Veröffentlicht in Blogparade

Wie weit darf Bildbearbeitung gehen?

Nachdem ich den Beitrag von Ulrike vom bambooblog gelesen und kommentiert hatte war für mich die Sache mit der Blogparade eigentlich erledigt, aber dann las ich den Ursprung auf reisen-fotografie.de und dachte mir, da ist eigentlich doch noch so einiges. Also ein paar Worte von mir dazu:

  • Bearbeitet Ihr selber Bilder?

Ja, und die Art der Bearbeitung hängt vom Zweck ab. Sind es Fotos für diesen Blog beschränkt es sich auf das Überdecken von Gesichtern, oder falls sinnvoll das Entfernen des Hintergrundes wenn es für das eigentliche Motiv besser ist. Auch schärfen und aufhellen wenn nötig. Alles andere bleibt im Original.

Für Private Zwecke bearbeite ich wesentlich mehr.

  • Bearbeiter Ihr nichts und nahmt was als JPG aus der Kamera kommt?

Meistens, ja. Zumindest hier für den Blog.

  • Wie intensiv bearbeitet Ihr Bilder?

Ein paar Beispiele:

spring2

GoldenerHerbst

spring112015

  • Wo sind für Euch Grenzen bei der Bearbeitung – habt Ihr NoGos?

Die Frage kann ich am besten mit der folgenden zusammen beantworten

  • Seht ihr eine Grenze zwischen dokumentarischen Bildern und Kunst?

Dokumentarisch ist für mich, wenn bis auf kleine Korrekturen das Original wiedergegeben wird. Das heißt, wenn ich mir Bilder vom Urlaub in XY anschaue und dann dorthin fahre, dort feststelle das sämtliche Fotos etwas zeigten was real nicht existiert, dann würde ich mich betrogen fühlen. Wenn also der Strand in Wahrheit nicht weißen weichen Sand, sondern Algen, Müll und Steine zu bieten hat, wenn das hübsche Hotel dringend einen Anstrich benötigt, man die Sonne wegen der vielen Hochhäuser nie wirklich sieht und sie nachträglich eingefügt wurde, dann kann man das vielleicht als Kunst bezeichnen aber wenn es gedacht ist um mich zu einem Urlaub zu animieren den ich mir dann dank der Fotos schöner vorgestellt hatte, dann ist das für mich lediglich ein Ärgernis.

Wenn ich reise und selbst enttäuscht bin, heißt das nicht das andere auch enttäuscht sind. Dokumentiere ich meine Reise mit gefakten Bildern weil es mir persönlich besser gefällt ist es im Grunde unehrlich denn es ist nicht Original und liefert anderen einen falschen Eindruck.  Dann doch besser eine Rubrik: meine Bildbearbeitungen und sich dort austoben, aber die Doku mit Originalbildern belegen, sonst fehlt jede Authentizität

  • Wo ist für Euch die Grenze vom Foto zum Composing?

Composing ist für mich wenn Einzelteile zusammengefügt werden, die nicht zusammen sind oder gehören.

  • Wo fängt bei euch die Bildmanipulation an?

Im Grunde beginnt Manipulation da wo ich etwas zeige was real nicht so war. War es regnerisch grau und ich mache daraus einen blauen Himmel dann ist das schon manipuliert, auch wenn das nicht unbedingt negativ bewertet werden muss. Es kommt dann einfach auf die Verwendung des Fotos an. Einen Pickel überklonen ist sicher nicht verwerflich und je nach Verwendungszweck kann das durchaus sinnvoll sein.

  • Nutz Ihr das RAW-Format oder lieber „fast“ fertige Bilder in JPG?

JPG und manchmal mach ich mir daraus PNG und hin und wieder auch mal ein PSD

  • Betrachtet Ihr gerne Bilder, die vielleicht nicht der Realität entsprechen oder habt ihr es lieber natürlich?

Ja, ich schau mir auch gern bearbeitete Bilder an und ich mag es natürlich. Ich denke das eine schließt das andere nicht aus, denn, wie bereits erwähnt: der Zweck des Bildes entscheidet darüber ob Bearbeitung sinnvoll ist oder eher nicht.

  • Arbeitet Ihr auch mit Montagen oder stempelt störende Dinge in Bildern weg?

Für diesen Blog weniger, aber grundsätzlich, vor allem für private Bilder mache ich schon einiges.

  • Verändert Ihr bewusst Farben oder nutzt ihr nur die im Bild vorhandenen?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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8 Kommentare zu „Wie weit darf Bildbearbeitung gehen?

  1. Hi Asmaa,

    vielen Dank zu Deinem Beitrag bei unserer Blogparade!

    Du beschreibst es, aus meiner Sicht, genau richtig. Für jeden Anwendungsfall gibt es verschiedene Anforderungen an ein Bild. Einen verdreckten Strand würde ich z.B. auch niemals durch einen schönen, weißen ersetzen. Das wäre, in Zusammenhang mit meinem Reiseblog, ja schon eine Lüge gegenüber meinen Lesern.

    Aber außerhalb der dokumentarischen Aufgabe ist erlaubt, was einem selber gefällt.

    LG Thomas

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo

    deine 3 bearbeiteten Bilder oben schauen klasse aus, z.B das mittlere „Goldener Herbst“ ist ein irrsinniger schöner Banner. Wenn ichein Forum hätte, würde ich dich fragen, ob ich es als Herbstthema verwenden dürfte.

    Das letzte Bild finde ich auch einfach toll – ich habe selbst schon solche Bilder gemacht, wo ein paar „Punkte“ farbig sind, und der Rest schwarzweiß.

    Grüße Sandra

    Gefällt 1 Person

  3. Ich habe niemals solche Bilder gemacht wie Du in den 3 Beispielen zeigst. So verschieden, wie wir Menschen sind, so verschieden sind auch die Ergebnisse die wir zeigen. Jeder soll tun dürfen, was er tun möchte, solange er niemanden anderen gefährdet oder einschränkt. Ein bisschen mehr Akzeptanz und Toleranz dem anderen und dem was er macht gegenüber wäre in vielerlei Lebensbereichen von Vorteil – nicht nur in der Fotografie und der Bildbearbeitung. Entwicklung und Ideen kommen dann, wenn man offen für Neues ist – es zumindest mal probiert – genau wie beim Essen. Es einfach mal wirken lässt. Und wenn man es dann nicht mag ist es auch nicht schlimm.

    Über Bilder, die ich mir sonst nicht anschauen würde, bin ich jetzt auf einen interessanten Blog gestoßen und auch leckere Zimtschnecken ;-). Danke!

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