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Blogparade zu Vorurteilen

Ich war heute nach langer Zeit mal wieder im Net auf Reisen und fand „Der Sinograph“ von Oliver der dort zu einer Blog-Parade zum Thema Vorurteile die beim Reisen abgebaut wurden aufrief.

In den Kommentaren von Lesern die sich beteiligen (wollten) fand ich dann noch den von Ulrike die erwähnte das sie für „gehirngewaschen“ gehalten wird, wenn sie gegen Vorurteile anderer anspricht.

Eigentlich ist diese Sache mit Vorurteilen ja durchaus ein festes Thema auf meinem Blog, denn natürlich geht es hier immer wieder um das was wir „täglich“ auf Grund von Vorurteilen und Gehirnwaschungen erleben.

Im Alltag, hier in Deutschland. Aber ich möchte da wirklich jetzt mal Richtung Urlaub steuern.

Über Link-Hopping landete ich dann noch bei einer Blogparade zum Thema Marrakech bei der ich nicht so wirklich mitreden kann, weil Marrakech bisher für mich nur ein Kurzaufenthalt war und mit kurz, meine ich tatsächlich kurz.

Trotzdem hat mich der Reisebericht von „Jäger des verlorenen Schmatzes“ dazu gebracht mir noch ein paar Gedanken zu machen.

Urlaub, das war und ist ein Vorurteil von mir, ist zunächst einmal Stress. Es beginnt damit das man möglichst rechtzeitig die Reise bucht und dann geht es los: Reisepass noch gültig? Wenn nicht: zunächst ein biometrisches Passbild besorgen (hat so seine Regeln) und dann bei der Behörde Schlange stehen um den Pass zu beantragen. Brauch ich ein Visum? Besorgen                                                                                       Kurz vor der Reise müssen die Koffer gepackt werden. Welche Jahreszeit/welches Wetter/welche Temperaturen erwarten mich? Entsprechende Kleidung einpacken. Dokumente griffbereit und vollständig einpacken. Kühlschrank leeren,… Pünktliche Abreise daheim,Koffer schleppen/hinterher ziehen. Schlange stehen zum einchecken. Hab ich auch nichts vergessen? Warten, Schlange stehen, Sitzplatz suchen, Flug, Passkontrolle, Fahrt zum Wohnort, endlich angekommen. Und wenn der Urlaub vorbei ist das ganze nochmal. Ist man wieder zuhause, ist man urlaubsreif. Ich zumindest. Für mich ist Urlaub immer mit Stress verbunden und mit Nervosität, die Teil der Vorfreude ist. Und ich muss mir bei vielen Dingen keine Gedanken mehr machen, denn ich brauche kein Hotel, keine Reisegruppe und muss nicht überlegen wo und wie ich esse, welche Unternehmungen ich so plane usw., denn wir wohnen immer Privat bei meinen Schwiegereltern.

Der Vorteil daran: man erlebt Marokko nicht als Tourist, sondern richtig. Oliver hat dann auch als Kommentar bei den Jägern gemeint „Allerdings scheint mir der ganze islamische Raum eher ein kulinarisches Lowlight zu sein“ Das mag so sein wenn man als Touri unterwegs ist und nicht auf Einheimische zurückgreifen kann. Wenn man Essensstände auf Märkten ect. ansteuert oder in Tourilokalen isst.

Alternativlose Eine-Sorte-Tajine ist mir unbekannt. Tajine ist ein Begriff wie Suppe oder Eintopf. Letzteres trifft es eher. Und es gibt doch in Deutschland nicht nur Erbsensuppe, oder? Ein Tourist hingegen könnte meinen Deutschland kennt nur Nürnberger Rostbratwurst, Coca Cola und Bier. Denn das gibt es an zahlreichen Futterständen überall.

Nein, Marokko und auch der restliche islamische Raum ist bei weitem kein kulininarisches Lowlight. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Lamm-Tajinen, Huhn,Tajinen, Fisch-Tajinen,Gemüse-Tajinen,… Salate, Couscousrezepte und und und. Der jüdische Einfluss, ebenso wie der der Berbervölker vervielfacht das kulinarische Erlebnis um zahlreiche Varianten. Vor allem aber scheut sich kein Koch/Köchin lange in der Küche zu stehen. Und es werden vorwiegend einheimische frische Zutaten verwendet.

Ja, so ist das mit Vorurteilen.

Meine erste Reise nach Marokko- lang, lang ist es her- war eher durch Vorurteile anderer Art geprägt. Werden meine Schwiegereltern mich mögen, werde ich willkommen sein? In den späteren Jahren kamen dann gerade von anderen Sprüche wenn ich mal die Kinder allein mit meinem Mann reisen ließ. Was, bist du wahnsinnig? Was ist wenn er die Kinder entführt und sie dir nicht wiederbringt?

