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Ich packe meinen Koffer

Auf Moms Favorites and more läuft bereits seit Juni und bis September eine Urlaubs-Blogparade.

Bei uns steht der Urlaub vor der Tür und wir denken bereits über den nächsten nach. Ein bisschen früh? Vielleicht. Aber es muss viel bedacht werden.

  • Was muss unbedingt mit in den Koffer?

Badesachen, Unterwäsche, T-Shirts, kurze Hosen, Badeschuhe für die Jungs. Mein Mann nimmt nur Unterwäsche mit und ich brauche zusätzlich meine Blusen, Hosen, Kopftücher.

  • Ein Urlaubsbegleiter, den ihr anderen Eltern, absolut empfehlen könnt: Die beste Sonnencreme, das lustige Spiel gegen Langeweile bei Regenwetter, eure Lieblingslektüre für entspannte Momente im Strandkorb, o.ä.

Wenn wir mit dem Zug zum Flughafen müssen sind Kinderfilme auf dem Tablet eine gute Sache. Ansonsten ist ein Uno-Kartenspiel immer ein großer Spaß.

  • Wie packt ihr? Unkontrolliert am Abend zu vor, so nach dem Motto, was wir nicht haben, kaufen wir vor Ort, oder ganz strukturiert mit Packlisten.

Da nicht viel gebraucht wird können wir alles ungefähr zwei bis drei tage vorher einpacken, noch mal überprüfen- Fertig!

  • Hat sich eure Art zu reisen verändert seit ihr Kinder habt?

Ja, auf jeden Fall. Früher waren weder mein Mann noch ich großartig unterwegs. Aber durch die Kinder hat sich das geändert.

  • Wohin geht es in diesem Jahr?

flag-2303795_640Nach Marokko

  • Fahrt ihr jedes Jahr woanders hin oder habt ihr einen Ort an dem immer wieder gerne seid? Warum fahrt ihr dort gerne hin und was wird dort für Kinder geboten?

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Färberviertel, Fez

Jedes Jahr steht Marokko auf dem Plan, denn dort leben die Großeltern, Onkel und Tanten der Kinder und daher ist jedes Jahr Urlaubszeit gleichzeitig Besuchszeit. Einen mindestens zweiwöchigen Aufenthalt am Meer gibt es dazu. Ansonsten kann niemandem wirklich langweilig werden. Die Jungs kicken unten vorm Haus mit Nachbarskindern und für alle anderen gibt es eben das Erwachsenenprogramm: Spaziergänge, Besuche, Foto-Touren, Shopping…

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Fez

Die Mädchen sind inzwischen alt genug auch eigenen Touren zu machen. Die SML fährt daher immer wieder Mal nach Italien weil eine langjährige Freundin dort lebt und arbeitet und die Tänzerin macht gerne mal so eine Städtetour für bis zu drei Tagen.

Last but not least gibt es auch noch unsere traditionelle Regensburg-Tour jedes Jahr. Das ist zwar nur ein Tagesausflug aber für uns immer wichtig gewesen.

  • Ihr wart schon im Urlaub? Erzählt mir davon! Was war schön, was optimierungsbedürftig.

Dieses Jahr noch nichtOLYMPUS DIGITAL CAMERA

  • Habt ihr ein Lieblingssouvenir aus eurem letzten Urlaub?

Vom Regensburg-Ausflug gibt es jedes Jahr ein Foto und generell machen wir halt immer gern Fotos. Aber sonst sind wir nicht so die Souvenirjäger.

 

 

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Discounter oder doch Supermarkt

Bei Silly von Pferdig unterwegs läuft eine Blogparade zum Thema.

Discounter oder Supermarkt? Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Discounter haben mehr Handelsmarken also NoName Produkte die natürlich billiger sind als die Marken, denn die lassen sich gern auch ihren Namen bezahlen und nicht nur das Produkt. Es gibt weniger Sortimentsauswahl, also statt drei Produkte einer Sache nur eine. Aktionsprodukte die billiger sind als in anderen Läden, wie PC´s, Kleidung ect. Oft keine Drogerieartikel. Sparsame Laden-Ausstattung (z.B. Hinweisschilder,Paletten statt Regale).

Zu den Discountern gehören Penny, Aldi, Lidl,Norma,TEDI und Netto.

Der Supermarkt ist also quasi das Gegenteil. Auswahl, alles ordentlich in Regalen verräumt, mit vielen Schildchen, Marke neben NoName, Wahlmöglichkeiten.

Supermärkte, das sind Edeka, REWE, Kaufland.

Soweit-so klar? Aber:

  • Lidl und Kaufland gehören der Schwarz-Gruppe.
  • Netto gehört zu Edeka,Tengelmann-Geschäfte wurde vor kurzem von denen aufgekauft
  • Penny gehört zu REWE

Insgesamt ist also nicht so viel Auswahl wie man Anfangs glaubt.

Silly´s Fragen:

  • Sind Produkte aus dem Discounter so viel schlechter?
  • Sind Billigprodukte zwingend schlechter als teure?

Wie definiert man schlecht? Natürlich wollen die Unternehmen Gewinn machen und verdienen. An billigen Produkten ebenso wie an teuren, also muss der billige Preis einen Ausgleich haben. Die einfache Ladenausstattung, NoName Produkte, teilweise auch die Gehälter der Mitarbeiter machen sicherlich einiges Wett aber bestimmt nicht alles. Immer höhere Konzentration auf viele Märkte weniger Unternehmen und das immer weiter voranschreiten des Aufkaufens kleiner regionaler Geschäfte führt sicher nicht zur Beendung der Habgier von Unternehmen. Klar wird auch billig produziert und billiges Material verkauft. Ob das nun Lebensmittel voller Chemikalien sind oder Erdbeer-Joghurt in dem nicht mal ein Hauch von Erdbeere zu finden ist. Ob man selbst einen solchen Joghurt als schlecht empfindet entscheidet letztlich der Verbraucher, also jeder einzelne mit seinem Kaufverhalten. Wem Aussehen und Geschmack mehr interessiert als Inhalt findet vieles sicher nicht schlecht.

Das wir überhaupt in solchen Geschäften kaufen liegt auch daran, dass auch diese Geschäfte z.B. immer mehr auf Bio-Produkte setzen. Bio-Läden lassen sich diese meist teurer bezahlen und nicht alles was diese Läden, aber auch die Supermärkte, anbieten macht wirklich Sinn. Bio-Kiwi aus Neuseeland, Bio-Mango aus Burkino Faso?Der Transport und die frühe Ernte zerstören den Vorteil vom Verzicht auf chemische Düngemittel. Reden wir lieber nicht über die Verpackungen. Und leider werden Bio-Hersteller i.d.R. nur einmal im Jahr angekündigt kontrolliert. Ich vertraue nicht darauf dass alle ehrlich sind und wirklich den ohnehin nicht sehr konsequenten Richtlinien entsprechend produzieren. Schön, wenn das Grundwasser beim Bio-Anbau weniger belastet wird, aber wenn mehr Wasser verwendet wird, als beim „normalen“ Anbau ist der Nutzen zumindest fraglich.

  • Greift ihr auf Hausmarken wie z.B. Ja! oder TIP zurück? Warum? Warum nicht?

Ja, mach ich schon. Nicht immer aber hin und wieder. Manche Dinge akzeptiere ich auch von Hausmarken, schon deshalb, weil das Fehlen der Marke nicht bedeutet dass das Produkt von einer anderen Firma hergestellt wurde als der Markenfirma. Das diese Firmen viel Umsatz mit NoName-Produkten machen ist eigentlich schon ein alter Hut. Das ab und an die Zutaten etwas abweichen kann vorkommen aber da gibt es die Zutatenlisten die bei Vergleichen helfen.

  • Was für Ansprüche stellt ihr an den Supermarkt eures Vertrauens?

Vertrauen… so würde ich das nicht unbedingt nennen. Wir müssen einkaufen da wir in der Stadt leben und ich nicht einmal einen Balkon habe, geschweige denn einen Garten der es mir erlauben würde selbst einen Teil unseres Bedarfes zu decken. Und ich mache schon viel selbst. Mein Anspruch ist daher hauptsächlich die Entfernung, denn für eine Familie kauft man mehr als nur für 1-2 Personen. Und das will alles transportiert werden. Ich bin nie mit dem Auto unterwegs, also zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist mein Hauptkriterium.

