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Und nun zur Werbung

Da stellt doch ausgerechnet EDEKA, also so ein typisch kapitalistischer Konzern, ein Video ins Netz, in dem eine Aussage für Vielfalt gemacht wird. Dieses hier:

Eigentlich meinte der freundliche Lebensmittelhändler wohl die Vielfalt der Produkte. Andererseits ist hier natürlich eindeutig eine klitzekleine Anspielung auf Vielfalt in anderem Sinne zu erkennen. Wenn deutsche Politwürstchen nur deutsche Würstchen kaufen möchten, wären Supermärkte offensichtlich viel kleiner. Und das mit dem Übergewicht wäre keinesfalls mehr ein Problem der Volksgesundheit.
Ohne menschliche Vielfalt auch keine im Supermarkt. Wobei sich die enttäuschten Biodeutschen – das gibt diesem Ausdruck in dem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung – in meiner Wohngegend zumindest mit einem gut gefüllten Weinregal über ihren patriotisch knurrenden Magen hinwegsaufen könnten.
Vorausgesetzt, sie finden sich vorher bereit, in den Weinbergen die jetzt bald beginnende Arbeit der Lese zu übernehmen, denn ich bin mir sicher, daß so mancher Winzer hierfür gut gelernte Fachkräfte von anderswo bevorzugt. Der Preiskampf im Supermarkt, siewissenschon.

Natürlich ist das alles linksgrünversiffte Propaganda, wie gewisse Leute jetzt sagen würden. Lügen-Supermarkt!!einself!!
Das hat bestimmt die Merkel eingefädelt, die lenkt ja bekanntlich die gesamte Presse. Muß man wissen.
Von Kassandras Seite aus mal ein Lob für den Supermarkt, in dem ich nie einkaufe. Weil es in meiner Nähe gar keinen solchen gibt. In Fahrradnähe, wohlgemerkt. Wobei sich das Lob nicht zwingend auf den Markt bezieht. Wie auch, ich kaufe da ja nie ein. Hatte ich schon erwähnt, daß Kassandra arm ist und das Blog trotzdem völlig kostenfrei und ohne Sponsorenwerbung?

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Das Leben VI

Mein Mann hat es fertig gebracht erst Sonntag sehr spät nachts von seiner Fortbildung heim zu kommen.  Es hat mich bestärkt. Er bemühte sich sehr das als völlig normal aussehen zu lassen und seine gute Laune mit der er ja auch gefahren ist haben mich doch auch geärgert. Er hatte es nicht nötig mir zu sagen, das er so spät kommt und erst am Sonntag.

Für Montag war ich wieder mit meiner Freundin verabredet weil sie wieder ins Krankenhaus musste. Mein Plan: ihm sagen das ich die Scheidung eingereicht habe und gehen. Natürlich hat das nicht funktioniert. Er bat mich zu bleiben und warum auch immer: er versuchte mich zu trösten was letztlich nur bewirkte das ich die nächsten 5 Minuten nur weinen konnte. Dann ging er ins andere Zimmer, setzte sich dort aufs Bett und man sah sein Gehirn arbeiten. Ich ging. 15 Minuten später rief er an aber ich konnte wegen der Kinder nicht sprechen. Er musste auch zur Arbeit. Auf dem Weg hatte ich einen Brief in den Kasten geworfen. Für die Kindergeldkasse. Ab nächsten Monat soll das Kindergeld auf mein Konto.

Abends als er kam war er immer noch oder schon wieder nachdenklich und geschockt. Er war offensichtlich dass er das nicht erwartet hatte. Noch einmal versuchte ich ihm zu erklären dass meine Kraft einfach langsam zu Ende geht. Er sagte er versteht es, hat einen Fehler gemacht und es tut ihm leid. Worte die mir runter gingen wie Öl, obwohl mir klar war das der Wahrheitsgehalt etwa gen 0 tendierte.

