Veröffentlicht in Deutschland, Gesundheit, Menschen

Nicht so schnell wieder

Am Sonntag musste ich mir einen Tag Ruhe gönnen. Meine Wochenenderkältung zwang mich dazu. Schließlich muss ich Montags wieder fit sein. Also mit einer Kanne Tee ab ins Bett. Das geplante Backen fiel aus.

Gestern, Montag, hatte ich dann trotzdem noch Kopfschmerzen und fühlte mich nicht so. Also entschied ich mich für etwas frische Luft extra. Vom Kindergarten aus fuhr ich daher direkt in die Innenstadt.

Stadt ist nicht meins. Das ist kein Geheimnis.Normalerweise hole ich alles in Geschäften hier in der Nähe und die Innenstadt meide ich. Ich war seit Monaten nicht dort. Ich wünschte, ich hätte sie auch gestern gemieden.

Innenstadt; kurz vor 9 Uhr morgens: alles zu, außer Supermärkte,Bäckereien und Drogerien. Da ich eigentlich nur neue Zahnbürsten besorgen wollte reichte also die nächste Drogerie und im Grunde hätte auch der Discounter ums Eck gereicht, aber ich musste ja in die Innenstadt.

Mir kam ein Mann entgegen, der irgendwie aussah wie der Dalai Lama. Er gab mir eine goldene Pappkarte und hielt mir einen kleinen Block hin. Offensichtlich sprach er kein Deutsch und was er sagte, verstand ich nicht. Aber ich verstand, dass ich mich wie einige Leute vor mir auf dem Block eintragen sollte. Name und Adresse wollte er wissen und dann anscheinend sollte ich auch einen Wunsch angeben. Die Leute, die sich eingetragen hatten- obwohl die Schrift bei allen merkwürdig ähnlich aussah- hatten alle „Peace“ geschrieben und ja, warum auch nicht? Wir hätten doch alle gern Frieden, aber für diesen Wunsch wollte er 40.- Euro oder Dollar, wer weiß? Mir blieb also nur ihm verständlich zu machen, dass ich keine 40 Euro habe und kaum hatte er das verstanden, nahm er mir das goldene Kärtchen wieder ab und sah mich wütend an. Tja, nichts ist umsonst.

Ich schlenderte weiter, an geschlossenen Läden vorbei, betrachtete Baustellen, sah was verschwunden und neu hinzu gekommen ist und besorgte Zahnbürsten.

Zurück wollte ich mir eine Fahrt mit dem Aufzug leisten. War ja nichts los. keine Kinderwagen,Rollatoren oder Rollstühle. Also marschierte ich auf den Aufzug zu. Plötzlich schoss ein Mann mit wütendem Gesicht daraus vor: „Drücken sie da die ganze Zeit irgendwo drauf?“ „Nein“, antwortetet ich, „niemand drückt hier“. Ich stieg in den Aufzug. „Dann rein jetzt“, blaffte er mich an. „Ich bin doch schon drin,“ entgegnete ich.

Die Tür begann sich zu schließen und schaffte es nicht ganz. Kurz vorher glitt sie zurück. „Oh, die Tür ist kaputt“ sagte ich, stieg aus und marschierte zur Rolltreppe. Diese einfache Erklärung gefiel dem Mann offensichtlich nicht. Immer noch mit wütendem Gesicht und unfähig etwas anderes zu sagen als andere Menschen anzumeckern blieb er stehen. Es muss…es muss… es muss einfach irgend ein böser Mensch irgendwo auf einen Knopf drücken und ihn am Aufzug fahren hindern. Vermutlich ein unsichtbarer Kobold, der sich einen Spaß erlaubt.

Schließlich, ich stand schon auf der Rolltreppe und blickte noch mal Richtung Aufzug, kam der wütende Mann auch endlich. Wie lange er wohl mit dem Aufzug gekämpft hatte?

Ich war froh wieder daheim zu sein und weiß genau:Innenstadt: Nicht so bald wieder!

 

 

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