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Das Leben #XI

Die erste Zeit nach der Scheidung war.. Umgewöhnung. Gespräche mit Leuten die nach meinem Mann fragen könnten habe ich weitgehend vermieden. Ich wollte nicht weiter darüber reden, wollte niemandem erklären. Aber 1-2 bekamen es doch mit. Ich war dankbar das keine langen Gespräche folgten.

Ich wiederum bin auch zu ihm auf Abstand gegangen, bis die Tänzerin mit mir schimpfte und meinte ich solle wegen der Jungs einfach versuchen mit ihm eine Absprache zu finden. Nur welche Absprache trifft man mit jemanden, der sich an keine Absprache hält? Aber sie hatte recht. Irgendwie muss es möglich sein.

Rein vom Job her war und ist mir klar dass es besser ist wenn ich mich auf nichts verlasse und selbst so viel wie möglich zu Hause bin. Und das, wenn man in der Pflege tätig ist. Soll ich lachen, soll ich weinen oder laut schreien? Pflege ist nicht familienfreundlich.

Na gut, ich habe etwas gefunden mit optimalen Arbeitszeiten. Allerdings bedeutet das auch eine Gehaltseinbuße von 800€. Das schlägt ein mächtiges Loch in die Kasse. In dem Job wird man auch so nicht mit Reichtümern überhäuft. Wenigstens freue sich die Jungs, dass ich ab sofort immer da bin und nachts nie wieder weg muss.

Aber wir haben abgesprochen das er als Vater die Fahrten zu den Großeltern finanziert. Ich zahle dafür alles andere. Diskussionen unnötig.

Wie vereinbart hat er auch für die Sommerferien alles arrangiert, inklusive bringen und holen. Er kam früh genug vorbei um die Jungs zu holen und wir legten gerade die letzten Teile in die Koffer.

Er griff sich die nächste Flasche, die er auf dem Küchentisch fand, starrte darauf als ob er des Lesens nicht mehr mächtig wäre und stellte fest, dass dies aber keinen Sonnenmilch sei. Na ja, eigentlich war es eine After Sun milk. Aber hatte eigentlich irgendwer behauptet dass es Sonnenmilch wäre? So albern und kindisch es klingt: es machte mich ärgerlich weil es ein so typisches Verhalten war. Daher antwortete ich auch nur ungehalten dass die längst in den Koffern wäre.

Zum Abschied klemmte ich mir meinen Handballer noch einmal unter den Arm und erinnerte ihn daran dass er ja nun seit diesem Schuljahr ein Handy hat. Er möchte es doch bitte für viele Fotos nutzen. Er weiß wie sehr ich das liebe und versprach alles mögliche zu fotografieren.

Die Fotos sind auch der einzige Grund warum er das Handy mitnehmen durfte. Sonst braucht er es nicht. Nach zwei Tagen pingte mein Handy mehrfach hintereinander. Nicht mein Sohn hatte einen Stapel Fotos geschickt, sondern sein Vater. Das erste Mal in all den Jahren das er mir Fotos schickte.

Viele Fotos von den Kindern, aber auch einfach so von der Landschaft. Einige Fotos von seinen Schwestern. Die nächsten Tage ging das so weiter. Täglich ein paar Fotos. Und dann… hmm, zwei der Bilder war ich bereit als Gruppen-Selfie mit den Jungs zu werten, aber dann erhielt ich zwei Selfies einfach nur von ihm.

Ich kommentierte nichts, fragte nicht. Am Tag seiner Rückreise bekam ich plötzlich eine Nachricht. Er wäre fast da und hätte Magenprobleme. Ob ich was da hätte. Klar. Ist ja nichts neues. Ich fragte daher auch nur kurz „Kaffee?“ Ich kenne seine Magenprobleme und daher haben wir auch immer was da gehabt. Ob er sich das abholen könne und es ist Sonntag, er hat nichts in der Wohnung. Ja, kein Problem.

Essen, Medizin, Tee,Toilette. Schließlich meinte er sehr vorsichtig er hätte eigentlich neu anfangen wollen, aber er will nicht ohne mich. Alles zieht ihn zu mir zurück.

Was soll man dazu sagen? Langsam, sehr langsam. Als er schließlich ging wusste ich nicht so genau wie es weiter geht, aber war bereit mich überraschen zu lassen.

Zwei Tage später kam er vorbei und fragte ob ich mit ihm Essen gehe. Okay. Das Essen lief toll und entspannt. Wir unterhielten uns eher vorsichtig über Arbeit und die Kinder. Auf dem Spaziergang zurück kamen dann schon wieder so zwei Patzer von ihm. Ich hab sie geschluckt.

Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von meiner Ärztin. Ich war vor kurzem zum Check up bei ihr und sie meinte ein Laborwert wäre auffällig. Ich soll mich nicht verrückt machen aber wir müssen das beobachten.