Ich wollte ihm so gern glauben. Wollte eine Chance sehen und wusste doch es ist unrealistisch. Tränen über Tränen.

Ich habe mindestens so viel nachgedacht wie er. Ob ich vielleicht doch einfach noch ein wenig durchhalte? Er bemüht sich doch. Er ist so freundlich. Ständig suchte er nach meiner Hand, hielt sie und seine Reue schien so echt. Vielleicht ist es eine Überreaktion von mir. Vielleicht…

Mittwoch fragte er schließlich ziemlich kleinlaut ob er sich eine Wohnung suchen müsse. „NEIN“ schrie eine Stimme in meinem Kopf. Ich musste nachdenken. Ich hatte einen Plan und wusste doch er ist blödsinnig, aber einen Versuch ist es wert: „Kannst du mir schwören-bei Allah- das du aufhörst?“

Was hatte ich erwartet? Wahrheit? Ehrlichkeit? „Ich kann dir schwören-bei Allah- …“

Während er sprach sah ich es. Er log. ich sehe es immer wenn er lügt.  Er ist kein guter Lügner. Ich hatte es ihm gesagt und gehofft das er es sich merkt, aber nein: wieder eine Lüge.

Donnerstag habe ich mich letztlich bei Freunden ausgeweint und seither geht es mir besser. Seit Freitag habe ich glänzende Laune. Die erste harte Zeit ist vorbei. Die nächste wird folgen. Spätestens wenn die Anwältin uns den Termin für die Scheidung mitteilt. Vorerst genieße ich die Hochstimmung, scheine auf Wolken zu schweben. Er hat es gesehen und erstaunt betrachtet. Er fragt nicht.

Meine übliche Hauskleidung, bestehend aus Schlabbershirt und Jogginghose wird derzeit von mir nicht getragen. Ich laufe nur noch in Djellaba in der Wohnung, mache meine Gebete im leeren Kinderzimmer. Normalerweise mag ich keine Musik laufen haben doch seit zwei Tagen laufen religiöse Lieder und ich singe begeistert mit. Ich befreie mich innerlich und genieße es

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Das Leben IV

Ich habe meine Männer zum Zug gebracht und wusste, ab da hatte ich viel Zeit. Zeit zum nachdenken. Zeit zum „wurschteln“. Begonnen habe ich meine Zeit unklug. Frustfraß. Der Abschied zwischen meinem Mann und mir war… distanziert und es ging nicht von mir aus. Er hatte diese Barriere gebaut und sich von mir entfernt. Grund genug einen großen Becher Eis zu essen und dann den Tag mit Dingen zu verplempern wie Schulranzen des Handballers ausmisten, alten Papierkram entsorgen, Möbel rücken,… alles Dinge die nur oberflächlich etwas sinnvolles bieten, aber wunderbar geeignet sind das Denken aus zu schalten. Zeitweise.  Denn da waren auch andere Momente. Momente in denen mir einfach nur die Tränen liefen und mir zeigten dass ich mich endlich mit der Realität aus einander setzen muss. Dabei macht mein Mann es mir einfacher durch die neue Distanzierung. Als ich schließlich bereit war zu akzeptieren und ich einfach nur alles mit Tränen wegschwemmen wollte, ging es nicht. Keine einzige Träne.

Eine Freundin schrieb mich an, fragte wie es mir geht. Ich hätte mich bei ihr melden müssen. Sie wurde operiert, ihr Mann ist viel beschäftigt und sie muss mit frischer OP die Kinder managen. Ich weine um mich und übersehe dass es mir gut geht im Gegensatz zu anderen.

Bekannte meldeten sich, fragten wie es mir geht. Meine Antwort ist immer dieselbe: „Gut, Danke. Wie geht es euch?“ Sie glauben mir nicht und haben mir das zu verstehen gegeben. Alle fragten was los ist und mir wurde bewusst das Menschen die weit weg sind bemerken das es mir nicht gut geht wegen einfachen 0815 Sätzen, während mein Mann mit mir lebt und blind ist. Jeder sagt mir ich soll an mich denken und ich soll mein Leben nicht verschwenden. Alles andere wird sich finden.

