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Fast alles neu

Nachdem die erste Zeit überstanden ist, ein Blick auf die aktuelle Arbeitssituation.

Es ist ein bisschen wie dieses alte Spiel das wir- als ich Kind war- in der Schule gespielt haben um uns die Namen zu merken: Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir… herbei. Nur geht es nicht um den rechte Platz, sondern um den vorne an der Tafel und wünschen kann man auch nicht. Man bekommt dort jedes Jahr jemanden hingestellt. Und dieses Spiel wird jedes Jahr gespielt.

Sissi hat sich komplett aus dem Bundesland verabschiedet und die Erzherzogin ist irgendwo eingesetzt. Ob wir uns mal über den Weg laufen? Da sie frische Luft nicht mag, vermutlich nicht auf dem Schulhof. Im Gebäude? Wer weiß. Bisher nicht.

Jetzt haben wir das Chaos-Schnitzel und das Einhörnchen. Einhörnchen weil ich mir vorstelle dass das Wesen eines kleinen Einhörnchens dem von dieser Frau entsprechen würde. Also ähnlich wie bei der Erzherzogin eine Wesensentscheidung. Das Einhörnchen jedenfalls ist endlich mal jemand bei dem ich das Gefühl habe dass die Unterrichtstage nicht völlig nutzlos sind. Sie weiß was sie tut, hat ein gutes Gespür für die Schüler und betrachtet uns nicht als selbstverständlich. Das Chaos-Schnitzel dagegen ist ein anderer Fall. Schnitzel ist eine Ableitung ihres Namens und Chaos ist einfach Programm.

Das Chaos-Schnitzel kann komplett ignorieren wenn ein Schüler fehlt und selbst wenn sie es merkt kommt keine Reaktion. Mit ihr reden ist schwierig. Ob sie einen vollständigen Satz aufnimmt ist nicht klar und sie ist so schnell weg wie sie kam, so das man nicht mal zum Ende kommt mit dem Gespräch. Was den Unterricht betrifft hat sie schon klar gemacht dass es bei ihr um Beschäftigung geht ums rum-bringen der Stunden, nicht um lehren, fördern oder ähnliches.

Um das mal an einem Bespiel zu erklären: Kommt ein Kind in die 1. Klasse sollte es so sein das der Lehrer sich bemüht dem Kind lesen, schreiben und rechnen bei zu bringen. Die Basics. Wie heißen die Buchstaben, wie schreibt man sie usw. Bei Chaos-Schnitzel ist es so das sie Zettel mit Buchstaben verteilt und sagt die Schüler sollen machen wie sie es können. Man kann ihn schreiben, sprechen, anmalen, mit dem Finger nachfahren, bekleben,… Jeder wie er kann und möchte. Es ist ihr egal. Das hat sie so gesagt. Und mehr macht sie auch nicht.

Was unser Team betrifft ist es tatsächlich entmutigend. Mr Cool ist ein paar Räume weiter. Wir treffen uns öfter auf dem Flur oder auf dem Hof. Es tut so gut. 001 ist bei mir und ohne sie würde ich wohl verzweifeln. Mir tut Frau Schweigsam leid. Sie arbeitet für drei, aber irgendwie finden wir nicht so den Kontakt zueinander. Frau Krank hat die Tendenz einfach mal eben nicht zu kommen wenn ihr was nicht passt und das passiert leider öfter. Dann ist sie eben krank und andere machen ihren Job mit. Eine fehlt noch im Team, die kam noch gar nicht, weil ihr Schützling krank ist. Evtl. kommt er bzw. die beiden dann nächste Woche.

Was die Schüler betrifft, so haben wir aus der alten Klasse noch fünf bei uns. Zwei sind in der Nachbarklasse und einer hat die Schule verlassen. Aus der ehemaligen Parallelklasse haben wir zwei bei uns und zwei waren bereits in der Klasse. Ich glaube es passt ganz gut.

