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Job—>Inklusion

Mein Job, mein Ex-Job eher, war in einer Einrichtung für Behinderte. Grundsätzlich mache ich den Job nun seit 30 Jahren. Nicht 30 Jahre in Einrichtungen, aber 30 Jahre mit/für Menschen mit Handicap. Ich fing an mit Kindern und Jugendlichen, wechselte zu Erwachsenen und war jetzt wieder mit Kindern und Jugendlichen zusammen und vorerst bleib ich bei der Altersgruppe.

Das Thema Inklusion zieht Kreise und keine Ahnung wie viel mir entging als ich es nicht geschafft habe hier zu schreiben. Aber dass heißt ja nicht das alles an mir vorbei geht. So hab ich denn heute bei Fellmonsterchen einen Beitrag dazu entdeckt. Ganz aktuell von heute.

Es geht bei Fellmonsterchen um den netten Herrn Spahn, der sehr kostenbewusst entschieden hat, das Menschen die beatmet werden von Daheim in Spezialkliniken verlegt werden sollten. Grund sind da wohl Einsparungen in einem dreistelligen Millionenbetrag.

Jetzt gibt es da so ein paar Worte. Gehört haben sie die meisten schon mal. Fragt sich nur, ob auch jedem klar ist was das eigentlich bedeutet. Da gibt es Fachkräftemangel und Personalmangel.

Viele Fachkraftstellen sind mittlerweile mit Hilfskräften besetzt. Hilfskräfte, das muss man mal klar sagen, haben in der Regel keine Ausbildung in dem Bereich, in dem sie arbeiten. Natürlich arbeiten viele Hilfskräfte schon lange in dem Job, kennen die Bewohner, wissen was sie tun sollen. Nur wenn mal nicht alles 08/15 ist, wenn besonderes kommt, wenn…. dann fehlt ihnen eben das Fachwissen.

Bevor ich zu Cheffe wechselte war ich in einer Einrichtung- ich nenne sie mal A – die wäre eben so eine „Spezialeinrichtung“. Als ich anfing atmeten alle auf, denn endlich kam eine Fachkraft in die Gruppe. Es gibt Aufgaben, das sind Fachkraftaufgaben. Zum Beispiel Pflege- und Förderpläne schreiben. Die schreibt man nicht mal eben nebenbei. Da sitzt man lange dran und die müssen für jeden Bewohner immer wieder aktualisiert werden. Dazu gehört, das man Gespräche mit Therapeuten, Lehrern/Werkstattleitung, Fachdienst führt. Die Pläne müssen letztlich einer Überprüfung durch die Heimaufsicht standhalten.

Darüber hinaus gibt es Tätigkeiten, die Hilfskräfte nur machen, wenn sie es wollen. Zumindest war es dort damals so. Ist keine Fachkraft im Dienst und es muss gemacht werden…

Bei Cheffe, ich nenne die Einrichtung mal B, war ich als Nachtwache morgens die Fachkraft. Heißt, der Frühdienst bestand aus Hilfskräften, die meinen Weisungen folgen mussten, denen ich auch mal Dinge erklären musste, die einer Fachkraft klar gewesen wären.

Ich glaube es gibt mittlerweile keine Einrichtung mehr, die ohne Hilfskräfte arbeitet. Das war vor 30 Jahren anders. Da war jede Stelle mit einer Fachkraft besetzt. Mittlerweile kann man dankbar sein wenn man noch ausreichend Fachkräfte hat um pro Gruppe wenigstens eine einzusetzen. In Einrichtung A gab es im ganzen Haus nur zwei Krankenschwestern. Und es war eine große Einrichtung. Wann immer also eine medizinische Sache war, musste eine von den beiden gerufen werden und die haben nicht rund um die Uhr gearbeitet.