Ich habe kurz entschlossen zwei Bewerbungen verschickt, aber bei beiden bin ich auf Hilfe mit den Kindern angewiesen. Schichtdienst hat seien Nachteile, vor allem wenn man allein erziehend ist.

Immer wieder denke ich an den Tag wenn er zurück kommt und frage mich wie er wohl sein wird. Wie ich reagieren werde, was ich sagen und tun werde. Ich weiß es nicht und alle Szenarien sind nur Theorie. Ich muss den Moment abwarten.

Gestern Abend habe ich dann einen Entschluss gefasst und muss gestehen, dass ich noch etwas wacklig auf den Beinen bin, aber ich habe noch ein paar Tage Zeit kräftiger zu werden. Ich werde den tag wenn mein Mann zurück kommt nutzen noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen. Werde versuchen ihm bewusst zu machen wie übel es derzeit aussieht und wie dicht unsere Ehe am Abgrund steht. Wie sehr ich unter allem leide dürfte er nicht bemerken aber vielleicht erreiche ich ihn wenn ich ihm wenigstens darauf aufmerksam mache.

Ich werde ihn wählen lassen. Ein letztes Mal ihm die Chance geben eine Entscheidung über unsere Zukunft zu treffen. Und er bekommt zwei Tage Zeit. Maximum. Dann werde ich sehen und entscheiden. Und mir ist bewusst das ich von ihm keine Ehrlichkeit zu erwarten habe. Das er wie üblich versucht zu lügen und zu manipulieren. Da er sich nicht einmal vorstellen kann dass jemand seine Lügen durchschaut ist es das was ich ihm zunächst klar machen muss.

Dennoch: der August soll für mich der Monat sein, der mein Leben verändert. Auf die eine oder andere Art.

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Türkei – Der Brief unseres Außenministers Gabriel an türkische Mitbürger

echsenwut

Dieser Brief ist ein sehr wertvolles Zeitdokument, dessen tiefere Bedeutung erst im Kontext mit den Aktionen der Bundesregierung deutlich wird. Im Grunde halte ich diesen Brief für ebenso sehr faszinierend wie maximal verstörend und im Grunde macht er mir sogar ein wenig Angst.Warum?
Weil ich mittlerweile nicht mehr erkennen kann, ob die Bundesregierung tatsächlich im Zustande geistiger Umnachtung verhaftet ist, oder die Aussagen in diesem Brief sogar wirklich ernst meint. Letzteres wiederum spräche aber auch wieder für die geistige Umnachtung.

Sehen wir uns das berühmte Pamphlet an:

Liebe tür­ki­sche Mit­bür­ger

… da geht es schon los: diese Bundesregierung hat ihre türkischen Mitbürger überhaupt nicht lieb. Sie reduziert ihre Präsenz in muslimischen bzw. türkischen Gemeinden Deutschlands auf werbe- wie wahlwirksame Auftritte und latscht immer kurz vor Wahlen grinsend und winkend durch eine Moschee, säuft den angebotenen Tee und flüchtet dann in ihrer Panzerlimousine bis zum nächsten Wahlkampfauftakt.

ich möch­te mich –…

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Wochenrückblick

Der Montag beginnt mit Regen, aber dennoch bis zu 28°C. Dank vieler Wolken fühlt es sich nicht unbedingt wie 28°C an. Mein Mann war wegen seiner Hand beim Arzt und ist nun diese Woche krank geschrieben. Der Handballer kam heute um den Ausdauer-Test drum herum, der eigentlich geplant war. Der Fußballer war beim Training und danach wartete mein Mann schon auf ihn. Habe  einen Getränkespender 20170711_121953.jpggekauft und siehe da: die Jungs haben plötzlich öfter Durst. Das Ding ist jetzt mit kaltem Früchtetee gefüllt.