Corona-Abstandsregeln kann man vergessen in der Klasse. 10 Schüler + 5 oder sechs Erwachsene. Dafür ist der Raum ganz klar zu klein. Wir schaffen nicht mal einen halben Meter Abstand. Selbst jetzt wo noch zwei fehlen. Dafür gibt es auf dem Schulhof zeitliche Regelungen. Aber die sind auch blöd. Frühstück gibt es in der Klasse. Dann mache wir noch mal Unterricht bis wir dann raus dürfen oder wir schlagen die Zeit tot bis wir dran sind.

Also freue ich mich auf den Unterricht mit dem Einhörnchen und hoffe dass die Zeit mit dem Chaos-Schnitzel möglichst schnell rum geht.

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Wochenrückblick

Und schon wieder ist Sonntag.

Die Woche begann zwar verregnet aber besserte sich schließlich zu sonnigem Sommerwetter.

Ich gebe zu: bereits am Montag habe ich mich auf Freitag gefreut. Nicht weil ich meinen Job nicht mag aber weil ich einfach die Pause bauche. Vor allem am Mittwoch war ich fix und fertig. Wir haben soviel gearbeitet. Ein Nicht-sprechendes Kind, das wie ein Wasserfall redet und viele neue Worte und Sätze bringt kann wirklich schlauchen.

Trotzdem war ich nachmittags mit meinen Jungs zur Kirmes und weil die beiden unbedingt Riesenrad fahren wollten blieb mir nichts anderes übrig als ,trotz Höhenangst, mit zu fahren. So habe ich in der Gondel gelitten. Wäre ich unten geblieben hätte ich dort gelitten. Mein Kopfkino spulte schon den Film ab, wie mein Fußballer 45m über dem Boden meint aus der Tür schauen zu müssen. Irgendwie habe ich es überlebt.

Donnerstag war mein Schützling zwar wieder sehr redselig, aber kurz vor Schluss war dann die Luft raus. Er war nur noch sauer. Ich hatte schon befürchtet der Freitag wird ein Alptraum, aber er war wieder gut gelaunt und in Urlaubslaune. Wie ich. Nachmittags wurden die Jungs von ihrem Vater abgeholt. Vorher waren wir noch Eis essen.

Am Samstag habe ich mir vorgenommen mal unser „Allesmögliche“-Regal neu zu sortieren. Ganz schön zeitintensiv.

Das Regal ist fast fertig, die letzte Maschine Wäsche läuft, die Rouladen schmoren auf dem Herd bald kommen die Jungs.

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Job, Job, Hurra

Okay, der Titel ist jetzt doch eher ironisch gemeint, vielleicht auch sarkastisch. Darüber muss ich noch nachdenken.

Ich bin ja dankbar dass ich weiter mein bisheriges Gehalt bekomme und nicht Kurzarbeitergeld nehmen muss. Andererseits wäre es mir auch recht wenn ich diese Zeit der Arbeit mit meinen Kindern verbringen könnte. Die sind schließlich zuhause. 14tägig.

Nun hätte ich diese Woche selbst in der Schule sitzen sollen. Sonntag bekam ich jedoch die Nachricht dass Schule erst einmal abgesagt wurde-aus gesundheitlichen Gründen und wir weiter machen wie vorher- vorerst.

Ja, es war eine gute Idee, denn es hatte sich angekündigt dass was kommt. Anfälle, viel zu viele.

Diese Woche wurde es schnell besser und die Überlegung war evtl doch noch den Rest der Woche…oder auch nicht. Vielleicht eine Lern-Exkursion durchs Viertel,

Ich lerne eine Menge, dass kann ich nicht leugnen. Über Kommunikation, vor allem unterstützte, aber dieses „wir können das machen“ und dann doch nicht geht mir ein wenig auf den Zeiger.

Ich vermisse Sissi und die Erzherzogin nicht, aber den Muskelmann und Mr. Cool.

