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Corona-frei und Co. #3

Gestern hat sich meine Chefin gemeldet. Sie vermutet unsere Sonderferien könnten womöglich bis zu den Sommerferien dauern. Ich weiß es nicht. Aber ich gehe mal davon aus, dass es Pfingsten werden könnte.

Mit ADHS-Kind ist es teilweise echt anstrengend. Also langer Spaziergang. Wir waren insgesamt etwa 3 Stunden unterwegs. Unterwegs im „Wäldchen“ roch es so typisch nach Knoblauch.

Jede Menge Bärlauch und ein paar eifrige Sammler, denen wir es letztlich gleich taten, da der Fußballer unbedingt Pesto wollte. Überhaupt hatte er den Vorschlag gemacht, das wir mehr Dinge selbst machen. Da wir jetzt alle viel Zeit haben, nehme ich diesen Vorschlag gerne an. Angefangen mit Pesto.

Na gut, ich habe letztlich doch keine so große Begeisterung für den selbstgemachten Bärlauch entwickelt. Im nachhinein war ich mir nicht mehr so sicher ob es tatsächlich alles Bärlauch war oder einige giftige Doppelgänger darunter sind. Geruchstest fiel aus, weil ohnehin schon alles nach Knoblauch roch. Dann wird es heute leider noch mal ein gekauftes Pesto. Hauptsache wir landen nicht mit Vergiftung im Krankenhaus.

Dafür aber werden wir tatsächlich diverse andere Dinge selbst machen und da auf „gesünder“ setzen. Also statt Zucker Alternativen wie Erythrit, frisches Obst und Gemüse,statt Geschmacks- und Farbstoffen. Auf der To-Do-Liste stehen gesunde Naschereien und auch ungesunde 😉 , aber dafür eben mit weniger Kalorien. Der Handballer möchte gern Erdbeereis machen, auf Kokoskugeln haben beide Sportler Appetit. Und auf Wunsch des Handballers machen wir morgen die Chaussons, die es in Marokko bei der Familie immer gibt.

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Corona-frei & Co. #2

Auch wenn das Wetter sich noch nicht so 100% auf Frühjahr eingestellt hat, habe ich doch das Bedürfnis mal ein wenig das Design in Richtung Frühjahr zu trimmen. Also ein neues Header-Bild und die Farben angepasst.

Quelle: Klick

Ansonsten passen wir uns hier auch immer weiter an.

Der Handballer hat inzwischen diverse Aufgaben von seinen Lehrern bekommen. Die Druckerpatrone ist jetzt recht leer vom vielen drucken.

Sein Trainer hat sich im heimischen Wohnzimmer vor die Videokamera begeben und diverse Übungen gefilmt und geschickt, damit das Training zumindest ein wenig weiter geht.

Donnerstag meinte mein Ex er wolle am Wochenende mit den Kindern auf den Spielplatz. Ne, is nicht. Sportplatz auch nicht. Habe ihm extra einen Screenshot von einem Zeitungsbericht geschickt. Was meint er? Es wären meine Regeln.

Es stellte sich heraus, dass er herzlich wenig hat von den offiziellen Regeln von Bund und Ländern zur momentanen Ausgangsbeschränkung. Ich bin mir nicht einmal sicher ob er weiß, dass er vorerst nicht arbeiten darf und ob er sich daran hält/halten würde weiß ich auch nicht.

Immerhin hat er Samstag die Kids für ca. 2 Stunden abgeholt. Ist irgendwohin weit raus gefahren, wo keine Leute liefen und war mit ihnen spazieren. In der Zwischenzeit wollte ich auch einen Spaziergang machen. Während es letzte Woche den Eindruck machte als ob alle im Urlaub währen, war es Samstag komplett anders. Der Spruch „Wir bleiben Zuhause“ hat kaum jemanden interessiert. Es war voll. Voll wie vor Corona. Lange Schlange Menschen an der Eisdiele. Die Gehwege voller Menschen. Also Flucht! Ab in den Wald. —–> ständig begegnete ich Menschen und auf einer Lichtung mehrere Menschengruppen. Eltern mit Fahrradanhängern für ihre Kids, die es sich gemütlich gemacht hatten. Kaum eine Möglichkeit allein unterwegs zu sein.