Dienstag: Kühler, wolkiger. Die Nacht war auch schon wesentlich kühler und dadurch angenehmer. Mein Mann traf sich mit dem Handballer und beide holten den Fußballer ab und dann gab es ein Eis und Spielplatz. Bin später mit Getränken ebenfalls dorthin.

Die Nacht war angenehm, abends hat es noch angefangen zu regnen.

Donnerstag-Vorstellungsgespräch: Besser als erwartet und ich habe ein positives Gespräch erwartet. Verdienst besser als gedacht, super liebe Vorgesetzte und ich bin so gut wie eingestellt. Nächste Woche Hospitation, dann Arbeitsvertrag unterschreiben und dann Einarbeitung. WOW! Wetter optimal. Mein Mann hat den Fußballer abgeholt, die SML war hier und erzählte das neueste von ihrer Arbeit, die Tänzerin ist ausgezogen und abends waren der Fußballer, der Handballer und ich zum Handballtraining. Leider ist die Trainingssituation für nach den Ferien noch nicht wirklich geklärt. Hallen sind heiß begehrt und irgendwie ist immer irgendwo etwas.

Die Nacht habe ich die Decke vorholen müssen. Es war recht kühl. Der Tag begann auch kühl und den Rest der Woche soll es so bleiben. Allerdings soll sich das nächste Woche wieder Richtung „Heiß“ ändern. Mal sehen. Für den Arbeitsvertrag Dokumente besorgen: polizeiliches Führungszeugnis, Sozialversicherungsausweis usw. Regen, Regen,Regen. Nachmittags waren wir bei der SML. Der Handballer musste zum Training. Der Fußballer ist verschnupft, ich auch etwas.

Samstag kühl aber trocken. Fußball-Turnier.  Medaille und erster Platz! Einkaufen mit Mann und Kindern-ungewohnt. Noch zwei Maschinen Wäsche gewaschen.

Der Fußballer hat die ganze Nacht gehustet. War wohl doch zu kühl gestern in Trikot und kurzer Hose und dann mit Schnupfen. Mein Mann war bis Abends mit den Jungs unterwegs. So hatte ich Zeit zum um- und aufräumen.

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Irak – Soeben werden die nächsten zehn, fünfzehn Jahre Krieg organisiert

echsenwut

Den eindimensionalen und leicht retardierten Mitbürgern, denen selbst die tägliche Lektüre der „BILD“ eine intellektuelle Quall ist, denken momentan, durch die Einnahme von Mossul und die Eliminierung der letzten Kampfeinheiten des Daesh („Islamischer Staat“) sei dieser erledigt und Geschichte.

Es braucht nun wirklich nur noch ganz wenig Geist, um zu bemerken:

Die irakische Armee ist eine shiitische. Durch Lenkung Irans war es den Shiiten in den zurückliegenden Jahren möglich, durch Großangriffe und etliche Massaker an Zivilisten die Zahl der Sunniten im Irak deutlichst zu minimieren. Der von den USA so herzlich begrüßte Metzger und Shiit al-Maliki, der, kaum als Präsident eingesetzt, tausende von Sunniten „großtechnisch“ hat vernichten lassen, hinterließ nach seinem Fortgang keineswegs eine stabilisierte Politik. Geschweige denn ein Ende der Feindseligkeiten.
Daesh war die einzige Organisation, die sich dieser großflächigen Vernichtung militärisch mit eindrucksvollen Erfolgen entgegengesetzt hat und für unzählige Dörfer und Städte war der „Islamische Staat“ bis vor…

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Leben III

Momentan scheint jedesmal, wenn ich denke es kommt was Gutes, mir jemand eine Ohrfeige verpassen zu wollen. Vielleicht brauch ich die, denn offensichtlich habe ich meinen Fokus falsch gewählt. Während ich mich darauf konzentriere trotz Soziopathie mit meinem Mann klar zu kommen, habe ich alle Anzeichen das ein weiterer „Feind“ neben mir existiert übersehen.