Dank des allgemeinen Personalmangels müssen immer weniger Mitarbeiter die Tätigkeiten ausführen. Und dann muss auch mal ausgeholfen werden, weil woanders niemand im Dienst ist. Da hat man dann auch mal Bewohner mit denen man sich nicht auskennt.

Kommen wir mal zu dem Begriff „Spezialeinrichtung“. Das klingt ein wenig so als wäre die Einrichtung voller Menschen die beatmet werden und das Personal ist entsprechend geschult und geübt.

Nein! Es war ein Wohnheim für Menschen mit Handicap. Angefangen von Läufern mit leichter Lernbehinderung bis hin zu Menschen die bewegungsunfähig im Rollstuhl sitzen und schon mit dem Verständnis einfachster Begriffe Schwierigkeiten haben. Und natürlich die ganze breite Palette zwischen diesen Extremen, Beatmung inklusive.

Ich habe viele tolle Hilfskräfte kennengelernt und habe gern mit ihnen gearbeitet. Und ich habe Leute wie Cheffe kennen gelernt. Jemand mit Studium, der von Hilfskräften noch was lernen kann.

Die Prognose in dem Job ist nicht positiv. Personal- und Fachkräftemangel wird die Situation immer weiter verschlechtern. Es fangen so einige an aus der Pflege abzuwandern. Ein Kollege aus A, Fachkraft mit überragendem Wissen, sitzt heute in einem Supermarkt an der Kasse und ist glücklich dort. Pflege nie wieder, meint er.

Und das ist es, was Herr Spahn sich für Menschen mit Beatmung wünscht. Ausgegrenzt in einer Einrichtung mit überarbeiteten Mitarbeitern.

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Job-update

Ich bin befreit! Dennoch war die letzte Zeit nicht ohne. Aber das war ja auch irgendwie ständig so.

Vor kurzem kam eine Kollegin aus dem Krankenstand zurück und sie war laaaange krank. Das Pflegedilema: Rücken und Schultern sind in Gefahr und sie hatte eine Schulter-OP, eine Reha, noch eine OP,… kurz: ich hab sie kennengelernt und nicht in erfreulicher Erinnerung, dann verschwand sie spurlos für etwas über ein Jahr ohne jedes Lebenszeichen und plötzlich bekamen wir die Nachricht dass sie wiederkommt, aber mit verminderter Arbeitskraft.

Na gut, kein Problem. Wir sind nicht so. Es gibt auch noch genug Tätigkeiten die Madam „Wasserstoffblond“ ausführen kann. Zunächst klappte das einigermaßen gut und dann kam jener Abend als ich zum Dienst kam und mein Lieblings-Kollege, der immer für 3 arbeitet, einen Gesichtsausdruck hatte der mir verriet das der Tag mehr als mies gelaufen ist. Megakurz- Übergabe und dann hab ich ihn Heim geschickt. Am Schreibtisch saß- ungerührt- Madam und vor sich ein etwa 1 1/2 jähriges Mädchen das ein Bild kritzelte. Ihre Enkelin.

Am nächsten Abend berichtete das Anhängsel das der ❤ -Kollege ziemlich explodiert ist. Sehr unüblich, obwohl böse Zungen (Anhängsel) behaupten er würde ständig meckern. Madam hat sich mit der Enkelin beschäftigt, aber sonst keinen Finger gerührt. 14 Tage später wiederholte sich das Spiel bei einer anderen Kollegin und damit stand fest, dass ein Gespräch mit Cheffe notwendig wird.

Sie dachte wohl das wird nicht so schnell was, weil es dienstlich keine Überschneidungszeiten gab, aber Madam hat ja noch mehr zu bieten. Frühdienst, 7:45 Uhr kommt Kollegin schnaubend zu mir und meint: „Sie ist weg. Eine Stunde zu früh.“ Wie jetzt? Madam hat Jacke und Tasche genommen und ist einfach nach Hause. Nächster Morgen: 7:55 Uhr treffe ich Madam am Aufzug. Tasche und Jacke dabei. „Willst du schon wieder abhauen?“ frag ich. „Ne, ne. Ich bring nur R. runter,“ meint sie und ich glaub ihr kein Wort, aber ich habe Feierabend und will nach Hause.