Zurück auf der Straße, zurück auf dem Weg nach Hause…mitten auf der Insel einer Kreuzung ein Mann mit Kamera. Munter damit beschäftigt eine dreiköpfige Gruppe Männer zu fotografieren, die sich offensichtlich getroffen hatte und sich unterhielt. Was ist hier eigentlich los?

Unser Hausmeister schnautzt einen Lieferanten an, der nun wirklich nicht ahnen kann, dass die Kellertür defekt ist. Vielleicht ärgert er sich, das er arbeiten muss während andere Corona-frei haben, oder er ist mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden… oder der Kaffee war leer. Egal. Er war übellaunig.

Ich gehe nicht davon aus, dass unser Corona-frei bald endet. Es dürfte uns noch eine Weile begleiten.

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Corona-frei und Co.

Wir haben Corona-Frei, sprich: wir dürfen/müssen daheim bleiben. Wie alles hat auch das so seine Vor-und Nachteile.

Das ganze Hetzen, auf die Uhr schauen, eilen ist vorbei. Alles kommt zur Ruhe. Es ist ein bisschen wie Sommerferien. Man sieht kaum jemanden weil alle im Urlaub sind. Es ist ruhig draußen. So als ob die Welt einfach mal die Luft anhält.

Man hat Zeit für alles mögliche. Ich hätte sogar Zeit zum lesen, kann mich aber nicht dazu aufraffen. Statt dessen lasse ich lesen. Ich habe mir Hörbücher besorgt. Nicht zu fassen. Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber inzwischen genieße ich es mal die Kopfhörer zu nutzen, die Welt aus zu klinken und mir ein Buch vorlesen zu lassen.

Die Kinder haben Schulfrei, außerhalb von Feiertagen und Ferien. Auf unbestimmte Zeit.

Ursprünglich war geplant das wir einen Familienurlaub für eine Woche machen. Die SML hat hart um diese Woche gekämpft, denn ihr Chef wollte ihr diese Woche nicht gönnen. Die Tänzerin hat entschieden die Uni zu schwänzen und einfach ihr Tablet mit zu nehmen, damit sie während des Fluges oder auch vor Ort mal ein wenig lernen kann.

Dann begann sich alles zu drehen: die Tänzerin bekam eine Terminliste und ausgerechnet während des Urlaubes sollte sie eine Präsentation abliefern. Wir hielten die Luft an und sie ging zum Lehrer. Entwarnung! Ihre Präsentation wir einfach um eine Woche verschoben. Wir waren erleichtert und ahnten nicht dass es dafür keinen Grund gab.

Das Wort Corona tauchte immer häufiger auf. Das Virus kam immer näher und plötzlich kam eine Mail der Fluggesellschaft: Der Hinflug wurde storniert. Tja, super. Dann brauch ich den Rückflug auch nicht. Urlaub ins Wasser gefallen. Gelder zurück? Das müssen wir abwarten. Es war keine Pauschalreise und daher kippelt es.

Mein Schützling durfte aus prophylaktischen Gründen nicht zur Schule und so hatte ich plötzlich frei. Dann kam der Handballer weil in der Nachbarschule ein bestätigter Fall auftrat und anschließend rief die Schule des Fußballers an. Er war im Nachbargebäude und dort war ein bestätigter Fall.

Es stellte sich heraus, der der Fußballer nur verwechselt wurde und zwei andere Kinder im Nachbargebäude waren, aber das änderte nichts mehr. Schulfrei- außerhalb der Ferien.

Kurz darauf kam die Lehrerin des Fußballers mit einem Stapel Aufgaben vorbei. Bereits am letzten Tag hatte er einen solchen bekommen. Die abgeholzten Bäume sagen „Danke“.

Die Tänzerin bekam an der Uni frei…- aber auch die Auflage sich zur üblichen Vorlesungszeit zum Online- Unterricht ein zu finden. Das ist absonderlich, denn gerade bei ihr an der Uni gibt es eine Gruppe Lehrer die man in zwei Kategorien einteilen kann: 1. Wieso sollte ich ein technisches Gerät bedienen? Dafür haben wir Berater. Die 2. Kategorie ist: „Das Gerät will nicht. Wie Steckdose? Welchen Stecker soll ich wo einstecken?“ Kurz gesagt: ohne technischen Berater würde es oft gar nicht laufen.

