Veröffentlicht in Deutschland

Die erste Zeit

nach den Sommerferien finde ich immer am schlimmsten und sobald die ersten Wochen vorbei sind wird alles besser.

Direkt nach den Ferien ist so viel und wenn´s blöd läuft auch gleichzeitig und alles muss sich neu finden. Für meinen Jüngsten ist das diesmal nicht gut gelaufen.

Er spielt so gerne Fußball und sollte daher in einen Verein. Vor den Ferien telefonierte ich dann mit einer Feldkoordinatorin, die meinte, ich solle mit ihm einfach zum nächsten Training gehen. Gesagt,getan. Der Trainer P. zeigte keinerlei Freude, maulte das er vorher informiert werden möchte, räumte aber auch gleich ein, dass es nicht meine Schuld wäre und er noch mal mit der Koordinatorin reden müsste..

„Toll“, dachte ich,“ interne Kommunikationsprobleme.Das fängt ja gut an.“ Mein Sohn spielte, es lief gut. P. setze ihn auf verschiedene Positionen und es war nicht übel. Irgendwann tauchte auch mal der Co-Trainer N. auf, aber der brachte nur zur Freude aller Eis mit und fertig.

Nach dem Training fragten wir P. was er denn meint,  denn meinem Kleinen hatte es mächtig gefallen und er wollte gern in die Mannschaft. Eine klare Antwort bekamen wir nicht, nur den Hinweis, das nach den Ferien wieder Training ist. Gut, dann in schs Wochen.

Zu Hause schrieb ich eine Mail an die Koordinatorin mit der Frage wie es denn mit einer Anmeldemöglichkeit aussieht. Ich erhielt keine Antwort und verschob es auf die Zeit nach den Ferien. Ist auch klar, Kinder ändern schon mal ihre Meinung.

Nach den Ferien hatte ich immer noch keine Antwortmail, also haben die wohl auch was gegen Mails, obwohl auf der HP steht man soll auf die Art mit ihnen kommunizieren. Zwei Tage vor dem nächsten Training rief ich also die Koordinatorin wieder an, die von nichts wußte. Sie meinte, die Trainer würden ihn vermutlich noch mal sehen wollen und ich solle wieder mit ihm zum Training gehen. Aber nicht direkt zum nächsten, denn das erste Training nach den Ferien ist ungegeignet, weil direkt am nächsten Tag ein Turnier ist. Lieber das darauf folgnde. Na gut.

Wir waren dort. P. grüßte, sagte nichts weiter und irgendwie tauchte auch N. auf. Mein Sohn zog sich an, alle liefen zum Training und nur wenige Minuten später kam P mit einem Jungen, der auch das erste Mal dort war. Er fühlte sich so weit von Mama entfernt nicht wohl und weinte. Die Idee, das Mama in der Nähe des Tores steht verwarf P. mit dem Hinweis darauf, das sie keine Eltern mehr auf dem Feld haben wollten und die Kinder lernen müssten das ohne Eltern zu machen und überhaupt könne man keine Ausnahme von der Regel machen, sonst würden andere auch…

Die Eltern waren entsetzt, ich auch und beide dachten wir, was denn wohl schlimm daran sei, beim ersten Mal die Eltern zu dulden.Die Mutetr äußerte den Verdacht das sie keine neuen Kinder haben wollten und komisch, dieses Gefühl beschlich mich schon vor den Ferien, als so gar keine Freude über den möglichen Zuwachs bei P. zu erkennen war. Und hier sprach jemand aus, was irgendwo in meinen Gedanken schon seine Bahnen zog.

Ich beobachtete das Training, sah wie mein Sohn bei den anderen stand und N. direkt bei den Kindern. Dann kam mein Sohn zu mir und er weinte. Er weiß nicht wo seine Gruppe ist und möchte zu seinem Team, schluchste er. „Aber, das ist die Gruppe“, meinte ich. Nein, erklärte er mir, die Großen hätten ihn ausgelacht und er wisse nicht wo seine Gruppe ist. Er wollte nicht dort bleiben.

Ich war sauer. Es war mehr als offensichtlich, das N. nichts unternommen hatte und jemanden auslachen- weshalb auch immer-  geht gar nicht.Keinen der Trainer schien es zu kümmern, dass ihnen ein Spieler abhanden gekommen war. Sie schienen es nicht mal zu bemerken. Also lies ich meinen Sohn wieder seine Schuhe anziehen, schickte ihn noch mal zum Tor, denn dort lag seine Trinkflasche und dann gingen wir.

Fast zu Hause angekommen, trafen wir meine Älteste, die auf dem Weg zu uns war und als sie hörte was gewesen ist war sie extrem erbost. Sie ließ sich dei Trainer beschreiben und dann marschierte sie zum Trainigsplatz.

 

P. war freundlich, erzählte, er hätte keine Kinder, aber viel Spaß an der Beschäftigung mit der Gruppe, aber er fände es einfach blöd wenn Eltern phne Vorankündigung kommen und weinerliche Kinder würden wohl nicht so passen und überhaupt wollen sie keine Neuen, denn die Gruppe ist voll und sie wissen gar nicht warum ständig Eltern mit neuen Kindern kämen.

Diese Bemerkungen hätte er besser nicht gemacht, denn meine Große wußte von meinem Telefonat mit der Koordinatorin. Einfach aufkreuzen ist nicht meine Art, das weiß sie und weinerlich? Mein Zwerg? Ne! Er hat keinerlei Berührungsängste, egal ob kleine oder große Kinder und er kann sich behaupten. Er sagt auch Großen mal die Meinung und läßt sich nicht einfach einschüchtern. Aber, obwohl er so ist, hat er nur noch gemeint. Den ganzen Heimweg und hat entschieden, das er nicht mehr Fußball spielen will. Total demotiviert und frustriert.

P. bot an, dass sie beim nächsten Mal als Co- Trainerin dabei sein kann und sie soll den Kleinen mitbringen und dann würden sie mit der Gruppe noch mal sprechen. Ein Sohn von N. erzählte, sie hätten gelacht, weil er so klein ist. Er war völlig verängstigt, meinte meine Tochter. Sie lehnte das Angebot ab,denn es wurde ja bereits gesagt, dass ein neues Kind nicht willkommen ist.

Das ganze Gegenteil erlebte ich bei dem Handball-Verein meines Großen. Auch dort sendete ich eine Mail hin und bekam promt Antwort. Nach den Ferien rief ich den Trainer an, der sofort nett und freudig meinte ich wäre bei ihm genau richtig. Dann bat er uns zum nächsten Training zu kommen und dort begegnete er uns sehr freundlich. Er unterhielt sich mit uns, fragte meinen Sohn nach sinen sportlichen Aktivitäten und auch die Co-Trainerin und die Eltern waren toll. Dort fühlen wir uns wohl.

 

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