Überhaupt Sissi: seit Mitte März ist Corona-time. Anscheinend denkt sie, die Kids liegen ausserhalb der Schule im Kälteschlaf. Will sie jetzt eine Lerneinheit zu Hygiene und Abstand usw. machen. Und die Erzherzogin? Möchte das die Kids Briefe an ihre Mitschüler schreiben. Wie viele können ihren eigenen Namen schreiben? 2! Und wieso an Mitschüler? Darf man auch den Großeltern schreiben? Am Besten man stellt keine Fragen. Einfach hoffen dass die Zeiger der Uhr den Turbo einlegen.

Und trotzdem vermisse ich diesen mehr oder weniger geregelten Vormittag, die Kids, die Kollegen. Was nächstes Jahr wird ist zu 100% offen.

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Corona-frei#9

Tja, so langsam neigt sich die Zeit wohl dem Ende zu. Sofern es nicht einen Rückfall gibt, aber es wird gemunkelt dieser könnte uns womöglich erspart bleiben.

Die letzten Tage hat mir mein Schützling zu verstehen gegeben, dass er gern wieder zur Schule möchte. Wir haben so unsere eigene Art der Kommunikation. Bei ihm ist es hauptsächlich über DVD´s. Fast in Dauerschleife sahen wir seine Lieblingsserie mit der Folge „Der erste Schultag“. Dazwischen gab es die „Reise mit dem Zug“ und seine Mutter bestätigte dass er wieder die Reisetasche packen will. Er ist wohl auch Corona-müde. Also haben wir überlegt es mit der Schule einfach zu versuchen. Ist ja auch nur 14tägig wie bei meinen Jungs. Wir gehen jetzt alle in derselben Woche zur Schule und ich lass mich überraschen. Wenn es nicht läuft, kann man es immer noch beenden. Was nach den Sommerferien sein wird ist noch ungewiss.

Meine Jungs dürfen wieder zum Training ab sofort, bzw. ab nächster Woche. Trotzdem habe ich auch da dem Handball-Trainer erst einmal abgesagt.

Ich weiß, es ist ein großes Problem mit den mangelnden Trainingsorten für die Vereine, zumal viele Vereine nicht das Geld für eigene Trainingsplätze haben und daher auf Turnhallen und -Plätze von Schule angewiesen sind, aber manchmal kann ich nur den Kopf schütteln. Es wurde jetzt mal eben mitgeteilt das die Trainingstage geändert sind- man hat ja auch keine anderen Termine- und ab sofort fährt man bis ans andere Ende der Stadt zum Training. Vorzugsweise mit dem Auto denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Fahrt länger als das ganze Training.

Seien wir mal ehrlich: wenn ich möchte das meine Kinder an der letzten Kurve des Planeten Training haben, melde ich sie dort bei einem Verein an. Wenn ich einen Verein wähle, der ums Eck ist, dann doch nur weil ich davon ausgehe dass das Training für mein Kind einfach und schnell eigenständig erreicht werden kann. Die SML meinte dann bei einem Gespräch darüber sie fände das unverschämt und normalerweise sollte der Verein den Eltern mit Auto die notwendigen Benzinkosten erstatten. Bei mir wären es die zusätzlichen Fahrkarten und damit wären dann auch nur die Kosten abgedeckt. Das ich von der Arbeit nach Hause hetze, die Kinder unter den Arm klemme und hoffe das wir die Bahn und den Umstieg reibungslos schaffen um nicht auch noch zu spät zu kommen ist da noch nicht eingerechnet. Da artet das Hobby zum Stress aus und Sport wird mörderisch.

Ganz ehrlich: ich bin froh das bald Sommerferien sind.

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Corona-frei #8

Wahnsinn, der Ramadan ist nun schon wieder vorbei und das sogar schon seit über einer Woche. Das Picknick, dass ich mir zum Fest gewünscht hatte musste aus Wettergründen ausfallen und letztes Wochenende hat dann die SML unser Treffen verschlafen. So ist dass, wenn man unbedingt viele Überstunden machen will.

Gestern Abend haben wir es dann endlich geschafft mal ein Treffen zu schaffen. Die SML kam nach der Arbeit, holte die Tänzerin und mich ab. Die Jungs sind bei ihrem Vater. Mal sehen wie lange sie es aushalten.