Abends erzählt das Anhängsel das Madam eine Mail von Cheffe bekam mit klarer Ansage. Madam waren kleinlaut und wie es weitergeht wird man sehen.

Am nächsten Morgen war ich mit einer Kollegin allein, Cheffe und Anhängsel kamen pünktlich zu meinem Feierabend und ich bekam noch ein update für… alles mögliche. Ich blieb länger. Nicht weil ich musste, nicht weil es mir schwer fiel zu gehen, sondern weil ich zu Hause nicht schlafen wollte. Die Tänzerin wollte kommen und sich in den Urlaub bis Ende des Monats verabschieden.

Ich ging mit dem Wissen, dass weder Cheffe noch sein Anhängsel wussten, dass es unser letztes Zusammentreffen war.

Montag nachmittag rief die Geschäftsführung an. Überrascht und entsetzt von meiner Kündigung und ich habe mir erlaubt mal auszupacken über Cheffe und sein Anhängsel. Immerhin habe ich erfahren das Cheffe vor ein paar Jahren schon mal eine Abmahnung kassiert hat. Ob es jetzt die nächste gibt weiß ich nicht aber mein Bericht hat schon einiges Entsetzen verursacht.

Kurz darauf eine Whatsapp von Cheffe. Er hatte erfahren das ich geh und wunderte sich, dass ich nichts gesagt habe. Well. Als ich ihm antwortete, dass ich weder darüber reden noch diskutieren wollte war die Reaktion eindeutig. Er war angepisst und im Grunde war dass auch das Ziel der Aktion. Nur schade das er es so früh erfahren hat.

Nun bin ich frei und empfinde kein bedauern. Ein wenig Sorge wegen der verbleibenden Kids, aber das war es.

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Aktuelle Arbeitslage

Ich bin nur noch genervt von der Arbeit. Dabei habe ich Grund eine Party vorzubereiten. Ich muss noch acht Nächte schaffen, dann bin ich weg und raus und alle können mich mal.

Der Laden bricht langsam zusammen und das ist gut so. Die Geschäftsführung merkt nichts und Cheffe kann sich gut verkaufen. Er kann auch alles andere gut verkaufen. Im Grunde ist er der ideale Versicherungsvertreter, oder Flohmarktverkäufer, oder… Der könnte den übelsten Schrott als Luxusware verticken. Aber das war es dann auch.

Seine Faulheit wird immer übler. Inzwischen hat er riesige Schweißflecken unter dem Arm wenn er zur Kaffeemaschine war um sich ein Tässchen braune Brühe zu holen. Und nein,… das liegt nicht an der Hitze draußen, sondern findet auch an kühlen Tagen statt.

Es gibt keinen einzigen Bewohner mit dem er zurecht kommt. Der Kleinste ist für ihn so „fremd“ wie der Größte. Er ist bereits beim Anziehen am Limit und Essen eingeben… Au weia.

Wir hatten auch schon das Cheffe eigentlich zum Frühdienst kommen sollte. Er kam nicht, hatte es aber auch nicht nötig sich zu melden um uns das mitzuteilen.

Neulich ist er ausgetickt. Der „Große“ hat ihm gebeichtet, dass er sich selbst um einen neuen Wohnplatz gekümmert hat. So was. Dabei wollte Cheffe doch das er bleibt und in einem Jahr in eine GmbH der Einrichtung wechselt, denn die Leitung dort kennt er… und natürlich bleibt das Geld in der Einrichtung und ein Selbstständiger Bewohner,..