Ich gerate nicht so schnell in Panik, aber dennoch hatte ich das Bedürfnis mit jemanden zu reden, also fragte ich ihn ob er Zeit hätte. Er kam sofort von der Arbeit rüber. 10 Minuten später wünschte ich mir, ich hätte ihm nichts erzählt. Er hörte nur halb zu, wollte die Laborwerte und überhaupt sollte ich sofort ins Krankenhaus. Hallo!!! Meine Ärztin ist nicht blöd.

Am nächsten Tag habe ich dann auch gemeint dass es mir Leid tut mit ihm gesprochen zu haben. Er sagte nichts, aber riss sich zusammen. Er bot mir an, mal seine Wohnung anzuschauen. Eigentlich wollte ich das nie, aber die Neugier siegte. Gar nicht übel für eine Person und plötzlich bekamen Erzählungen von den Jungs nach dem Wochenende einen Sinn.

Am nächsten Tag waren wir zum Frühstück beim Bäcker, er ging dann zur Arbeit. Ich wieder nach Hause. Mit „Bis später“ verabschiedete er sich von mir und gegen 22 Uhr fragte ich ihn wo er denn sei. Im Bett. Er sei total müde.

Ein paar Tage später wiederholte sich das. Diesmal fragte ich ihn ob er wisse was „Bis später“ bedeutet? Es war eine der Gelegenheiten die ich nutzte um ihn darauf aufmerksam zu machen das sein Verhalten anderen Menschen gegenüber stark verbesserungsbedürftig ist. Er entschuldigte sich und versprach das nicht zu wiederholen.

Wie es weitergeht? Ich weiß es nicht. Er wird nicht einfach ein anderer Mensch und so wie er ist, ist er für eine Beziehung nicht geeignet. Das sieht seine Familie auch so und was er nicht versteht: es hat seinen Grund, dass sein jüngster Bruder zwar mich mal anruft, aber Telefonate mit ihm vermeidet, dass sein mathematisch begabter Bruder bei ihm sprachfaul ist aber bei dem Rest der Familie, insbesondere unseren Jungs ein ganz anderer Mensch zu sein scheint und viel lacht und spricht.

Nun, wir werden sehen. Nächste Woche bin ich beruflich im „Urlaub“. Das weiß er noch nicht. Wir werden sehen ob er sich an mich erinnert und mal nach mir fragt.

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Job—>Inklusion

Mein Job, mein Ex-Job eher, war in einer Einrichtung für Behinderte. Grundsätzlich mache ich den Job nun seit 30 Jahren. Nicht 30 Jahre in Einrichtungen, aber 30 Jahre mit/für Menschen mit Handicap. Ich fing an mit Kindern und Jugendlichen, wechselte zu Erwachsenen und war jetzt wieder mit Kindern und Jugendlichen zusammen und vorerst bleib ich bei der Altersgruppe.

Das Thema Inklusion zieht Kreise und keine Ahnung wie viel mir entging als ich es nicht geschafft habe hier zu schreiben. Aber dass heißt ja nicht das alles an mir vorbei geht. So hab ich denn heute bei Fellmonsterchen einen Beitrag dazu entdeckt. Ganz aktuell von heute.

Es geht bei Fellmonsterchen um den netten Herrn Spahn, der sehr kostenbewusst entschieden hat, das Menschen die beatmet werden von Daheim in Spezialkliniken verlegt werden sollten. Grund sind da wohl Einsparungen in einem dreistelligen Millionenbetrag.

Jetzt gibt es da so ein paar Worte. Gehört haben sie die meisten schon mal. Fragt sich nur, ob auch jedem klar ist was das eigentlich bedeutet. Da gibt es Fachkräftemangel und Personalmangel.

Viele Fachkraftstellen sind mittlerweile mit Hilfskräften besetzt. Hilfskräfte, das muss man mal klar sagen, haben in der Regel keine Ausbildung in dem Bereich, in dem sie arbeiten. Natürlich arbeiten viele Hilfskräfte schon lange in dem Job, kennen die Bewohner, wissen was sie tun sollen. Nur wenn mal nicht alles 08/15 ist, wenn besonderes kommt, wenn…. dann fehlt ihnen eben das Fachwissen.

Bevor ich zu Cheffe wechselte war ich in einer Einrichtung- ich nenne sie mal A – die wäre eben so eine „Spezialeinrichtung“. Als ich anfing atmeten alle auf, denn endlich kam eine Fachkraft in die Gruppe. Es gibt Aufgaben, das sind Fachkraftaufgaben. Zum Beispiel Pflege- und Förderpläne schreiben. Die schreibt man nicht mal eben nebenbei. Da sitzt man lange dran und die müssen für jeden Bewohner immer wieder aktualisiert werden. Dazu gehört, das man Gespräche mit Therapeuten, Lehrern/Werkstattleitung, Fachdienst führt. Die Pläne müssen letztlich einer Überprüfung durch die Heimaufsicht standhalten.