Am Donnerstag haben wir es tatsächlich mal geschafft ein halbwegs vernünftiges Gespräch zu führen. Das war ein absoluter Fortschritt. Wir haben über viele Dinge geredet und: Endlich hat er mal eine Lüge eingestanden. Natürlich kann ich nicht darauf hoffen dass dies etwas mit Vernunft zu tun hatte oder Reue. Vermutlich hat er einfach nur sehr genau erkannt das es besser ist mir gegenüber. Besser für ihn wenn er den Ehrlichen spielt. Für mich war das in dem Moment egal denn allein dass er bereit war zu einem Gespräch mit mir und das wir wenigstens das erreicht haben hat mir gut getan.

Doch ich habe die Tänzerin übersehen. Sie die immer an meiner Seite war, die ich immer- mit Einschränkungen- als Hilfe betrachtet habe. Ja sie hat so oft die Jungs übernommen. Vor allem den Fußballer damit ich Termine mit dem Handballer ohne Stress und Probleme wahrnehmen kann. Das ich dabei nicht irgendwelche pädagogisch wertvollen Beschäftigungen erwarten konnte wusste ich. Aber die Aufsicht hat mir gereicht. Natürlich war es immer so dass sie als große Schwester einen engen Bezug zu ihren Brüdern hatte, dass mein Mann auf Grund seiner „speziellen Probleme“ viele eigentlich selbstverständlichen Dinge nicht konnte und zeitlich oftmals nicht geschafft hätte. Natürlich hat sie auch immer unter der Situation gelitten, hatte auch immer unter dem Verhalten meines Mannes gelitten- wie ihre Schwester,-die SML. Doch die hat am Ende für sich selbst das Beste raus geholt.

Vor kurzem meinte die SML zu mir, sie wäre dankbar das er so ist denn sonst hätte sie viele Dinge womöglich nicht auf die Reihe bekommen. Und auch wenn sie oft wütend und enttäuscht war so hat sie inzwischen eine andere Sicht auf alles und weiß dass vieles was er eigentlich auf Grund seiner Störung tut, ihr trotzdem viel Nutzen gebracht hat, auch wenn dass nicht sein Ziel war. Während mir die SML vor ein paar Jahren noch jede Menge Sorgen, schlaflose Nächte und graue Haare bereitet hat, ist sie heute der ruhende Pol mit wenig Zeit aber dennoch der Fels in der Brandung, der für mich da ist damit ich mich mal abstützen kann wenn mir die Kraft ausgeht.

Ich habe wohl automatisch gedacht auch die Tänzerin müsste ähnliche Ansichten vertreten. Ich habe mich getäuscht. Zwar hat sie viele Dinge ermöglicht, aber ruhender Pol und Fels in der Brandung war sie nie wirklich denn sie hat auch ihre Eigenheiten- auf die ich mich nie weiter konzentriert habe, weil meine Perspektive eine andere war.

Und nun? Nun hat sie an einem Tag schlimmer gewütet als ihre Schwester in Jahren. Hat mir in einer Stunde vermutlich 10000 weitere graue Haare beschert und mich so fertig gemacht das ich den Rest des Donnerstags und einen Großteil des Freitags das Gefühl hatte, dass mir der Boden unter den Füßen komplett entrissen wurde. Zwischen all den Tränen die ich vergossen habe,hatte ich einfach nur das Bedürfnis die Jungs dem Jugendamt zu übergeben, bei der nächsten Psychiatrie vorbei zu gehen und um ein Bett und eine große Menge Antidepressiva zu bitten.

