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Krieg

Krieg-Stell dir vor, er wäre hier von Janne Teller.

KriegJanne Teller schrieb dieses Buch 2011 für Dänemark im Zuge der Flüchtlingsdiskussionen. Für die Übersetzung wurde die Geschichte ein wenig politisch angepasst.

Krieg-Stell dir vor, er wär hier wurde 2011 Buch des Monats April in der Kategorie Jugendbuch von der Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V.

Ein Essy für Jugendliche ab ca. 14 Jahre.

Die Aufmachung entspricht der eines deutschen Reisepasses. Doch der gilt nichts wenn „Nationalität eine Frage von Freund oder Feind ist“.

 

Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?

Wenn durch die Bomben der größte Teil des Landes, der größte Teil der Stadt in Ruinen läge? Wenn das Haus, in dem du und deine Familie lebt, Löcher in den Wänden hätte? Wenn alle Fensterscheiben zerbrochen, das Dach weggerissen wäre? Der Winter steht bevor, die Heizung funktioniert nicht, es regnet herein. Ihr könnt euch nur im Keller aufhalten. Deine Mutter hat Bronchitis, und bald wird sie wieder eine Lungenentzündung bekommen. Dein großer Bruder hat schon früh bei einem Vorfall mit einer Mine drei Finger der linken Hand verloren und unterstützt gegen den Willen deiner Eltern die Milizia. Deine kleine Schwester wurde von Granatsplittern am Kopf verletzt, sie liegt in einem Krankenhaus, dem es an allem fehlt. Deine Großeltern starben, als eine Bombe ihr Pflegeheim traf.

So beginnt das Gedankenexperiment von Janne Teller. In ihrem Buch ist die Demokratie gescheitert, weshalb ihre Anhänger verfolgt werden. Deutschland hat die EU verlassen, Franzosen und Briten sind keine Freunde mehr. Die einzigen Länder in denen noch Frieden herrscht sind die arabischen.

Angst, Folter,Mord, Heckenschützen, Flucht,Verlust, Hoffnung auf Asyl, Leben im Flüchtlingslager,… Der Leser wird zum 14 Jährigen Protagonisten der all das und mehr durchlebt mit der Hoffnung eines Tages in die Heimat zu können. Heimat? Doch ist es noch Heimat? Der Ort, wo jetzt jemand anders an der Macht ist, wo nichts mehr ist, wie es vorher war?

Krieg

Stell dir vor, er wäre hier

Janne Teller

64 Seiten mit zahlreichen Illustrationen passend zum Inhalt. Übersetzt aus dem Dänischen von Sigrid Engeler Illustriert von Helle Vibeke Jensen ISBN: 978-3-446-23689-9

Blick ins Buch

Leseprobe

 

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5 Kommentare zu „Krieg

  1. Das klingt wie Szenen aus dem zweiten Weltkrieg. So lange ist das doch noch gar nicht her. Daher vielleicht die Angst, dass Krieg nach Europa getragen wird. Man vergisst in Deutschland, dass der letzte Krieg nicht von aussen an uns herangetragen wurde …

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      1. Das ist mir klar, dass es in deinem Beitrag und dem Buch darum geht, ich kann lesen.
        Ich habe mir erlaubt, zusätzliche Gedanken zu äussern. Ich wusste nicht, dass man das hier nicht darf.
        Wie gesagt, der letzte Krieg ist noch gar nicht lange her, und wer wäre damals bereit gewesen, deutsche Flüchtlinge aufzunehmen?
        Wir hatten die Situation bereits, aber was haben wir daraus gelernt?

        Gefällt 1 Person

        1. War für mich nicht ersichtlich dass es um zusätzliche Gedanken ging. Für mich sah es eher so aus, als hättest du meinen Text nicht verstanden. Erstaunlicherweise hält sich- vor allem in rechten Kreisen- die Mär von den tapferen Deutschen die während des Krieges nicht geflüchtet sind und selbslos ihr Leben ließen. Dem war nicht so. Es gab deutsche Flüchtlinge und auch Vertriebene und die wurden aufgenommen. Die Franzosen wollten sie nicht, aber Bayern und die Sowjetunion waren bereit viele auf zu nehmen und sogar nach Syrien sind wohl viele gekommen.

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