Der Schaden ist angerichtet, also behauptet Cheffe jetzt, er hätte gemeinsam mit dem Großen gesucht und nun versucht er noch eine weitere Unterbringung. Komischerweise ist das aber auch wieder eine GmbH. Der glaubt wirklich er kann mich vera…

Nachdem Cheffe und sein Anhängsel gemerkt haben dass ich nicht auf ihrer Seite stehe wenn sie sich über den „Prügelknaben“ beschweren, heißt es bei der Übergabe immer es wäre mit ihm gut gelaufen. Das Anhängsel verzieht auch nicht mehr das Gesicht wenn sie sieht das der Prügelknabe sich über mein Kommen freut. Sie ärgert sich trotzdem.

Einen Tag hatte ich Gelegenheit dem Cheffe mal zu demonstrieren wie super das Essen mit dem Prügelknaben funktioniert, wenn man es richtig macht. Er hat nicht mit der Wimper gezuckt, aber ob er auch was verstanden hat? Eher nicht.

Sein Anhängsel hat nun auch schon verstanden dass sie vorsichtig sein muss bei mir. Nur hat sie nicht verstanden dass sie sich ständig selbst ein Bein stellt. Erzählte sie mir neulich das eine unserer Bewohnerinnen ihr Medikament nun nur noch bei Bedarf bekommt. Wunderbar. Ich war für das Medikamente stellen zuständig. Hat sie am nächsten Tag über mich gelästert weil ich angeblich zu blöd wäre die Medikamente zu stecken,(das man stellen sagt und nicht stecken hat sie bisher auch verpennt), weil ich das Medikament nicht in den Dispenser getan habe. Hat sie dann gemacht. Hab sie gefragt, ob es nun ein Bedarfsmedikament ist oder nicht. Natürlich meinte sie und als ich dann meinte dass irgend ein Schlaubischlumpf (ich wusste sie war es) das Medikament in den Dispenser sortiert hat versuchte sie sich schnell raus zu winden. Hinterm Rücken schlecht reden ist das was sie gut kann. Ansonsten ist sie eher untauglich.

Ich bin normalerweise nicht hinterhältig oder gemein, aber wir haben neben Cheffe noch eine 2. Sozpäd. die kommt nur einmal pro Woche und sie ist die einzige von der ich eine gute Meinung habe. Hab sie gebeten sich auf eine Stelle im Fachdienst zu bewerben, die frei wird. Cheffe will die Stelle haben, aber sie hat mehr Qualifikationen. Man würde ihr die Stelle geben. Sie muss sie nicht nehmen, sich nur bewerben. Selbst wenn Cheffe sie am Ende doch bekommt, wird er immer wissen, das er sie nur bekommen hat, weil sie abgesagt hat.

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Fertig…

mit den Nerven bin ich momentan. Mein Chef verfolgt mich bis in meine Träume. -Alpträume.

Es geht um so viel, teilweise ärgerliche Kleinigkeiten, aber eben auch um etwas übleres. Ein 16 Jahre alter Junge, von der Behinderung recht eingeschränkt und ich wundere mich schon lange warum Chefe und seine anhängliche Stellvertretung immer Probleme mit ihm haben. Er tritt nach ihnen, bespuckt sie, schreit und versucht sie zu schlagen.

Es ist die einzige Möglichkeit für ihn sich zu wehren und hat nichts mit Bösartigkeit zu tun.

Natürlich meinen die, die „Großen“ und ich nennen sie „Herzlilein und Herzilein“, manchmal auch „Dick und Doof“, der Junge wäre das Problem aber de facto sind sie selbst das Problem.

Bei der vorletzten Dienstbesprechung wurde ein Strafenkatalog angelegt. Beklagt sich der Vater das der Junge zu Hause übellaunig war, wird er hier bestraft. Benimmt er sich hier daneben wird er auch bestraft. Im Grunde ist er eine Art Prügelknabe. Irgendeinen Grund findet man schon warum man ihn gerade bestraft. Pädagogisch wertvoll ist das nicht.

