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Job-update

Ich bin befreit! Dennoch war die letzte Zeit nicht ohne. Aber das war ja auch irgendwie ständig so.

Vor kurzem kam eine Kollegin aus dem Krankenstand zurück und sie war laaaange krank. Das Pflegedilema: Rücken und Schultern sind in Gefahr und sie hatte eine Schulter-OP, eine Reha, noch eine OP,… kurz: ich hab sie kennengelernt und nicht in erfreulicher Erinnerung, dann verschwand sie spurlos für etwas über ein Jahr ohne jedes Lebenszeichen und plötzlich bekamen wir die Nachricht dass sie wiederkommt, aber mit verminderter Arbeitskraft.

Na gut, kein Problem. Wir sind nicht so. Es gibt auch noch genug Tätigkeiten die Madam „Wasserstoffblond“ ausführen kann. Zunächst klappte das einigermaßen gut und dann kam jener Abend als ich zum Dienst kam und mein Lieblings-Kollege, der immer für 3 arbeitet, einen Gesichtsausdruck hatte der mir verriet das der Tag mehr als mies gelaufen ist. Megakurz- Übergabe und dann hab ich ihn Heim geschickt. Am Schreibtisch saß- ungerührt- Madam und vor sich ein etwa 1 1/2 jähriges Mädchen das ein Bild kritzelte. Ihre Enkelin.

Am nächsten Abend berichtete das Anhängsel das der ❤ -Kollege ziemlich explodiert ist. Sehr unüblich, obwohl böse Zungen (Anhängsel) behaupten er würde ständig meckern. Madam hat sich mit der Enkelin beschäftigt, aber sonst keinen Finger gerührt. 14 Tage später wiederholte sich das Spiel bei einer anderen Kollegin und damit stand fest, dass ein Gespräch mit Cheffe notwendig wird.

Sie dachte wohl das wird nicht so schnell was, weil es dienstlich keine Überschneidungszeiten gab, aber Madam hat ja noch mehr zu bieten. Frühdienst, 7:45 Uhr kommt Kollegin schnaubend zu mir und meint: „Sie ist weg. Eine Stunde zu früh.“ Wie jetzt? Madam hat Jacke und Tasche genommen und ist einfach nach Hause. Nächster Morgen: 7:55 Uhr treffe ich Madam am Aufzug. Tasche und Jacke dabei. „Willst du schon wieder abhauen?“ frag ich. „Ne, ne. Ich bring nur R. runter,“ meint sie und ich glaub ihr kein Wort, aber ich habe Feierabend und will nach Hause.

Abends erzählt das Anhängsel das Madam eine Mail von Cheffe bekam mit klarer Ansage. Madam waren kleinlaut und wie es weitergeht wird man sehen.

Am nächsten Morgen war ich mit einer Kollegin allein, Cheffe und Anhängsel kamen pünktlich zu meinem Feierabend und ich bekam noch ein update für… alles mögliche. Ich blieb länger. Nicht weil ich musste, nicht weil es mir schwer fiel zu gehen, sondern weil ich zu Hause nicht schlafen wollte. Die Tänzerin wollte kommen und sich in den Urlaub bis Ende des Monats verabschieden.

Ich ging mit dem Wissen, dass weder Cheffe noch sein Anhängsel wussten, dass es unser letztes Zusammentreffen war.

Montag nachmittag rief die Geschäftsführung an. Überrascht und entsetzt von meiner Kündigung und ich habe mir erlaubt mal auszupacken über Cheffe und sein Anhängsel. Immerhin habe ich erfahren das Cheffe vor ein paar Jahren schon mal eine Abmahnung kassiert hat. Ob es jetzt die nächste gibt weiß ich nicht aber mein Bericht hat schon einiges Entsetzen verursacht.

Kurz darauf eine Whatsapp von Cheffe. Er hatte erfahren das ich geh und wunderte sich, dass ich nichts gesagt habe. Well. Als ich ihm antwortete, dass ich weder darüber reden noch diskutieren wollte war die Reaktion eindeutig. Er war angepisst und im Grunde war dass auch das Ziel der Aktion. Nur schade das er es so früh erfahren hat.

Nun bin ich frei und empfinde kein bedauern. Ein wenig Sorge wegen der verbleibenden Kids, aber das war es.

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New World

Mal wieder eine Blogparade. Robert von Wicca Secret fragt wie die Welt unserer Meinung nach aussehen sollte.