Dank meines Felsens, der sofort kam, und mir wieder Kraft gab, mich wieder vorwärts schauen ließ und seither versucht täglich da zu sein, wenn auch immer nur für ein paar Stunden geht es mir sehr viel besser. Aber auch deshalb weil mein Mann trotz allem dabei hilft. Auch wenn ihm dass nicht wirklich klar ist.

Was passiert ist: die Tänzerin hat ihn zum wiederholten Mal provoziert. Sie liebt Provokationen und genießt es wenn sie damit Erfolg hat. Das hat sie wohl von ihm übernommen. Und so hat sie wieder Mal versucht ihn zu reizen bis auf´s Blut. Meistens geht er dem aus den Weg, verlangt das sie ihn in Ruhe lässt, verlässt das Zimmer oder sogar die Wohnung. Doch diesmal ist sie ihm gefolgt. Ich habe schon lange keinen Nerv mehr auf diese Streitereien. Sie sind beide erwachsen und leider ist es fast unmöglich sich dazwischen zu stellen. Man wird einfach niedergetrampelt wenn die beiden in Fahrt sind.

Ich versuche es im Blick zu behalten, versuche hin und wieder beschwichtigend einzugreifen. Doch diesmal waren da etwa 15 Sekunden die ich verpasst habe weil ich mich statt dessen in der Küche mit dem Putzlappen beschäftigt habe. 15 Sekunden die eine üble Auswirkung auf die gesamte Familie haben und alle leiden lassen. 15 Sekunden die ich hätte verhindern können wenn ich dabei geblieben wäre.

In jenen 15 Sekunden hat sie ihn geohrfeigt, hat mit Gewalt die Schlafzimmertür aufgedrückt die ihn fast im Gesicht getroffen hätte, wenn er sie nicht mit der Hand abgewehrt hätte, was bei ihm zu einer schmerzhaften Prellung führte. Was klar ist: er hat sie weg gestoßen. Als ich in den Flur kam saß sie am Boden. Ob der Stoß so stark war oder sie sich hat fallen lassen? Er bestreitet mehr als dass getan zu haben und 15 Sekunden reichen auch nicht für viel mehr.

Dennoch: sie rief ihre Schwester hat, verließ die Wohnung und teilte mit sie ginge zur Polizei. Genau dass hat sie getan. Wäre sie bei der Wahrheit dessen geblieben was tatsächlich passiert ist, wäre wohl alles in Ordnung, aber dass konnte oder wollte sie nicht. Von der SML erfuhr ich schließlich das mein Mann sie angeblich zusammen geschlagen hat. Sie präsentierte eine kleine Wunde an der Hüfte die angeblich von ihm ist.

Das Ergebnis schließlich war das drei Beamte in kompletter Montur in unsere Wohnung kamen und meinem Mann mitteilten dass ein Kontaktverbot erlassen wurde dass ihn für 16 Tage zwingt die Wohnung zu verlassen. Er musste dies unterschreiben, ich sollte einen Koffer packen.

Die Beamten, dass muss ich sagen blieben ruhig und während zwei mit meinem Mann sprachen und er eine Aussage über den tatsächlichen Sachverhalt machte, isolierte mich der Dritte und befragte mich. Da ich nichts anderes sagen konnte und wollte als dass was wirklich war und wie die Tänzerin provoziert hat, dürften wir so ziemlich dieselbe Aussage gemacht haben.

Dennoch musste er gehen und darf nicht wieder herkommen. Es sei denn sie zieht die Anzeige zurück. Doch das wird nichts nutzen, denn er hat klar gesagt dass er so etwas von ihr erwartet hat und sie wird es wieder tun. Daher wird er nicht wieder kommen.

Die SML war entsetzt als ihr klar wurde wie sie ihrer Schwester auf Grund einer Lüge zu Hilfe geeilt ist. Ich war dankbar das sie da war, denn sie hat ihre kleinen Brüder beschäftigt. Dennoch haben sie alles mitbekommen. Sie durften hören und erleben wie die Polizei ihren Vater aus der Wohnung geleitet hat, das er nicht wiederkommen darf.