Nachdem die „Großen“ beobachtet haben, das ich keinen derartigen Stress mit dem Jungen habe, haben sie ihre Meinung überdacht. Natürlich hat Chefe auch den „Großen “ eingeredet die Schuld bei dem Jungen zu suchen.

Warum spuckt er „Dick und Doof“ jedesmal seine Tabletten entgegen? Also schlugen die Großen Chefe vor ihm die Tabletten einfach ins Essen zu tun, wie ich das auch mache. Nein man muss sie ihm mit Gewalt in den Mund stecken.

Es nervt mich einfach nur noch ab. Ich will den „Großen „keinen Ärger machen. Darum darf ich offiziell nicht wissen was da passiert und wie der Junge behandelt wird.

Die „Großen “ machen oft die Arbeit von „Dick und Doof“. Sie übernehmen das Duschen, Kämmen und ins Bett bringen anderer Bewohner. Was machen Dick und Doof? Kaffeetrinken!

Früher, so meinte ein Kollege mal, wären die Mitarbeiter mit den Kids raus gegangen. Heute passiert sowas nicht mehr. Wenn, dann gehen sie mal in ein Lokal in der Nähe zum Essen, aber der „Prügelknabe“ darf nicht mit.

Freitag hab ich morgens einem Mädel Zöpfe geflochten. Gestern, also Montag habe ich sie ihr morgens wieder geöffnet und aus den verknoteten und verklebten Haaren zwei Haarspangen gepult. Habe mich bemüht sie schmerzfrei zu kämmen und ihr neue Zöpfe gemacht. Sie liebt Zöpfe. Ich bin gespannt ob Doof es heute geschafft hat sie zu Duschen und ihr die Haare zu waschen. Aber das sehe ich erst morgen früh.

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Und nun zur Werbung

Da stellt doch ausgerechnet EDEKA, also so ein typisch kapitalistischer Konzern, ein Video ins Netz, in dem eine Aussage für Vielfalt gemacht wird. Dieses hier:

Eigentlich meinte der freundliche Lebensmittelhändler wohl die Vielfalt der Produkte. Andererseits ist hier natürlich eindeutig eine klitzekleine Anspielung auf Vielfalt in anderem Sinne zu erkennen. Wenn deutsche Politwürstchen nur deutsche Würstchen kaufen möchten, wären Supermärkte offensichtlich viel kleiner. Und das mit dem Übergewicht wäre keinesfalls mehr ein Problem der Volksgesundheit.
Ohne menschliche Vielfalt auch keine im Supermarkt. Wobei sich die enttäuschten Biodeutschen – das gibt diesem Ausdruck in dem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung – in meiner Wohngegend zumindest mit einem gut gefüllten Weinregal über ihren patriotisch knurrenden Magen hinwegsaufen könnten.
Vorausgesetzt, sie finden sich vorher bereit, in den Weinbergen die jetzt bald beginnende Arbeit der Lese zu übernehmen, denn ich bin mir sicher, daß so mancher Winzer hierfür gut gelernte Fachkräfte von anderswo bevorzugt. Der Preiskampf im Supermarkt, siewissenschon.

Natürlich ist das alles linksgrünversiffte Propaganda, wie gewisse Leute jetzt sagen würden. Lügen-Supermarkt!!einself!!
Das hat bestimmt die Merkel eingefädelt, die lenkt ja bekanntlich die gesamte Presse. Muß man wissen.
Von Kassandras Seite aus mal ein Lob für den Supermarkt, in dem ich nie einkaufe. Weil es in meiner Nähe gar keinen solchen gibt. In Fahrradnähe, wohlgemerkt. Wobei sich das Lob nicht zwingend auf den Markt bezieht. Wie auch, ich kaufe da ja nie ein. Hatte ich schon erwähnt, daß Kassandra arm ist und das Blog trotzdem völlig kostenfrei und ohne Sponsorenwerbung?