Nein, alles unbegründet. Nirgendwo habe ich herzlichere Menschen erlebt, nirgendwo war ich willkommener als in Marokko und nein, ich habe keine Angst das mein Mann die Kinder entführt. Warum? Ganz einfach:

  • Was einer macht, machen nicht alle. In Deutschland bringen auch nicht alle Väter Weihnachten Ex-Frau und/oder Kinder um
  • Wenn er es täte, hätte er als Grund Sicherheit und Wohlergehen der Kinder
  • Die Kinder haben dort eine liebevolle Familie und würden geliebt und wohlbehütet aufwachsen

Für mich sind das genug Gründe um keine Angst zu haben.

Was ich gelernt habe auf meinen Reisen: Hält man sich dort auf wo Touristen üblicherweise sind- dazu gehören zunächst Städte wie Marrakech, Agadir, Casablanca- dann ist es nicht ungewöhnlich wenn man auch wie ein Tourist behandelt wird. Man bekommt etwas das einem die Tradition, das Typische zeigen soll, aber man bekommt eben nicht „alles“. Auch aus diesem Grund lauf ich nicht in …deutscher Kleidung durch die Straßen.

Marokko erleben bedeutet durch Straßen ziehen die nicht auf den üblichen Reiserouten liegen.Lokale besuchen, die in Seitenstraßen versteckt liegen und nicht im Reiseführer auftauchen. Menschen treffen die nicht in der Touristengegend leben und arbeiten.               Natürlich hat Marokko, wie auch Deutschland, empfehlenswerte Lokale und weniger empfehlenswerte. Daher ist es immer ratsam Einheimische zu fragen. Dafür braucht man dann schon ein wenig Sprachkenntnisse und auch Mut und die Bereitschaft sich auf neues einzulassen.

Nun scheue ich mich davor private Bilder öffentlich zu machen, aber dennoch zum Schluss ein paar Marokkobilder:

Das waren ältere Fotos aus Kenitra

Nador

Kenitra 2015

Kenitra 2015 Teil 2

Nun reise ich zwar seit Jahren konsequent nach Marokko, aber ich war auch schon in der Türkei. Auch dort habe ich mich an Einheimische gehalten, in Lokalen gesessen wo kein Touri zu sehen war und habe eine Vielfalt an Speisen, Menschen,Aussichten gehabt die wohl kaum ein Tourist in seinem Hotel bekommt.

 

 

 

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6 Kommentare zu „Blogparade zu Vorurteilen

  1. Hallo Asmaa,

    vielen Dank, dass du mitgemacht hast. Bei deinem Beitrag musste ich lächeln: Du hast tatsächlich eines meiner Vorurteile entdeckt.

    Allerdings irrst du in der Annahme, dass ich in Hotels gegessen habe. Meine Beobachtungen basieren auf lokalen Restaurants und Einladungen bei den Leuten zu hause in mindestens zehn unterschiedlichen islamischen Ländern und Regionen.

    Aber vielleicht ist das ja auch einfach ein Defintionsproblem. Lamm-Tajinen, Huhn,Tajinen, Fisch-Tajinen,Gemüse-Tajinen sind für mich nämlich nur Variationen eines einzigen Gerichts.

    Liebe Grüsse,
    Oli

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    1. Hallo Oli, es war eher allgemein gemeint mit dem Essen in Hotels. Und Lokale habe ich ja auch erwähnt, ebenso wie die Straßenstände. Tajine ist, wie ich ja schrieb ein Begriff wie Eintopf. Alles wird in einem Topf zubereitet, aber das hast du in Deutschland auch. Ob du einen Möhren-Eintopf isst oder einen Kürbis-Eintopf ist ein Unterschied, auch wenn beides Eintopf heißt. Und, auch wenn Tajinen häufig gemacht werden- spart auch Kochgeschirr- so gibt es doch noch weit mehr, aber Marokko ist eben für Tajinen bekannt also bietet man Touristen eben gerne auch das an

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  2. Hallo,
    warum habe ich mir deinen Blog noch nicht angeguckt? Ist mir ein Rätsel! Du schreibst so interessant!
    Ich liebe das orientalische Essen! Ich habe eine Freundin, die ist mit einem Syrer verheiratet. Wenn sie zum Essen einlädt, dann ist das unbeschreiblich gut, ganz Orient, ganz syrisch. In Marokko war ich leider noch nicht.
    Ich wünsche Dir eine gute Zeit während des ramadans aber auch sonst so alles Gute!
    Liebe Grüße
    Ulrike

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