  • Warum kauft ihr genau in DIESEM Laden ein? (Große Auswahl, Nette Verkäufer, gute Kundenbetreuung, Produkte die ihr besonders gerne mögt, Aufmachung des Ladens usw.)

DIESEN Laden gibt es nicht. Ich bevorzuge Geschäfte in denen ich durch die Gänge komme. Neulich kam ich in einen dort fuhr eine Mitarbeiterin mit der Wischmaschine durch die engen Gänge und die übrigen Gänge waren mit Palettenwagen so zugestellt, dass ich mich seitlich daran vorbei quetschen musste um an die Ware zu kommen. So etwas brauche ich mittags um halb 12 nicht.

Natürlich gehe ich gern dorthin wo ich im Sortiment das finde was ich möchte und gerne mag und nette Angestellte sind auch was tolles. Allerdings haben wir bis auf wenige Ausnahmen damit hier keine Probleme. Fast alle sind sehr freundlich. Ausnahmen bleiben nie lange, da scheinen die Geschäfte drauf zu achten. Die Ausstattung interessiert mich eher weniger.

  • Habt ihr bestimmte Lieblingsprodukte?

Klar, wer hat die nicht? Ich kaufe z.B. gern den 1kg Eimer Weideglück Landjoghurt. Den gibt es von 0,1 % Fett bis Sahnejoghurt mit 10%. Und weil da gleich 1kg in einem Eimer ist, habe ich nicht viele kleine Becher und man kann die Eimer wunderbar für alles mögliche verwenden. Zum Beispiel für kleinere Teile von Spielsachen, Puzzleteile oder man kann sie dekorieren und als Windlicht benutzen, als Tischmülleimer usw.

  • Habt ihr einen bestimmten Laden in dem ihr einkaufen geht oder mehrere? Teilt ihr es je nach Produkten vielleicht sogar auf?

Wir teilen auf. Das ist notwendig. Aus religiösen Gründen verzichten wir auf Schwein und Alkohol und leider sind diese beiden Zutaten bei der Verarbeitung sehr beliebt. Egal ob Süßkram, Käse, Saft oder Brot. Schwein und Alkohol wird immer gern verwendet.  Selbst der Aufdruck „vegan“ schützt nicht vor Schwein, weil Rohstoffe verwendet werden dürfen, die vorab damit hergestellt wurden. Daher wird bei uns ausgewählt, was in welchem Geschäft gekauft wird. Alle 14 Tage gibt es bei uns einen Großeinkauf beim „Türken“ unseres Vertrauens. Der Discounter taugt für Toilettenpapier,Trockenwaren wie Nudeln,Reis und Co. und in der Obst und Gemüseabteilung schaue ich gern, einige Käseprodukte, Gewürze. Ich wähle aus.

Der Supermarkt bietet mir den Joghurt, und alles was ich im Discounter nicht gefunden habe.

Der „Türke“ versorgt uns mit allem was ich wegen der Inhaltsstoffe nicht in diesen Geschäften kaufe.

  • Oder habt ihr überhaupt einen „Lieblingsladen“?

Sagen wir Lieblingsfiliale. Ich gehe bevorzugt in die größeren Filialen weil dort mehr Platz ist, was besseres Durchkommen aber auch mehr Sortiment bedeutet. Das gilt für alle Geschäfte.

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Nacktes Überleben

Die Klabauterfrau hat zur Blogparade aufgerufen. Ideengeber ist eine Serie im Fernsehen bei der sich vor laufender Kamera mal wieder Leute einem sinnfreien Experiment hingeben. Das Thema selbst ist allerdings interessant: Minimalismus

Was wäre euch wichtig zum Leben?  Auf was könntet ihr verzichten?

Wäre absoluter Minimalismus etwas für euch?

Das „Spiel“ funktioniert folgendermaßen: keine Familie, keine Haustiere. Die gesamte Habe befindet sich in einem Container draußen und 30 Tage lang darf man täglich eine Sache holen. Und wie bei diesem Sendeformat nicht anders zu erwarten beginnt man die erste Nacht nackt schlafend. Im Winter. Wie also würdrobe-951477_640en meine 30 Tage ablaufen?

Nächtigen würde ich wohl in der Badewanne und mir am 1. Tag einen Bademantel holen. Der ist bequem und flexibel als Kleidungsstück oder nach dem Duschen zum Abtrocknen geeignet.

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Am 2. Tag hätte ich gern etwas gegen die Langeweile und daher hole ich meinen Strickkorb mit Nadeln, Wolle und Strickheften. Damit kann ich mir dann Socken stricken.

Am 3. Tag brauche ich meine Lesebrille, denn auf Dauer wird das mit den kleinen Buchstaben, Maschen ect. ohne Brille nichts.

Am 4. Tag hole ich mir als Alternative zum Stricken eine Kiste mit note-1574664_640Schreibutensilien: Zettel und Stift. Briefe, Tagebuch oder einfach zeichnen wäre dann schon akzeptabel.

chair-1969760_640Am 5. Tag würde ich mir wohl einen Stuhl oder eine Kiste holen, denn immer nur auf dem Badewannenrand, der Toilette oder dem Boden sitzen ist dauerhaft wohl nicht so mein Favorit.teabag-550645_640

Am 6. Tag hätte ich gern eine Kiste mit Tee. Ich hoffe doch dass es heißes Wasser aus den Armaturen gibt.

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Sollte keine Tasse oder etwas ähnliches rum stehen, hole ich mir etwas entsprechendes am 7. Tag.

Am 8.Tag hole ich mir dann aber doch so etwas wie Unterwäsche, falls ich bis dahin keine gestrickt habe. Schließlich muss auch der Bademantel mal gewaschen werden.trousers-362781_640

swiss-army-knife-572667_640Am 9. Tag hätte ich gern ein Messer, am besten so ein Schweizer Teil. Das ist für alles mögliche zu nutzen. Egal ob Nägel schneiden oder Wollfäden. Oder… ach wer weiß, was mir so einfällt.

Eigentlich bin ich jetzt ganz gut ausgestattet und könnte, sofern es Essen und Trinken so gibt gut (über)leben. Ab hier wäre jetzt Bequemlichkeit und Luxus angesagt. Kurz: Dinge die man nicht wirklich braucht.solid-2113987_640

Am 10. Tag hole ich mir dann also einen Tisch. Dann kann ich künftig dort essen, stricken, schreiben,…

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Am 11. Tag mag ich meine Kuschelbettdecke haben. Immerhin ist Winter und selbst eine gestrickte Decke wird mal gewaschen.mattress-2029190_640

 

Am 12. Tag hole ich mir dann eine Matratze dazu, einfach um mal bequem zu schlafen.

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Am 13. Tag hätte ich dann gerne noch ein Kissen. Das ist bestimmt sehr erholsam nach zwei Wochen.

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Am 14. Tag hole ich mir dann vielleicht meinen EBook-Reader mit Ladekabel. Dann kann ich mal meine ganze SUB-Liste in Angriff nehmen.

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Am 15. Tag möchte ich nicht mehr nur in selbstgestrickten Socken laufen. Ich mag Hausschuhe und hätte daher gern ein paar bequeme Latschen.

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Jetzt wird es Zeit sich ein paar Dinge zu erleichtern. Daher würde ich mir am 16. Tag ein Kehrset holen. Ist auch besser für den Rücken.trash-can-23640_640

 

Weil das Kehrset allein noch nicht reicht, wird es am 17. Tag Zeit für einen Mülleimer.

 

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Der 18. Tag verschafft mir eine Lampe. Der Winter ist ja doch oft düster und besser für die Augen ist es auf jeden Fall wenn man nicht im Halbdunkel, liest, strickt, schreibt.flowerpot-148267_640

 

Sollten meine Pflanzen im Container bis jetzt überlebt haben, wird es Zeit sie am 19. Tag in die Wohnung zu holen. Die bringen etwas Leben und Farbe in die Wohnung.

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Am 20. Tag muss ich schon lange darüber nachdenken was ich mir noch holen könnte. Ich denke es wird der Wasserkocher damit das Wasser für den Tee wirklich gekocht ist.