Darüber hinaus gibt es Tätigkeiten, die Hilfskräfte nur machen, wenn sie es wollen. Zumindest war es dort damals so. Ist keine Fachkraft im Dienst und es muss gemacht werden…

Bei Cheffe, ich nenne die Einrichtung mal B, war ich als Nachtwache morgens die Fachkraft. Heißt, der Frühdienst bestand aus Hilfskräften, die meinen Weisungen folgen mussten, denen ich auch mal Dinge erklären musste, die einer Fachkraft klar gewesen wären.

Ich glaube es gibt mittlerweile keine Einrichtung mehr, die ohne Hilfskräfte arbeitet. Das war vor 30 Jahren anders. Da war jede Stelle mit einer Fachkraft besetzt. Mittlerweile kann man dankbar sein wenn man noch ausreichend Fachkräfte hat um pro Gruppe wenigstens eine einzusetzen. In Einrichtung A gab es im ganzen Haus nur zwei Krankenschwestern. Und es war eine große Einrichtung. Wann immer also eine medizinische Sache war, musste eine von den beiden gerufen werden und die haben nicht rund um die Uhr gearbeitet.

Dank des allgemeinen Personalmangels müssen immer weniger Mitarbeiter die Tätigkeiten ausführen. Und dann muss auch mal ausgeholfen werden, weil woanders niemand im Dienst ist. Da hat man dann auch mal Bewohner mit denen man sich nicht auskennt.

Kommen wir mal zu dem Begriff „Spezialeinrichtung“. Das klingt ein wenig so als wäre die Einrichtung voller Menschen die beatmet werden und das Personal ist entsprechend geschult und geübt.

Nein! Es war ein Wohnheim für Menschen mit Handicap. Angefangen von Läufern mit leichter Lernbehinderung bis hin zu Menschen die bewegungsunfähig im Rollstuhl sitzen und schon mit dem Verständnis einfachster Begriffe Schwierigkeiten haben. Und natürlich die ganze breite Palette zwischen diesen Extremen, Beatmung inklusive.

Ich habe viele tolle Hilfskräfte kennengelernt und habe gern mit ihnen gearbeitet. Und ich habe Leute wie Cheffe kennen gelernt. Jemand mit Studium, der von Hilfskräften noch was lernen kann.

Die Prognose in dem Job ist nicht positiv. Personal- und Fachkräftemangel wird die Situation immer weiter verschlechtern. Es fangen so einige an aus der Pflege abzuwandern. Ein Kollege aus A, Fachkraft mit überragendem Wissen, sitzt heute in einem Supermarkt an der Kasse und ist glücklich dort. Pflege nie wieder, meint er.

Und das ist es, was Herr Spahn sich für Menschen mit Beatmung wünscht. Ausgegrenzt in einer Einrichtung mit überarbeiteten Mitarbeitern.

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Das Klima

Ich möchte mal zwei Beiträge rebloggen, die sich mit demselben Thema beschäftigen. Einer ist von aquasdemarco und einer von Wicca Secret. Beginnen wir mit aquasdemarco.

Diese Welt erschein mir oft unglaublich komplex und dann wieder sehr einfach erklärbar.
Es klingt paradox und die Überschrift zu diesem Text ist als Paradoxon zu verstehen.

Laut Duden beinhaltet das Wort Klima: „Für ein bestimmtes geografisches Gebiet typischer jährlicher Ablauf der Witterung“

Meine Heimat am Teutoburger Wald war typischer Weise eine Regenregion und erreichte bundesweit Bestwerte an Regentagen. Dieses Klimaverhalten ändert sich gerade, lange Trockenperioden deuten eine Veränderung des heimischen Klimas deutlich an. Möglicherweise ist es das hier jetzt typisch, vorherrschende Klima. Aber müssen wir, muss ich das Klima schützen? Klima ist keine Person, kein Gegenstand, Klima stirbt nicht durch seine Veränderung. weiterlesen: Klick

Und nun von Wicca Secret:

Ich habe mich jetzt mal selbst zum Thema Klima umgehört und umgesehen. Was ich dabei gefunden habe ist irgendwie echt krass. Aber lest einfach selbst.

Beitrag enthält Verlinkungen. Siehe Datenschutzerklärung.

Kennt ihr noch Al Gore? Den ehemaligen US Präsidentschaftskandidat. Er hat die Wahl verloren und war doch der Präsident der Herzen. Warum erzähle ich euch das? Ja der gute Mann war der absolute Sympathieträger in den USA. Daher bestens geeignet, die dreiste Lüge vom bösen CO2, in die Welt zu tragen.Mit seinem dreisten Lügen Filmchen,“ Inconvenient Truth, Eine unbequeme Wahrheit“ brachte er die Welt dazu zu glauben, das wir bald alle sterben müssen, wenn wir nicht sofort etwas gegen das böse CO2 machen. So wurde er sogar mit dem Friedensnobelpreis für diesen Schund Film ausgezeichnet. Aus Dankbarkeit führte er, mit noch so einem Zukunft visionär Namens Soros, Emissionszertifikate ein und wurde damit zum Milliardär. Hielt er doch auch Vorträge über das böse CO2, für ca. 150.000 Dollar pro Ansprache. Da konnte man auch bestens Werbung für diese Zertifikate machen. Weiterlesen: Klick

Ja, das Klima verändert sich und vielen macht das Angst. Aber was hilft es wenn Deutschland Dieselfahrverbote ausspricht oder diverse Finanzleistungen von CO2-Steuer bis Verteuerung diverser Leistungen? Halten wir die Veränderung damit auf- vor allem Deutschland allein?