Jetzt findet Schule zuhause statt. Und ich finde das nicht übel. Einzelunterricht der sich auf Stärken und Schwächen konzentrieren kann und individuell gestaltet wird.

Dennoch bin ich enttäuscht. Lehrer betonen gern das man seinen Kindern doch die Gefahren des Internets bewusst machen sollte. Lehrer reden gern darüber wie schädlich der Konsum von Smartphone und Co. ist und hier wäre jetzt die Gelegenheit gewesen den Schülern zu zeigen wie man die Geräte, die die Schüler aller Mahnungen zum Trotz dennoch haben, sinnvoll nutzen könnte. Pustekuchen.

Immerhin hat die Lehrerin des Fußballers eine Plattform genutzt um den Eltern/Kindern noch weitere Lernaufgaben online zur Verfügung zu stellen. Aus der Schule des Handballers: NICHTS.

Jetzt wäre die Möglichkeit Online- Unterricht zu erteilen, Bilder, Videos, Präsentationen zu nutzen, Schülern den sinnvollen Umgang mit Medien zu zeigen. Stoff weiter zu bearbeiten, zu erklären, neue Themen anzufangen, die Zeit sinnvoll zu nutzen, aber leider, leider, leider…

Immerhin: wenn von Lehrern schon nichts kommt und auch aus dem Bildungsministerium nichts zu erwarten ist, dann gibt es dennoch diese Lichtblicke, die zeigen dass es noch Menschen gibt die mitdenken. Da ist der Fernsehsender der jeden Morgen drei Stunden Schulfernsehen bietet für alle Fächer und Jahrgangsstufen und da ist der Basketballverein, der sofort erkannt hat das auch der Sportunterricht und sämtliche Vereinstätigkeit entfällt und man das- dank der Technik- einfach online anbieten kann. Training bei freier Zeiteinteilung zu Hause.

Und dann gab es immer wieder Meldungen zu Hamsterkäufen und tatsächlich verschwinden einige Dinge relativ schnell aus den Regalen der Supermärkte. Speziell angeblich Toilettenpapier. Ein Psychologe (?) im Fernsehen meinte den Menschen wäre das was rauskommt wichtiger als das was rein geht. Also egal was man isst, Hauptsache Toipapier zum abwischen.

Es wird davon geredet das man sich gegenseitig helfen soll, aber Abstand wahren. Das man besonders älteren Nachbarn die Einkäufe abnehmen sollte, aber Abstand wahren, soziale Kontakte eindämmen und immer wieder Lagerkoller und Familien die sich gegenseitig auf die Nerven gehen weil sie so dicht aufeinander hocken. Ja, man muss wirklich jedes Zusammengehörigkeitsgefühl ausmerzen, muss Einzelgänger auf Biegen und Brechen schaffen.

Seit Monaten wird über Umweltschutz geredet, Nachhaltigkeit und dann kaufen die Menschen Unmengen an Lebensmitteln die zwar nicht leicht verderblich sind, aber dennoch ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Wie viel wird am Ende der Krise im Müll landen? Weil es verdorben ist, weil man gar nicht soviel essen kann wie man eingelagert hat.

Ich erinnere mich noch daran als 1999 so viele Menschen dachten Silvester sei alles zu Ende, alles würde zusammenbrechen weil Computer die Umstellung auf 2000 nicht schaffen. Was taten die Menschen? Hamsterkäufe! Als der Mayakalender endete und so viele davon überzeugt waren dass jetzt der Weltuntergang vor der Tür steht: Hamsterkäufe.

Wer profitiert davon? Firmen- in der Regel große Firmen die all diese Produkte die man so gut einlagern kann herstellen. Zusätzlich bekommen sie finanzielle Hilfen von der Regierung in Milliardenhöhe. Was bekommt der kleine Arbeiter mit Niedriglohnjob? Der soll sich sozial engagieren für die Mitmenschen. Und vorwiegend die Zahl der älteren Mitbürger reduziert sich dank Pandemie von allein.