 

Am 21.Tag brauche ich womöglich Nachschub an Wolle, Tee oder Schreibkram.
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Am 22. Tag würde ich mir wahrscheinlich das Zähneputzen mit den entsprechenden Materialien erleichtern.

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Ab jetzt wird es wirklich schwer. Was sollte ich mir noch holen? Vielleicht Duschgel und Shampoo, einen Wischmop, einen Laptop. Ich denke, ich werde einfach die letzten Tage genießen.

Klar, als Gedanken-Experiment  ohne Familie, nur ich allein, wäre das nicht übel. Ich brauch nicht viel, aber die soziale Komponente fehlt und irgendwann ist Einsamkeit nicht mehr positive Erholung. Ich brauche meine Familie und die brauchen Dinge und Minimal ist das schnell kaum noch vorhanden.

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25 Gründe für einen Trotzanfall

Ich habe mich heute mal dem Bloghopping hingegeben und dabei eine interessante Blogparade zum Thema Trotzanfälle bei Hallo liebe Wolke entdeckt, die so einige Erinnerungen geweckt hat.

Nun sind meine zwar prinzipiell aus dem Trotzalter raus, aber sich über das eine oder andere ärgern, auch wütend werden geht immer. Selbst bei Erwachsenen.

Beim lesen der Aufzählungen fiel mir jene erste wirklich heftige Episode mit meiner damals etwa 2 jährigen ein, die heute mit 19 keine Erinnerung mehr daran hat, aber immer herzlich darüber lacht wenn die Erzählung davon mal wieder als Inside-Joke durch die Wohnung geistert.

Damals jedenfalls war ich dankbar dass die Menschen, dort wo wir wohnten mit stoischer Gelassenheit den Trotzanfall meiner Tochter ignorierten und mir Sprüche, wie „Wenn das mein Kind wäre, hätte ich ihr schon den Po versohlt“ oder ähnliches ersparten. Das gab mir die Möglichkeit mit nach außen vorgetäuschter Gelassenheit darüber nach zu denken wie ich, möglichst pädagogisch wertvoll und psychologisch untadelig, mein Kind dazu bringen könnte sich jetzt gefälligst mal nett und friedlich zu verhalten wie man sich das von einem Kind wünscht.

Ehrlich gesagt fiel mir nichts ein, als es mit Erpressung und Drohung zu versuchen. „Ich gehe jetzt und entweder kommst du mit oder du bleibst hier allein“. Selbst das hat nicht funktioniert. Das Kind ignorierte mich. Gut das Zweijährige noch nicht all zu groß und all zu schwer sind. Also hab ich sie mir gepackt, auf den Arm genommen und sie weg geschleppt. Pädagogik und Psychologie haben Zeit und sind geduldig.

Damals ging es darum, dass unser Einkauf erledigt war und ich nun mit dem Einkaufswagen zur Kasse wollte. Meine Tochter hingegen hatte nach 30 Minuten immer noch nicht lange genug das Spielzeugregal begutachtet und egal wie viele Minuten ich ihr noch gab und auch ein Pixibuch brachten sie nicht dazu ihre Betrachtung zu beenden. Argumente wie „Nächstes Mal kannst du wieder schauen“, „Es ist schon spät. Wir müssen jetzt nach Hause“, “ Du brauchst eine neue Windel, deine läuft gleich aus“ usw interessierten sie schlicht nicht. Vermutlich hätte sie vor dem Regal gestanden bis sie irgendwann eingeschlafen wäre, aber freiwillig weg gehen? Nein.

Nun, Jahre später und drei Kinder weiter hat sich die Palette an Möglichkeiten Kinder zum wüten zu bringen mächtig erweitert. Dazu gehört:

  1. Wir haben gerade gegessen und ich will beim Bäcker keine Brötchen kaufen
  2. Bei Schnee und Eis möchte ich nicht zum Spielplatz
  3. 4°C ist zu kalt um ohne Jacke raus zu gehen
  4. Das Fahrrad ist kaputt
  5. Im Sommer darf man nicht mit gefütterten Winterstiefeln zum Kindergarten
  6. Die Schuhe haben keinen Klettverschluss
  7. Wir haben keine Pizza
  8. Zum Frühstück gibt es keine Pizza
  9. Zum Frühstück gibt es kein Eis
  10. Bei strömenden Regen muss das Fahrrad zu Hause bleiben
  11. Ich habe statt Lasagne Kartoffeln mit Gemüse gekocht
  12. Die Erdnüsse sind leer
  13. Der große Bruder will nicht mitspielen
  14. Der Bruder möchte etwas anderes spielen
  15. Ich kenne das Lied nicht was aktuell im Kindergarten gesungen wird
  16. Ich weiß nicht was mein Sohn meint
  17. Ich habe die falsche Kleidung raus gelegt
  18. Dasselbe T-Shirt hat ein anderer Junge im Kindergarten
  19. Ich habe vergessen Socken raus zu legen
  20. Die Hose hat einen Knopf
  21. Der Reißverschluss klemmt
  22. Zu den Nudeln gibt es weder Spinat noch Tomatensoße und der Ketchup ist leer
  23. Ich habe den falschen Ketchup gekauft
  24. Es gibt keine eckigen Corn Flakes
  25. Ich verlange nach dem abendlichen Tee trinken noch einen Toilettenbesuch vor dem Schlafen gehen

Zu diesen 25 guten Gründen könnte ich locker noch einige zufügen. Der Klassiker ist auf jeden Fall das falsche Obst daheim oder die geschlossene Eisdiele im Winter. Und gekochtes Gemüse ist sowieso immer falsch. Es sei denn, es ist Brokkoli oder Spinat.

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Schlaflieder

Beim Kinderliedergarten geht es um die Frage nach Abendritualen und Schlafliedern. Nun sind meine Jungs schon sechs und neun und so langsam ist das mit den Ritualen nicht mehr angesagt. Auch Schlaflieder wollen sie nicht mehr jeden Abend, aber oft.

Klar, bei uns läuft der Abend erst einmal wie wohl üblich mit Abendessen, Badezimmerbesuch , Schlafanzug anziehen und dann ab unter die Decke. Hin und wieder wird noch mit der großen Schwester getobt, nach matschigen oder sportlichen Tagen ist auch mal eine Dusche nach dem Essen notwendig.

PianoPapas Fragen:

  • Habt ihr auch ein Abend- oder Einschlafritual?

Wir haben da im Laufe der Zeit immer Mal etwas verändert. Als sie noch kleiner waren wollten sie einfach nur Schlaflieder hören. Alles was ich so kannte, bis entweder ich davon so müde war dass mir die Augen zufielen, oder den Jungs. Meist war aber ich diejenige bei der die Lieder wirkten.

Irgendwann haben wir es abgeändert und erst noch eine Geschichte gelesen. Da war mein Handballer dann schon so etwa drei Jahre. Als er in die Schule kam haben wir ein paar tolle Bücher gefunden die so geschrieben waren das Kind und Eltern abwechselnd lesen können. Da gab es dann jeden Abend ein Kapitel mit einen Part von meinem Sohn, einen von mir und dann noch Schlaflieder nach Wahl.

Langsam waren nicht mehr alle Schlaflieder notwendig sondern nur noch wenige.

  • Welche Schlaflieder sind bei euch gerade angesagt? 

Derzeit hat jeder so zwei Lieblingsschlaflieder. Mein Handballer steht auf „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“ und „Guten Abend, gut Nacht“. Mein Fußballer liebt LaLeLu und „Twinkle,Twinkle, little Star“- selbstverständlich in englisch, wäre ja sonst langweilig. Manchmal mag er auch einfach „Schlaf, Kindlein schlaf“ wobei die zweite Strophe ein Spottvers ist, den ich noch aus Kindertagen kenne:

Schlaf Kindlein, schlaf,
dein Vater ist ein Schaf,
deine Mutter ist ein Trampeltier.
Was kannst das arme Kind dafür?
Schlaf Kindlein, schlaf.

Das lieben sie natürlich.

Es wäre schön, wenn du deine eigene Top-Liste mit Schlafliedern vorstellst. Vielleicht habt ihr ja auch einen Musiktipp, der noch nicht ganz so bekannt ist.

