Veröffentlicht in Menschen, Persönlich

Das Leben…

Momentan geht es mir nicht so gut. Nicht gesundheitlich, eher emotional oder psychisch. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass ich den Ramadan auch genutzt habe um viel nach zu denken. Nachdenken über Dinge die ich schon weiß, die ich aber eigentlich gar nicht wissen will weil irgendwo tief in mir die unrealistische Hoffnung existiert das Nicht- Wissen identisch ist mit Nicht-Existenz.

Natürlich weiß ich dass das Blödsinn ist, aber auch das will ich nicht wissen. Bin ich ehrlich und stelle mich der Realität- und das habe ich im Ramadan versucht- muss ich zwangsweise zu der Frage welche Konsequenzen es nun gibt/geben muss kommen. Und anscheinend gibt es nur eine vernünftige Konsequenz und die gefällt mir nicht.

Das Problem? Das Problem ist mein Mann. Nicht er selbst, seine Persönlichkeit ist es. Es gab immer schon Momente in denen ich nicht verstand was in zu einem bestimmten Handeln bringt. Aber jeder Mensch hat so seine Macken und Eigenheiten. Vieles wollte ich wohl auch gar nicht so bewusst wahrnehmen und es hätte mir auch nichts genutzt es zu tun, denn die Ursache war mir nicht klar und ob ich sie herausgefunden hätte wenn ich aufmerksamer gewesen wäre, weiß ich nicht.

Die Ursache habe ich vor einer Weile erkannt, zufällig, unerwartet und sie hat mich erschreckt, weshalb ich sie erst einmal ignorieren wollte. Aber wie ignoriert man dauerhaft Tatsachen, vor allem wenn man die Ursache kennt und nur die Augen verschließt?  Ich weiß nicht mehr was an jenem Tag war, aber spontan dachte ich: „Das ist doch ein Psychopath“. Ich mag eigentlich solche „Zuschreibungen“ nicht. So wie ich es nicht mag wenn meine Kinder über eine Situation oder Person sagen sie wäre behindert. Aus diesem Grunde hatte ich vor ein paar Jahren eine Auseinandersetzung mit der EDV-Lehrerin meiner Töchter weil sie meine SML als „Spast“ bezeichnet hat. Nein, solche Begriffe zu verwenden ist nicht in Ordnung und dennoch war in dem Moment dieser Gedanke in meinem Kopf. Natürlich meinte ich dass nicht wirklich ernst, wusste aber nicht wie ich einordnen sollte was mir missfiel.

Aus irgend einem Grund googelte ich irgendwann Psychopath und wie erwartet stellte sich heraus dass es nichts mit meinem Mann zu tun hatte. Aber ich fand ein anderes Wort und als ich dies genau untersuchte fand ich eine Beschreibung meines Mannes. Dieses Wort war „Soziopathie“.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung. Kann das sein? Antisozial? Er? Ja, leider.

Er ist äußerst charmant, kann Menschen für sich gewinnen, wunderbare Gespräche führen, aber alles eher oberflächlich.

Sein Ego ist gigantisch. Er kann alles besser, weiß alles besser, macht alles besser.Fragt man ihn warum er sich so herablassend über Kollegen oder den Chef äußert lautet die abfällige Antwort:“Weißt du was das für Leute sind?“ Auch die Dozenten bei der Fortbildung haben keine Ahnung was sie tun, reden nur. Mit allen Menschen ist es so.

Worte wie „Bitte“, „Danke“, „Entschuldigung“ hört man fast nie und wenn er sie benutzt hört man das es nicht ernst gemeint ist. So wie man bei dem Satz“Wir müssen da mal anrufen“ hört das der Satz in Wahrheit lautet „Ruf da gefälligst mal an. Warum hast du das nicht längst erledigt?“

Einer der Sprüche die mich immer entsetzt haben lautet“Ich lass mich nicht verarschen. Ich verarsche andere“. Dies ist eine der wenigen Gelegenheiten bei denen aus seinem Mund die Wahrheit kommt. Früher hätte ich behautet dass er nie lügen würde weil er Muslim ist. Es gab einige harmlose Begebenheiten da hätte wer anders wohl behauptet es wäre eine Lüge gewesen, doch ich habe es damit entschuldigt dass er wohl vergessen hat was er vorher gesagt hat oder das wir uns missverstanden hätten. Heute nach dem ich über vieles nachgedacht habe, aufmerksamer bin, erwische ich ihn immer wieder beim Lügen. Sag ich ihm das er lügt, kommt die nächste Lüge. Und so benutz er Lügen um Menschen zu „verarschen“ weil sie ihm glauben, denn er weiß wie man sie manipuliert. Menschen, das habe ich verstanden, sind für ihn Schachfiguren. Die einen sind die Gegner, einige opfert man und andere nutzt man um ans Ziel zu kommen. Haben sie keinen Nutzen mehr werden sie zu jenen gezählt die man problemlos opfern kann.