Während mein Mann nun also seine wenigen Kontakte nutzt um für die nächste Zeit ein Dach über dem Kopf zu haben hat die SML ebenfalls ein paar Kontakte genutzt die hoffentlich eine Wohnung für die Tänzerin hervor bringen. Auch bei ihr stelle ich mangelnde Reue fest und derzeit mag ich nicht mit ihr reden oder etwas zu tun haben. Sie sieht sich selber als jemanden der Gutes getan hat. Das sie mit dieser Ansicht alleine da steht versteht sie nicht. So wie sie nicht versteht dass niemand für ihre Lügen dankbar ist.

Den gestrigen Abend hat mein Mann, immer noch mit Schmerzen in Arm und Hand mit den Jungs und mir verbracht. Wir waren erst spät daheim- natürlich ohne ihn. Er darf nicht herkommen, aber bis zur Straßenecke hat er uns begleitet. Und so werden wir die nächste Zeit verbringen und schauen was passiert. Und bald beginnen die Sommerferien und die Jungs dürfen zu den Großeltern. Es wird ihnen gut tun.

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Das Leben…II

Mein Hauptjob ist Mutter und ich habe das so gewollt. Aber der Nachteil ist dabei das ich nur wenige Kontakte habe und die wenigsten davon nahe an mich ran lasse.  Im Grunde stört mich das nicht, denn besser einen guten Freund als 10 falsche. Manchmal bedaure ich das ich nie gemeinsame Freunde mit meinem Mann wollte. Vielleicht wäre es hilfreich wenn es Menschen gäbe die uns beide kennen.

Ich habe den Samstag genutzt um mit einer der wenigen Menschen zu reden, die mich verstehen. Unsere Kinder tollten über den Spielplatz und wir redeten über das Leben an der Seite von Männern wie unseren.

Wir sind eigentlich völlig verschieden, haben nur die Probleme mit dem Ehemann gemeinsam, obwohl ihrer kein Soziopath ist. Aber auch er hat einige Verhaltensweisen die ich von meinem Mann kenne. Sein großes Ego, die Schuldfreiheit in jedem Fall, das Lügen.

Anders als mein Mann, der recht geschickt ist im Lügen, wird ihrer jedoch ständig auf frischer Tat ertappt. Mit ihm kann man reden, er weiß wann er Beweise akzeptieren muss. Meiner bildet sich ein wenn er es nicht zugibt ist der Beweis wertlos.

Während meiner bereitwillig immer wieder Zeit mit den Kindern verbringt, mit ihnen zum Friseur und zum Schuhkauf geht, ist ihrer an keinerlei Hilfe bei den Kindern interessiert.

Sie arbeitet, sie kümmert sich allein um Haushalt und Kinder und sie übernimmt einen großen Teil der Kosten.  Da unser Fußballer in die Schule kommt habe ich auch schon einige Male überlegt wieder arbeiten zu gehen. Es war nie mehr als eine Überlegung, doch vor dem Wochenende habe ich eine Bewerbung in den Briefkasten geworfen und ich hoffe es gibt eine positive Antwort.  Mit meinem Mann hatte ich vorher gesprochen. Das war notwendig, denn der Job ist mit Schichtdienst und er muss dann oft die Kinder nehmen. Er ist dazu bereit, wenn auch etwas säuerlich, denn ich werde mehr verdienen als er und damit ist er nicht mehr der große Gönner und Held, sondern existiert auch von meinen finanziellen Hilfen an ihn. Aber ich bin sicher, er wird für sich die Vorteile entdecken und zu nutzen wissen und ich weiß wie er tickt und worum es ihm geht.

Innerlich ist sie wütend und voll Trauer und Enttäuschung. Freundinnen verstehen nicht warum sie ihren Mann noch liebt. Doch ich verstehe es: 25 Jahre Ehe schiebt man nicht einfach beiseite. Vor allem dann wenn es damals die große Liebe war. Ich weiß dass nur zu gut. Mir geht es auch so.