Meine Favoriten sind:

Nr.1:

Nr.2:

Nr.3:

  • Singt ihr abends selbst oder lasst ihr eine CD laufen bzw. greift ihr auf YouTube-Lieder zurück?

CD´s laufen bei uns so gut wie gar nicht. Wir haben ein paar von Rolf Zuckowski und Frederik Vahle aber selbst gesungen ist hier der Renner. Schlaflieder haben wir nicht mal auf CD, denke ich.

Youtube haben wir mal versucht als ich heiser war. Das hat dann zur Folge das wir ein Video nach dem anderen angesehen haben und das war fast interessanter als das Lied.

  • Wie reagiert euer Kind / reagieren eure Kinder auf die Musik?

Schon seit einer ganzen Weile verdient das Schlaflied seinen Namen. Es hilft wirklich beim einschlafen. Ansonsten singen wir meist Lieder die aktuelle im Kindergarten gesungen werden oder manchmal auch aus der Schule.

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Ich bin anders und das ist gut so

Bei Andrea Theile von AT-Bücher und bei Mamianders gibt es eine Blogparade zum Anders sein.

Natürlich könnte ich jetzt etwas darüber schreiben wie unsinnig es für mich ist im Sommer Kleidung kaufen zu wollen weil ich kurze Ärmel ebenso wenig trage wie 7/8- Hosen, kurze oder knielange Röcke ect. Ich bin eben auch anders. Wie wohl jeder Mensch irgendwie anders ist. Aber eigentlich möchte ich hier gar nicht über mich schreiben. Ich möchte vielmehr über meinen Fußballer etwas erzählen, der ist nämlich auch anders.

Für Leute, die ihn nicht kennen ist er ein normaler sechsjähriger Junge und das ist gut so. So einige Mütter meinten schon sie fänden ihn so süß, dass sie ihn am liebsten mitnehmen würden. Und ich denke still für mich: „Ihr würdet ihn sehr schnell zurück bringen“, denn wenn sie ihn zu hause hätten würden sie merken das er eben nicht einfach nur süß ist, aber das ist halt das Problem mit oberflächlicher Betrachtung, wenn man nur nach dem Äußeren geht.

Mein Fußballer war immer besonders. Schon kurz nach seiner Geburt zeigte sich das. Er wollte nicht akzeptieren dass eine Ärztin meinte sie könne ihn einfach mal so ausziehen und untersuchen. Sein Unmut schallte durch das gesamte Krankenhaus. Als sie dann noch versuchte ihn mit einem Schnuller zur Ruhe zu bringen war er endgültig sauer. Gut dass er keinen Knopf zum Zünden einer Atombombe hatte, ansonsten würde die Erde heute nicht mehr existieren.

Die meisten Menschen, so auch diese Ärztin, sind halt der Meinung dass diese Untersuchungen notwendig sind. Schließlich muss man sicher gehen. Doch diese Logik hat im Verstand meines Fußballers keinen Platz. Dass Baby´s damit Probleme haben-Na gut. Irgendwann aber sollte ein Kind verstehen dass es hin und wieder das eine oder andere akzeptieren muss. Zum Beispiel wenn Eltern erklären das die Herdplatte heiß ist oder man nicht einfach über die Straße laufen darf. Für meinen Sohn ergeben Dinge die er nicht versteht jedoch keinen Sinn.

  • Was bedeutet heiß?
  • Was heißt verletzen?
  • Was bedeutet vom Auto überfahren?
  • Was bedeutet tot?

Fragen die man schwer beantworten kann, die mein Sohn aber erklärt haben möchte um zu akzeptieren das er etwas nicht tun soll, was er tun möchte. Ich habe in seinen sechs Lebensjahren mehr Panikattacken und Schweißausbrüche erlebt als in den ganzen Jahren mit den drei anderen.

Hin und wieder fällt er negativ auf. Zum Beispiel letzten Herbst als wir auf dem Weg zum Kindergarten waren. Uns begegnete ein Radrennfahrer, der wohl meinte er könne mal eben in rasantem Tempo zwischen den Häusern durch den Weg lang flitzen, der für Fußgänger und Radler gemeinsam gedacht ist. Nein, er musste abbremsen, denn da war mein Sohn mit seinem Rad. Er fährt seit seinem dritten Lebensjahr, aber er fährt immer noch wie am Anfang, was bedeutet das er mehr Schlangenlinien fährt. Da kommt man nicht einfach so vorbei. Er beherrscht sein Fahrrad, aber er beherrscht kein kontinuierliches Gerade fahren.

Der Rennfahrer sagte nichts, es traf uns nur ein wütender Blick. Die meisten Menschen, vor allem ältere Herrschaften sehen einfach nur ein kleines Kind auf einem Rad und lächeln. Aber es ist eine Frage der Zeit und seines Wachstums bis sich das ändert. Er gehört bereits zu den Großen in seinem Alter.

Offiziell-nach Tests-leidet er an einer Entwicklungsverzögerung, die sich hauptsächlich sprachlich auswirkt. Sein Wortschatz entspricht nicht einem sechsjährigen. Dazu spricht er diverse Buchstaben falsch oder undeutlich. Wir haben ewig geübt bis er Schneeball geschafft hat und noch länger für Schneeballschlacht. 

Wir haben jetzt die vierte Logopädin, die versucht ihm sprachlich zu helfen und zum ersten Mal habe ich das Gefühl wir haben endlich die Richtige.

Jede Logopädin erzählt etwas anderes, jede hat ihre eigene Meinung aber bisher lief alles nach Schema F. Mein Sohn sitzt am Tisch und darf Begriffe benennen. Manchmal durch Gesellschaftsspiele, manchmal beim Eisenbahn aufbauen. Keller-Teller, Dose-Hose oder Schranke, Weiche, Bahnübergang,… Manche Dinge kann er nicht benennen, bei anderen ist nur die Aussprache ein Problem. Manche Dinge, die er nicht benennen kann hat er in seinem bisher kurzem Leben noch nie gesehen oder erlebt, weshalb ich mich darüber nicht wundere, aber manche Dinge sollte er kennen. Es ist okay, wenn der Unterschied zwischen Dromedar und Kamel sich seinen Kenntnissen entzieht, aber ein Kamel sollte er kennen, doch er merkt sich den Begriff nicht.

Laut Untersuchungsergebnis hat er eine Aufmerksamkeitsspanne von etwa 30 Minuten. Fordert man ihn darüber hinaus- so die Theorie- schaltet er einfach ab und nichts was er lernt bleibt hängen.

Unsere neue Logopädin setzt auf Action und Praxis. Vor ein paar Wochen musste er mit ihr einen Parcour aufbauen. Ein Trampolin, eine „Höhle“, eine Schaukelbanane. Vorher musste er Schatzkarten ausschneiden. Vier durfte er golden anmalen. dafür bekam er einen besonderen Stifthalter, der auf Knopfdruck vibriert. Erstaunt beobachtetet ich wie er trotz der Vibration sauber ausmalen konnte. Das ist untypisch. Normalerweise klappt es nicht einmal im ruhigen Zustand wirklich gut. Die Logopädin prophezeite das er sich abends noch an die vier goldenen Gegenstände erinnern würde.Dann ging es zum Parcour. Auf der Banane wippen und mit Sandsäckchen eine auf dem Boden liegende Schatzkarte abwerfen. Auf dem Trampolin hüpfen und einen Ball fangen und zurück werfen. Und jedes Mal gab es eine Karte. Gestern Abend fragte ich ihn nach seinen goldenen Karten und er konnte alle benennen.

Mein Mann hat sich bemüht eine Art Alternative für ihn zu finden. Da unser Kleiner Fußball liebt brachte ihn dass auf die Idee eine Art Messi, Zidane, Boateng oder ähnliches aus ihm zu machen. Aber Eltern die mit ihren Zwergen bei Trainern ankommen und Stein auf Bein schwören ihr Kind wäre ein Talent sind nicht unüblich daher wurde er von allen Vereinen abgelehnt bis er schließlich fünf war. Natürlich ist er nicht direkt wie ein Profifußballer über den Platz gefegt. Vielmehr musste man ihm klar machen das er nicht darauf warten soll, dass der Ball zu ihm kommt. Grundsätzlich ist er ein recht guter Spieler, aber er beherrscht es weit weniger mit einer Mannschaft zu spielen. Allein, mit Bruder oder Papa-das geht, aber eine Mannschaft und gegen eine andere- das war zunächst eine Überforderung. Und bei 24 Kindern kann man von zwei Trainern keine Spezialeinheiten erwarten. Dennoch hat er seinen Platz gefunden und verteidigt super das Tor. Ob mal ein Nationalspieler aus ihm wird?