Nach der Pandemie kann man die Arbeitslosenzahlen neu bewerten. Die Regierung kann ja nichts für Tote oder Pleitefirmen deren Arbeitsstellen verloren gingen. Die Übernahme von Kleinbetrieben durch große Firmen ist problemfrei möglich und selbst der Staat darf sich bedienen wenn Firmen finanzielle Probleme haben. In Krisenzeiten werden bestehende Regeln nochmal verschärft, wird ohne Diskussion mal eben gehandelt. Nur erstaunlicherweise immer von unten nach oben. Umgekehrt leider nicht.

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Geschmäcker…

sind verschieden und das ist gut so.

Es kam eigentlich eher zufällig, dass ich anfing Smoothie´s zu testen.

Ursprung war zum einen dass dieses gematschte Obst und Gemüse gerade großes Thema ist. Zum anderen, dass Eltern eines Jugendlichen bei uns auf der Arbeit meinten ihr Kind sollte viel davon zu sich nehmen. Sie liefern regelmäßig Packungen mit dem Zeug und zusätzlich brachten sie noch einen Smoothiemaker vorbei, damit wir fleissig selbst matschen. Vorzugsweise grün, denn die Eltern meinen dass die grünen Smoothies ruhig in größerer Menge verabreicht werden sollten. Im Vergleich zu anderen Farben.

Kollegin schmiss also einiges an Grünzeug in den Maker und stellte auf Vorrat grünen Smoothie her. Ganz ehrlich: ich wollte nicht einen Tropfen probieren. Vielleicht hätte er ja gut geschmeckt, aber hier zeigte sich die Wahrheit in dem Spruch „Das Auge isst mit“.

Ich mag grüne Sachen. Esse gern Spinat, Erbsen und Rosenkohl, aber das Grün von diesem Smoothie… Es erinnerte mehr an Windelinhalt eines mit Spinat gefütterten Babys. Irgendwie Bäh.

Egal. Jedenfalls dachte ich, mal probieren was da so im Handel erhältlich ist, für den kleinen Durst zwischendurch und unterwegs. Soll ja auch gesund sein.

Um es vorweg zu sagen: ich würde mir dauerhaft dies Zeug nicht kaufen. Auch wenn der Inhalt gesund ist, diese 250ml Plastikflaschen sind es nicht. Die richten mehr Schaden als Nutzen an, besonders für die Umwelt. Also wenn, dann mach ich mir das selbst und ich brauch keinen Smoothiemaker. Unser Mixer und auch der Pürrierstab können das auch-schon getestet.

Heute habe ich mir zwei Flaschen geholt mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Eine mit Chia, eine ohne. Die Flaschen sahen auch rein äußerlich unterschiedlich aus. Aber bei genauer Betrachtung stellte sich heraus, dass sie von derselben Produktionsstätte kommen. Die Auswahl ist also kleiner als im ersten Moment vor dem Regal gedacht.

Letztlich habe ich Magenschmerzen und bin sicher, das die Ursache der Smoothie ist. Er hat auch nicht besonders geschmeckt. Hab es grad so runterbekommen und werde mir die Sorte nicht noch einmal holen.

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Ausgenockt

sind wir nicht wirklich, aber derzeit kommen so Momente gehäuft die wir bisher eher nicht hatten.

Bei meinem ADHS-Fußballer hatte ich ja schon kurz nach der Geburt befürchtet, dass er mir öfter mit einem Gips rum rennt, aber bisher hat sich das als Irrtum erwiesen.

Überhaupt sind meine Kinder ja nicht so gern oder oft krank. Mal ein wenig Schnupfen, der die Erwähnung nicht lohnt, aber sonst sind sie eher gesund.

Momentan ist es eher anders. Angefangen hatte es … na, so lange ist es noch nicht her. Es war als nächtens so viel Schnee runter kam, dass ich mich das erste Mal seit… gefühlten 100 Jahren in meine Kindheit zurück versetzt fühlte. Eine Kindheit in der Schneemassen normal waren. Eine Kindheit in der ich nachmittags den Schlitten geholt, über das verschneite Feld gerannt bin, hoch auf den Berg um dann dort zu rodeln bis es dunkel wurde.

