Veröffentlicht in Deutschland, Vom alten Blog

Rassismus oder was? Teil 2

Vor einigen Jahren verließ ein Mann seine Familie und sein Heimatland Marokko um in Deutschland neu anzufangen.  Er heiratete eine deutsche Frau, lebte eine Weile mit ihr in einer Stadt die leider nicht viele Arbeitsplätze zu bieten hatte.

Schnell wurde er unzufrieden. Arbeistlos sein war nicht sein Lebensziel und schnell wurde ihm klar das er noch einmal Koffer packen muss. Ein paar Telefonate und er wußte sein Ziel ist München.

Eine günstige Bleibe zu finden ist eine Herausforderung, aber er meisterte sie. Auch Arbeit fand er schnell. Keine Arbeit zum reich werden und auch Ehrenurkunden waren nicht zu erwarten, aber Pflegekräfte sind in München rar und daher findet man dort leicht Arbeit.

Wenn er Urlaub hatte oder langes Wochenende fuhr er zu seiner Frau, denn die wollte nicht Familie gegen Arbeit tauschen und lieber dort bleiben wo sie war. Mehr als zwei Jahre hoffte er, sie würde ihre Meinung ändern und zu ihm kommen, aber sie lehnte ab.

Dieser Zustand entsprach nicht seiner Einstellung von Ehe und Familie und es machte ihm zu schaffen. Doch das war nicht alles: ein Problem mit seiner Schulter zwang ihn sich operieren zu lassen. Danach begann die übliche Behandlung zur Besserung und nach langer Überlegung entschied er die Scheidung einzureichen und künftig nur noch seiner Arbeit nach zu gehen und vielleicht irgendwann…. Aber das war nicht so wichtig.

Doch da ist noch ein kleines Problem: der Aufenthaltsstatus.

Die Münchner Ausländerbehörde weigerte sich stets ihm einen längeren Aufenthalt zu gewähren. Alle vier Wochen musste er dort hin und seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen.

Freundlich waren sie nie zu ihm, aber es gab auch keine weiteren Probleme. Doch dieses Mal war alles anders. Kaum sahen sie das er krank geschrieben ist fragten sie ihn plötzlich was er hier in diesem Land macht. Er solle zurück gehen in seine Heimat, sagte man ihm. Sein Argument, das er Arbeit und Wohnung hätte wiesen sie zurück. Das könne er auch in seinem Land haben und er solle Deutschland verlassen. Sofort! Innerhalb einer Woche. Auch nach dem Hinweis auf die Behandlung seiner Schulter änderte sich nichts. Er könne sich auch in seinem Land behandeln lassen.

Er versuchte mit einem Vorgesetzten zu sprechen, doch der war nicht bereit ihn zu empfangen. Er wandte sich an einen Anwalt, doch der unternahm auch nichts.

Seine Freunde boten ihm Hilfe an. Man könne ihn begleiten und noch einmal versuchen den Vorgesetzten in der Ausländerbehörde zu sprechen. Man könnte einen anderen Anwalt konsultieren. Man könnte…

Nein, all das wollte er nicht.

Warum in einer Gesellschaft leben die nur Hass und Rassismus kennt? Warum in einer Gesellschaft leben in der nur emotionale Kälte herrscht und niemals aus Fehlern gelernt wird?

So buchte er einen einfachen Flug nach Marokko, entsprach dem Wunsch jener Mitarbeiter der Ausländerbehörde, dieses Land innerhalb einer Woche zu verlassen. Mitnehmen wollte er nichts außer ein paar Geschenken für die Kinder seines Bruders. Alles andere wollte er nicht mehr.

Und so verabschiedete er sich von seinen wenigen, aber dafür guten Freunden.

George Bernard Shaw (Schriftsteller, Philosoph)

Wenn die Geschichte sich wiederholt und immer das Unerwartete geschieht, wie unfähig muß der Mensch sein, durch Erfahrung klug zu werden.

Autor: Deutsche-Muslima
Kategorien: DeutshlandMünchenBehörden
01.11.2012
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