Langsam merkt er dass er anders ist und er beginnt darunter zu leiden. Er war nie wirklich schüchtern, ist immer auf Menschen zu gegangen, hat Kinder oder Erwachsene angesprochen. Doch nun wird ihm bewusst, dass viele verständnislos schauen und ich „übersetzen“ muss. Sie verstehen ihn nicht. Hin und wieder gibt es Kinder auf dem Spielplatz die ihn nur merkwürdig ansehen und gehen, weil sie nicht verstehen wenn er mit ihnen spricht.

Diesen Sommer wird er eingeschult und weil ich die zuständige Grundschule kenne, bin ich dankbar das er eine Förderschule besuchen darf. Während mein Mann sich bereits sorgt das er die vierte Klasse unbedingt in der „normalen“ Schule machen muss, damit er zum Gymnasium wechseln kann, zählt für mich erst einmal das er nicht unter seinem Anders sein leiden muss, das er Hilfen bekommt, nicht verspottet wird von anderen.

Es gibt derzeit keinen Beruf in dem ich mir meinen kleinen Fußballer vorstellen kann. Dennoch muss auch er einen Platz in der Gesellschaft finden. Selbst wenn er kein gefeierter Nationalspieler sein wird.

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Schreiben gegen Rechts II

Es gibt Teil II der Blogparade „Schreiben gegen Rechts“ bei Anna Schmidt.

Vielleicht schreien die Zeiten nach einer weiteren Blogparade zum Thema, vielleicht auch nicht. Sein wir mal ehrlich: erreichen wir diejenigen die es gilt zu erreichen oder bleibt die „Gegen-Rechts-Truppe“ unter sich und applaudiert sich gegenseitig? Ich habe in der Vergangenheit zahlreiche Aufrufe zu Blogparaden zu unterschiedlichen Themen gelesen und dabei ist mir eines aufgefallen: Vielfältigkeit findet sich wenig.

Da startet eine Firma eine Blogparade mit einem Thema bei dem nur Firmen mitreden können. Einer der zahlreichen Food-Blogs inspiriert andere Foodblogs, die Reisenden treffen auf Reisende usw. Die Menschen bleiben in ihrer Filterblase. Da fühlen sie sich wohl. Da kennen sie sich aus. Das bringt Sicherheit und Wohlbefinden. Selbst die Blogroll der meisten Blogs ist wie eine Filterblase. Wir sind gleich- wir passen zueinander.

Dieses „wir“- sind- gleich ist mir schon oft sauer aufgestoßen, denn meistens ist grundsätzlich mit „wir“ nicht Alle Menschen gemeint, sondern eine bestimmte Gruppe. Man merkt es sehr schön auf Facebook wenn irgendwo etwas passiert und die Menschen nicht reagieren weil es in Asien, Afrika oder sonst irgendwo weit weg ist, aber plötzlich mit Je suis Paris, Charlie oder ähnlich kommen. Wen juckt schon der tote Afrikaner? Der Europäer hingegen muss betrauert werden. Nein, ich kann damit nichts anfangen.

Auch in Afrika und Asien leben Menschen und ihr Leben ist nicht weniger wert. Für uns hingegen schon. Uns interessiert nicht was in der Welt passiert. Das neuste Handy muss man haben- auch wenn es eine Billigproduktion aus China ist. Uns interessiert die Selbstmordrate unter Fabrikarbeiten in China nicht, denn die neuen Features  und das Aussehen und die Kameraqualität… Alles wichtiger als Menschenleben.

Und nun verärgert uns Trump mit seinen Sprüchen, seinen Dekreten, seinen Ansichten und viele können es nicht lassen und müssen- typisch oberflächlich- über seine Frisur lästern.

Nein, man muss Trump nicht mögen, man muss ihn nicht einmal sympathisch finden. Man muss nicht gut finden was er sagt und veranlasst und man kann darüber schimpfen, sich aufregen und etwas unternehmen. Aber was nicht geht sind persönliche Angriffe wegen seiner Frisur- egal wie man die findet- und Sprüche wie „Trump muss weg“.

Trump ist demokratisch gewählt- egal was man vom Wahlverfahren der USA hält. Es ist anders als das deutsche, aber auch hier ist Demokratie nur auf dem Papier eine Macht die vom Volk ausgeht. Denn das Volk- die Mehrheit des Volkes- hat bei den letzten Bundestagswahlen gegen die Union entschieden und dennoch kam Frau Merkel in den Genuss den Kanzlerjob zu bekommen. 2013 wählten nur 41,5% die Union, 2009 waren es sogar nur 33,8%. Man muss kein Matheagenie sein um zu wissen, dass die Hälfte 50% wäre und somit die Mehrheit darüber und nicht darunter liegen sollte. Die Mehrheit des Volkes wird nicht gefragt, sie muss einfach nur schlucken was ihr aufgetischt wird. Sie wird bestraft weil sie vielfältig ist und sich nicht auf eine Partei einigt.

Und so macht die Union weiter ihre Politik am ärmeren Volk vorbei. An jenen die immer gefordert werden und die immer draufzahlen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und weiter Union wählen wir das nicht ändern. Das Volk unternimmt dagegen… nichts, außer dass immer mehr blind auf populistisches Geschwätz rechter Parteien reinfallen, die zwar die „Armen“ ansprechen, aber „vergessen“ zu erwähnen, dass sie diese auch gern ausnehmen und schlechter stellen wollen. Aber es funktioniert. Es funktionierte auch damals bei der NSDAP. Auch sie sprach das einfache Volk an. Der fette Hammer kam nach dem Wahlsieg.

Und Trump? Neben seinem Rassismus, seinen dummen Ansichten, gibt es diese andere Seite. Amerika ist Pleite. Obama hat die Staatsverschuldung verdoppelt, den Mittelstand ruiniert. Er und seine Vorgänger haben gigantische Summe für widerwärtige Kriege ausgegeben. Und dann kommt Trump und sagt: Amerikanische Firmen gehören nach Amerika und sollen dort Arbeitsplätze anbieten nicht im billigeren Mexiko. Amerikanische Produkte für und aus Amerika, alle anderen zahlen Strafzoll. Endlich kommt Geld in die Kasse, endlich Arbeitsplätze, endlich Aufschwung.

Trump sagt: wir geben kein Geld mehr für IS und Regime Changes in anderen Ländern. Was sagt Deutschland? Regime Change in Amerika- jetzt!

Die Gehirnwäsche die seit Jahrzehnten durch Amerika in Deutschland statt findet hat uns zu dem gemacht was wir sind. Amerika, Amerika überall. Amerika sagt was wir denken, kaufen,essen, wissen, anziehen, tun sollen.

Wir müssen nicht wissen wie viele Menschen in Afrika und Asien für unseren Wohlstand sterben müssen. Wichtig ist das wir in den Laden gehen und kaufen, kaufen, kaufen… Das neueste Handy, das neueste Auto, die neueste Küchenmaschine,  und meist stecken amerikanische Firmen dahinter, die kassieren.

Wir leisten uns die Ware weil wir uns reich vorkommen wollen und fragen nicht nach den Menschen die den Preis dafür zahlen müssen, solange wir ihn nicht zahlen müssen.

Ja, es ist übel wenn in Deutschland Firmen Arbeiter entlassen müssen und vielleicht sogar Pleite gehen weil der Export nach Amerika einbricht. Aber was ist mit den Arbeitern die womöglich in Amerika einen Job bekommen weil dort womöglich selbst (mehr) produziert wird?

Nein, wir sind uns selbst die Nächsten. Wenn es uns gut geht, wenn wir haben was wir wollen, wenn wir nicht leiden müssen, wenn wir alles kriegen- dann ist die Welt so wie sie sein soll.