Natürlich nicht. Klar, wir müssen uns umstellen, die Tiere müssen sich umstellen und auch die gesamte Pflanzenwelt. Einige werden in bestimmten Region nicht mehr leben können und verschwinden dort. Dafür machen sie anderen Platz. Und die, die hier verschwinden finden an einem anderen Ort eine neue Heimat.

Warum haben wir so große Angst vor Veränderung? Dann sind wir eben die neuen Saharabewohner und dort werden sie Winterkleidung benötigen. Das ist doch nicht unser Untergang.

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Job-update

Ich bin befreit! Dennoch war die letzte Zeit nicht ohne. Aber das war ja auch irgendwie ständig so.

Vor kurzem kam eine Kollegin aus dem Krankenstand zurück und sie war laaaange krank. Das Pflegedilema: Rücken und Schultern sind in Gefahr und sie hatte eine Schulter-OP, eine Reha, noch eine OP,… kurz: ich hab sie kennengelernt und nicht in erfreulicher Erinnerung, dann verschwand sie spurlos für etwas über ein Jahr ohne jedes Lebenszeichen und plötzlich bekamen wir die Nachricht dass sie wiederkommt, aber mit verminderter Arbeitskraft.

Na gut, kein Problem. Wir sind nicht so. Es gibt auch noch genug Tätigkeiten die Madam „Wasserstoffblond“ ausführen kann. Zunächst klappte das einigermaßen gut und dann kam jener Abend als ich zum Dienst kam und mein Lieblings-Kollege, der immer für 3 arbeitet, einen Gesichtsausdruck hatte der mir verriet das der Tag mehr als mies gelaufen ist. Megakurz- Übergabe und dann hab ich ihn Heim geschickt. Am Schreibtisch saß- ungerührt- Madam und vor sich ein etwa 1 1/2 jähriges Mädchen das ein Bild kritzelte. Ihre Enkelin.

Am nächsten Abend berichtete das Anhängsel das der ❤ -Kollege ziemlich explodiert ist. Sehr unüblich, obwohl böse Zungen (Anhängsel) behaupten er würde ständig meckern. Madam hat sich mit der Enkelin beschäftigt, aber sonst keinen Finger gerührt. 14 Tage später wiederholte sich das Spiel bei einer anderen Kollegin und damit stand fest, dass ein Gespräch mit Cheffe notwendig wird.

Sie dachte wohl das wird nicht so schnell was, weil es dienstlich keine Überschneidungszeiten gab, aber Madam hat ja noch mehr zu bieten. Frühdienst, 7:45 Uhr kommt Kollegin schnaubend zu mir und meint: „Sie ist weg. Eine Stunde zu früh.“ Wie jetzt? Madam hat Jacke und Tasche genommen und ist einfach nach Hause. Nächster Morgen: 7:55 Uhr treffe ich Madam am Aufzug. Tasche und Jacke dabei. „Willst du schon wieder abhauen?“ frag ich. „Ne, ne. Ich bring nur R. runter,“ meint sie und ich glaub ihr kein Wort, aber ich habe Feierabend und will nach Hause.

Abends erzählt das Anhängsel das Madam eine Mail von Cheffe bekam mit klarer Ansage. Madam waren kleinlaut und wie es weitergeht wird man sehen.

Am nächsten Morgen war ich mit einer Kollegin allein, Cheffe und Anhängsel kamen pünktlich zu meinem Feierabend und ich bekam noch ein update für… alles mögliche. Ich blieb länger. Nicht weil ich musste, nicht weil es mir schwer fiel zu gehen, sondern weil ich zu Hause nicht schlafen wollte. Die Tänzerin wollte kommen und sich in den Urlaub bis Ende des Monats verabschieden.

Ich ging mit dem Wissen, dass weder Cheffe noch sein Anhängsel wussten, dass es unser letztes Zusammentreffen war.

Montag nachmittag rief die Geschäftsführung an. Überrascht und entsetzt von meiner Kündigung und ich habe mir erlaubt mal auszupacken über Cheffe und sein Anhängsel. Immerhin habe ich erfahren das Cheffe vor ein paar Jahren schon mal eine Abmahnung kassiert hat. Ob es jetzt die nächste gibt weiß ich nicht aber mein Bericht hat schon einiges Entsetzen verursacht.

Kurz darauf eine Whatsapp von Cheffe. Er hatte erfahren das ich geh und wunderte sich, dass ich nichts gesagt habe. Well. Als ich ihm antwortete, dass ich weder darüber reden noch diskutieren wollte war die Reaktion eindeutig. Er war angepisst und im Grunde war dass auch das Ziel der Aktion. Nur schade das er es so früh erfahren hat.