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Auswirkungen schwindender Armut auf den Arbeitsmarkt

wortzeichner

Eines der bedeutendsten Probleme unseres Wirtschaftssystems liegt in dem Irrglauben, dass wir nur durch immer größeren Wirtschafts¬wachstum einerseits unseren Wohlstand mehren und andererseits auch die Armutsproblematik beseitigen können. Wir glauben, je mehr wir produzieren, umso mehr Einkommen haben wir, das wir verteilen können und umso einfacher ist es Armut zu beseitigen.
Selbst wenn es funktionieren würde, so wären wir von etwas anhängig, was auf Dauer unmöglich und zudem sehr gefährlich ist – konstantem Wachstum.
Wachstum bedeutet nicht nur, dass wir immer mehr konsumieren müssen, sondern auch, dass wir mehr und mehr an Ressourcen verbrauchen. Dies führt uns zu bereits heute ersichtlichen Umwelt- und Ressourcenproblemen. Um diese zu lösen wird kein Weg an den Gedanken zur Nachhaltigkeit vorbeiführen, wie etwa effizienter produzieren und weniger konsumieren. Es steht also in gewisser Weise im Widerspruch mit den bisherigen Leitgedanken unser Armutsproblem zu lösen.
Aber wir haben ohnehin ein ganz anderes Problem. Das skurrile…

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Irritierend

Jedes Jahr gibt es online bei irgendeiner Seite eine Kostenaufstellung für Handy´s. Jedes Jahr kaufen Menschen trotz der Differenz zwischen Kaufpreis und Herstellungskosten dennoch und füttern damit Firmen die absolut nicht einmal halb soviel Liebe zu Menschen haben wie die Menschen  zu ihrer Marke.

Im Oktober 2011 schätzte IHS Markit die Kosten des IPhone 4s auf 188 $.Verkaufspreis ab 630€ für 16GB aufwärts.

Im September 2013 schätzte IHS Markit die Produktionskosten für das IPhone 5s auf 199$. Verkaufspreis: ab 700€ für 16GB Speicher. Obwohl bei der Produktion pro höherem Speicher gerade mal 10€ anfallen verlangt der Herrsteller 100€ vom Kunden dafür. Für 64GB zahlt man daher schon rund 900€.

Im September 2014 errechnete IHS Markit Herstellungskosten für das  IPhone 6 Plus von gerade mal 15,50 US-Dollar oder 12€ mehr als beim 6er. Dennoch wurden 100 US-Dollar oder 78 € mehr vom Kunden verlangt bei 16GB. Materialkosten:196,10 $ oder 153€.Herstellung: 4$ oder 3€ für das IPhone 6.

Zum Vergleich: Laut IHS kostet die Herstellung des Samsung Galaxy S5 256US-Dollar. Bei einem Verkaufspreis von rund 600€ oder 650$.

Im Oktober 2016 rechnete CNN MONEY vor, dass das neue IPhone 7  bei der Herstellung 261 € oder 292 US-Dollar kostet.Verkaufspreis: Rund 760€

Doch das sind nur die Kosten der einzelnen Bestandteile, wie Display,Speicher &Co. Die Fertigung des Handy´s erfolgt in China von zwei Firmen die beide seit Jahren wegen ihrer Verstöße gegen das Arbeitsrecht in der Kritik sind. Dazu gehören Vorwürfe wie die Beschäftigung von Minderjährigen, 60-100 Stundenwoche ohne bezahlte Überstunden, Zwangsarbeiter für eben jene Firma die sich mit dem Handy so wunderbar finanziell versorgen lässt.

Nun wurde bekannt, dass die Fertigung durch eine Partnerfirma nach Indien verlegt werden soll, doch auch diese setzt auf Zwangsarbeiter die nicht freiwillig 10-12 Stunden täglich ein Handy zusammenbasteln an dem sich eine Menschen-verachtende Firma bereichert.