Geplant hatten wir einen Besuch in einem Café, aber eines zu finden, dass nach 21 Uhr noch offen hat ist nicht so leicht. Letztlich meinte die SML, dass sie seit morgens nichts mehr gegessen hatte und die Tänzerin lechste nach einem Döner, weil sie ein paar Jugendliche mit Döner unterwegs gesehen hatte. Auch da wird es nach 21 Uhr eng. Aber letztlich fanden wir einen offenen Imbiss. Leider einer von denen, die mit dem Wort „scharf“ nicht viel anfangen können. Schade. Ich mag es nun mal scharf.

Wir fanden eine ruhige Ecke mit Bänken, setzten uns, aßen und dann mussten wir heim. Die SML versprach am Sonntag zu kommen. Die Tänzerin ist vorerst gefangen. Zwei Klausuren stehen vor der Tür. Eine davon in Mathe und da wird sie lernen bis sie die Klausur schreibt. Beide Klausuren schreibt sie an einem Tag und danach ist dann Zeit für Ruhe und Entspannung. Für eine Weile, dann folgt die nächste Klausur.

Was mich betrifft: vermutlich werde ich nicht zurück in die Schule müssen. Sissi und die Erzherzogin bekleckern sich was ihren Job betrifft nicht mit Ruhm. Alles was sie an Aufgaben raus geben hat keinen Nutzen für die meisten Schüler und sie verstehen es nicht. Mehr noch: mein Schützling soll wegen der Sozialkontakte zur Schule und die dürften wohl ausfallen. Ständiges Masken auf- und abziehen und eine lange Lerneinheit zum Virus sind weitere Gründe weshalb mein Schützling wohl weiter Homeschooling erhält. Ich kann meine Arbeitszeiten frei einteilen. Aber ich muss mich auch weiter mit Dingen rum schlagen, für die ich nicht bezahlt werde. Wie ich immer sage: jede Medaille hat zwei Seiten

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Ramadan- Tag #16 & Corona-frei #7

Ramadan vergeht dieses Jahr rein gefühlsmäßig recht schnell. Über die Hälfte haben wir schon. Die Feiertage stehen schon fast vor der Tür. Da es am Wochenende sein wird stellt sich die Frage nach dem Wetter. Ich hätte mal wieder Lust auf ein Picknick.

Ich erinnere mich noch an unser letztes Picknick im letzten Jahr. Wir hatten einen warmen, sonnigen Tag mit Spiel, Spaß und Leckereien im Park. Die SML musste früher los, aber das hat unsere Laune nicht verderben können. Aber nur wenig später zogen dunkle Wolken auf. Wir entschieden uns zu gehen, aber noch bevor wir aus dem Park raus waren goß es. Und wie. Ein Mietauto musste her und freundlicherweise stand eins nur wenige Straßen weiter. Während die Tänzerin los rannte um das Auto zu holen warteten die Jungs und ich am Straßenrand auf dem Grünstreifen. Dicht neben uns brach ein dicker, langer Ast vom Baum und landete nur Zentimeter neben uns. Gott sei Dank, dass der uns nicht traf. Als die Tänzerin mit dem Auto kam waren wir nass bis ins Knochenmark. Es machte schon nichts mehr dass es noch einen Moment dauerte bis wir endlich unsere Picknicksachen im Kofferraum hatten. Ich weiß nicht ob ich jemals so glücklich war nach Hause zu kommen. Eine Wiederholung dieses Erlebnisses brauche ich nicht, aber ein Picknick bei schönem Wetter wäre schon toll.

Die letzte Zeit habe überwiegend ich gekocht, aber der Handballer hat schon angekündigt dass er morgen übernehmen wird. Bratnudeln möchte er machen. Ich denke ich werde einen Wackelpudding beisteuern.