Ich glaube ich lerne meinem Mann gegenüber etwas egoistisch zu sein. Wir hatten immer ein gemeinsames Konto, aber mittlerweile habe ich mir ein eigenes besorgt und er weiß es nicht. Bekomme ich die Arbeitsstelle, so geht er davon aus dass mein Gehalt zu seinem Konto überwiesen wird, aber er irrt sich. Nein, ich werde statt dessen die Hälfte der Miete und der Stromkosten auf sein Konto überweisen und was ich daneben bezahle ist meine Entscheidung. Seine Heldenposition wird er verlieren und da er nicht gern bittet, sondern anordnet wird das schwer für ihn. Die Kontrolle über das Geld liegt in meiner Hand und er muss sich damit auseinandersetzen. Vor allem bedeutet dies, er muss sich mit der Frage beschäftigen wie er mich spendabel stimmt. Auf diese Weise wird sein Egoismus und seine Habgier auf jeden Fall Vorteile für mich haben.

Bleibt zu hoffen, das ich die Arbeit bekomme.

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Ramadan Tag 28/29 & Eid

Die Temperaturen ändern sich nicht. Teilweise klebte mir die Zunge doch etwas am Gaumen.

Am Samstag war das vorherrschende Thema natürlich die Frage der Mondsichtung und damit ob Eid nun Sonntag oder Montag statt findet. Während einige meinen in einigen Ländern wurde der Mond gesehen hieß es an anderen Stellen es hat keine Sichtung statt gefunden. So ging es bis Samstag in die Nacht hinein und schließlich fiel die Entscheidung: Sonntag ist Eid.

Frühes aufstehen, Moscheebesuch- es schüttet wie aus Kübeln. Ist doch nett wenn in den wenigen Moscheen kein Platz zum Gebet ist und die Gläubigen im Freien beten müssen während sie wie eine Blumenwiese getränkt werden.

Gemütliches Frühstück. Gegen Mittag fuhr mein Mann mit den Jungs in die Stadt, versuchte etwas zu unternehmen. Es hörte irgendwann auf zu regnen.

Nachmittags gab es dann Geschenke und eine Spiele. Und dann war auch schon wieder Abend.

Qur-an ganz durchlesen habe ich nicht geschafft, aber ich bin bis Sure 23 Al- Mu´minun gekommen. Den Rest lese ich eben so.

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Ramadan Tag 25-27

Die ungeraden Tage, also 25 und 27 habe ich Nachts wieder nicht geschlafen, sondern das Gebet bevorzugt. Dazu ein wenig Qur-an-Rezitation hören und selber lesen. Die übrigen Nächte schlafe ich.

Draußen kühlt es sich nicht mal mehr richtig ab. So habe ich auch nachts während des Gebetes um die 20°C im Zimmer. Dank eines leichten Windes und einiger Wolken die sich ab und an vor die Sonne schieben ist es aber nicht so schwer wie ich befürchtet hatte ohne Trinken aus zu kommen. Dennoch bin ich nach kurzer Zeit durchgeschwitzt.

Der nicht beabsichtigte, aber willkommene Nebeneffekt: ich brauche meine Hosen jetzt eine Nummer kleiner.

Ich bin inzwischen fast am Ende von Sure 19-Maryam.

Jetzt wo es fast geschafft ist, kommen die fast unvermeidlichen Diskussionen. Der offizielle Ramadankalender sieht 29 Fastentage vor, der Mond wird aber vermutlich nicht rechtzeitig sichtbar sein weshalb eigentlich 30 Tage gefastet werden müsste, also gibt es jene Gemeinden die ihre eigene Suppe kochen wollen. Statt dem Mond/Allah beenden sie den Ramadan, wann sie wollen. Mein Mann überlegt noch, aber ich werde diesen Leuten nicht folgen.