Veröffentlicht in Deutschland, Menschen, Persönlich

Das Leben…II

Mein Hauptjob ist Mutter und ich habe das so gewollt. Aber der Nachteil ist dabei das ich nur wenige Kontakte habe und die wenigsten davon nahe an mich ran lasse.  Im Grunde stört mich das nicht, denn besser einen guten Freund als 10 falsche. Manchmal bedaure ich das ich nie gemeinsame Freunde mit meinem Mann wollte. Vielleicht wäre es hilfreich wenn es Menschen gäbe die uns beide kennen.

Ich habe den Samstag genutzt um mit einer der wenigen Menschen zu reden, die mich verstehen. Unsere Kinder tollten über den Spielplatz und wir redeten über das Leben an der Seite von Männern wie unseren.

Wir sind eigentlich völlig verschieden, haben nur die Probleme mit dem Ehemann gemeinsam, obwohl ihrer kein Soziopath ist. Aber auch er hat einige Verhaltensweisen die ich von meinem Mann kenne. Sein großes Ego, die Schuldfreiheit in jedem Fall, das Lügen.

Anders als mein Mann, der recht geschickt ist im Lügen, wird ihrer jedoch ständig auf frischer Tat ertappt. Mit ihm kann man reden, er weiß wann er Beweise akzeptieren muss. Meiner bildet sich ein wenn er es nicht zugibt ist der Beweis wertlos.

Während meiner bereitwillig immer wieder Zeit mit den Kindern verbringt, mit ihnen zum Friseur und zum Schuhkauf geht, ist ihrer an keinerlei Hilfe bei den Kindern interessiert.

Sie arbeitet, sie kümmert sich allein um Haushalt und Kinder und sie übernimmt einen großen Teil der Kosten.  Da unser Fußballer in die Schule kommt habe ich auch schon einige Male überlegt wieder arbeiten zu gehen. Es war nie mehr als eine Überlegung, doch vor dem Wochenende habe ich eine Bewerbung in den Briefkasten geworfen und ich hoffe es gibt eine positive Antwort.  Mit meinem Mann hatte ich vorher gesprochen. Das war notwendig, denn der Job ist mit Schichtdienst und er muss dann oft die Kinder nehmen. Er ist dazu bereit, wenn auch etwas säuerlich, denn ich werde mehr verdienen als er und damit ist er nicht mehr der große Gönner und Held, sondern existiert auch von meinen finanziellen Hilfen an ihn. Aber ich bin sicher, er wird für sich die Vorteile entdecken und zu nutzen wissen und ich weiß wie er tickt und worum es ihm geht.

Innerlich ist sie wütend und voll Trauer und Enttäuschung. Freundinnen verstehen nicht warum sie ihren Mann noch liebt. Doch ich verstehe es: 25 Jahre Ehe schiebt man nicht einfach beiseite. Vor allem dann wenn es damals die große Liebe war. Ich weiß dass nur zu gut. Mir geht es auch so.

Ich glaube ich lerne meinem Mann gegenüber etwas egoistisch zu sein. Wir hatten immer ein gemeinsames Konto, aber mittlerweile habe ich mir ein eigenes besorgt und er weiß es nicht. Bekomme ich die Arbeitsstelle, so geht er davon aus dass mein Gehalt zu seinem Konto überwiesen wird, aber er irrt sich. Nein, ich werde statt dessen die Hälfte der Miete und der Stromkosten auf sein Konto überweisen und was ich daneben bezahle ist meine Entscheidung. Seine Heldenposition wird er verlieren und da er nicht gern bittet, sondern anordnet wird das schwer für ihn. Die Kontrolle über das Geld liegt in meiner Hand und er muss sich damit auseinandersetzen. Vor allem bedeutet dies, er muss sich mit der Frage beschäftigen wie er mich spendabel stimmt. Auf diese Weise wird sein Egoismus und seine Habgier auf jeden Fall Vorteile für mich haben.

Bleibt zu hoffen, das ich die Arbeit bekomme.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s