Nun bin ich frei und empfinde kein bedauern. Ein wenig Sorge wegen der verbleibenden Kids, aber das war es.

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Aktuelle Arbeitslage

Ich bin nur noch genervt von der Arbeit. Dabei habe ich Grund eine Party vorzubereiten. Ich muss noch acht Nächte schaffen, dann bin ich weg und raus und alle können mich mal.

Der Laden bricht langsam zusammen und das ist gut so. Die Geschäftsführung merkt nichts und Cheffe kann sich gut verkaufen. Er kann auch alles andere gut verkaufen. Im Grunde ist er der ideale Versicherungsvertreter, oder Flohmarktverkäufer, oder… Der könnte den übelsten Schrott als Luxusware verticken. Aber das war es dann auch.

Seine Faulheit wird immer übler. Inzwischen hat er riesige Schweißflecken unter dem Arm wenn er zur Kaffeemaschine war um sich ein Tässchen braune Brühe zu holen. Und nein,… das liegt nicht an der Hitze draußen, sondern findet auch an kühlen Tagen statt.

Es gibt keinen einzigen Bewohner mit dem er zurecht kommt. Der Kleinste ist für ihn so „fremd“ wie der Größte. Er ist bereits beim Anziehen am Limit und Essen eingeben… Au weia.

Wir hatten auch schon das Cheffe eigentlich zum Frühdienst kommen sollte. Er kam nicht, hatte es aber auch nicht nötig sich zu melden um uns das mitzuteilen.

Neulich ist er ausgetickt. Der „Große“ hat ihm gebeichtet, dass er sich selbst um einen neuen Wohnplatz gekümmert hat. So was. Dabei wollte Cheffe doch das er bleibt und in einem Jahr in eine GmbH der Einrichtung wechselt, denn die Leitung dort kennt er… und natürlich bleibt das Geld in der Einrichtung und ein Selbstständiger Bewohner,..

Der Schaden ist angerichtet, also behauptet Cheffe jetzt, er hätte gemeinsam mit dem Großen gesucht und nun versucht er noch eine weitere Unterbringung. Komischerweise ist das aber auch wieder eine GmbH. Der glaubt wirklich er kann mich vera…

Nachdem Cheffe und sein Anhängsel gemerkt haben dass ich nicht auf ihrer Seite stehe wenn sie sich über den „Prügelknaben“ beschweren, heißt es bei der Übergabe immer es wäre mit ihm gut gelaufen. Das Anhängsel verzieht auch nicht mehr das Gesicht wenn sie sieht das der Prügelknabe sich über mein Kommen freut. Sie ärgert sich trotzdem.

Einen Tag hatte ich Gelegenheit dem Cheffe mal zu demonstrieren wie super das Essen mit dem Prügelknaben funktioniert, wenn man es richtig macht. Er hat nicht mit der Wimper gezuckt, aber ob er auch was verstanden hat? Eher nicht.

Sein Anhängsel hat nun auch schon verstanden dass sie vorsichtig sein muss bei mir. Nur hat sie nicht verstanden dass sie sich ständig selbst ein Bein stellt. Erzählte sie mir neulich das eine unserer Bewohnerinnen ihr Medikament nun nur noch bei Bedarf bekommt. Wunderbar. Ich war für das Medikamente stellen zuständig. Hat sie am nächsten Tag über mich gelästert weil ich angeblich zu blöd wäre die Medikamente zu stecken,(das man stellen sagt und nicht stecken hat sie bisher auch verpennt), weil ich das Medikament nicht in den Dispenser getan habe. Hat sie dann gemacht. Hab sie gefragt, ob es nun ein Bedarfsmedikament ist oder nicht. Natürlich meinte sie und als ich dann meinte dass irgend ein Schlaubischlumpf (ich wusste sie war es) das Medikament in den Dispenser sortiert hat versuchte sie sich schnell raus zu winden. Hinterm Rücken schlecht reden ist das was sie gut kann. Ansonsten ist sie eher untauglich.

Ich bin normalerweise nicht hinterhältig oder gemein, aber wir haben neben Cheffe noch eine 2. Sozpäd. die kommt nur einmal pro Woche und sie ist die einzige von der ich eine gute Meinung habe. Hab sie gebeten sich auf eine Stelle im Fachdienst zu bewerben, die frei wird. Cheffe will die Stelle haben, aber sie hat mehr Qualifikationen. Man würde ihr die Stelle geben. Sie muss sie nicht nehmen, sich nur bewerben. Selbst wenn Cheffe sie am Ende doch bekommt, wird er immer wissen, das er sie nur bekommen hat, weil sie abgesagt hat.

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Blogparade: Miteinander leben

Nachdem ich in letzter Zeit hauptsächlich den 1000 Fragen an mich selbst nachgegangen bin, möchte ich mich mal wieder an einer Blogparade beteiligen, die ich zufällig entdeckt habe. Das Thema beschäftigt mich seit kurzem und da kommt mir diese Parade sehr gelegen.