Natürlich hat da jeder seine eigenen Vorstellungen und ich glaube dass genau da ein Problem liegt. Eine Welt wie ich sie gern hätte ist auf mich zugeschnitten- nicht unbedingt auf andere. Also im Grunde wäre alles wie es jetzt ist. Egoismus, Neid, Gier,… Das was diese Welt zu dem Ort gemacht hat, der er ist weshalb wir uns etwas besseres, neues wünschen. Es wäre wohl sinnvoller uns den besseren Menschen vorzustellen, denn der könnte eine bessere Welt schaffen und erhalten. Charakter muss mehr wert sein als Aussehen.

Die bessere Welt ist für mich also vor allem mit Menschen verbunden, die nicht so weitermachen wie wir es tun. Schon meine Mutter meinte immer das wir in einer Ellenbogengesellschaft leben. Das ist jedoch schon an die 40 Jahre her und ich würde nicht behaupten das die Situation sich verbessert hat. Im Gegenteil.

Viele Menschen meinen, unsere Parteienlandschaft wäre notwendig für die Demokratie. Realistisch betrachtet entscheidet eine Minderheit darüber welche Partei die Regierung übernimmt, weil die Mehrheit sich nur in einem Punkt einig ist: Genau diese Partei soll es nicht machen! In meiner besseren Welt wählen wir keine Partei. Da Politiker aus gutem Grund Volksvertreter genannt werden sollten sie sich für das Amt das sie haben möchten beim Volk bewerben. Populistisches Geschwätz ist dabei aber absolut tabu. Es zählen Kenntnisse, Erfolge, klare Vorstellungen und umsetztbare Pläne. Politiker wären verpflichtet nicht nur nach Wirtschaftswachstum zu brüllen, sondern auch klar zu sagen welche Konsequenzen für Lebewesen und Umwelt ihre Pläne haben.

Der Spruch „Geld regiert die Welt“ wird ungültig denn Geld verliert seinen Status. Börse und Kapitalanlagen brauchen wir nicht mehr. Grundsätzlich sollte Handel mehr über Tauschen und weniger über Kaufen stattfinden.

Ich wünsche mir eine Welt in der Familie wieder etwas Wert ist, wo Eltern sich gern um ihre Kinder kümmern statt diese möglichst schnell in Fremdbetreuung abzugeben. Kinder sollten wieder in Großfamilien aufwachsen können und voneinander und miteinander lernen.

Die Schulpflicht wird durch eine Bildungspflicht abgelöst. Wie die Kinder lernen hängt von ihnen selbst ab. Allein, in kleinen Gruppen, ab 8 Uhr oder lieber erst ab 10 Uhr? Menschen sind unterschiedlich und das sollte sich auch in den Konzepten zeigen.

Natürlich gibt es einige Dinge die alle Kinder lernen müssen wie Rechnen, lesen und schreiben, aber danach können die Kinder Fächer nach Interesse und Talent wählen. Darüber hinaus wird Wert auf Allgemeinbildung gelegt. Sprachen spielen eine wichtige Rolle. Praxis ist höher zu bewerten als Theorie.

Zeugnisse und Zertifikate sind nur noch zweitrangig. Es zählen Interesse und Fähigkeiten.

Öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder werden bevorzugt. Autos sind hauptsächlich für jene die sie berufsbedingt benötigen wie Rettungskräfte, Transportunternehmen und ansonsten sind sie zum Mieten und Teilen aber nicht für private Personen als Eigentum.

Recycling und Second Hand wird Standard und Neuanschaffung tritt in den Hintergrund. Die Menschen lernen Bescheidenheit und auch Geduld. Die Konsumgesellschaft ist keine Option.

Es gibt keine Visa und Reisebeschränkungen mehr. Jeder kann reisen und leben wo er möchte, dort lernen und arbeiten wo es ihm gefällt oder seine Fähigkeiten gebraucht werden. Das dürfte hoffentlich auch ein wirksames Mittel gegen den ekelhaften Rassismus sein.

Bei Nahrungsmitteln wird auf Regional gesetzt und weniger auf International. Auch wenn dann vieles nur noch im Ursprungsland zu haben ist.

Umweltschutz wird nicht auf die leichte Schulter genommen. Vor allem aber liegt die Macht nicht mehr in den Händen von großen Firmen und Konzernen die auf ihren Vorteil bedacht sind.

Hab ich was vergessen? Wahrscheinlich, aber ich denke das sind schon mal viele wichtige Punkte.