Veröffentlicht in Menschen, Persönlich

Manche Tage…

Es gibt manchmal so Tage da denke ich abends es wäre vielleicht besser gewesen morgens einfach im Bett zu bleiben. Andererseits könnte es natürlich auch sein, dass dann einfach das Bett zusammen fällt oder ich schlafend von über die Bettkante rolle. Es sind diese Tage die nicht laufen wie gedacht, an denen einfach etwas schief geht und ob man dem aus den Weg gehen kann in dem man einfach im Bett bleibt? Ich weiß es nicht.

Mein Fußballer muss einmal die Woche morgens in die Schule. Ein wenig Vorschultraining, da er nach den Sommerferien in die Schule kommt. Nicht lange. Von morgens 9:50 Uhr bis 12:15 Uhr. Für ihn ist das hartes Training. Nicht nur das er dort basteln und malen soll, was er gar nicht mag. Er soll auch lernen ruhig und konzentriert zu arbeiten. Danach geht er dann in den Kindergarten. Natürlich nicht allein, sondern er wird von der Schule abgeholt und zum Kindergarten gebracht. Da er nicht alleine daran teilnimmt, sondern noch andere Kinder aus den umliegenden Kindergärten haben wir Eltern uns zu einer Kleingruppe zusammengeschlossen. Jede Woche „transportiert“ jemand anders. Und diese Woche war ich wieder dran.

Nach der Abgabe in der Schule bin ich noch kurz zum einkaufen gegangen. Bereits dort fand ich es seltsam das ich meinen Schlüssel nicht in der Tasche fand. Zuhause vor der Tür habe ich dann alles komplett durchsucht aber nichts. Mein Mann war schon weg. Dabei hatte ich gehofft ihn noch zu erwischen. Wenn er Spätdienst hat geht er ja erst zwischen 10 und 11 Uhr. Was tun?

Also über Whatsapp zwei Nachrichten verschickt mit Wortlaut “ Ich habe meinen Schlüssel liegen lassen“ Aber es stellte sich heraus dass beide Empfänger ihr Handy ausgeschaltet hatten. Ich machte mich auf den Weg zur Schule meiner Tochter.

Dritte Nachricht: „Sonst wird auf jede noch so unsinnige Mitteilung reagiert und den ganzen Tag online gesurft aber wenn man mal jemanden braucht sind die Handy´s aus“. Es dauerte nicht lange und meine „kleine“ Tochter rief an: „Mama, hast du versucht mich zu erreichen? Ich bin auf der Arbeit“. „Nein, dich nicht. Deine Schwester und Papa“. „Ach so ich dachte, wegen der Nachricht“. „Nein, ich wollte mich bei dir nur ausheulen.“ „Warum? Was ist denn passiert?“ „Ich habe meinen Schlüssel zu Hause liegen lassen und muss um 12 Uhr wieder an der Schule sein.“ „Mama, was ist los? Du lässt doch nie deinen Schlüssel liegen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass du in all den Jahren je deinen Schlüssel vergessen hättest.“ „Tja, heute schon.“

Sie hat Recht. Ich bin genau, fast schon panisch wenn es um meinen Schlüssel geht. Ich kontrolliere immer noch mal ob ich ihn wirklich eingesteckt habe bevor ich  gehe. An diesem Tag nicht!

Mittlerweile stand ich in der Eingangshalle der Schule. Ein paar Schüler saßen oder liefen herum, einige rauchten vor der Tür, aber für Pause waren es zu wenige. Wir überlegten wann die nächste Pause sein könnte aber wir stellten fest dass wir beide nicht genau wussten wie lange die erste große Pause dauert und folglich war uns nicht klar wie es danach mit dem Unterricht weiter ging. Also entschied ich mich, mich mal auf die Suche nach dem Sekretariat zu machen und ich versprach mich zu melden um Bescheid zu geben ob ich nun den Schlüssel habe oder nicht.

Ein Sekretariat zu finden ist nicht allzu schwer, allerdings ist das Gebäude so groß, dass es nicht nur eines gibt, sondern mehrere und jedes hat seine Aufgaben, denn schließlich verderben zu viele Köche den Brei. Folglich kochen diese Köche alle ihren eigenen Brei. Natürlich landete ich promt im Falschen raum, aber die Dame dort war sehr freundlich, wenn sie mir auch nicht wirklich helfen konnte. Immerhin erklärte sie mir den Weg zu jenem Sekretariat zu dem ich musste. Links durch die Glastür und dann 2. Stock.