Martina von Jolinas Welt und Lilli von Mit Kindern glauben haben gemeinsam die Blogparade Miteinander leben gestartet.

Die Blogparade soll Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen die Möglichkeit bieten Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Da bin ich gleich wieder bei meinem Fußballer. Über ihn hatte ich schon einmal einen Beitrag für die Blogparade „Ich bin anders und das ist gut so“ verfasst. Die ist nun schon zwei Jahre her, aber er ist eben immer noch anders.

Mein Fußballer mag nicht mehr gern zum Fußball-Training gehen. Immer häufiger gibt es Tränen. Ein Junge aus der Mannschaft, aber nicht er allein, verspotten ihn. Ich spüre meinen Ärger über diese Jungs, dabei hat vermutlich denen nur niemand erklärt warum Fußball ein Teamsport ist und was das bedeutet. Manche Erwachsene haben auch nie gelernt was Team bedeutet, aber nun gut. Eigentlich sind es die Eltern, die hier ihren Kindern etwas erklären sollten und da ist da der Trainer, der seine Mannschaft zusammenschweißen sollte.

Ich habe meinen vier Kindern frühzeitig erklärt, dass man andere nicht verspottet, auslacht oder ausgrenzt. Leider ist das nicht die Norm. Aber wie sollen wir denn miteinander leben wenn wir uns nur damit beschäftigen bei den anderen Dinge zu finden die uns nicht gefallen? Gemeinsam könnte man Defizite ausgleichen, Schwierigkeiten überwinden. Wenn jeder nur seins macht kommt keiner wirklich weit.

Ich möchte gar nicht behaupten, das der Trainer sich nicht bemüht, aber er ist halt Vater mit Wochenendkurs zum Trainer. Keine spezielle Ausbildung und er ist der dritte Trainer für unseren Fußballer, aber der erste, der ihn wirklich trainiert und bewusst die Herausforderung angenommen hat. Wunder entstehen daraus nicht. Aber mein Fußballer macht Fortschritte, allerdings langsamer als die anderen und die Dinge die er nicht versteht machen ihm zu schaffen. Da sagt der Trainer zu ihm er soll auf seine Position gehen, hinterher brüllt er ihn an weil er nicht zum Ball gelaufen ist. Ja was denn jetzt?

Mein Fußballer besucht eine Förderschule. Das ist gut so. Auf einer normalen Schule hätte er wohl ähnliche Probleme wie beim Fußballverein. Die Kinder die nicht „besonders“ sind und deswegen nicht verstehen und natürlich die Lehrer die eben nur „normale“ Lehrkräfte sind und nicht speziell geschult. Für meinen Fußballer ist es normal das er sich im Unterricht Kopfhörer aufsetzt wenn ihm die Geräusche zu viel werden und er eine Aufgabe erledigen soll. Kann er nicht länger still sitzen holt er sich ein Balance-Kissen oder den großen Gymnastikball. In der „Normalschule“ wird einem geraten sich Ritalin verschreiben zu lassen. Ruhigstellen statt Helfen lautet die Devise.

Im Grunde genommen wäre es klasse wenn Inklusion nicht nur Theorie wäre. Wenn Vereine ,Schulen etc. von Anfang an für alle Kinder, Jugendliche,Erwachsene gedacht wären. Es gibt Integrationskindergärten in denen dieses Miteinander statt findet, aber das ist immer noch Ausnahme und nach dem Kindergarten gehen alle wieder getrennte Wege. Warum nicht weiter zusammen bleiben? Warum werden Schulklassen nicht mit einer „Normalkraft“ und einer sonderpädagogischen Lehrkraft ausgestattet, die Hand in Hand zusammen arbeiten? Warum können Sportvereine dieses Miteinander nicht bringen? Warum gehen Lehrer, Trainer, Erzieher nicht zu Fortbildungen die ihnen Wege aufzeigen?

Wir, die wir in diesem Bereich arbeiten, werden regelmäßig zu Fortbildungen geschickt. Hilfsmittel-Schulung, damit wir wissen wie welcher Lifter funktioniert, das Pflegebett usw., Medikamenten-Schulung damit wir alles korrekt lagern, wissen welche Tabletten man zerteilen darf und welche nicht, Wechselwirkungen, ect., Hygiene-Schulung, Pflege-Schulung, und nicht zuletzt all jene Schulungen die Themen behandeln mit denen man in der Arbeit so konfrontiert wird oder werden kann.: Sexualität, Tod und Sterbebegleitung, Trauer, aber auch die unterschiedlichen Handicaps, Förder- und Hilfsmöglichkeiten. Natürlich nützt das alles wenig wenn man allein da steht und mehr als zwei Hände bräuchte oder sich gleichzeitig an mehr als einem Ort aufhalten müsste. Der Fachkräftemangel greift weiter um sich. Womöglich wird man über kurz oder lang Einrichtungen schließen und die Bewohner in die „Normalwelt“integrieren müssen und ich hoffe das es wirklich auf Inklusion hinausläuft und nicht auf Sterbehilfe und Lagerhaltung.