Da hatten wir also Mal viel Schnee und in der Nähe etwas dass nach meiner Definition eine Erhebung im Gelände ist, für die meisten Städter aber der Rodelberg. Es war Sonntag und damit der Tag an dem die Jungs mit ihrem Vater den Nachmittag verbringen. Diesmal war dieser nachmittag eher kurz. Wenn es denn 30 Minuten waren, die sie gerodelt sind. Plötzlich klingelte das Telefon. Sie sind auf dem Heimweg, der Fußballer ist umgekippt und genau auf das angewinkelte Handgelenk gestürzt.

Gebrochen war es nicht, aber dennoch hab ich Montag früh den Orthopäden meines Vertrauens kontaktiert und dann wurde geröngt und mit Ultraschall kontrolliert. Nichts, aber eine Befreiung vom Schulsport für die ganze Woche gab es.

Der Fußballer (inzwischen 8 Jahre) nervte indem er alle gefühlten 30 Sekunden fragte, wann denn bitte sein Bruder aus der Schule kommt. Montag hat der aber einen sehr langen Tag. Und Mama ist einfach ein schlechter Ersatz. Die muss ständig so blöde Dinge machen, wie:

  • kochen („Wann gibt es Mittagessen?“)
  • Wäsche waschen („Ich hab keine Socken mehr“)
  • Einkaufen („Wir haben gar nichts Leckeres mehr“)

Dienstag ist er gern wieder zur Schule gegangen. Dort ist es weniger langweilig. 🙂

Tja und letzten Sonntag war es dann der Handballer (mittlerweile 11 Jahre). Diesmal ging es wie üblich mit Papa auf diesen einen bestimmten Spielplatz der nebenan direkt ein Cafè hat, indem Papa dann einen Kaffee trinkt mit einem Freund, der seine zwei Kinder in die Obhut meiner Jungs gibt.

Und wieder erfolgte der Anruf nach kurzer Zeit. Sie sind auf dem Heimweg, weil der Handballer auf den Arm gestürzt ist und sich aufführt als ob das Ding komplett ab wäre. Sagt der Papa, der sich mal wieder durch extreme Gefühlskälte unbeliebt macht. Bei den Kindern, bei Passanten und letztlich bei mir. Ja, es ist ein 11 jähriger Junge, kein Profiboxer mit vermindertem Schmerzempfinden.

Und um mich auch noch einzureihen: ich habe mir erlaubt ohne Konsultation beim Arzt eine nervige Warze in Eigenregie zu bekämpfen. Zugegeben, dass hat super funktioniert. Ich habe allerdings überlesen dass man mit dem Mittelchen vorsichtig sein soll, weil es auch die Haut drumherum angreift. Jetzt ist die Warze weg und ich konzentriere mich auf die Heilung der umliegenden Hautpartie.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

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Leben III

Momentan scheint jedesmal, wenn ich denke es kommt was Gutes, mir jemand eine Ohrfeige verpassen zu wollen. Vielleicht brauch ich die, denn offensichtlich habe ich meinen Fokus falsch gewählt. Während ich mich darauf konzentriere trotz Soziopathie mit meinem Mann klar zu kommen, habe ich alle Anzeichen das ein weiterer „Feind“ neben mir existiert übersehen.

Am Donnerstag haben wir es tatsächlich mal geschafft ein halbwegs vernünftiges Gespräch zu führen. Das war ein absoluter Fortschritt. Wir haben über viele Dinge geredet und: Endlich hat er mal eine Lüge eingestanden. Natürlich kann ich nicht darauf hoffen dass dies etwas mit Vernunft zu tun hatte oder Reue. Vermutlich hat er einfach nur sehr genau erkannt das es besser ist mir gegenüber. Besser für ihn wenn er den Ehrlichen spielt. Für mich war das in dem Moment egal denn allein dass er bereit war zu einem Gespräch mit mir und das wir wenigstens das erreicht haben hat mir gut getan.

