Veröffentlicht in Deutschland, Gesundheit, Menschen

SUV- Mami´s

Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einer Bekannten. Sie war recht überlaunig, weil sie nicht nur verschnupft war und Kopfschmerzen hatte, sondern auch weil sie 35 Minuten zu Arbeit gebraucht hat. Normalerweise reichen für die Strecke 10 Minuten. Schuld war die SUV- Mami. So nennt sie Mütter, die morgens ihre Kinder mit Auto zum Kindergarten oder zur Schule karren und später wieder abholen.

Die SUV-Mami, so erzählte sie, war nicht auf den Straßenverkehr konzentriert, weshalb sie nicht recht vorwärts kam. Statt dessen kramte sie vorne auf dem Beifahrersitz oder im Handschuhfach, ihrer Handtasche oder sonst wo. Derweil schlich sie von einer roten Ampel zur nächsten. Schließlich musste sie sich dann noch mit dem Lippenstift die Lippen bemalen.

Derweil hatte sich das Kind auf dem Rücksitz schon mal selbst abgeschnallt und turnte auf der Rückbank rum. Die Mami interessierte es offensichtlich mehr, das die Lippen die gewünschte Farbe bekamen. Das Kind hingegen hatte sie wohl vergessen.

An der nächsten roten Ampel war dann der Bogen überspannt. Meine Bekannte stieg aus, pochte der SUV- Mami auf´s Autodach und maulte sie an, sie möchte doch das nächste Mal eine halbe Stunde früher aufstehen und ihren Kram zu Hause erledigen. Es gäbe schließlich Leute die zur Arbeit müssen.

Auch wenn ich Mitleid mit dem Kind hatte und immer noch habe, musste ich bei der Erzählung doch lachen. Es war schon witzig und irgendwie ist es auch so: da geht es einem schon nicht gut und dann passiert auch noch so etwas.

Die andere Seite ist die, dass ich mich schon öfter über SUV- Mami´s geärgert habe. Parkverbote existieren für die nämlich meist ebenso wenig wie Fußgänger und Radfahrer – inkl. Kinder -und deren Gefährdung durch wild fahrende und parkende SUV-Mami´s.

Nein, es ist nicht zumutbar, dass die SUV-Mami sich einen Parkplatz sucht um dort auf ihr Kind zu warten. Sie muss auf dem Gehweg direkt vor der Schule parken. Nein, das Kind kann nicht die letzten 50 m zur Schule laufen, Mami muss unmittelbar vor dem Zebrastreifen halb auf dem Gehweg anhalten. Nein, das Kind in der 6.Klasse kann nicht mit Bus und Bahn nach Hause fahren, Mami muss mit dem Auto kommen. 500 m zum Kindergarten sind nicht zumutbar. Das Kind muss mit Auto direkt vor den Kindergarten gefahren werden. Und dann muss Mami drehen und ein paar Radfahrer  und Fußgänger verärgern weil sie ja wieder zurück muss.

Gestern las ich in einem Buch über Deutsche: Sie können nicht anpacken. Sie können nur in Büro´s sitzen und Zettel umdrehen. Dabei fiel mir die SUV-Mami ein.

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2 Kommentare zu „SUV- Mami´s

  1. Oja, die SUV-Muddertiere sorgen hier vor der Schule auch für solche Probleme. „Ich zuerst und danach ganz lange gar nichts“ scheint ihre Devise zu sein.

    Ich denke schon, dass es noch Deutsche gibt, die anpacken können. Nur leider gewinnen die Zettelumdreher und Powerpointbuntibuntipräsentierer immer mehr an Einfluss. Es ist unglaublich, was die so alles ausbremsen können…

    Gefällt 1 Person

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