Im Grunde kann ich Dankbar sein, dass mein Fußballer ein „Läufer“ ist. Wäre es anders, wären da noch ganz andere Probleme. Nehmen wir den Kindergarten dessen Außengelände eindeutig nicht für Rollstühle gedacht ist, Spielplätze, die Grundschule- die zwar inzwischen an einem Eingang eine Rampe hat, aber Sport fällt aus wegen Treppe, der Sportverein dessen Umkleideräume im Keller untergebracht sind- ohne Aufzug versteht sich, die Wohnung, die nicht auf besondere Bedürfnisse ausgelegt ist,…

Demnächst möchten wir als Gruppe gemeinsam Essen gehen. Drei Läufer, zwei Rollstühle. Eines davon ein E-Rolli. Mir ist vorher nie aufgefallen wie problematisch dein Restaurantbesuch sein kann. Ich dachte spontan an ein tolles Restaurant in der Nähe, mit Aussensitzplätzen. Hat sich erledigt.

Ich hiefe keinen E-Rolli Stufen hoch. Und selbst wenn wir hoch kämen… wir müssten erst mal Tische und Bänke an die Seite räumen damit wir durch kommen. Mit toller Deko versperrte Durchgänge die weder Rolli noch Kinderwagen durchlassen,zu schmale Eingänge, Aussensitzplätze, die den halben Gehsteig einnehmen und mit Rolli endgültig den Passanten die Fläche versperren, Geschäfte wo Rollifahrer warten müssen bis ein Verkäufer sie bemerkt weil sie entweder nicht in den Laden kommen, oder aber die hohe Verkaufstheke jede Sicht versperrt,…

Diese Welt ist nicht für besondere Bedürfnisse gemacht. Ich könnte die Toiletten in Kaufhäusern erwähnen, die eigentlich Rolli-gerecht sein sollen, aber oftmals als Abstellfläche für den Vorrat an Toilettenpapier und Putzlappen genutzt wird. Wickelmöglichkeiten nur für Babys, dabei gibt es auch Erwachsene die nicht stehen und zur Toilette können. Arztpraxen mit engen Eingängen, Fluren, Behandlungsräumen, mit Stufen, in Etagen ohne Aufzug,…

Handys und Telefone die für Menschen mit motorischen Problemen geeignet sind, sind rar. Vieles wird immer kleiner, empfindlicher und damit für einen Teil der Menschen schwerer zu bedienen. Da ist eine Sprachsteuerung eine willkommene Hilfe- wenn man denn einigermaßen verständlich sprechen kann.

Zusammengefasst kann man sagen es ist eine riesige Baustelle deren Vollendung in weiter Ferne liegt. Von den fehlenden Finanzen mag ich gar nicht reden. Geredet und überlegt wird viel, umgesetzt wird, wenn, dann nur langsam.

Zum Abschluss möchte ich aber auch noch einmal zu meinem Beitrag verlinken, den ich für Chaosheps Blogparade „Integration von Menschen mit Behinderung“ verfasst hatte

Bildnachweis:

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Weckruf

Babsi's Aufschrei Herz_statt_Hass

Die Europawahlen sind gelaufen.

Nein, das Ergebnis ist absolut kein Grund zum Feiern, sondern zum weinen und verzweifeln.
Die Dummheit hat Europa fest im Griff.
Nebenbei mal eine Frage!
Was gedenken eigentlich die viel gepriesenen und hochgejubelt Grünen dagegen zu tun?
Bisher habe ich von ihnen noch nie etwas für die Demokratie oder für die Menschenrechte vernommen!

Empfehlung
Diese Dokumentation sollte man gesehen haben!
Zu der Frage, „Wie gehen wir mit der Völker Wanderung, die Folgen der von Menschen verursachte Klimakatastrophe und die Zerstörung der Lebensräume von Menschen um,
so können wir diese Frage heute schon beantworten.

Wir lassen diese Menschen, unsere Mitmenschen und Mitbewohner des Planeten Erde, einfach sterben.
Europa baut sich immer mehr zu einer Festung aus und lässt seine Mitmenschen im Mittelmeer gnadenlos ertrinken.
Überall sterben die Menschen, in den Weltmeeren, im europäischen Mittelmeer, in der Wüste, an den Grenzen und in den neuen Menschenlagern.

Wir sperren…

Ursprünglichen Post anzeigen 191 weitere Wörter

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Immer wieder ärgerlich

wenn es auf der Arbeit einfach nicht läuft. Sonntag war so ein typischer Tag, an dem ich nur den Kopf schütteln kann.

Ich kam abends zum Dienst und zwei der Kids saßen im Gruppenraum vor dem TV. Normalerweise liegen sie im Bett und schlafen, denn sie brauchen den Schlaf. Habe nichts gesagt. Der Spätdienst war mit drei Leuten da und sie haben es nicht geschafft die zwei ins Bett zu bringen. Lediglich der dritte junge Mann war im Pyjama.