Nein, wir sind keine Rassisten. Wir interessieren uns nur nicht dafür was die Ursache dafür ist, dass Menschen aus ihren Ländern fliehen. Wir interessieren uns auch nicht dafür dass wir Kriege unterstützen weil den Amerikanern die dortigen Regierungen nicht gefallen, nur weil diese lieber mit den Russen Geschäfte machen, als mit den selbstverliebten Amerikanern. Ja, wir nehmen die Syrer in den Arm und heißen sie willkommen und schimpfen über Assad, der weg soll, aber Obama, der meinte nur eine amifreundliche Regierung ist akzeptabel, dem wird zugejubelt. Ist doch egal wie viel tausend Tote diese furchtbare Ansicht gefordert hat.

Sind wir anders als die Rechts-Wähler? Nur weil wir nicht gegen Ausländer/Flüchtlinge/Asylbewerber/Muslime hetzen?

Den Rechten ist das Schicksal und Leben von Menschen egal und sie sagen das auch.Sie hetzen, verbreiten Lügen und treten für Maßnahmen ein die für Deutsche, aber gegen die vermeintlich Bösen sein sollen. Trump tut das auch. Und wir?

Wir tun das nicht, aber wir tun auch nichts um Menschen die Möglichkeit zu geben in ihren Ländern zu bleiben, um zu verhindern dass es Menschen schlecht geht, das sie alles verlieren, das sie verzweifeln an der Welt und unserer Heuchelei.

Wenn morgens der Kaffee duftet ist uns der Brasilianer egal, der starb weil er keine Schutzkleidung auf der Plantage trug um sich vor den Chemikalien zu schützen die sicherstellen das die Ernte der Kaffeebohnen möglichst ertragreich ist.

Unsere Jobs, unser Einkommen, unser Wohlstand. Wir hetzen nicht, wir grenzen nicht aus. Wir haben andere Mittel und Wege um zu zeigen das wir uns selbst die nächsten sind.

Petitionen gegen Trump? Blödsinn und unsinnig, aber wo ist die Petition gegen Rüstungsfirmen in Deutschland? Wo sind die Menschen die auf die Frage nach ihrem wichtigsten Ziel und Wert mit Frieden antworten, wenn es um den Einsatz dafür geht?

Nach dem Anschlag von Paris gab es eine Reaktion, die ich gut finde, die aber leider nicht wie Montagsdemos zum Standard wurde. Ein Musiker, der mit seinem Klavier durch die Welt reist war am Anschlagsort und danach in München vor der Waffenfirma Krauss-Maffei. Er sagte etwas wichtiges: „Wir müssten alle mit anpacken. Ohne uns wäre diese Industrie schnell nichts wert.“

Er hat Recht, aber wir kümmern uns nicht. Steinmeier und Merkel wollen mehr Rüstung um die Grenzen zu schützen. Frieden schaffen mit Waffen???

Germany first! Das ist unsere Devise und wir finden das normal. Wenn Trump für America First eintritt ist das böse. Vielleicht weil er seinen Anspruch ausspricht und wir unseren nur denken? Oder weil es auch ein Angriff auf uns ist?

Es muss sich etwas ändern, ja. Nicht Trump muss gehen, nicht Merkel. Wir müssen endlich bereit sein ehrlich zu sein. Wir müssen anfangen darüber nach zu denken ob unser Wohlstand wirklich nötig ist. Wir müssen bereit sein für Veränderungen und dafür einstehen und wir müssen begreifen das alle Menschen gleich sind, egal wo auf der Welt sie sich befinden und das wir nur Frieden haben können wenn wir uns aktiv gegen Krieg stellen. Also besser Petitionen gegen politische Entscheidungen, als gegen amerikanische Präsidenten. Besser gegen Firmen die vom Krieg leben als für ein Einreiseverbot von Trump.

Wenn wir tun, was er tut, sind wir nicht besser. Lassen wir ihn einreisen und zeigen ihm das wir bessere Menschen sind. Oder wird Deutschland erst zufrieden sein wenn Trump wie damals Sadam Hussein vor laufender Kamera hingerichtet wird?  Muss er erst gefoltert und vergewaltigt werden mit Videobeweis auf Youtube damit wir die Genugtuung haben das der Böse bekommen hat was er verdient? Sind wir besser oder sind wir nicht anders?

Jetzt ist die Zeit auf eigenen Beinen zu stehen, das eigene Leben zu überdenken und Entscheidungen zu treffen. Es ist nicht die Zeit um über einen Präsidenten zu hetzen wie er gegen andere hetzt.

Ich würde gern öfter von Aktionen an der richtigen Stelle lesen, so wie von dem Musiker. Ich möchte gern lesen das deutsche Bürger sich einsetzen für Frieden, den sie angeblich haben wollen. Ich würde gern Aufrufe zu Demos gegen Rüstung, Krieg und Waffenexporte lesen, gegen die Militärstützpunkte der Amerikaner in Deutschland und dort sollten regelmäßig so viele Bürger wie möglich sein. In ganz Deutschland.

Ich würde gern lesen dass Firmen mit ihren ständigen Neukauf-Angeboten chancenlos untergehen. Das Menschen sich von all jenem verabschieden für das andere Menschen sterben müssen. Ich hoffe das der Tag kommt, an dem die Menschen begreifen das der Kapitalismus auf den Müll gehört.

Ich träume davon, das es eines Tages so weit ist. Ich hoffe bald, damit meine Kinder in einer besseren Welt leben können.

 

 

 

Veröffentlicht in Aktionen, Blogparade, Webmaster-Friday

Was war dein schlimmstes Geschenk?

Eigentlich geht es bei dem Thema für diese Woche um Weihnachtsgeschenke, aber da wir kein Weihnachten feiern und es natürlich auch keine Weihnachtsgeschenke gibt hab ich das für mich leicht abgeändert.

Schlimme Geschenke? Kann man jemanden etwas schlimmes schenken?

Ich würde sagen:Nein!

Schlimm ist es wenn man keine Idee  für ein geeignetes Geschenk hat in Bezug auf eine Person. Wenn man keine Empathie vorweisen kann. Aber die Geschenke selbst finde ich nicht schlimm.

Für den Beschenkten mag es blöd sein etwas zu bekommen, mit dem er nichts anfangen kann, aber immerhin hat er auch etwas über den Schenker gelernt.

Manche Menschen bemühen sich gar nicht erst und nehmen sich keine Zeit um sich etwas für den zu Beschenkenden zu überlegen. Sie schenken von vorneherein Geld. Das finde ich schlimm, denn es zeigt schon das der Mensch einem nicht wichtig ist. Andersherum kann man aber auch ehrlich sein und zugeben das einem absolut nichts eingefallen ist und dann Geld schenken.

Geschenke sollten eigentlich von Herzen kommen. Tun sie das nicht, ist es schlimm. Dann sollte man das Schenken an sich in Frage stellen, nicht aber das Geschenk selbst.

Als derjenige der ein Geschenk bekommt, sollte man sich aber auch seine eigene Erwartungshaltung bewusst machen und sich die Frage stellen, ob man manchmal nicht einfach auch undankbar ist, wenn man ein Geschenk nicht zu würdigen weiß.

Wenn ich an Geschenke zurück denke die ich bekommen habe, dann muss ich sagen, es gab nur ein Geschenk das wirklich zu 100% unpassend war und das war eine Flasche Wein. Ansonsten waren die Geschenke nicht übel. Ich erinnere mich noch gern an die warmen, selbstgestrickten Wollsocken, die eine Frau in liebevoller Arbeit für einen ganzen Stapel Leute gestrickt hat. Die Größe war nicht optimal und die Farbzusammenstellung war konfus, aber sie wollte allen eine Freude machen und ich habe mich gefreut. Die Socken sind immer noch in Gebrauch, wärmen im Winter immer noch die Füße. Seit etwa 11 Jahren.

Ich selber schenke gern praktisch und einfach. Einen selbst gebackenen Kuchen, z.B., oder selbst erstellte Koch- und Backbücher mit Erweiterungsmöglichkeit.