Er ist nicht wirklich gewalttätig, aber er liebt harte Erwachsenen- Action-Filme bei denen brechende Knochen und spritzendes Blut hoffnungslos überzogen präsentiert werden. Da sitzt er mit seligem Lächeln davor. Ebenso überzogen sind einige Strafen mit denen er die Kinder immer wieder Mal für Kleinigkeiten überzogen hat. Warum sie dann weisen versteht er nicht, denn dafür bräuchte er Einfühlungsvermögen. Reue kennt er auch nicht und er findet bei sich keine Schuld. Niemals. Er provoziert gerne Streit, und wenn man sich nicht provozieren lässt beginnt er den Streit auch, aber die Schuld liegt nie bei ihm.

Streit provoziert er bei jedem früher oder später. Das hat er auch bei seinem Fahrlehrer getan, wegen 10€. Danach hatte er eine Begründung für vier Mal durch die praktische Prüfung fallen. Obwohl es vier verschiedene Prüfer waren und obwohl alle denselben Fehler bescheinigten: Rücksichtsloses fahren. Nein, es war die Rache des Fahrlehrers und er ist selbstverständlich gut und richtig gefahren.

Unverantwortlichkeit bescheinige ich ihm jedesmal wenn er auf die Idee kommt der Bequemlichkeit halber die Jungs länger alleine zuhause zu lassen oder sie allein mit der U-Bahn durch die Stadt fahren zu lassen. Gerade der Fußballer ist mit seiner Entwicklungsverzögerung nicht in der Lage Situationen richtig ein zu schätzen.

Auch Gesetze scheinen für ihn manchmal eine Art Spaß zu sein. So erzählte er mir vor kurzem recht offen wie bei ihm in der Klinik Krankheiten regelrecht erfunden werden für Rezepte die dann von den Krankenkassen bezahlt werden. Für Therapien die der Patient nicht braucht. Er ist offensichtlich eifrig daran beteiligt.

Er kann schnell wütend werden, vor allem wenn man versucht mit ihm ein sachliches Gespräch zu führen. Je größer seine Wut um so eher zeigt sich sein „Mörderblick“. So nenne ich ihn immer wenn er mich böse anfunkelt und mir direkt in die Augen blickt, seinen Blick aber nicht irgendwann abwendet.

Alle Empfehlungen gehen in Richtung Distanz. Doch er ist mein Mann, wir haben Kinder zusammen und auch wenn er keine Emotionen verstehen und empfinden kann: ich kann es und bei mir findet sich Liebe und Trauer.

 

 

 

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11 Kommentare zu „Das Leben…

  1. Puuuuh… das ist mal echt schwere Kost!
    Und ich weiss auch grade gar nicht was ich schreiben soll…

    Ausser… es klingt nach einem echt harten Kerl und Du nicht grade glücklich, was mir sehr irgendwie leid für Dich tut.
    Da ich Dich als eine sehr kluge und sanfte Frau einschätze…

    Hör auf Dein Herz, trotz oder wegen dem Kind und handel so, dass es DIR gut geht… bitte!

    Gefällt 2 Personen

  2. Oh … erst einmal ein großes Danke für das Teilen mit uns. Jetzt verstehe ich dein Hin- und Hergerissensein viel viel besser, was bei den späteren Einträgen zu finden ist. Da gibt es kein entweder – oder. Da muss eine behutsame Lösung her, die alle mit einschließt. Das ist leichter gesagt als getan, ich wünsche dir für diesen Weg wirklich ganz viel Kraft und das Beste. Auch für mich gilt, dass ich da bin, wenn du einfach mal jemanden zum Reden brauchst ❤

    Gefällt 1 Person

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