Doch ich habe die Tänzerin übersehen. Sie die immer an meiner Seite war, die ich immer- mit Einschränkungen- als Hilfe betrachtet habe. Ja sie hat so oft die Jungs übernommen. Vor allem den Fußballer damit ich Termine mit dem Handballer ohne Stress und Probleme wahrnehmen kann. Das ich dabei nicht irgendwelche pädagogisch wertvollen Beschäftigungen erwarten konnte wusste ich. Aber die Aufsicht hat mir gereicht. Natürlich war es immer so dass sie als große Schwester einen engen Bezug zu ihren Brüdern hatte, dass mein Mann auf Grund seiner „speziellen Probleme“ viele eigentlich selbstverständlichen Dinge nicht konnte und zeitlich oftmals nicht geschafft hätte. Natürlich hat sie auch immer unter der Situation gelitten, hatte auch immer unter dem Verhalten meines Mannes gelitten- wie ihre Schwester,-die SML. Doch die hat am Ende für sich selbst das Beste raus geholt.

Vor kurzem meinte die SML zu mir, sie wäre dankbar das er so ist denn sonst hätte sie viele Dinge womöglich nicht auf die Reihe bekommen. Und auch wenn sie oft wütend und enttäuscht war so hat sie inzwischen eine andere Sicht auf alles und weiß dass vieles was er eigentlich auf Grund seiner Störung tut, ihr trotzdem viel Nutzen gebracht hat, auch wenn dass nicht sein Ziel war. Während mir die SML vor ein paar Jahren noch jede Menge Sorgen, schlaflose Nächte und graue Haare bereitet hat, ist sie heute der ruhende Pol mit wenig Zeit aber dennoch der Fels in der Brandung, der für mich da ist damit ich mich mal abstützen kann wenn mir die Kraft ausgeht.

Ich habe wohl automatisch gedacht auch die Tänzerin müsste ähnliche Ansichten vertreten. Ich habe mich getäuscht. Zwar hat sie viele Dinge ermöglicht, aber ruhender Pol und Fels in der Brandung war sie nie wirklich denn sie hat auch ihre Eigenheiten- auf die ich mich nie weiter konzentriert habe, weil meine Perspektive eine andere war.

Und nun? Nun hat sie an einem Tag schlimmer gewütet als ihre Schwester in Jahren. Hat mir in einer Stunde vermutlich 10000 weitere graue Haare beschert und mich so fertig gemacht das ich den Rest des Donnerstags und einen Großteil des Freitags das Gefühl hatte, dass mir der Boden unter den Füßen komplett entrissen wurde. Zwischen all den Tränen die ich vergossen habe,hatte ich einfach nur das Bedürfnis die Jungs dem Jugendamt zu übergeben, bei der nächsten Psychiatrie vorbei zu gehen und um ein Bett und eine große Menge Antidepressiva zu bitten.

Dank meines Felsens, der sofort kam, und mir wieder Kraft gab, mich wieder vorwärts schauen ließ und seither versucht täglich da zu sein, wenn auch immer nur für ein paar Stunden geht es mir sehr viel besser. Aber auch deshalb weil mein Mann trotz allem dabei hilft. Auch wenn ihm dass nicht wirklich klar ist.

Was passiert ist: die Tänzerin hat ihn zum wiederholten Mal provoziert. Sie liebt Provokationen und genießt es wenn sie damit Erfolg hat. Das hat sie wohl von ihm übernommen. Und so hat sie wieder Mal versucht ihn zu reizen bis auf´s Blut. Meistens geht er dem aus den Weg, verlangt das sie ihn in Ruhe lässt, verlässt das Zimmer oder sogar die Wohnung. Doch diesmal ist sie ihm gefolgt. Ich habe schon lange keinen Nerv mehr auf diese Streitereien. Sie sind beide erwachsen und leider ist es fast unmöglich sich dazwischen zu stellen. Man wird einfach niedergetrampelt wenn die beiden in Fahrt sind.

Ich versuche es im Blick zu behalten, versuche hin und wieder beschwichtigend einzugreifen. Doch diesmal waren da etwa 15 Sekunden die ich verpasst habe weil ich mich statt dessen in der Küche mit dem Putzlappen beschäftigt habe. 15 Sekunden die eine üble Auswirkung auf die gesamte Familie haben und alle leiden lassen. 15 Sekunden die ich hätte verhindern können wenn ich dabei geblieben wäre.

