Veröffentlicht in Persönlich

Persönliches 2017-2

Die momentane Ambivalenz meines Mannes ist etwas stressig und nervenaufreibend. Gut, dass sein Urlaub fast vorbei ist. Manchmal kann er anstrengender sein als eine Horde Kinder.

Sein ursprünglicher Gedanke den Urlaub zum Streichen der Küche zu nutzen habe ich akzeptiert, obwohl es mit Familie nicht so günstig ist, wenn nichts eingekauft wird und der Esstisch vor den Schränken steht, so dass man nicht an die Töpfe kommt und das Geschirr nur erreicht wenn man einen großen Bogen um Stühle, Farbeimer und Co. macht. Unser Speiseplan schrumpfte auf Obst, Brot und Fertigfutter für den man maximal einen Topf benötigt. Und schnell gehen muss es, damit man möglichst wenig Zeit in der Küche verbringt und dort die Arbeit nicht behindert wird.

So fing er an, an einigen Stellen ein wenig Tapete und Farbe von der Wand zu kratzen und kam schließlich zu der Frage wie lange das trocknen denn wohl dauert. „Nun“, meinte ich, „im Keller hängt seit einer Woche Wäsche. Die ist immer noch nicht ganz trocken. Ist einfach zu kalt momentan.“

Nach dieser Information betrachtete er sich die Wände und meinte im fragenden Ton so etwas wie: vielleicht besser bis April warten wenn es wärmer ist und die Sonne scheint. Damit war die Renovierung abgeschlossen und ich durfte alles wieder umräumen. Bei der Gelegenheit maulte er dann gleich noch über meine Pflanzen und eine wollte er ganz entsorgt haben. Aber nicht mit mir. Okay, er mag keine Zimmerpflanzen, aber meine paar wenigen gebe ich nicht her. Schon gar nicht für die Biotonne.img_20170216_090632

Ich weiß nicht wie die Pflanze heißt, aber als sie zu uns kam sah sie mickrig und welk aus und nun wächst sie so gut das ich sie hochbinden musste. In den Müll? Nein! Sie steht nun bei meiner Großen und erfreut sie mit ihren zitronigen Duft.

Meine Große hat für sich entschieden über EBay Kleinanzeigen einen Schrank zu kaufen. Problem: Transport! Ja, einige ihrer Freunde haben ein Auto und würden auch helfen, aber entweder ist der Wagen absolut zu klein oder sie können zeitlich nicht dann wenn der Verkäufer das gute Stück gern übergeben würde.

Nun hat sie da ein schwarzes Brett gefunden und angefragt ob jemand mit ihr die Fahrt machen könnte. Von Anbietern die sich mehr als deutlich eine Bezahlung der Hilfe durch Sex ausmalten mal abgesehen war da noch jemand der anscheinend einfach nur hilfsbereit war. Dachten wir. Als er dann meinte er wisse noch nicht ob er mit seinem Jaguar oder seinen Chayenne käme schwante mir übles und 45 Minuten vor dem vereinbarten Treffen schickte er kurz die Nachricht er könne nicht. Danach keine Antwort mehr.

Meine Tänzerin war ab dem Moment ein übellauniges Nervenbündel. Typischerweise hat sie das nicht einfach hin genommen sondern eine wütende Mitteilung geschrieben worauf dann als Antwort kam sie könne ja vorbei kommen und sich einen Wagen abholen. Der genannte Ort ist jedoch weit entfernt. Um dorthin zu kommen benötigte sie schon über eine Stunde und ich glaubte nicht daran dass sich dort überhaupt ein Auto befindet. Also sprang ihre Schwester ein, rief eine Freundin an, die aber meinte die Maße wären in ihrem kleinen Auto ein Problem. Entnervt und enttäuscht sagte sie das Abholen für den vereinbarten Zeitpunkt ab und entschloss sich einen neuen Termin zu machen. Danach ging sie zu ihrer besten Freundin um sich dort aus zu weinen.

Freundschaft ist wie ein Zauber, der gute Zeiten noch besser macht und schlechte Zeiten vergessen lässt.

Ihre Freundin entschloss sich zu helfen. Ein Gespräch mit ihrem Vater und das Problem war gelöst. Beide holten den Schrank lieferten ihn sie hätten auch beim Aufbau geholfen,aber 1. nutzen die Jungs den freien Platz gerade zum spielen und 2. zu den Dingen die jungen Erwachsene unbedingt können sollten gehört Möbelmontage. Braucht man immer wieder mal und in der Schule lernt man das nicht.

Also haben wir uns das Werkzeug geschnappt und ich habe ihr erklärt wo sie nun halten und schrauben muss. IKEA- Schrank. Hat seine Tücken, aber wenn´s klappt, klappt es. 😉 Wenn nicht… nun ja. Zwischendurch war sie am schimpfen weil die Schrauben nicht wollten und die Rückwand nicht stehen blieb… „Tja“, sagte ich, „zum Student sein gehört die Montage von IKEA- Möbeln“. „Ich will nicht studieren. das ist mir zu blöd“, antwortete sie. Gut, das Möbelmontage kein Studienfach ist.

Nebenbei hat mein Mann dann seine freien Tage genutzt um Jobbörsen zu durchforsten und hat sich nun bei zwei Angeboten beworben. Umziehen ist ihm nun doch wichtig. Allerdings kann er sich nicht entscheiden ob er den Arbeitsvertrag doch beenden aber nicht verlängern will, oder ob er bei einer Zusage einfach kündigt.  Aber eines ist klar: Ober-, Unter-, Mitte-Bayern ist vom Tisch. Es geht in eine andere Richtung.

 

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