Nahezu alle Herstellerfirmen verdienen an Smartphones, Handy´s, Smart-Watches , durch die Fertigung unter solchen Bedingungen. 12 Stunden stehen täglich, fragen müssen ob man mal zur Toilette oder eine Schluck trinken darf. Wer würde in Deutschland unter solchen Bedingungen arbeiten wollen? Wär wäre bereit ohne Sozialleistungen, ohne Versicherungen, ohne Freiausgleich oder gerechte Bezahlung so zu arbeiten?

Und das sind nur die Fertigungskosten und -Bedingungen. Nicht erwähnt bleiben dabei die Materialien die oftmals aus Entwicklungsländern stammen und keinesfalls unter besseren Arbeitsbedingungen gefördert wurden. So ist die Basis von Kunststoffen z.B. Erdöl. Kunststoff wiederum bringt auch ein Klima- und Müllprobleme mit sich und die Hersteller-Firmen sind durch Desinteresse an den Problemen bekannt. Schädliche Weichmacher und andere chemische Bestandteile sorgen schon mal für Erkrankungen in Produktionsfirmen.

Aber es ist selbstverständlich sich dauernd das neueste Modell eines Gerätes zu kaufen. Für den Konsumenten ist all das egal.

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Kleidung als Wegwerfware

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greenukum

… und wie mit Altkleidung am Besten zu verfahren ist.

Das Foto zeigt Massen von Altkleidung aus Europa auf einem der Souks in Fes (Marokko), die für wenige Euros an dortige Einwohner weiterverkauft werden. Woher die Kleidung stammt? Von uns! Zum größten Teil gut erhalten oder gar kaum getragen haben wir diese einst in blaue Säcke gepackt und unbedacht in einer der vielen Altkleidercontainer getan. Wen wundert’s, dass seither ein lukratives Geschäft mit eben dieser Kleidung getrieben wird. (Doku-Tipp am Rande: die NDR–Doku „Die Altkleiderlüge“). So sind viele Altkleidercontainer mittlerweile kommerzialisiert. Die Anbieter verkaufen so gut erhaltene Kleider an Secondhandläden oder nach Osteuropa. Weniger qualitative Kleidung werden über Container nach Teile Asiens bzw. Afrikas verschifft, wo sie die heimische Textilindustrie rapide zerstören. So gelangen bspw. nur 10% der Kleider aus dem Deutschen-Roten-Kreuz Containern tatsächlich in Kleiderkammer für Bedürftige. Der Rest wird – aufgrund der Masse und des Profits – ins…

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Wichtig zu wissen #1

Heute mal eine Übersicht, die einen Blick auf Kriege, Flucht und auch Wut, Enttäuschung und Armut wirft und hoffentlich gut zeigt welche politischen und wirtschaftlichen Interessen vertreten werden und wo auch Bevölkerungsinteressen liegen. Sie soll bewußt machen, was vielfach nicht bekannt ist. Einfach mal einen anderer Blick auf die Welt werfen.

Ich beginne mal mit Erdöl und Ergas und weitere Ressourcen werden folgen. Insgesamt ist es einfach zu viel für einen einzelnen Beitrag.

Hauptexportprodukt von Afrika ist Erdöl. Das „schwarze Gold“ wird nicht nur als Treibstoff oder Energielieferant genutzt, sondern wird auch zur Herstellung von Kunststoff und chemischen Erzeugnissen verwendet.Die größte Fördermenge stammt aus Saudi-Arabien und beträgt etwa 550 Millionen Tonnen jährlich. Zum Vergleich:In Deutschland werden jährlich ca.3 Millinonen Tonnen gefördert. Der Verbrauch von Deutschland beträgt jährlich etwa 125 Tonnen und liegt damit auf Platz vier nach Amerika, China und Japan.