Im anderen Stock waren alle vier im Bett, aber in einem Zimmer war alles hell erleuchtet. Keine Ahnung wie der Junge es geschafft hat ein zu schlafen.

Bei der Übergabe erwartete ich eigentlich eine Erklärung, aber die kam nicht. Der Spätdienst fand wohl alles völlig normal. Bei der Gelegenheit wurde mir noch mitgeteilt, dass das Schulfrühstück im oberen Stockwerk noch nicht im Kühlschrank liegt. Als ich dorthin kam wurde mir klar warum. Die Elektrik war mal wieder tot. Nur die Lampen funktionierten. Statt sich drum zu kümmern oder wenigstens die Lebensmittel aus dem Kühlschrank in das untere Stockwerk zu bringen haben die Herrschaften so getan als wüsten sie nichts vom ausgefallenen Kühlschrank.

Wenn Cheffe Dienst hat kommt nichts vorwärts. Sein Stellvertreter- Anhängsel hat heute die Besserwisserin gespielt. Mag ich gar nicht. Sie verteidigt ihr ungerechtes Verhalten gegen unseren 16jährigen bis zum Letzten. Dabei ist es so simpel. Aber für sie ist es nicht in Ordnung, dass der Junge so behindert ist. Er sollte alles selbst können. Stehen, essen, sprechen. Dabei übersieht sie das die Großen die noch so selbstständig sind und die Arbeit der Mitarbeiter machen nicht mehr üblich sind. Die jüngeren sind alle pflegeintensiver und was demnächst zur Kurzzeitpflege herkommt und zum Probewohnen hier war, ist kompett Vollpflege. Bedeutet: Cheffe muss arbeiten und das macht ihm Kopfschmerzen, aber nicht nur im übertragenen Sinn.

Was hier noch keiner weiß: ich schau mich nach einer neuen Stelle um. Tagdienst und hoffentlich weit weg von Cheffe und Co.

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Fertig…

mit den Nerven bin ich momentan. Mein Chef verfolgt mich bis in meine Träume. -Alpträume.

Es geht um so viel, teilweise ärgerliche Kleinigkeiten, aber eben auch um etwas übleres. Ein 16 Jahre alter Junge, von der Behinderung recht eingeschränkt und ich wundere mich schon lange warum Chefe und seine anhängliche Stellvertretung immer Probleme mit ihm haben. Er tritt nach ihnen, bespuckt sie, schreit und versucht sie zu schlagen.

Es ist die einzige Möglichkeit für ihn sich zu wehren und hat nichts mit Bösartigkeit zu tun.

Natürlich meinen die, die „Großen“ und ich nennen sie „Herzlilein und Herzilein“, manchmal auch „Dick und Doof“, der Junge wäre das Problem aber de facto sind sie selbst das Problem.

Bei der vorletzten Dienstbesprechung wurde ein Strafenkatalog angelegt. Beklagt sich der Vater das der Junge zu Hause übellaunig war, wird er hier bestraft. Benimmt er sich hier daneben wird er auch bestraft. Im Grunde ist er eine Art Prügelknabe. Irgendeinen Grund findet man schon warum man ihn gerade bestraft. Pädagogisch wertvoll ist das nicht.

Nachdem die „Großen“ beobachtet haben, das ich keinen derartigen Stress mit dem Jungen habe, haben sie ihre Meinung überdacht. Natürlich hat Chefe auch den „Großen “ eingeredet die Schuld bei dem Jungen zu suchen.

Warum spuckt er „Dick und Doof“ jedesmal seine Tabletten entgegen? Also schlugen die Großen Chefe vor ihm die Tabletten einfach ins Essen zu tun, wie ich das auch mache. Nein man muss sie ihm mit Gewalt in den Mund stecken.

Es nervt mich einfach nur noch ab. Ich will den „Großen „keinen Ärger machen. Darum darf ich offiziell nicht wissen was da passiert und wie der Junge behandelt wird.

Die „Großen “ machen oft die Arbeit von „Dick und Doof“. Sie übernehmen das Duschen, Kämmen und ins Bett bringen anderer Bewohner. Was machen Dick und Doof? Kaffeetrinken!

Früher, so meinte ein Kollege mal, wären die Mitarbeiter mit den Kids raus gegangen. Heute passiert sowas nicht mehr. Wenn, dann gehen sie mal in ein Lokal in der Nähe zum Essen, aber der „Prügelknabe“ darf nicht mit.

Freitag hab ich morgens einem Mädel Zöpfe geflochten. Gestern, also Montag habe ich sie ihr morgens wieder geöffnet und aus den verknoteten und verklebten Haaren zwei Haarspangen gepult. Habe mich bemüht sie schmerzfrei zu kämmen und ihr neue Zöpfe gemacht. Sie liebt Zöpfe. Ich bin gespannt ob Doof es heute geschafft hat sie zu Duschen und ihr die Haare zu waschen. Aber das sehe ich erst morgen früh.