Die Lockerungen, die von unseren Politikern beschlossen wurden bedeuten zu nächst einmal dass der Handballer wieder zur Schule muss. Begeistert ist er nicht und auch der Handballer freut sich nicht unbedingt dass sein Bruder nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht. Es wird sich zeigen ob nach Pfingsten auch der Fußballer los muss oder alle wieder zu Hause bleiben. Wenn es jemals einen Moment gegeben hat in dem ich mir nicht sicher war ob die Entscheidung den Job zu wechseln gut war, dann ist die Antwort jetzt auf jeden Fall ein lautes JA!!!!

Die kleinen Nettigkeiten die den Menschen entgegen gebracht werden, die trotz allem arbeiten kann man bejubeln oder es auch lassen. Die Mädels haben vom Arbeitgeber eine Mitarbeiterkarte bekommen. Die ist nur kurze Zeit gültig, ermäßigt jeden Einkauf im Laden um 20%, aber man muss auch 300€ ausgeben um 60€ geschenkt zu bekommen. „Im Grunde“, so meint die Tänzerin, „geben wir denen mehr als wir bekommen“ und das ist leider auch ein Fakt.

Apropos geben: mein Drucker ist seit einer halben Stunde beschäftigt die letzten Aufgaben für den Handballer zu drucken. Das Ende sehe ich noch nicht und wenn alles gedruckt ist kann ich mir vermutlich neue Patronen besorgen. Es wurden mal wieder viele Buchseiten eingescannt.

Wann ich wieder offiziell arbeiten muss weiß ich noch nicht, aber sicher nicht vor Pfingsten. Ich fühle mich derzeit etwas ausgebeutet, denn ich mache Unterricht, den nicht ich machen sollte und unsere Lehrer gönnen sich eine Pause.

Ich bin auf die Konsequenzen von all dem gespannt. Manche Schüler, wie meine Jungs sollten die ganze Zeit nur mit kopierten Zetteln wiederholen und andere haben Online- Unterricht erhalten und sind vorwärts gekommen. Manches Kind sass zu Hause allein und manche hatten Hilfe durch die Eltern. Es wird also sicher mehr oder weniger große Unterschiede geben. Sowohl innerhalb der Klassen/Schulen, als auch deutschlandweit.

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Ramadan- Tag 6 und Corona-frei #6

Heute ist schon der 6. Tag des diesjährigen Ramadan. Die Jungs befinden sich (noch) in der Trainingsphase. Beide haben entschieden sie wollen versuchen durch zu halten. Bisher läuft es gut und natürlich ist es dieses Jahr optimal: Kein Unterricht, kein Training.

Seit einer Woche arbeite ich wieder, aber unter veränderten Umständen und wirklich toll ist es nicht. Ich bin auf die Betreuung meiner Kinder angewiesen damit ich meinen Schützling aus der Schule zwei Stunden täglich betreue und mit ihm weiter Unterricht mache.

Die Lehrer aus unserer Schule bekleckern sich absolut nicht mit Ruhm. Diese Woche haben sie angefangen lieblose Zettel per Mail zu versenden die fast keiner unserer Schüler allein bearbeiten kann. Nur Eltern sind keine Lehrer und sollen nicht den Unterricht übernehmen. Und mein Job ist es eigentlich auch nicht. Also arbeite ich mit anderen Materialien die dank der Anschaffung durch die Mutter in größeren Mengen vorhanden sind. Auch nur deshalb weil sie beruflich damit zu tun hat. Immerhin kann jede von uns mal für zwei Stunden die Kinder abgeben und was anderes machen.

Heute ist auch ein besonderer Tag für uns. Heute kocht der Handballer indisch.

Wir sind große Fans der indischen Küche und er liebt kochen und besonders liebt er es scharf. Indisch hat er schon einige Male gekocht und es ist einfach lecker. Heute gibt es irgendwas mit Buttersauce und dazu Reis. Ich weiß, dass er inzwischen kaum noch Hilfe benötigt.

Die Lehrer des Handballers haben inzwischen angemerkt dass die Anschaffung eines Tablet eine gute Idee wäre und ebenso wie die Lehrer des Fußballers hätten sie jetzt gern die Hausaufgaben zurück um sie zu betrachten und zu beurteilen. Und natürlich hat sich unser Scanner entschieden in den Streik zu treten. Jetzt darf ich alles fotografieren.