Erdgas wird hauptsächlich als Heizmittel verwendet, zur Erzeugung von elektrischem Strom und als Treibstoff für Schiffe und KFZ, sowie chemische Erzeugnisse wie z.B Düngemittel. Erdgas tritt auf gemeinsam mit Erdöl auf. Hauptförderländer von Erdgas sind Russland und USA, gefolgt von Kanada und Iran

Die Förderung von Erdöl und -Gas verursacht als Nebenprodukt jede Menge radioaktive Stoffe wie zum Beispiel Radium oder Polonium. In Deutschland fallen jahrlich bis zu 2 Tonnen radioaktiven Abfalls an, dessen Entsorgung weder in Deutschland noch in anderen Förderländern überwacht oder sachgemäß durchgeführt wird. Die Verseuchung von Lagerorten, deren Wasserversorgung etc. nimmt daher zu.

Der jährliche Verbrauch an Erdgas liegtin Deutschland bei ca. 70 Milliarden Kubikmeter.

Deutschland erhält die größten Mengen Erdöl und Erdgas aus Russland.

Wichtigste Ölfirma, die nicht nur Erdöl, sondern auch Erdgas fördert ist Aramco, ein Staatsunternehmen das Ara(Arab)-am(Amerika-Co(Companie) bedeutet125 und in den oberen Etagen jede Menge Amerikaner sitzen hat.

In Saudi-Arabien arbeiten viele Gastarbeiter (Rund 1/3 der Bevölkerung, ca. 9 Millionen) aus Ägypten,Indien,Pakistan, Bangladesch usw. Die Arbeitsbedingen sind hart. Meist müssen sie ihre Pässe abgeben, können nicht ausreisen, nur mit Genehmigung, manchmal gibt es kein Gehalt und während Krisen enfällt auch mal die Ausreisemöglichkeit und ohne Geld gibt es natürlich auch keinen Wohnraum.

Wohnraum ist meist eine Massenunterkunft, die mehr einem Gefängnis gleicht. Die Arbeitszeiten umfassen je nach Job  12-18 Stunden, Medizinische Versorgung ist für Gastarbeiter meist nicht vorgesehen.

Benzin,Heizöl,Diesel,Plastik… ohne Erdöl wäre die Produktion nicht möglich. Aber Erdöl ist auch die Basis für

Paraffin (Kerzen, Impränierung von Textilien, Kabeln und anderen Dingen, Nutzung für Kosmetikartikel, Bindemittel in Salben und als Abführmittel, Konserierung von Käse, Trennmittel und zur Herstellung von Süßwaren und Kaugummi, Korosionsschutz)

Petrochemikalien (Chemische Produkte wie Poly)Ethylen, Ethanol, Polyester, Benzol, PVC) Daraus werden z. B hergestellt: Schaumstoffe (Matrazen,Couch etc.) Fußbodenbeläge, Schläuche, Nylon,…)

Schwefel und Schwefelsäure (z.B. Düngemittel,Zinkherstellung, Batteriesäure, Waschmittel, Farbstoffe)

Bitumen (Asphalt)

Wie viele Arbeitsplätze allein in Deutschland von günstigem Erdöl und Ergas abhängig sind ist kaum zu beziffern und günstig ist meist geichbedeutend mit fehlendem Arbeistschutz, Billiglöhnen und Arbeitssklaven. Auch wäre für einen Großteil der Bevölkerung schon allein das Benzin für ihr Auto und die Heizung im Winter nicht mehr bezahlbar, wenn korrekte Bezahlung und für Deutsche selbstverständliche Dinge wie Urlaub, geregelte Arbeitszeit, 40- Stundenwoche, Krankenversicherung, Gewerkschaftsvertretung ect. überall gelten würden. Dies gilt auch für viele andere Ressourcen, nicht nur bei Erdöl und Erdgas.

Nein, ich propagiere keine Unterdrückung und Versklavung. Ich weise nur darauf hin wie Deutschland davon profitiert und welche Verantwortung die Bevölkerung durch ihren Konsum auf ihren Schultern trägt.