Zurück auf dem Flur stellte ich fest dass Links nicht so eindeutig ist. Von der Frau aus, oder vom Flur aus? Freundlicherweise gibt es einen Lageplan und der meinte ich müsse nach rechts. Also dann. Oben angekommen empfing mich einen nette junge Frau, die aber meinte sie müsse erst einmal die Kollegin fragen weil es ihr erster Arbeitstag sei. Sie ist neu. Schließlich bekam ich die Antwort die ich befürchtet hatte. Um den Unterricht nicht zu stören können sie meine Tochter nichts ausrufen.Aber wenigstens konnten sie mir sagen wann die nächste Pause ist und das waren noch 10 Minten. Mein Zeitdruck nahm immer weiter zu. Schließlich muss ich noch zurück nach Hause, die Einkäufe endlich weg bringen und dann zur Grundschule. Und natürlich hatte ich die Telefonnummern der anderen Eltern nicht dabei um jemanden zu bitten für mich zu übernehmen. Immerhin hätte ich in der Schule anrufen können, damit die wissen dass ich mich etwas verspäte.

Ich erinnerte mich daran, dass meine Tochter mal etwas von der 3. Etage erzählte und so positionierte ich mich dort auf dem Flur. 10 Minuten warten und dann sah ich sie nirgendwo. Aber sie rief an. „Mama, wo bist du?“ „3.Tage und du?“ „Da war ich vorhin. Ich bin unten“. „Wo unten?“ „Komm einfach runter zur Eingangstür. Wo im Gebäude bist du? Links oder Rechts?“ „Links“ „Ach Mama, du bist auf der falschen Seite.“ Also runter und tatsächlich stand sie nahe der Eingangstüren. „Mama, das ist rechts nicht links.“ “ Die Sekretärin sagte links durch die Glastür und ich bin ja richtig angekommen“

Die Schlüsselübergabe brachten wir schnell hinter und dann musste ich mich beeilen. Schnell zur Bushaltestelle. Der Bus kam auch gleich. Zu Haus angekommen, die Einkäufe abgestellt, noch etwas getrunken, die Jacke tauschen, denn es war zu warm draußen und dann schnell los.

Um 12 Uhr war ich dort. Schickte meiner Kleinen schnell eine Nachricht, dass alles geklappt hat und ich über pünktlich an der Schule bin. „Wollen sie ihr Kind abholen?“ „Ja.“ „Warten sie dann bitte draußen auf dem Schulhof?“ „Ja“. Ich steckte das Handy in die Tasche. „Warten sie dann bitte draußen? Diesmal mit nachdruck. „Ja“, antwortete ich  ebenso. Wenig später kamen die Eltern anderer Kinder. “ Wieso draußen warten?“ „Was soll dass denn?“, „Seit wann?“ “ Wer hat das gesagt?“ „Der Hausmeister“

Endlich konnten wir die Kinder holen und wir machten uns auf den Weg zum Kindergarten. Meine Gruppe besteht aus normalerweise lieben Kindern, mit denen man gut vorwärts kommt. An jenem Tag natürlich nicht. An jenem Tag mussten sie streiten. „Schaut mal die tollen Blumen, dass sind Krokusse““Die sind giftig, fass die nicht an“ „Nein, die sind nicht giftig!“ „Ich mag keine Blumen!“ „Hey, du darfst da nicht drauf treten“. „Der hat auf die Blumen getreten. Jetzt sind alle umgeknickt“

Endlich im Kindergarten angekommen musste ich erst einmal tief durchatmen. Dann schnell nach Hause. Das geplante Mittagessen muss ausfallen. Nicht mehr genug Zeit. 20 Minten später kam der Handballer von der Schule. „Wolltest du heute nicht was anderes kochen?“ „Ja, tut mir Leid. Keine Zeit gehabt.“

Vielleicht hätte ich im Bett bleiben sollen

 

 

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2 Kommentare zu „Manche Tage…

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