In jenen 15 Sekunden hat sie ihn geohrfeigt, hat mit Gewalt die Schlafzimmertür aufgedrückt die ihn fast im Gesicht getroffen hätte, wenn er sie nicht mit der Hand abgewehrt hätte, was bei ihm zu einer schmerzhaften Prellung führte. Was klar ist: er hat sie weg gestoßen. Als ich in den Flur kam saß sie am Boden. Ob der Stoß so stark war oder sie sich hat fallen lassen? Er bestreitet mehr als dass getan zu haben und 15 Sekunden reichen auch nicht für viel mehr.

Dennoch: sie rief ihre Schwester hat, verließ die Wohnung und teilte mit sie ginge zur Polizei. Genau dass hat sie getan. Wäre sie bei der Wahrheit dessen geblieben was tatsächlich passiert ist, wäre wohl alles in Ordnung, aber dass konnte oder wollte sie nicht. Von der SML erfuhr ich schließlich das mein Mann sie angeblich zusammen geschlagen hat. Sie präsentierte eine kleine Wunde an der Hüfte die angeblich von ihm ist.

Das Ergebnis schließlich war das drei Beamte in kompletter Montur in unsere Wohnung kamen und meinem Mann mitteilten dass ein Kontaktverbot erlassen wurde dass ihn für 16 Tage zwingt die Wohnung zu verlassen. Er musste dies unterschreiben, ich sollte einen Koffer packen.

Die Beamten, dass muss ich sagen blieben ruhig und während zwei mit meinem Mann sprachen und er eine Aussage über den tatsächlichen Sachverhalt machte, isolierte mich der Dritte und befragte mich. Da ich nichts anderes sagen konnte und wollte als dass was wirklich war und wie die Tänzerin provoziert hat, dürften wir so ziemlich dieselbe Aussage gemacht haben.

Dennoch musste er gehen und darf nicht wieder herkommen. Es sei denn sie zieht die Anzeige zurück. Doch das wird nichts nutzen, denn er hat klar gesagt dass er so etwas von ihr erwartet hat und sie wird es wieder tun. Daher wird er nicht wieder kommen.

Die SML war entsetzt als ihr klar wurde wie sie ihrer Schwester auf Grund einer Lüge zu Hilfe geeilt ist. Ich war dankbar das sie da war, denn sie hat ihre kleinen Brüder beschäftigt. Dennoch haben sie alles mitbekommen. Sie durften hören und erleben wie die Polizei ihren Vater aus der Wohnung geleitet hat, das er nicht wiederkommen darf.

Während mein Mann nun also seine wenigen Kontakte nutzt um für die nächste Zeit ein Dach über dem Kopf zu haben hat die SML ebenfalls ein paar Kontakte genutzt die hoffentlich eine Wohnung für die Tänzerin hervor bringen. Auch bei ihr stelle ich mangelnde Reue fest und derzeit mag ich nicht mit ihr reden oder etwas zu tun haben. Sie sieht sich selber als jemanden der Gutes getan hat. Das sie mit dieser Ansicht alleine da steht versteht sie nicht. So wie sie nicht versteht dass niemand für ihre Lügen dankbar ist.

Den gestrigen Abend hat mein Mann, immer noch mit Schmerzen in Arm und Hand mit den Jungs und mir verbracht. Wir waren erst spät daheim- natürlich ohne ihn. Er darf nicht herkommen, aber bis zur Straßenecke hat er uns begleitet. Und so werden wir die nächste Zeit verbringen und schauen was passiert. Und bald beginnen die Sommerferien und die Jungs dürfen zu den Großeltern. Es wird ihnen gut tun.

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Ramadan Tag 28/29 & Eid

Die Temperaturen ändern sich nicht. Teilweise klebte mir die Zunge doch etwas am Gaumen.

Am Samstag war das vorherrschende Thema natürlich die Frage der Mondsichtung und damit ob Eid nun Sonntag oder Montag statt findet. Während einige meinen in einigen Ländern wurde der Mond gesehen hieß es an anderen Stellen es hat keine Sichtung statt gefunden. So ging es bis Samstag in die Nacht hinein und schließlich fiel die Entscheidung: Sonntag ist Eid.