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Liebster Award

Völlig überraschend fand ich gestern bei meinen Kommentaren die Nominierung von der Plaudertasche Freya für den Liebster Award. Dafür vielen Dank. Ich lese auch immer gern bei dir, Freya und freue mich über deine Besuche hier. Daher nehme ich die Nominierung gerne an, also los:

Zunächst die Regeln:

1. Bedanke dich bei dem der dich nominiert hat und verlinke sie
2. Beantworte die 11 Fragen.
3. Überlege dir 11 neue Fragen.
4. Und nominiere neue Leute für den Liebsten Award.
5. Informiere die nominierten Blogger!
6. Füge die Grafik für den Liebsten Award ein!
7. Vergiss nicht die Regeln des Liebsten Awards einzufügen

Nun zu Freyas Fragen:

  1.  Wie bist du zum Bloggen gekommen?
  2.  Schreibst du eher spontan was dir gerade einfällt oder nach Plan?
    3.  Wie verbreitest du deine Beiträge?
  3.  Früher Vogel oder Nachteule?
  4.  Was war dein glücklichster Moment?
  5.  Wie und wo machst du am liebsten Urlaub?
  6.  Was ist dein größter Lebenstraum?
  7.  Wie feierst du Weihnachten?
  8.  Über welches Thema würdest du gerne einen Gastartikel verfassen?
    10.Wie verbringst du Silvester? Party oder gemütlich vor dem Fernseher?
  9. Was möchtest du 2017 gerne erleben?

Meine Antworten:

1.  Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Das hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte ich eine Art digitales Tagebuch, ohne das es wirklich so richtig ein Tagebuch ist. Für mich wichtiges sollte da rein, aber nicht als Buch zu Hause rumliegen. Zum anderen gab es so Dinge, die mich beschäftigt, teilweise auch geärgert haben, die ich nicht nur im Kopf, sondern auch als Ganzes zusammenfügen wollte. Daraus entstanden sind einige Beiträge, von denen noch ein paar wenige unter „Vom alten Blog“ zu finden sind. Der dritte Grund war, dass ich eine Homepage für dieses Projekt zu…starr,zu übertrieben, zu umfangreich, zu unpassend fand. Daher wurde es dann ein Blog.
2.  Schreibst du eher spontan was dir gerade einfällt oder nach Plan?

Grundsätzlich immer spontan. Pläne mache ich mir keine, außer ich will unbedingt ein bestimmtes Thema bringen und wenn ich dafür etwas brauche, wie Bilder. Aber ein wirklicher Plan ist es nicht, nur Vorarbeit für einen Beitrag, der dann spontan getippt wird.
3.  Wie verbreitest du deine Beiträge?

Da mache ich, ehrlich gesagt, fast gar nichts. Dieser Blog ist mit einem Facebook-Account verknüpft und mit Google+. Dort werden die Sachen automatisch gebracht und das war es. Social Media ist nicht so meins.
4.  Früher Vogel oder Nachteule?

Früher Vogel- eindeutig. Ich muss früh raus, hab den Tag über genug zu tun, da muss ich abends früh ins Bett. Etwas Schlaf muss schließlich sein.
5.  Was war dein glücklichster Moment?

Den glücklichsten Moment gibt es eigentlich (noch) nicht.Es gibt aber viele Momente an die ich mich gern erinnere.
6.  Wie und wo machst du am liebsten Urlaub?

In Marokko, gern am Strand und am Liebsten mit viel Ruhe

7.  Was ist dein größter Lebenstraum?

Zu erleben das alle meine Kinder erwachsen und glücklich verheiratet sind.

8.  Wie feierst du Weihnachten?

Gar nicht. Ich genieße aber die Ruhe und Terminfreiheit der Feiertageund die vielen Lichter in der Dunkelheit.
9.  Über welches Thema würdest du gerne einen Gastartikel verfassen?

Über den Egoismus und die Rücksichtslosigkeit von Menschen.
10.Wie verbringst du Silvester? Party oder gemütlich vor dem Fernseher?

Weder, noch. Ich gehe zur üblichen Zeit ins Bett und hoffe dass ich ungestört durchschlafen kann. Unausgeschlafen ärgere ich mich am nächsten Tag sonst über den ganzen Knallermüll auf den Gehwegen und Straßen.
11. Was möchtest du 2017 gerne erleben?

Oh, da gibt es einiges:

  • Gute Abiturergebnisse meiner Tochter
  • Ihr Studenbeginn
  • Ein nicht Rechtes-Ergebnis bei der Bundestagswahl
  • Einschulung meines Zwerges

Und nun zu meinen Fragen:

  1. Was war dein Traumberuf als Kind?
  2. Machst du selbst Sport oder lieber nicht?
  3. Möchtest du lieber Katze oder Hund haben?
  4. Welches ist dein Lieblings-Film- Genre?
  5. Bist du lieber Allein oder geht nichts ohne Gesellschaft?
  6. Was sammelt sich bei dir, womit du ein Geschäft eröffnen könntest?
  7. Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das?
  8. Was würdest du gerne lernen?
  9. Kannst du dich leicht auf eine Sache konzentrieren oder beschäftigt sich dein Kopf ständig mit mehrern Dingen gleichzeitig?
  10. Wie sah dein erster Schulranzen aus?
  11. Wofür möchtest du dich am liebsten engagieren?

Ich nominiere:

Mail Pro Fotoblog

Becherwürfel

Frauen und Islam

 

liebsteraward-300x271

 

Veröffentlicht in Blogparade, Webmaster-Friday

Besinnlich oder nicht?

Die letzten Tage waren mal wieder stressig und arbeitsintensiv und irgendwie waren die täglichen 24 Stunden viel zu schnell um. Nicht dass ich glauben würde mehr Stunden wären eine Bereicherung, aber irgendwie…so manchmal…

Derzeit ist alles mal wieder etwas stressiger als üblich. Das liegt zum einen daran, das mein Mann gerade auf Fortbildung ist- in Leipzig. Nicht dass jemand, der morgens zur Arbeit geht und abends Heim kommt eine große Hilfe wäre, aber Dienstags,z.B. reicht es schon wenn er nach dem Frühdienst den Zwerg übernimmt, damit ich mich auf seinen Bruder und dessen Verein konzentrieren kann. Momentan hab ich also auch diese Minimalhilfe nicht und die Mädchen fallen auch aus. Die eine weil sie auf der Arbeit ist und die andere weil sie neben des langen Schultages noch lange Lerneinheiten hat um bei den Abiturprüfungen bestmöglich abschließen zu können. Und da ist gerade in Mathe viel Lernarbeit nötig. Tja, und wenn sie nicht lernt, kommt sie zu mir um sich Luft zu machen, weil:

  • ausgerechnet der tolle Mathelehrer krank ist, aber nie die Lehrer auf die man verzichten kann
  • die Klasse sie ankotzt
  • sie immer noch nicht weiß was sie studieren möchte
  • die dämliche Schnepfe aus ihrer Klasse mal wieder was blödes gesagt hat
  • sie nicht weiß woher sie die Zeit zum Lernen nehmen soll
  • Mathe einfach sch… ist
  • sie gerade bei einem Thema mal wieder auf dem Schlauch steht und einen „Schubs“ braucht

Und so fliegen die Stunden dahin!

Der andere Grund für meine zeitlichen Probleme derzeit ist…Trommelwirbel… es ist Dezember… Vorweihnachtszeit und einfach Alle Jahre wieder.

Und damit sind wie dann beim Thema des Webmaster Friday für diese Woche: Besinnliche Weihnachtszeit oder Einkaufsrausch?

Es ist wieder Adventszeit. Wie in jedem Jahr ist die Vorweihnachtszeit eine ganz besondere Zeit. Überall brennen Lichterketten, kleine goldene Engel schweben über Einkaufspassagen, der Weihnachtsmann tummerlt sich mit seinen Rentieren in den Menschenmassen. Die horten die Kartons mit dem bunten Papier und den schicken Schleifen wie die Eichhörnchen ihren Vorrat. Oder? Ist das alles nur noch ein Kaufrausch, der aus einem gesellschaftlich geprägten Schenkungsdruck erwächst, den die Werbeindustrie zunehmend befeuert. Gibt es sie überhaupt noch: die besinnliche Weihnachtszeit? Oder ist man längst ein Opfer dessen geworden, was man in der eigenen Jugend noch so wohlig warm empfand? Was gehört für Euch zur Weihnachtszeit? Und genießt ihr diese Wochen vor Weihnachten? Was könnte oder sollte man anders machen?