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10. April 2020 In der Zeit der Coronavirus Krise fallen die letzten Masken und der Kontinent Europas, vor allem Deutschland, zeigt seine ganze Fratze der Scheinheiligkeit und der Menschenverachtung!

Babsi's Aufschrei Herz_statt_Hass

Europa ist das Imperium der Schande❗ Jean Ziegler sagt es schon vor vielen Jahren. Wie recht er damit hatte, das sehen wir heute!

Während Deutschland die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland abgelehnt hat mit der Begründung „Coronavirus“ hat Deutschland gleichzeitig zehntausende Erntehelfer aus Rumänien und den Ostblockländern nach Deutschland eingeflogen.
Neben den 200.000 Deutschen, die Deutschland aus dem Ausland zurückgeholt hat und die ohne Quarantäne und ohne irgendwelche Virus Test einfach nach Hause gehen konnten!

Vor einigen Tagen sagte Deutschland nun gnädigsteweise die Aufnahme von 50 Kindern aus Griechenland zu, von denen bisher allerdings kein einziges in Deutschland eingetroffen ist!
Auf dem Mittelmeer befinden sich schon seit Tagen Seenotrettungsschiffe mit Flüchtlingen an Bord, die kein Land aufnehmen will!

++In diesen Tagen fallen endgültig die letzten Masken der christlichen Scheinheiligkeit auf dem Kontinent Europas!+++
……………….

„Flüchtlinge werden dem Tod überlassen, während sich Covid-19 in Griechenland ausbreitet

Von George Gallanis
10. April

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Corona-frei & Co #4

So langsam aber sicher gewöhne ich mich an den Zustand des Zuhauseseins.

Laut ursprünglicher Planung wären wir jetzt im Urlaub in Spanien. Wir hatten uns alle darauf gefreut. Egal, was solls. Es ist nicht zu ändern.

Für die Jungs ist seit jenem Tag der Schulschließung eine Art Ferien und wie das so ist in den Ferien, möchten sie natürlich ausschlafen und nicht früh aufstehen.

Auf der einen Seite überlege ich immer ob es nicht besser wäre sie morgens um 8 Uhr pünktlich an den Tisch zu setzen um eine Art Immitation der Schulsituation zu erreichen. Auf der anderen Seite finde ich Flexibilität nicht schlecht. Arbeitnehmer sind ja auch nicht alle von 8-16 Uhr beschäftigt. Ebenso ist es mit der Frage ob es sinnvoll wäre einen Plan zu erstellen was täglich gemacht wird, oder ob wir einfach so schauen.

Ich habe mich jetzt für 100% Flexibilität entschieden und ich denke das ist nicht verkehrt.

Für das Wochenende ist der Handballer mit der Tänzerin zum Mathe üben verabredet. Womöglich machen sie auch noch etwas anderes. Heute Mittag kommen die Tänzerin und die SML um mit den Jungs gemeinsam Sport zu machen. Vorgestern hatten wir das auch schon, mit dem Ergebnis das sowohl der Handballer als auch die SML seither über schlimmen Muskelkater klagen.

Momentan machen wir- eher zufällig als beabsichtigt- alle zwei Tage einen Ausflug mit Bewegung. Der Tag dazwischen läuft dann unter der Rubrik „Wir bleiben Zuhause“. Die Einkäufe lassen wir uns liefern. Ich gehe höchstens mal einen Joghurt oder ähnliches direkt kaufen.

Genauso bemühe ich mich spätestens jeden zweiten Tag mich über den aktuellen Corona-Stand zu informieren. Manchmal nervt es. Die einen reden über mögliche Lockerungen ab Mitte April und andere betrachten das Große, Ganze und verneinen den Sommerurlaub.

Für uns heißt es auf jeden Fall dass es diesen Sommer keinen Urlaub bei Oma und Opa gibt. Herbst? Mal sehen.