Frühes aufstehen, Moscheebesuch- es schüttet wie aus Kübeln. Ist doch nett wenn in den wenigen Moscheen kein Platz zum Gebet ist und die Gläubigen im Freien beten müssen während sie wie eine Blumenwiese getränkt werden.

Gemütliches Frühstück. Gegen Mittag fuhr mein Mann mit den Jungs in die Stadt, versuchte etwas zu unternehmen. Es hörte irgendwann auf zu regnen.

Nachmittags gab es dann Geschenke und eine Spiele. Und dann war auch schon wieder Abend.

Qur-an ganz durchlesen habe ich nicht geschafft, aber ich bin bis Sure 23 Al- Mu´minun gekommen. Den Rest lese ich eben so.

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Ramadan Tag 25-27

Die ungeraden Tage, also 25 und 27 habe ich Nachts wieder nicht geschlafen, sondern das Gebet bevorzugt. Dazu ein wenig Qur-an-Rezitation hören und selber lesen. Die übrigen Nächte schlafe ich.

Draußen kühlt es sich nicht mal mehr richtig ab. So habe ich auch nachts während des Gebetes um die 20°C im Zimmer. Dank eines leichten Windes und einiger Wolken die sich ab und an vor die Sonne schieben ist es aber nicht so schwer wie ich befürchtet hatte ohne Trinken aus zu kommen. Dennoch bin ich nach kurzer Zeit durchgeschwitzt.

Der nicht beabsichtigte, aber willkommene Nebeneffekt: ich brauche meine Hosen jetzt eine Nummer kleiner.

Ich bin inzwischen fast am Ende von Sure 19-Maryam.

Jetzt wo es fast geschafft ist, kommen die fast unvermeidlichen Diskussionen. Der offizielle Ramadankalender sieht 29 Fastentage vor, der Mond wird aber vermutlich nicht rechtzeitig sichtbar sein weshalb eigentlich 30 Tage gefastet werden müsste, also gibt es jene Gemeinden die ihre eigene Suppe kochen wollen. Statt dem Mond/Allah beenden sie den Ramadan, wann sie wollen. Mein Mann überlegt noch, aber ich werde diesen Leuten nicht folgen.

 

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Ramadan Tag 24

Habe den Tag einige Male ein Kurzschläfchen gemacht.  Das hat mich nicht davor gerettet abends sehr müde ins Bett zu fallen. Ich habe tief und fest geschlafen und meinen Wecker vorher für eine Stunde später eingestellt. Genug Zeit zum Essen und vor allem trinken und dann wieder ins Bett.

Es ist heiß geworden, aber gerade noch erträglich. Arzttermin, Fußballtraining.

Ohne die Jungs ist es abends bei Essen recht ruhig und es ist ungewohnt.

 

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Ramadan Tag 23

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Wer immer – aus dem Glauben heraus und der Hoffnung auf den Lohn Allahs – im Ramadan fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben. Und wer immer – aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf den Lohn Allahs – Lailatu-l-qadr * im Beten verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“

  • ist die Nacht, in der die Offenbarung des Qur-an im Monat Ramadan mit den ersten fünf Versen der 96 Sura begann.

Wahrlich, Wir haben ihn (den Qur’an) herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr. Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von Al-Qadr ist? Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate. In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. Frieden ist bis zum Anbruch der Morgenröte.

Sure 97  Al-Qadr

Ganz einfach ist es nicht, denn welche der letzten 10 Nächte jene Nacht ist, weiß man nicht, aber dazu  sagte der Prophet Mohammed (saws) :

„Erwartet Lailatu-l-Qadr in den letzten zehn Tagen des Ramadan, die ungerade Zahlen (Witr) haben.“

Aus diesem Grund habe ich entschieden das es in der Nacht für mich keinen Schlaf gibt aber dafür viele Gebete. Nicht nur die Pflichtgebete, sondern auch viele Bittgebete und freiwillige Gebete.

Um das zu schaffen habe ich mich bemüht etwas vor zu schlafen. Dass das wahrscheinlich nicht reichen wird und ich in den frühen Morgenstunden immer müder werde ist mir klar, aber dass ist es mir wert.