In meiner Kindheit war Weihnachtszeit die Zeit für Schlittenfahrt, Vorfreude auf Geschenke und die Besuche von Onkel und Tante, besonderes Essen, viele Backstunden und viele Lichter.

Natürlich verstand ich irgendwann dass es keinen Weihnachtsmann oder Nikolaus gab und die Geschenke von den Eltern und Verwandten kamen und damit verstand ich auch meine Verpflichtung zu schenken. Damals war das… nun ja. Meine Mutter bekam in der Regel eine Schachtel Pralinen, weil wir wußten sie gibt uns welche- also schon recht egoistisch gedacht.

In der Schule lernte ich im Textilunterricht häkeln. Das hatte auch meine Mutter mir gezeigt, aber weder Mutter noch Lehrerin schafften es, mir klar zu machen wie man einen Topflappen so häkelt das er tatsächlich eckig ist, oder wenigstens rund. Ich stand da mehr auf… künstlerische Freiheit, was bedeutet, die Dinger waren unförmig, weil ich mal die Maschen zu fest zog, mal alles zu locker ließ und mal so wie es sein sollte. Häkelnadeln verstanden mich irgendwie nicht. Dennoch bemühte ich mich und die Ergenbisse meiner Mühen wurden dann verpackt und verschenkt. An Mama, die einen größer werdenden Stapel davon im Wäscheschrank hatte, viele davon noch aus ihrer eignen Schulzeit, denn die Dinger kamen nie zum Einsatz. Auch meine Tante legte eine Sammlung an, aber auch da kamen sie nie wirklich an die Töpfe.

Weihnachten war aber auch die Zeit in der die Laune meiner Mutter sank und meine oft auch. Alltagskleidung war nicht in Ordnung. Man musste festlich gekleidet sein und dann sollte man sich möglichst nicht schmutzig machen, das aufwendige Essen und die Besuche:

  • Hoffentlich gibt es nicht wieder Streit.
  • Mal sehen was es diesmal Unsinniges geschenkt gibt.

Weihnachtsbaum schmücken macht Spaß-Abschmücken nervt. Kurz: es war immer ein auf und ab.

Später entspannte sich alles ein wenig, weil ich keine Freunde hatte die so Geschenkeversessen waren und wir alles nicht so eng sahen. Was aber blieb war die Erwartungshaltung vieler. Beruflich vor allem. Die Urlaubsregelung für die Ferien, evtl. einfach was jahreszeitliches für den Arbeitsplatz usw.

Mit eigener Wohnung, eigener Verantwortung kam aber noch ein weiterer Faktor dazu, den ich als Kind nie hatte: Die Frage ob man für die Feiertage mit allem ausgestattet ist. Damals wie heute sind die Geschäfte an den Feiertagen geschlossen und so folgt logischerweise die Überlegenung was man auf jeden Fall braucht und evtl noch besorgen muss, damit diese Tage ohne offene Geschäfte kein Alptraum werden. Und so rennt man dann mit 1000 anderen Personen noch mal schnell in den Laden, weil sonst das Brot nicht reicht, zuwenig Kartoffeln da sind,….

Mit Familie ist es noch einen Tick hektischer und nicht nur unmittelbar vor Ladenschluss, nein, es fängt schon früher an. Da sind noch Turniere des Sportvereines die noch in diesem Jahr statt finden müssen und den Rest des Jahres nicht richtig untergebracht werden konnten, dann gibt es natürlich Nikolaus- und Weihnachtsveranstaltungen und man sollte möglichst überall auftauchen, wegen der Gemeinsamkeit und dem Zusammengehörigkeitsgefühl und weil es so schön ist. Der Kindergarten bietet einen  Nikolaus- der selbstverständlich echt ist und den Kinder ein kleines Geschenk gibt wenn sie ein Lied singen und dann gibt es Nikolaus- und später Weihnachtsfrühstück, einen Basar, einen gemütlichen Elterntreff und all das noch einmal in der Schule.  Und ja, es ist schon ein großes Geschenk wenn sich nichts überschneidet. Und wehe man sagt etwas ab…

Unterwegs, egal ob in Geschäften oder an der Ampel, im Bus,… gibt es für die Menschen kaum noch Gesprächsthemen jenseits vom Kaufen.

  • Ich habe noch nicht alle Geschenke
  • Ich weiß nicht was ich Tante Frieda schenken soll
  • Was gibt es bei euch an den Feiertagen zu essen?
  • Ich habe dieses Jahr schon im November angefangen Geschenke zu besorgen

Gibt es noch eine Welt jenseits von langen Warteschlangen an den Kassen aller Geschäfte? Eine Welt jenseits von Verpackungsmüll nach den Feiertagen?

Wir feiern kein Weihnachten, aber wir sind von all dem auch betroffen weil man sich nicht retten kann. Es sei denn man kann seinen Kindern Privatlehrer gönnen und die (Vor)Weihnachtszeit irgendwo auf einer einsamen Insel verbringen. Andernfalls sieht es übel aus.

Ich habe mich immer bemüht meinen Kindern klar zu machen dass sie mehr als genug Gründe haben täglich dankbar zu sein für alles was sie haben und alles was für sie getan wird. Zusätzlich kann man sich vielleicht etwas wünschen, aber nichts verlangen.

Was ich gerne verschenke?

Für den Winter selbst gestrickte Schals, Pullover und Stulpen oder einfach was selbst gebackenes. Der Lieblingsschokokuchen meines Sohnes oder mal wieder eine tolle Torte auf Wunsch meiner Töchter.

Nichts davon muss eingepackt werden.

Das Winter und Schnee nicht mehr derart miteinander verwoben sind wie damals in meiner Kindheit ist für mich in Ordnung, aber was für mich immer zusammengehören wird sind dunkle Jahreszeit und Lichter und deshalb genieße ich das Leuchten und Strahlen an Fenstern, in Gärten oder einfach in der Stadt. Zumindest abends. Tagsüber, wenn es hell ist wirkt es überflüssig.

Festessen ist bei uns eher bescheiden. Ein leckerer Salat, ein einfaches Essen- oft nur Kartoffelsalat mit Frikadellen oder ähnliches.

Wenn dann über die Feiertage die Welt draußen still wird, weil niemand zur Arbeit hetzt, keiner die Geschäfte stürmt sitze ich gern mit einem heißen Tee und der Familie daheim. Entspannen, gemeinsam einen Film schauen, Kekse knabbern,… Einfach und möglichst müllfrei, denn die Nachbarn sorgen ausreichend für überquellende Mülltonnen. All die Geschenkpapiere, Schleifen, Kartons, die zeigen was da in den Tagen verpackt und verschenkt wurde. Wieviel davon braucht irgendjemand? Ist es wirklich nie genug mit dem Müll? Ich will mit all dem nichts zu tun haben und freue mich über die kleinen Dinge, wie glückliche Kinder, die tatsächlich keine großen oder teuren Geschenke brauchen um glücklich zu sein.

Was man anders machen könnte?

Einfach mal das Übliche vergessen. Was spricht dagegen einfach eine hübsche Dose zu nehmen, sie mit selbst gebackenen Keksen zu füllen und wenn es denn sein muss noch eine kleine Schleife drumrum zu wickeln und das zu verschenken? Statt Schleife kann man auch einen Schal stricken und den als Riesenschleife nutzen, oder… Es gibt so viele Möglichkeiten.

Auch mal Dinge tun, die man bisher nicht gemacht hat:

Regal voller Bücher? Super! Es gibt Menschen denen fehlt das Geld dafür. Legt sie auf eine Parkbank oder in eine Tauschbox. Warum bitte sollen sie als Staubfänger im Regal bleiben?

Es ist noch Wolle da? Strickt was ihr könnt und laßt es im Park liegen. Vielleicht mit einem netten Gruß versehen.

Einfach mal andere Beschenken, als nur die, die man kennt. Ohne Gegenleistung zu erwarten. Das wäre schon ein guter Anfang