Gestern habe ich über Whatsapp eine Mathestunde mit einer lernbehinderten jungen Frau gemacht, die normalerweise bald Abschlussprüfungen hat. Gar nicht so einfach. Das Niveau extrem niedrig. Umwandlung von Euro in Cent und umgekehrt. Als Steigerung noch ein wenig addieren. Mathe ist ganz klar nicht ihre Stärke.

Die Lehrer meiner Kids haben aufgegeben. Es kommt nichts mehr. Ehrlich gesagt macht mich diese Lehrunwilligkeit mittlerweile wütend. Keinerlei Versuch mal elektronische Medien zu verwenden. Man sollte diesen Technikfeinden mal Kaffeemaschine, Wasserkocher, Handy und Fernseher entziehen und verlangen das sie ohne Technik leben wenn sie die so verabscheuen. Wer badet es aus? Natürlich die Schüler. Es wird über Lockerungen bei der Versetzung in die nächste Klasse oder alternativ über freiwilliges Wiederholen der Klasse gesprochen, aber das man einfach den Unterricht weiterführt ist nicht drin.

Ich bin gespannt wie es letztlich weiter laufen wird mit dem Virus. Gestern telefonierte ich mit einer Call-Center Dame im Homeoffice aus einem anderen Teil Deutschlands. Sie meinte, sie hätte beim Spazierengehen schon häufiger Leute die Feiertage planen hören. Als Familienveranstaltung mit Oma, Opa, Kind und Kegel. Ich vermute also dass die Zahl der Infizierten so etwa 5-10 Tage nach den Feiertagen noch einmal ansteigt und vermutlich auch die Zahl der Toten.

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Job im neuen Jahr

Können wir bitte direkt zum 31. Dezember springen? Oder wenigstens bis zu den Sommerferien? Das würde mir schon reichen, obwohl… keine Ahnung was danach kommt.

Wir haben eine Neue, also eigentlich zwei. Eine neue im Team, und ihr Schützling. Seit sie da ist, stimmt es nicht mehr im Team. Früher wenn ich zur Tür rein kam… na ja, ich war da, habe mich wohl gefühlt. Jetzt dagegen habe ich das Gefühl ich pralle gegen eine Mauer. Eine Mauer aus schlechter Stimmung. In einem günstigen Moment habe ich mal beim Muskelmann und Mr. Cool nachgefragt. Denen geht es auch so. Sie fühlen sich nicht wohl, haben das Gefühl die Neue ist eine Art Verräterin oder Spionin. Vielleicht sollte ich sie 001 nennen, aber ich denke ich würde ihr damit unrecht tun. Ich habe sie mal gefragt und dabei erfahren das sie noch nie so einen Job hatte. Sie kommt aus dem Bereich Marketing ist also in einer Kennlern- und Orientierungsphase, während wir (glauben) zu wissen was wir tun.

Was macht sie also? Am Montag war Sissi nicht da und der Muskelmann hat den Plan etwas verändert. Sissis Vertretung war zufrieden, aber 001 meinte direkt sagen zu müssen das sie einen ganz anderen Plan hat.

Sie schaut uns auch häufig in einer Art an, als…na ja, als wäre sie „auf uns angesetzt“ und auch enttäuscht oder entsetzt. So blöd das auch klingen mag. Ich denke sie versucht uns zu verstehen, aber dennoch ist es immer merkwürdig und niemand fühlt sich wohl dabei.

Mr. Cool hat durchblicken lassen dass er überlegt nächstes Jahr noch zu bleiben. Eigentlich hatte er sich ja entschlossen Heilpädagogik zu lernen, aber vielleicht schiebt er es doch noch ein Jahr raus. Er hat mich gefragt ob ich nächstes Jahr bleibe und ich habe ehrlich gesagt das ich es nicht weiß und wenn alle anderen gehen mag ich eigentlich nicht bleiben weil so ein tolles Team bekommen wir nicht wieder. Es kann nur schlimmer werden. Andererseits brauch ich einfach einen Job mit diesen geregelten Arbeitszeiten und den freien Ferien. Was sollte ich also alternativ machen? Der Muskelmann beginnt auf alle Fälle sein Studium.