Muttertag

11 MAI 2014 Deutsche Muslima Veröffentlicht unter Deutschland, Islam Tags: Islam, Muttertag

Thema Muttertag2Heute ist Muttertag!

Der Tag an dem Floristen die Kasse mächtig klingeln hören. Welche Massen an Blumen die gekauft, in die Vase gestellt und kurz darauf im Müll entsorgt werden. Beliebt natürlich auch immer wieder Pralinen, Gedichte oder Basteleien. Manch einer nutzt den Tag um “Mama” mal das Frühstück ans Bett zu bringen, Essen zu gehen statt sie kochen zu lassen, oder einfach mal die Hausarbeit zu übernehmen.

Aber warum das einmal im Jahr? Einmal im Jahr besonders an eine Person denken, die eigentlich täglich… ja was eigentlich? Heute ist es vielfach so, das Mütter ihre Kinder schon in die Krippe in Fremdbetreuung geben, spätestens aber in den Kindergarten-möglichst ganztags- und den Job als Mutter damit abgeben. Wenn man sich so umhört scheint es schon etwas besonderes zu sein wenn eine Mutter länger als sechs Monate ihr Baby stillt. Für die Hausarbeit wird der Partner mit ran gezogen und ohne Arbeit(sstelle), so sagen viele Frauen, fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Muttersein ist negativ behaftet, wird als Arbeitslosigkeit gewertet und in Richtung Nazizeit gerückt weil dort besonders kinderreiche Mütter besonders geehrt wurden.Die Gesellschaft ist auf Single-,Paar- und maximal Kleinfamilien eingestimmt. Natürlich mit doppelter Berufstätigkeit.

Interessanterweise sind die typischen Frauenberufe eben jene Jobs bei denen Frauen das tun was angeblich so negativ ist. Eine große Gruppe Kinder managen als Erzieherin in Krippe, Kiga,Hort zum Beispiel oder Kranke pflegen als Krankenschwester, Alte Menschen versorgen als Altenpflegerin, als Reinigungskraft Praxen, Wohnungen, Geschäfte, ect. putzen,… Warum also ist Hausfrau und Mutter sein falsch? Warum ist es besser 20 fremde Kinder zu beschäftigen als zehn eigene? Warum ist es gut im Eiltempo eine Station Kranker zu versorgen aber nicht den eigenen Kindern die Nase zu putzen?Weil man dann als Frau keine Steuern zahlt?

Mutter sein und die Kinder bei anderen haben, statt selbst für sie da zu sein?

Der Islam sieht Frauen anders. Zunächst einmal wird eine Hausfrau und Mutter nicht als arbeitslos bezeichnet. Dann wird nie vergessen das auch Schwangerschaft und (schmerzhafte) Entbindung Bestandteil der Mutterschaft ist. So heißt es zum Beispiel im Qur-an, Sure “Lugman”,Vers 14:

“Und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn (doch vor seiner Geburt) überaus mühsam (unter dem Herzen) getragen, und bis zu seiner Entwöhnung waren es (weitere) zwei Jahre -: “”Sei mir und deinen Eltern dankbar! Bei mir wird es (schließlich alles) enden.”

Zwei Jahre bis zum Abstillen. Davon können die meisten Babys nur träumen. Es gibt eine ganze Reihe Suren in denen das gute Verhalten gegenüber den Eltern und damit eben auch der Mütter erwähnt wird. Und es gibt zahlreiche Überlieferungen (Hadith). Ein paar Beispiele:

Einst kam ein Mann zum Propheten Mohammed (Segen und Heil auf ihm) und fragte diesen: “Wer hat das meiste Recht auf meine gute Umgangsweise (mit ihm)?” Der Prophet (Segen und Heil auf ihm) antwortete: “Deine Mutter.” Der Mann fragte: “Wer danach?” Der Prophet (Segen und Heil auf ihm) sagte: “Danach deine Mutter.” Der Mann fragte weiter: “Wer danach?” Und wieder antwortete der Prophet (Segen und Heil auf ihm): “Danach deine Mutter.” Der Mann fragte nochmals: “Wer danach?” Da sagte der Prophet (Segen und Heil auf ihm): “Danach dein Vater.” (Überliefert bei Al-Bukhaary und Muslim)

Al-Mugira Ibn Schu’ba berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: “Allah hat euch wahrlich folgendes verboten: die Lieblosigkeit gegen die Mütter, die Verwehrung einer milden Gabe und deren unrechtmäßige Einnahme und die Tötung der Mädchen. Und Allah verabscheut von euch ferner das Geschwätz, die häufige Stellung von Fragen und die Verschwendung des Vermögens (bzw. des Geldes und der Güter)!”                (Überliefert bei Al-Bukhaary)

Respekt und Ehre für Mütter/Eltern ist also für jeden Tag gedacht und nicht für einen bestimmten. Nicht einen Tag im Jahr soll man Dankbarkeit zeigen, sondern jeden. Und es sind die Mütter die mehrfach besonders hervorgehoben werden, denn neun Monate Schwangerschaft, Wehen,Entbindung, Versorgung der Babys sind nicht vergessen. Die durchwachten, Nächte, die ersten Zähne, Arztbesuche, es gibt so viel was Mütter leisten und was leider nicht weiter erwähnt wird.

Ich wünsche mir das Mutter sein wieder das ist, was es sein soll. Für die Kinder da sein.

Update:

Bei mutterseelesonnig läuft die Aktion #Muttertagswunsch.

Ich denke da passt der Beitrag gut rein