlich sind es die Eltern, die hier ihren Kindern etwas erklären sollten und da ist da der Trainer, der seine Mannschaft zusammenschweißen sollte.

Ich habe meinen vier Kindern frühzeitig erklärt, dass man andere nicht verspottet, auslacht oder ausgrenzt. Leider ist das nicht die Norm. Aber wie sollen wir denn miteinander leben wenn wir uns nur damit beschäftigen bei den anderen Dinge zu finden die uns nicht gefallen? Gemeinsam könnte man Defizite ausgleichen, Schwierigkeiten überwinden. Wenn jeder nur seins macht kommt keiner wirklich weit.

Ich möchte gar nicht behaupten, das der Trainer sich nicht bemüht, aber er ist halt Vater mit Wochenendkurs zum Trainer. Keine spezielle Ausbildung und er ist der dritte Trainer für unseren Fußballer, aber der erste, der ihn wirklich trainiert und bewusst die Herausforderung angenommen hat. Wunder entstehen daraus nicht. Aber mein Fußballer macht Fortschritte, allerdings langsamer als die anderen und die Dinge die er nicht versteht machen ihm zu schaffen. Da sagt der Trainer zu ihm er soll auf seine Position gehen, hinterher brüllt er ihn an weil er nicht zum Ball gelaufen ist. Ja was denn jetzt?

Mein Fußballer besucht eine Förderschule. Das ist gut so. Auf einer normalen Schule hätte er wohl ähnliche Probleme wie beim Fußballverein. Die Kinder die nicht „besonders“ sind und deswegen nicht verstehen und natürlich die Lehrer die eben nur „normale“ Lehrkräfte sind und nicht speziell geschult. Für meinen Fußballer ist es normal das er sich im Unterricht Kopfhörer aufsetzt wenn ihm die Geräusche zu viel werden und er eine Aufgabe erledigen soll. Kann er nicht länger still sitzen holt er sich ein Balance-Kissen oder den großen Gymnastikball. In der „Normalschule“ wird einem geraten sich Ritalin verschreiben zu lassen. Ruhigstellen statt Helfen lautet die Devise.

Im Grunde genommen wäre es klasse wenn Inklusion nicht nur Theorie wäre. Wenn Vereine ,Schulen etc. von Anfang an für alle Kinder, Jugendliche,Erwachsene gedacht wären. Es gibt Integrationskindergärten in denen dieses Miteinander statt findet, aber das ist immer noch Ausnahme und nach dem Kindergarten gehen alle wieder getrennte Wege. Warum nicht weiter zusammen bleiben? Warum werden Schulklassen nicht mit einer „Normalkraft“ und einer sonderpädagogischen Lehrkraft ausgestattet, die Hand in Hand zusammen arbeiten? Warum können Sportvereine dieses Miteinander nicht bringen? Warum gehen Lehrer, Trainer, Erzieher nicht zu Fortbildungen die ihnen Wege aufzeigen?

Wir, die wir in diesem Bereich arbeiten, werden regelmäßig zu Fortbildungen geschickt. Hilfsmittel-Schulung, damit wir wissen wie welcher Lifter funktioniert, das Pflegebett usw., Medikamenten-Schulung damit wir alles korrekt lagern, wissen welche Tabletten man zerteilen darf und welche nicht, Wechselwirkungen, ect., Hygiene-Schulung, Pflege-Schulung, und nicht zuletzt all jene Schulungen die Themen behandeln mit denen man in der Arbeit so konfrontiert wird oder werden kann.: Sexualität, Tod und Sterbebegleitung, Trauer, aber auch die unterschiedlichen Handicaps, Förder- und Hilfsmöglichkeiten. Natürlich nützt das alles wenig wenn man allein da steht und mehr als zwei Hände bräuchte oder sich gleichzeitig an mehr als einem Ort aufhalten müsste. Der Fachkräftemangel greift weiter um sich. Womöglich wird man über kurz oder lang Einrichtungen schließen und die Bewohner in die „Normalwelt“integrieren müssen und ich hoffe das es wirklich auf Inklusion hinausläuft und nicht auf Sterbehilfe und Lagerhaltung.

Im Grunde kann ich Dankbar sein, dass mein Fußballer ein „Läufer“ ist. Wäre es anders, wären da noch ganz andere Probleme. Nehmen wir den Kindergarten dessen Außengelände eindeutig nicht für Rollstühle gedacht ist, Spielplätze, die Grundschule- die zwar inzwischen an einem Eingang eine Rampe hat, aber Sport fällt aus wegen Treppe, der Sportverein dessen Umkleideräume im Keller untergebracht sind- ohne Aufzug versteht sich, die Wohnung, die nicht auf besondere Bedürfnisse ausgelegt ist,…

Demnächst möchten wir als Gruppe gemeinsam Essen gehen. Drei Läufer, zwei Rollstühle. Eines davon ein E-Rolli. Mir ist vorher nie aufgefallen wie problematisch dein Restaurantbesuch sein kann. Ich dachte spontan an ein tolles Restaurant in der Nähe, mit Aussensitzplätzen. Hat sich erledigt.

Ich hiefe keinen E-Rolli Stufen hoch. Und selbst wenn wir hoch kämen… wir müssten erst mal Tische und Bänke an die Seite räumen damit wir durch kommen. Mit toller Deko versperrte Durchgänge die weder Rolli noch Kinderwagen durchlassen,zu schmale Eingänge, Aussensitzplätze, die den halben Gehsteig einnehmen und mit Rolli endgültig den Passanten die Fläche versperren, Geschäfte wo Rollifahrer warten müssen bis ein Verkäufer sie bemerkt weil sie entweder nicht in den Laden kommen, oder aber die hohe Verkaufstheke jede Sicht versperrt,…

Diese Welt ist nicht für besondere Bedürfnisse gemacht. Ich könnte die Toiletten in Kaufhäusern erwähnen, die eigentlich Rolli-gerecht sein sollen, aber oftmals als Abstellfläche für den Vorrat an Toilettenpapier und Putzlappen genutzt wird. Wickelmöglichkeiten nur für Babys, dabei gibt es auch Erwachsene die nicht stehen und zur Toilette können. Arztpraxen mit engen Eingängen, Fluren, Behandlungsräumen, mit Stufen, in Etagen ohne Aufzug,…

Handys und Telefone die für Menschen mit motorischen Problemen geeignet sind, sind rar. Vieles wird immer kleiner, empfindlicher und damit für einen Teil der Menschen schwerer zu bedienen. Da ist eine Sprachsteuerung eine willkommene Hilfe- wenn man denn einigermaßen verständlich sprechen kann.

Zusammengefasst kann man sagen es ist eine riesige Baustelle deren Vollendung in weiter Ferne liegt. Von den fehlenden Finanzen mag ich gar nicht reden. Geredet und überlegt wird viel, umgesetzt wird, wenn, dann nur langsam.

Zum Abschluss möchte ich aber auch noch einmal zu meinem Beitrag verlinken, den ich für Chaosheps Blogparade „Integration von Menschen mit Behinderung“ verfasst hatte

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